https://www.imdb.com/title/tt0070723/
Im Jahr 2022 ist der Zustand der Erde besorgniserregend. Der Planet ist
durch Umweltverschmutzung, Waldsterben und gigantische Überbevölkerung
nahezu vollständig zerstört. Die Versorgung der Erdenbevölkerung mit
Nahrung wird nun überwiegend durch Soylent Industries bewerkstelligt,
die Plankton aus dem Meer filtern und in essbares Material umwandeln.
Als in New York William R. Simonson (Joseph Cotten), Mitglied von
Soylent Industries Führungsetage, ermordet wird kommt Unruhe auf.
Zusammen mit seinem Partner Solomon "Sol" Roth (Edward G. Robinson) soll
Detective Thorn (Charlton Heston) den Fall untersuchen und stellt sehr
bald fest, dass der Tote kein Opfer eines Raubüberfalls wurde, wie
zuerst angenommen wurde. Je mehr Thorn herausfindet, um so mehr Steine
scheinen ihm von den Behörden und mächtigen Männern der Stadt in den Weg
gelegt zu werden. Doch der ehrgeizige Polizist gibt so schnell nicht
auf...
40.000.000 Einwohner zählt New York im Jahr 2022, Tendenz trotz katastrophaler Lebensbedingungen steigend. In diesem trostlosen Ghetto, das einst zu den schillernden Metropolen einer inzwischen völlig aus den Fugen geratenen Welt gehörte, untersucht Detective Thorn (Charlton Heston) einen angeblich spontanen Raubmord an einem der hohen Tiere der Stadt. Dabei gerät er mitten in eine große Intrige und kommt einem Geheimnis auf die Spur, das selbst unter aktuellen Bedingungen noch schockierende Folgen haben würde. Drehbuchautor Stanley R. Greenberg diente als Grundlage der 1966 erschienene Roman "New York 1966" von Harry Harrison, von einer klassischen Buchverfilmung lässt sich dabei nicht sprechen. Vielmehr wurden nur die Rahmenbedingungen und groben Eckpfeiler der Geschichte übernommen, die zudem noch weitere 23 Jahre in die Zukunft verlegt wurden.
Rein auf seinen eigentlichen Mainplot fokussiert müsste sich "Jahr 2022... die überleben wollen" den Vorwurf gefallen lassen, ein etwas behäbig erzählter Science-Fiction-Krimi zu sein, der hauptsächlich durch sein starkes, Western-ähnliches Finale und die krasse Pointe funktioniert. Der nachhaltige Reiz liegt in der düsteren, pessimistischen Prognose und ihrer konsequenten Darstellung, die das Ende auch erst mit dem nötigen Fundament untermauert. Überbevölkerung, Erderwärmung, rücksichtlose Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, das alles ist schon im Vorfeld der Handlung geschehen und nun befinden wir uns unmittelbar mit dem Resultat konfrontiert.
Am Rande des Kollaps, eigentlich schon weit drüber. Die Schere zwischen Arm und Reich ist nicht nur auseinandergeklappt, sie ist in zwei Teile zerbrochen. Während ein Bruchteil der Menschheit sich durch die Not bereichert, vegetiert der zahllose Rest wie Vieh in den Gassen (und Treppenhäusern), wartet auf den sicheren Tot. Leichen werden mit Müllwagen weggekarrt, wer es nicht mehr erträgt und zur gerne gesehenen Bestandregulierung beitragen will, darf sich wenigstens ganz regulär "einschläfern" lassen, da wird man einmal im Leben wie ein König behandelt. Zumindest für das weibliche Geschlecht gibt es eine entwürdigende, aber schon lange nicht mehr moralisch hinterfragte Alternative (auch unser Held Heston hat keine Skrupel, das Inventar mal zu beglücken oder auszuknocken, was die Situation gerade erfordert). Werden Sie doch lebendiges Wohnungsinventar für die Wenigen, die es sich leisten können. Wie bei der Einbauküche: Für einen kleinen Aufschlag behalten oder weg damit. Wenn Sie Glück haben, dürfen Sie auch weiterhin stets zu Diensten sein. Besser leben als Gegenstand, statt in Armut verrecken als Mensch. Der wahre Star von "Jahr 2022... die überleben wollen" sind sein Setting, seine befremdlichen Gedankenspiele, die damals schon einen Prozess in Gang bringen konnten und heute, ehrlich gesagt, nicht viel weniger.
