Freitag, 27. November 2015

Bad Boys II (2003)

http://www.imdb.com/title/tt0172156/

Mike Lowrey (Will Smith) und Marcus Burnett (Martin Lawrence) sind zurück - und wie immer gilt: Wo diese beiden Cops arbeiten, gibt es viele Explosionen. Ihr Auftrag: Die zwei Chaoten sollen innerhalb einer High-Tech-Spezial-Einheit in Miami dem gefährlichen Drogenbaron Hector Juan Carlos Tapia (Jordi Mollá) das Handwerk legen, der der Polizei bei den Ermittlungen immer wieder durch die Finger rutscht. Sein Aufenthaltsort ist zwar bekannt, wie er die Drogen ins Land schmuggelt jedoch nicht. Daher versucht das DEA (Drug Enforcement Agency) einen verdeckten Informanten bei Johnny einzuschleusen, um dessen Hauptquartier zu infiltrieren. Das Los fällt ausgerechnet auf die ehrgeizige Nachwuchsagentin Sydney (Gabrielle Union), Marcus bildschöne Schwester. Mike und Marcus sind davon verständlicherweise alles andere als begeistert und versuchen alles, um ihr bei ihrem gefährlichen Auftrag zu helfen. Als sich Mike jedoch in Sydney verliebt, treibt dies nicht nur einen Keil zwischen ihre Freundschaft, sondern behindert auch ihren lebensgefährlichen Job...

Michael Bay ist ja einer über den man sagt, dass er nur Blockbusterkino betreibt. Dieses aber auch durch und durch, ohne großen Sinn, ohne große Ideenvielfalt. Auf einen Großteil seiner Streifen scheint das zuzutreffen, vielleicht trifft das sogar auf seine "Bad Boys" zu. Und 8 Jahre nach dem ersten Blockbuster kam "Bad Boys II" in die Kinos. Storytechnisch sicherlich kaum mehr als solide, aber wie sich Martin Lawrence und Will Smith durchs Unterholz der Drogengangs in Miami schlagen, ist schon einen Blick wert.

Die Situationen aus denen sich die beiden mit überbordender Coolness und mit einer stetigen Prise Witz regelmäßig befreien sind teils so lächerlich unmöglich, dass man zwangsläufig schmunzeln muss. Hier ballert Kanonen-Mike cool und stylish (wie er eben ist) den wehleidigen Marcus im Zuge seines fünften Hechtsprungs ein Loch in seinen Allerwertesten und killt nebenbei ganze Drogenbanden im Alleingang - und überdies immer mit einem lässigen Spruch auf den Lippen. Dass das absolut unrealistisch und völlig überzogen ist, dürfte dabei einem 5-jährigen Kleinkind auffallen und trotzdem kann man sich einen Lacher sicher nicht verkneifen. Alle Figuren - und zwar ohne Ausnahme - sind abermals so klischeebeladen, dass es Spaß macht dabei zuzusehen, wie Michael Bay sie aufeinanderprallen lässt. Inmitten der explosiven Verfolungsjagden, in denen Autos und Boote in die Luft gesprengt werden, entdeckt man immer wieder in Zwischensequenzen, wie sich Marcus und Mike gegenseitig süffisant aber urkomisch dissen. Diese Sequenzen sind mitunter nicht einmal schlecht gemacht, sondern sehen unter den ausurfernden Möglichkeiten, die Bay einmal mehr einsetzt, gar nicht mal schlecht aus, wirken in ihrer Absurdität aber teils so abgedroschen, dass man oft nur mit dem Kopf schütteln kann.

Selbst die Gauner auf der anderen Seite sind so überzeichnet, dass man meinen könnte, man wäre in einem Comic von vor 20 Jahren. Und trotzdem sieht man Johnny Tapia (Jordi Mollà) den umbarmherzigen, eiskalten Typen, der sich durch die Gegend massakriert an, der aber im nächsten Moment seiner molligen Tocher sagen muss, wie hübsch sie doch im "pastellfarbenen Kleidchen" aussieht. Marcus und Mike halten währenddessen einem pubertären 15-jährigen, der Marcus' Tochter ausführen will, eine Knarre an den Kopf und sülzen den Kleinen gängstermäßig und völlig ernst noch zwischen Tür und Angel diese Traumvorstellung aus dem Kopf.

Spätestens jetzt bemerkt man, dass in "Bad Boys II" nicht nur coole Typen mit ihren Ballermännern durch die Gegend laufen, um Action-mäßig ein paar Sachen in die Luft zu jagen, man bekommt hier nämlich ganz beiläufig eine recht ordentliche Komödie geliefert, die sich selbst nicht allzu ernst nimmt. Dass dies im etwas krasseren Gegensatz zum ersten Teil steht ist einerseits erfrischend, andererseits schade, denn mit ein wenig mehr Ernsthaftigkeit und weniger Komödie hätte "Bad Boys II" trotz seichter Story seinen Vorgänger locker in die Tasche stecken können. Denn hier überzeugen ansonsten die vielfältigen Schauplätze, die brachiale Action und der passende Soundtrack. Dass Bay aber den zweiten Teil mit einer schnulzigen Lovestory garnieren muss, lässt einen nur mpüde mit den Augen rollen - aber genauso großzügig darüber hinwegsehen, nimmt dieser Part glücklicherweise nicht den größten Teil des Films in Anspruch. Dank der durchweg hanebüchen unrealistischen, aber doch recht ordentlich gemachten Action und dem drolligen Zusammenspiel zwischen Lawrence und Smith ist "Bad Boys II" sicher kein besserer Film, aber eine mehr als annehmbare Fortsetzung.

7/10