Sonntag, 15. November 2015

Bullitt (1968)

http://www.imdb.com/title/tt0062765/

Frank Bullitt (Steve McQueen) ist ein knallharter Cop aus San Francisco. Als er eines Tages einen Kronzeugen (Pat Renella) beschützen soll, ist das für ihn nur ein Routine-Job. Doch dann wird der Schützling erschossen und sein Gehilfe verletzt. Um sein angekratztes Ego zu reparieren, begibt sich Bullitt eigenhändig auf die Jagd nach den Killern. Dabei ist es gar nicht so schwer, die Mörder zu finden, da diese ihrerseits daran interessiert sind, Bullitt an seinen Ermittlungen zu hindern. So prallen die beiden Parteien zwangsläufig aufeinander, um sich zu bekämpfen. Nachdem Bullitt die Killer bei einer aufregenden Verfolgungsjagd durch die Straßen San Franciscos unschädlich gemacht hat, will er den Drahtziehern auf die Spur kommen. Denn ihm ist klar, dass mehr hinter der Sache steckt, als zunächst sichtbar ist.

"Bullit" von Regisseur Peter Yates ist im Großen und Ganzen ein klassischer Kriminalfilm aus den 60er Jahren; er lebt einerseits von seiner cleveren Handlung, welche selbst heute noch die ein- oder andere unerwartete Wendung aufweist, als auch von dem Charisma von Hauptdarsteller Steve McQueen, der die Rolle des stoischen Polizisten sehr überzeugend verkörpert. Selbst wenn dieser Streifen heutzutage nicht mehr unbedingt ein filmisches Highlight darstellen sollte, so funktioniert er nach wie vor als präzser, auf den Punkt inszenierter Spannungsfilm, der den Fall um den Mordversuch des Kronzeugen Peter Ross (gespielt von Vic Tayback) konsequent vorantreibt.

Jedoch besitzt "Bullit" ebenfalls noch eine weitere Qualität, welche weniger in seiner Handlung oder seinen Charakteren, als vielmehr in der Art und Weise liegt, wie bestimmte Szenen inszeniert sind. Das liegt bereits daran, dass der Film verhältnismäßig arm an Dialogen ist und dem Zuschauer sehr viel Raum lässt, die Impressionen der Großstadt, der einzelnen Locations sowie der Polizeiarbeit in sich aufzunehmen. Vereinnahmend sind dabei besonders die Szenen im Krankenhaus; der Anblick von Patienten auf der Intensivstation, das hervorstechende Geräusch der Beatmungsmaschinen und Frank Bullit, der schweigend und mit vorgehaltener Ausdruckslosigkeit an dieser Szene vorbeiläuft, all dies zeichnet ein bedrohliches Bild von den Gefahren und potentiellen Folgen, welche die Polizeiarbeit in sich birgt. Hinzu kommt, dass die wenigen Gewaltszenen für die damalige Zeit recht hart gewesen sein mussten; der Anblick einer strangulierten Person oder blutiger Einschusswunden macht einen ungeschönten Eindruck. Dies wird zudem dadurch unterstrichen, dass die Identität der Mörder zunächst anonym ist bzw. verschleiert dargestellt wird. Und schließlich ist es die Titelfigur selbst, dessen stoisch-coole Haltung vom Film in wenigen Szenen interpretiert wird als Folge, mit der Brutalität und Todesnähe, mit welcher man als Polizist konfrontiert wird, zu leben. Peter Yates hebt diesen Teil des Films nicht in den Vordergrund, sondern deutet es zumeist nur sachte an. Einzig und allein das etwas theatralische und nicht ganz in den Film passende Gespräch zwischen Frank Bullit und seiner Freundin Cathy (Jaqueline Bisset) am See spricht dieses Thema des Films direkt an. Von dieser einen Szene abgesehen, blitzt dieser Teil des Films immer nur hier und da auf und möchte darauf hinweisen, dass unter seiner Oberfläche mehr vor sich geht als 'nur' ein sehr plot-zentrierter Kriminalfilm.

In der Besprechung von "Bullit" kommt man nicht umhin, dessen große Actionmoment zu erwähnen. Die Rede ist hierbei allerdings nicht von seiner legendären und heute immer noch spannenden Autoverfolgungsjagd; es ist vielmehr und vor allem die gesamte Sequenz am Flughafen, welche ein Musterbeispiel in Sachen Spannungsaufbau darstellt und die von-Angesicht-zu-Angesicht-Konfrontation zwischen Bullit und dem finalen Hintermann langsam vorbereitet. Die Antizipation, bis die finalen Schüsse inmitten der zivilen Menge fallen, wird konstant gesteigert. So sieht eine sauber inszenierte, auf Suspense ausgelegte Actionsequenz aus, für welche "Bullit" allein schon ein tolelr Film ist.

7,5/10