Ein selbstverständlichter Alltag, in dem das protestierende, verzweifelnde Volk mit Schaufelbaggern aus dem Weg geräumt wird, gammeliges Gemüse und ein winziges Stück Rindfleisch bewacht und gehandelt werden wie Juwelen und ein alter Mann fast den Tränen nahe ist, wenn er in ein langweiliges Blatt Kopfsalat beißen darf. Spinnerei, die sich an sehr realen Entwicklungen orientiert. Das Buch ist von 1966, der Film von 1973, die Richtung stimmt irgendwie immer noch. Als purer Nervenkitzel ist "Jahr 2022... die überleben wollen" mehr oder weniger recht solide, seine eigentliche Intention ist umso faszinierender und bedrückender. Auf den Punkt gebracht in einer gleichzeitig wunderschönen und traurigen Sterbeszene. Wenn das letzte Bisschen Humanität verloren ist, wird es Zeit zu gehen. Mit der Erinnerung die noch vorhanden war, bevor die vermeidlich intelligenteste Spezies sich endgültig selbst zerstört hat… oder Schlimmeres.
7,5/10
Freitag, 13. März 2020
Donnerstag, 12. März 2020
Bill & Ted's Excellent Adventure - Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit (1989)
https://www.imdb.com/title/tt0096928/
Bill (Alex Winter) und Ted (Keanu Reeves) sind die dicksten Freunde. Zusammen haben sie eine Band gegründet, hängen den ganzen Tag zusammen rum und machen einfach ihr Ding. Nur wird ihnen dieser Umstand nun zum Verhängnis: Weil sie zu viel von ihrem Ding und zu wenig für die Schule machen, drohen beide durch die wichtige mündliche Geschichtsprüfung zu fallen. Sollte das passieren, droht Ted die Militärakademie und das Ende der Band wäre besiegelt. Was die beiden aber nicht wissen, ist, dass eben jene Band wichtig für die Geschichte der gesamten Menschheit ist! Und so wird aus der fernen Zukunft Rufus (George Carlin) geschickt, der den beiden mit einer Zeitmaschine in Form einer Telefonzelle unter die Arme greifen soll. Also machen sich Bill und Ted auf eine unwahrscheinlich verrückte Reise durch die Zeit, um historische Persönlichkeiten einzusammeln und so das ultimativste und granatenstärkste Referat der Schulgeschichte zu halten...
Bei diesem Film muss man sich nichts vormachen: Die Story ist totaler Blödsinn. Aber die 90er Komödien haben oft bewiesen, dass man Blödsinn sehr charmant erzählen kann. "Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit" hat viele kultige Sprüche und auch in der deutschen Synchro wurde der Film zum Kult (z.B. der Spruch "Volle Kanne Hoschi", wo sie im Original nur Dude statt Hoschi sagen). Es ist einer der wenigen Zeitreisenfilme, der gar nicht erst versucht den Butterfly-Effect zu bringen. Sämtliche historische Persönlichkeiten werden "geklaut" und rein gar nichts ändert sich in der Zeitlinie. Aber es ist genau diese Leichtigkeit, die diesen Film so sympathisch macht. Es gibt viele witzige Dialoge und alles wirkt so herrlich spielerisch.
Keanu Reeves sprudelt vor verrückten Emotionen. Er ist locker flockig drauf, hat unfassbar viel Spaß beim spielen und hat immer den richtig richtigen Spruch parat. Alex Winter hat lange nicht die Karriere wie Reeves eingeschlagen, aber er hat als Bill dennoch einen tollen Eindruck hinterlassen und hat besonders mit Reeves eine unverwechselbare Chemie. Irgendwie erinnern mich die beiden auch immer an das "Waynes World"-Duo, bei denen ebenfalls nur einer von den Beiden eine große Karriere eingeschlagen hat. Bei den Nebendarstellern gibt es kreatives Staraufgebot zu sehen, denn welcher Film kann von sich behaupten, dass er Beethoven, Sokrates, Abraham Lincoln, Sigmund Freud, Jean D'arc, Dschingis Khan, Napoleon und Billy the Kid aufeinander treffen lässt?
