Mittwoch, 25. November 2015

Hana-Bi - Feuerblume (1997)

http://www.imdb.com/title/tt0119250/

Nishi Yoshitaka (Takeshi Kitano) ist ein knallharter Zivilfahnder bei der japanischen Polizei, der durch eine Reihe von schweren Schicksalsschlägen aus der Bahn geworfen wird. Vor Jahren haben er und seine Frau Miyuki (Kayoko Kishimoto) ihre Tochter verloren. Jetzt erfährt er, dass seine Frau unheilbar an Leukämie erkrankt ist. Doch damit nicht genug: Bei einer Überwachung wird sein langjähriger Freund und Kollege Horibe (Ren Osugi) von den Yakuza niedergeschossen und dabei so schwer verletzt, dass er den Rest seines Lebens an den Rollstuhl gefesselt ist. Für Nishi bricht eine Welt zusammen. Enttäuschung, Verzweiflung, Hass und Rachegefühle keimen in ihm auf. Er quittiert den Dienst bei der Polizei und verübt mithilfe der Yakuza einen Bankraub, um mit seiner Frau auf Reisen gehen zu können. Doch die Vergangenheit lässt Nishi nicht los...

Man kennt Takeshi Kitano hauptsächlich für Gangsterfilme, die mit sehr melancholischen Momenten untermalt wurden und auch "Hana Bi" schlägt in dieselbe Kerbe - aber man merkt im Verlauf des Films deutlich, dass er viel facettenreicher und ehrlicher ist. "Hana-Bi" ist dabei vielleicht kein durchweg einfacher, aber eben ein sehr schöner Film. In langsamen Bilder vorgetragen sind die Motive sehr nüchtern und zurücknehmend inszeniert (trotz manch harter Gewaltszene). Der Film selbst blüht - man könnte sagen, eben genau wie die Feuerblume - in einer schönen elegisch-fatalistischen Aura. Er ist eine eindrucksvolle Regieleistung Kitanos. Die Atmosphäre, die dieser Film schafft, und die damit verbundene Wirkung auf den Zuschauer sind einzigartig. Inszenierung, Dramaturgie und Bild unterstützen diese Wirkung sehr und sind Träger dieser.

"Hana-Bi" ist eine Ballade der Gewalt und der Liebe. Die Mischung aus Trostlosigkeit, Minimalismus und Melancholie sprechen den Zuschauer dabei auf emotionaler Ebene an. Eine Geschichte voller gescheiterter Schicksale und trauriger Existenzen, die zusammen mit den restlichen Komponenten des Films ein Gesamtbild ergeben, welches jetzt schon ein wichtiger Teil der japanischen Filmgeschichte ist. Ein hohes Maß an Bildsprache und Symbolik fließt mit ein und in manchen Momenten entwickelt der Film eine wunderbare Poesie, die, wenn man sich auf solcherlei Dinge und die andere Art der Erzählweise im asiatischen Cinema einlassen kann, einen mitnimmt und den Film über begleitet. Ein außergewöhnliches aber auch nihilistisches Werk, bei dem der aufmerksame Zuschauer deutlich spürt, dass der Regisseur etwas aufzuarbeiten hatte. Es ist eine Mischung aus kontemplativer Ruhe, explosiver Gewalt und trockenem Humor. Wunderbar.

8/10

Von CAPELIGHT PICTURES erschien der Film nun endlich auch hierzulande in HD in einem tollen Mediabook: