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Samstag, 16. Februar 2013

The Godfather: Part III - Der Pate, Teil 3 (1990)

http://www.imdb.com/title/tt0099674/

Michael Corleone (Al Pacino) hat es satt: Nach Jahren dubioser Machenschaften will er endlich seine Geschäfte legalisieren. Seine Tochter Mary (Sofia Coppola) – Vorsitzende der Corleone-Stiftung – spendet der Kirche eine großzügige Summe, um armen Sizilianern zu helfen. Sein Sohn Anthony (Franc D’Ambrosio), von dem der Pate erwartete, dass er eines Tages seine Position einnehmen würde, weigert sich jedoch weiterhin, sich dem Willen Michaels zu beugen. Er will Opernsänger werden. Kay (Diane Keaton) unterstützt ihren Sohn in seinem Vorhaben, wodurch ihr Ex-Mann sich langsam Alternativen für seinen Nachfolger überlegt. Des Weiteren gibt es Probleme mit dem Neffen Vincent Mancini-Corleone (Andy Garcia), der ein genauso eigensinniger wie impulsiver junger Mann ist und sich mit dem Rest der Familie nicht gerade gut stellt. Michael versucht, sich um Vincent zu kümmern, um weitere Schwierigkeiten zu vermeiden. Doch Vincents Temperament ist nicht leicht im Zaum zu halten.

"Der Pate, teil 3" ist ein leicht schwächelnder Abschluss der Corleone-Familien-Saga aber trotzdem fügt sich der dritte und letzte Teil der Trilogie nahtlos in dieses Epos ein. Die Tragik dieser Familienchronik wird in Teil 3 sogar besonders deutlich, denn der Versuch Michaels, aus der Illegalität herauszukommen, scheitert kläglich. Die Sünden und Verbrechen der Vergangenheit kann er nicht vergessen machen oder sich von ihnen loskaufen. Je mehr er glaubt, Kontrolle über das aus der Kriminalität entstandene Imperium zu erlangen, desto tiefer holt ihn die Vergangenheit ein. Vergebung ist nicht käuflich. Der Preis, den er letztlich zahlen muss, hat nichts mit Geld zu tun, sondern mit dem, was er am meisten liebt - und sogar zu Beginn des Filmes stilisiert. Ist er Opfer seiner eigenen Taten, oder ist seine Tragik Ergebnis der Umstände, in die er hineingeboren wurde? Hätte er überhaupt anders handeln können, und wenn ja, wo lagen die Weichen, die er anders hätte stellen müssen? Über die Mafia-Geschichte und die spezifische Mentalität der sizilianischen Tradition, der er entstammt, hinaus verweist die Trilogie - auch in ihrem letzten Teil - auf Fragen, die über die Familienchronik der Corleones hinausführen. "Politik und Kriminalität sind ein und dasselbe", heißt es im Film. Wie wahr. 

Pacino ist einmal mehr großartig und lässt mit seinem grandiosen Schauspiel alle anderen hinter sich. Dass Robert Duvall nicht mit von der Partie war stößt leicht sauer auf. Alles in Allem ist "The Godfather: Part III" aber dennoch ein würdiger Abschluss dieser großartigen Trilogie. Natürlich nicht auf Augenhöhe mit den beiden Vorgängern, bisweilen holprig und überambitioniert, aber nichtsdestotrotz bringt er einen konsequenten Abschluss.

8/10

Von PARAMOUNT Pictures / UNIVERSAL erschien der Film zum 50-jährigen Jubiläum in einer limitierten "Collector's Edition", welche alle 3 Filme in Ultra-HD enthält.


Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Paramount

Freitag, 15. Februar 2013

The Godfather - Der Pate (1972)

http://www.imdb.com/title/tt0068646/

Don Vito Corleone (Marlon Brando) ist einer der mächtigsten Mafia-Bosse in New York City und Oberhaupt einer großen Familie: Sonny (James Caan), der älteste Sohn und ein schwer zu kontrollierender Heißsporn; Fredo (John Cazale) ist der Mittlere und eigentlich zu weich für das harte Tagesgeschäft der Mafia; Connie (Talia Shire), die einzige Tochter; Michael Corleone (Al Pacino) ist der jüngste Sohn und Liebling seines Vaters. Es ist dessen erklärter Wunsch, dass Michael aus den Machenschaften der Corleones herausgehalten wird; er soll ein bürgerliches Leben führen. Tom Hagen (Robert Duvall) ist Don Vitos Ziehsohn und Anwalt der Familie und wird später zum Consigliere, zum Berater gemacht. Michael diente im Zweiten Weltkrieg und besucht seine Familie anlässlich der Hochzeit seiner Schwester Connie mit Carlo (Gianni Russo) in Begleitung seiner Freundin Kay (Diane Keaton). Die Fröhlichkeit des Festes währt nicht lange, der boomende Handel mit Drogen wirft seine hässlichen Schatten voraus. Denn in Don Vitos Augen ist der Drogenhandel anders als Glücksspiel ein dreckiges Geschäft, und so lehnt er eine Zusammenarbeit mit dem Gangster Virgil ‘Der Türke’ Sollozzo (Al Lettieri) ab. Michael sieht sich genötigt, Farbe zu bekennen, und richtet in einem riskanten Coup seinerseits Sollozzo und den korrupten Captain McCluskey (Sterling Hayden) hin. Die Familie, die um sein Leben fürchtet, schickt Michael zu seinen Verwandten nach Italien. Kay bleibt in Unkenntnis in New York zurück. Der wieder genesene Don Vito ist um Frieden bemüht und nimmt dafür auch schweren Herzens den Tod seines Sohnes Sonny in Kauf, der in einen Hinterhalt gelockt erschossen wird. Michael entgeht selber nur knapp einem Bombenanschlag und kehrt nach Amerika zurück, wo er die Geschäfte seines Vaters übernimmt. Als dieser von einem Herzinfarkt hingerafft wird, ist für Michael der Weg frei, sämtliche seiner Widersacher aus dem Weg zu räumen. Den endgültigen Verlust seines Seelenheils nimmt er dabei billigend in Kauf, der einmal eingeschlagene Weg kann nicht mehr verlassen werden.