Charmant, verrückt und spaßig. "Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit" bleibt ein freudiges Vergnügen, welches von Komödien Fans nicht verpasst werden sollte. Dieser Kultklassiker gehört immer noch zu den unterhaltsamsten und skurrilsten Filmen der Achtziger. Jede einzelne Szene ist durch die schrägen Charaktere und das lustige Vokabular ein absolutes Highlight. Zwar mag die Geschichte um die beiden Chaoten, die in einer Telefonzelle durch die Zeit reisen, um nicht durchzurasseln, nicht sonderlich vielschichtig oder anspruchsvoll wirken, aber der Film macht einfach so unglaublich viel Spaß, dass man darüber locker hinwegsehen kann. Man kann einfach nur diese Leichtigkeit des Films genießen und nichts wird hier ernst genommen, was dem Film enorm gut tut. Klar, es ist nicht die beste Komödie aller Zeiten, aber er präsentiert sehr gut das Komödien Niveau der späten 80er oder der frühen 90er. Und es macht einfach nur unendlich viel Spaß, unsere beiden Dudes bei ihrer bekloppten Reise zuzusehen und auch nicht ein Mal streiten sich die Beiden klischeehaft, was sehr angenehm ist.
"Bunt ist das Leben und Granatenstark. Also volle Kanne, Hoschis!"
8/10
Von STUDIOCANAL erschien der Film in 4K Ultra-HD im limitierten Steelbook, zusammen mit "Bill & Teds verrückte Reise in die Zukunft" auf Blu-ray Disc:
Bill (Alex Winter) und Ted (Keanu Reeves) sind die dicksten Freunde. Zusammen haben sie eine Band gegründet, hängen den ganzen Tag zusammen rum und machen einfach ihr Ding. Nur wird ihnen dieser Umstand nun zum Verhängnis: Weil sie zu viel von ihrem Ding und zu wenig für die Schule machen, drohen beide durch die wichtige mündliche Geschichtsprüfung zu fallen. Sollte das passieren, droht Ted die Militärakademie und das Ende der Band wäre besiegelt. Was die beiden aber nicht wissen, ist, dass eben jene Band wichtig für die Geschichte der gesamten Menschheit ist! Und so wird aus der fernen Zukunft Rufus (George Carlin) geschickt, der den beiden mit einer Zeitmaschine in Form einer Telefonzelle unter die Arme greifen soll. Also machen sich Bill und Ted auf eine unwahrscheinlich verrückte Reise durch die Zeit, um historische Persönlichkeiten einzusammeln und so das ultimativste und granatenstärkste Referat der Schulgeschichte zu halten...
Bei diesem Film muss man sich nichts vormachen: Die Story ist totaler Blödsinn. Aber die 90er Komödien haben oft bewiesen, dass man Blödsinn sehr charmant erzählen kann. "Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit" hat viele kultige Sprüche und auch in der deutschen Synchro wurde der Film zum Kult (z.B. der Spruch "Volle Kanne Hoschi", wo sie im Original nur Dude statt Hoschi sagen). Es ist einer der wenigen Zeitreisenfilme, der gar nicht erst versucht den Butterfly-Effect zu bringen. Sämtliche historische Persönlichkeiten werden "geklaut" und rein gar nichts ändert sich in der Zeitlinie. Aber es ist genau diese Leichtigkeit, die diesen Film so sympathisch macht. Es gibt viele witzige Dialoge und alles wirkt so herrlich spielerisch.
Keanu Reeves sprudelt vor verrückten Emotionen. Er ist locker flockig drauf, hat unfassbar viel Spaß beim spielen und hat immer den richtig richtigen Spruch parat. Alex Winter hat lange nicht die Karriere wie Reeves eingeschlagen, aber er hat als Bill dennoch einen tollen Eindruck hinterlassen und hat besonders mit Reeves eine unverwechselbare Chemie. Irgendwie erinnern mich die beiden auch immer an das "Waynes World"-Duo, bei denen ebenfalls nur einer von den Beiden eine große Karriere eingeschlagen hat. Bei den Nebendarstellern gibt es kreatives Staraufgebot zu sehen, denn welcher Film kann von sich behaupten, dass er Beethoven, Sokrates, Abraham Lincoln, Sigmund Freud, Jean D'arc, Dschingis Khan, Napoleon und Billy the Kid aufeinander treffen lässt?
Charmant, verrückt und spaßig. "Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit" bleibt ein freudiges Vergnügen, welches von Komödien Fans nicht verpasst werden sollte. Dieser Kultklassiker gehört immer noch zu den unterhaltsamsten und skurrilsten Filmen der Achtziger. Jede einzelne Szene ist durch die schrägen Charaktere und das lustige Vokabular ein absolutes Highlight. Zwar mag die Geschichte um die beiden Chaoten, die in einer Telefonzelle durch die Zeit reisen, um nicht durchzurasseln, nicht sonderlich vielschichtig oder anspruchsvoll wirken, aber der Film macht einfach so unglaublich viel Spaß, dass man darüber locker hinwegsehen kann. Man kann einfach nur diese Leichtigkeit des Films genießen und nichts wird hier ernst genommen, was dem Film enorm gut tut. Klar, es ist nicht die beste Komödie aller Zeiten, aber er präsentiert sehr gut das Komödien Niveau der späten 80er oder der frühen 90er. Und es macht einfach nur unendlich viel Spaß, unsere beiden Dudes bei ihrer bekloppten Reise zuzusehen und auch nicht ein Mal streiten sich die Beiden klischeehaft, was sehr angenehm ist.
"Bunt ist das Leben und Granatenstark. Also volle Kanne, Hoschis!"
8/10
Von STUDIOCANAL erschien der Film in 4K Ultra-HD im limitierten Steelbook, zusammen mit "Bill & Teds verrückte Reise in die Zukunft" auf Blu-ray Disc:
Mädchen Mädchen 2 (2004)
https://www.imdb.com/title/tt0385891/
Inken (Diana Amft), Lucy (Jasmin Gerat) und Lena (Karoline Herfurth) sind jetzt Studentinnen und haben natürlich auch die passenden Probleme. Inken und Lucy müssen zuhause ausziehen und Lena hat keine Lust, länger mit ihrem chaotischen Freund Lukas (Florian David Fitz) zusammenzuwohnen. Der Plan lautet, in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen. Eine Drei-Zimmer-Behausung für maximal 500 Euro pro Monat in München zu finden, ist aber eine sehr schwierige Angelegenheit. Deshalb müssen neue Strategien her. Lucy will sich an Sebastian (Sebastian Ströbel) heranmachen. Sein Vater ist stinkreich und besitzt 2.000 Wohnungen in München. Erst einmal allerdings ziehen die drei Freundinnen vorrübergehend in eine Bruchbude ein. Inken, die seit einem halben Jahr ohne Freund ist, begeistert sich sofort für den neuen Nachbarn, den Yuppie Paul (Simon Verhoeven). Andererseits empfindet sie für ihren Bekannten Flin (Max Riemelt) möglicherweise doch mehr als nur Freundschaft. Lena, die sich von ihrem Freund Lukas trennen will, nimmt derweil die Einladung ihres Studienkollegen Johan (Max von Thun) an, einen Bootsausflug auf dem Starnberger See zu unternehmen...
Inken (Diana Amft), Lucy (Jasmin Gerat) und Lena (Karoline Herfurth) sind jetzt Studentinnen und haben natürlich auch die passenden Probleme. Inken und Lucy müssen zuhause ausziehen und Lena hat keine Lust, länger mit ihrem chaotischen Freund Lukas (Florian David Fitz) zusammenzuwohnen. Der Plan lautet, in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen. Eine Drei-Zimmer-Behausung für maximal 500 Euro pro Monat in München zu finden, ist aber eine sehr schwierige Angelegenheit. Deshalb müssen neue Strategien her. Lucy will sich an Sebastian (Sebastian Ströbel) heranmachen. Sein Vater ist stinkreich und besitzt 2.000 Wohnungen in München. Erst einmal allerdings ziehen die drei Freundinnen vorrübergehend in eine Bruchbude ein. Inken, die seit einem halben Jahr ohne Freund ist, begeistert sich sofort für den neuen Nachbarn, den Yuppie Paul (Simon Verhoeven). Andererseits empfindet sie für ihren Bekannten Flin (Max Riemelt) möglicherweise doch mehr als nur Freundschaft. Lena, die sich von ihrem Freund Lukas trennen will, nimmt derweil die Einladung ihres Studienkollegen Johan (Max von Thun) an, einen Bootsausflug auf dem Starnberger See zu unternehmen...