Die Mutter aller Mafiafilme und damals wie heute fasziniert und beeindruckt Francis Ford Coppolas packende und authentische Leinwandadaption nach Mario Puzos Romanvorlage. In unglaublich stimmungsvollen und detailgetreuen Bildern, mit sehr viel Feingefühl in der Charakterzeichnung schildert er eine Geschichte von epischer Bandbreite über moralische und menschliche Gegensätze, familiäre Tragödien, Machtübergabe und damit verbundene Generationskonflikte innerhalb einer Mafiafamilie. Nicht umsonst avancierte dieses Meisterwerk zum Prototyp eines ganzen Genres, dem Jahre später noch Filme wie "Casino" oder "American Gangster" folgen sollten. Die ungewöhnlich starke Bildsprache dieses Meisterwerks bleibt auch nun - gut 30 Jahre später - genauso eindrucksvoll erhalten und hat nichts von ihrer ergreifenden Intensität verloren. Gleichermaßen überzeugt auch Nino Rotas unverkennbare Musik, deren Klänge sich in den ausdrucksstarken Bildern wie der Geschmack eines guten Weines langsam entfalten. 

Überdurchschnittlich und unvergessen bleiben auch die schauspielerischen Leistungen von Hollywoodlegende Marlon Brando in der bedeutsamsten Rolle seines Lebens. Er spielt nicht Vito Corleone, er ist Vito Corleone. Marlon Brandos überragende und äußerst charismatische Performance steht naturgemäß über alle anderen schauspielerischen Leistungen. Die Figur des Mafiaoberhauptes Vito Corleone festigte den unsterblichen Mythos der Patenfilme. Sein Sohn Michael (Al Pacino), der Sympathisant und zentrale Charakter des Films möchte sich noch anfangs aus dem Familiengeschäft raushalten, entwickelt sich aber zusehends zu einem gewissenlosen kühl kalkulierenden Machtmenschen, der später auch nicht davor zurückschreckt, seinen eigenen Bruder zu töten. Pacino stellt in der Rolle des Michael einmal mehr sein schauspielerisches Genie unter Beweis und schafft mit seinem sehr zurückhaltenden Spiel eine beunruhigende Aura um seinen Charakter. James Caan als hitzköpfiger Sonny Corleone ist grandios und zeigt dem Zuschauer die kompromisslose und brutale Seite der Mafia. Der Film ist das unerreichte Meistwerk der Filmgeschichte: episch, fesselnd, mitreißend, tragisch, überwältigend - schlichtweg genial.

10/10

Von PARAMOUNT Pictures / UNIVERSAL erschien der Film zum 50-jährigen Jubiläum in einer limitierten "Collector's Edition", welche alle 3 Filme in Ultra-HD enthält.


Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Paramount

The Godfather: Part II - Der Pate, Teil 2 (1974)

http://www.imdb.com/title/tt0071562/

Der zweite Teil konzentriert sich auf zwei verschiedene Handlungsstränge, wobei ein Schwerpunkt auf Michael Corleones (Al Pacino) Situation liegt; der andere Strang beschäftigt sich mit Vito Corleones (Robert De Niro) Vergangenheit. Diese wird in Rückblenden in den Film eingebunden und zeigt die Kindheit des Clangründers und wie dieser sich in den USA an die Machtspitze der Mafia hocharbeitet, um die Szene dann ganz zu beherrschen. Sein Sohn Michael ist Vitos Nachfolger und übernimmt dessen Position als Pate. Er versucht, sein Imperium auf die Spielcasinos in Havanna und Las Vegas auszuweiten, doch dies gestaltet sich als schwierig. Michael macht sich einige Feinde, muss sich vor einem Anschlag in Acht nehmen und wird selbst innerhalb der Familie geschnitten.

Nach dem grandiosen ersten Teil, gleich noch den nicht minder genialen zweiten Teil drangehängt. Es wird erzählt wie der "neue" Pate Michael Corleone die Macht des ererbten Mafia-Imperiums auszuweiten versucht. Michael Corleone ist kein brutaler Gewaltmensch, sondern ein liebevoller Familienvater, loyaler Freund und ebenso nachdenklicher wie entschlossener Geschäftsmann, der seine Widersacher gnadenlos aus dem Weg räumt. Er wird seinem vater aber zunehmend ähnlicher. Rückblenden führen chronologisch vor den Film "Der Pate" zurück und es wird in Erfahrung gebracht, wie Michaels Vater Vito von Sizilien nach Amerika auswanderte und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch Mut, Intelligenz und Verlässlichkeit ein Netz gegenseitiger Verpflichtungen aufbaute, wodurch er zum mächtigsten Mafia-Paten aufstieg. "Der Pate: Part II" ist eines der wenigen Beispiele einer Film-Fortsetzung, die mindestens ebenso gelungen ist wie der erste Teil. Ein grandioser Film, in dem vor allem auch die psychologischen Entwicklungen herausgestellt werden. Ebenfalls grandios!

9/10

Von PARAMOUNT Pictures / UNIVERSAL erschien der Film zum 50-jährigen Jubiläum in einer limitierten "Collector's Edition", welche alle 3 Filme in Ultra-HD enthält.


Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Paramount