Schwache Story, teilweise recht unsympathische Darstellerinnen und fast durchweg schlüpfige Gags, bei denen man entweder vor Scham im Polster versinken oder sich angewidert wegdrehen möchte. Nach altbewertem Muster wird die Geschichte aus "Mädchen, Mädchen"
fortgeführt. Und es wird eindrucksvoll bewiesen, dass gute deutsche Komödien schlicht Mangelwaren sind. Die Gags in "Mädchen Mädchen 2" sind im Großen
und Ganzen unanständig, nur die wenigstens davon sind richtig lustig oder unterhaltsam. Die Story steht
dabei eigentlich im Hintergrund, denn jede der drei Hauptdarstellerinnen
zieht ihre eigene (Liebes-)Geschichte durch. Leider sind diese
teilweise zu vorhersehbar, um den Film doch noch positiv aufzuwerten. "Mädchen Mädchen 2" ist eine Fortsetzung zu einem schlechten Film, nach der wirklich niemand
gefragt hat. Die Geschichte nicht einmal ansatzweise so "gut" wie im ersten Teil, obwohl auch die Geschichte im ersten Teil schon nicht mit vielen
genialen Facetten geglänzt hat.
1,5/10
1,5/10
Mittwoch, 11. März 2020
Гоголь. Страшная месть - Gogol. Strashnaya Mest - Gogol: Schreckliche Rache - Chroniken der Finsternis, Teil 3: Blutige Rache (2018)
https://www.imdb.com/title/tt8744094/
Nach seinem erbitterten Kampf gegen den mächtigen Dämon Viy wird Gogol regungslos aufgefunden und für tot erklärt. Doch kurz nach der Beisetzung erwacht der Ermittler aus seiner Ohnmacht und befreit sich aus seinem Grab. Die örtliche Polizei bezichtigt den gerade wieder zu Kräften Gekommenenen, ein Verbündeter des schwarzen Reiters zu sein und nimmt ihn in Gewahrsam. Auch die aufgebrachten Dorfbewohner glauben an Gogols Schuld und fordern Vergeltung für den Tod der unschuldigen Frauen. Mithilfe einer jungen Hexe und eines alten Freundes kann Gogol dem Scheiterhaufen entkommen. Gemeinsam folgen sie nun den Hinweisen, die sie zum Versteck des schwarzen Reiters führen...
Das episodische Erzählen, das in den Vorgängerfilmen zum Prinzip erhoben wurde, darf natürlich auch im Finale nicht fehlen. So widmet sich die erste Hälfte von "Blutige Rache" der konsequenten Verdichtung der Ereignisse um den schwarzen Reiter und nimmt einige offene Handlungsfäden zur Figur des Nikolai Gogol auf. Während ersteres hervorragend funktioniert, einiges an Dynamik birgt und ein paar grandiose Bilder auffährt, gelingt zweiteres nicht immer zufriedenstellend. Allgemein wirkt es, als hätte in der Figur des Nikolai Gogol weitaus mehr gesteckt, als Drehbuch und Regie letztlich aus ihr herausgeholt haben. Das bessert sich auch in der zweiten Filmhälfte nicht. Denn hier wird Nikolai Gogol fast schon komplett aus seinem eigenen Film herausgedrängt. Alles dreht sich fortan um den in der ersten Filmhälfte enttarnten schwarzen Reiter. Dessen Identität hält dafür durchaus eine kleine Überraschung bereit und wird in den letzten Minuten des Filmes auch noch mit einer ziemlich feinen Mythologie versehen.
Dabei behält Regisseur Egor Baranov erneut die Tugend bei, seine Geschichte eher ruhig zu erzählen, ohne dabei aber das Tempo zu vernachlässigen. Nebenbei verdichtet er gekonnt die Atmosphäre und treibt die Spannung ordentlich nach oben. "Blutige Rache" muss sich also keine Vorwürfe in Sachen Langeweile oder Leerlauf gefallen lassen. Optisch dominieren vor allem in der ersten Filmhälfte viele ungewöhnliche Perspektiven. Die deutlich zurückgeschraubten Visionen Gogols kommen in der aus "Der schwarze Reiter" bekannten Fish-Eye-Perspektive daher. Wird Gogol dann irgendwann gar begraben, gesellen sich auch ein paar morbide Bildideen hinzu, die das eine oder andere Horrormotiv bedienen. Daneben setzt Regisseur Baranov die elegante Finsteroptik aus den ersten beiden Teilen fort und trotzt ihr mit neuen Schauplätzen wie einem eisigen Gebirgshang neue Facetten ab. "Chroniken der Finsternis: Blutige Rache" übertreibt es auch in seinem Finale nicht mit den Special Effects und bleibt diesbezüglich auf dem Boden. Auch darstellerisch gibt sich "Blutige Rache" keine Blöße mehr. Die Darsteller sind perfekt aufeinander eingespielt und spielen sich die Bälle gekonnt zu. Schade ist eigentlich nur, dass ausgerechnet der tolle Alexander Petrov ("Anna") als Nikolai Gogol im Finale "seiner" Trilogie eine eher unbedeutende Rolle spielt und nicht alle Ideen um seine Figuren auserzählt wirken.
"Chroniken der Finsternis: Blutige Rache" beendet die "Chroniken der Finsternis"-Trilogie gelungen. Was am Ende bleibt, ist ein angenehm rundes, durchaus mit den Erwartungen des Zuschauers spielendes Finale für die Story um den mörderischen schwarzen Reiter.
Ebenjener Story hätte im Gesamten aufgrund der episodischen Grundstruktur eine Auswertung als sechsteilige Miniserie sicherlich deutlich besser gestanden. So funktionieren die Filme am besten, deren Episoden untereinander und mit der Hauptstory am idealsten austariert wirken. Dadurch verliert ausgerechnet der Einstieg in die Trilogie am stärksten. Und das, wo "Der schwarze Reiter" über weite Strecken richtig gepflegte Unterhaltung mit Ecken und Kanten bietet. Von dem verhaltenen Start sollte man sich aber nicht abhalten lassen. Denn schon in Teil zwei legen "Die Chroniken der Finsternis" deutlich zu. "Chroniken der Finsternis: Blutige Rache" nimmt diese Qualitäten auf und trägt das ganze Konstrukt problemlos über die Ziellinie. Wie die Vorgängerfilme punktet auch das Finale mit starken Darstellern, einem feinen Düsterlook und seinem Unwillen, sich vom typischen Hollywood-Blockbuster-Höher-Schneller-Weiter-Prinzip vereinnahmen zu lassen.
7,5/10
Nach seinem erbitterten Kampf gegen den mächtigen Dämon Viy wird Gogol regungslos aufgefunden und für tot erklärt. Doch kurz nach der Beisetzung erwacht der Ermittler aus seiner Ohnmacht und befreit sich aus seinem Grab. Die örtliche Polizei bezichtigt den gerade wieder zu Kräften Gekommenenen, ein Verbündeter des schwarzen Reiters zu sein und nimmt ihn in Gewahrsam. Auch die aufgebrachten Dorfbewohner glauben an Gogols Schuld und fordern Vergeltung für den Tod der unschuldigen Frauen. Mithilfe einer jungen Hexe und eines alten Freundes kann Gogol dem Scheiterhaufen entkommen. Gemeinsam folgen sie nun den Hinweisen, die sie zum Versteck des schwarzen Reiters führen...
Das episodische Erzählen, das in den Vorgängerfilmen zum Prinzip erhoben wurde, darf natürlich auch im Finale nicht fehlen. So widmet sich die erste Hälfte von "Blutige Rache" der konsequenten Verdichtung der Ereignisse um den schwarzen Reiter und nimmt einige offene Handlungsfäden zur Figur des Nikolai Gogol auf. Während ersteres hervorragend funktioniert, einiges an Dynamik birgt und ein paar grandiose Bilder auffährt, gelingt zweiteres nicht immer zufriedenstellend. Allgemein wirkt es, als hätte in der Figur des Nikolai Gogol weitaus mehr gesteckt, als Drehbuch und Regie letztlich aus ihr herausgeholt haben. Das bessert sich auch in der zweiten Filmhälfte nicht. Denn hier wird Nikolai Gogol fast schon komplett aus seinem eigenen Film herausgedrängt. Alles dreht sich fortan um den in der ersten Filmhälfte enttarnten schwarzen Reiter. Dessen Identität hält dafür durchaus eine kleine Überraschung bereit und wird in den letzten Minuten des Filmes auch noch mit einer ziemlich feinen Mythologie versehen.
Dabei behält Regisseur Egor Baranov erneut die Tugend bei, seine Geschichte eher ruhig zu erzählen, ohne dabei aber das Tempo zu vernachlässigen. Nebenbei verdichtet er gekonnt die Atmosphäre und treibt die Spannung ordentlich nach oben. "Blutige Rache" muss sich also keine Vorwürfe in Sachen Langeweile oder Leerlauf gefallen lassen. Optisch dominieren vor allem in der ersten Filmhälfte viele ungewöhnliche Perspektiven. Die deutlich zurückgeschraubten Visionen Gogols kommen in der aus "Der schwarze Reiter" bekannten Fish-Eye-Perspektive daher. Wird Gogol dann irgendwann gar begraben, gesellen sich auch ein paar morbide Bildideen hinzu, die das eine oder andere Horrormotiv bedienen. Daneben setzt Regisseur Baranov die elegante Finsteroptik aus den ersten beiden Teilen fort und trotzt ihr mit neuen Schauplätzen wie einem eisigen Gebirgshang neue Facetten ab. "Chroniken der Finsternis: Blutige Rache" übertreibt es auch in seinem Finale nicht mit den Special Effects und bleibt diesbezüglich auf dem Boden. Auch darstellerisch gibt sich "Blutige Rache" keine Blöße mehr. Die Darsteller sind perfekt aufeinander eingespielt und spielen sich die Bälle gekonnt zu. Schade ist eigentlich nur, dass ausgerechnet der tolle Alexander Petrov ("Anna") als Nikolai Gogol im Finale "seiner" Trilogie eine eher unbedeutende Rolle spielt und nicht alle Ideen um seine Figuren auserzählt wirken."Chroniken der Finsternis: Blutige Rache" beendet die "Chroniken der Finsternis"-Trilogie gelungen. Was am Ende bleibt, ist ein angenehm rundes, durchaus mit den Erwartungen des Zuschauers spielendes Finale für die Story um den mörderischen schwarzen Reiter.
Ebenjener Story hätte im Gesamten aufgrund der episodischen Grundstruktur eine Auswertung als sechsteilige Miniserie sicherlich deutlich besser gestanden. So funktionieren die Filme am besten, deren Episoden untereinander und mit der Hauptstory am idealsten austariert wirken. Dadurch verliert ausgerechnet der Einstieg in die Trilogie am stärksten. Und das, wo "Der schwarze Reiter" über weite Strecken richtig gepflegte Unterhaltung mit Ecken und Kanten bietet. Von dem verhaltenen Start sollte man sich aber nicht abhalten lassen. Denn schon in Teil zwei legen "Die Chroniken der Finsternis" deutlich zu. "Chroniken der Finsternis: Blutige Rache" nimmt diese Qualitäten auf und trägt das ganze Konstrukt problemlos über die Ziellinie. Wie die Vorgängerfilme punktet auch das Finale mit starken Darstellern, einem feinen Düsterlook und seinem Unwillen, sich vom typischen Hollywood-Blockbuster-Höher-Schneller-Weiter-Prinzip vereinnahmen zu lassen.7,5/10
Гоголь. Вий - Gogol. Viy - Gogol: Der Dämonenjäger - Chroniken der Finsternis, Teil 2: Der Dämonenjäger (2018)
https://www.imdb.com/title/tt7910444/
In den Aufzeichnungen, die der Ermittler Yakow Guro nach seinem Tod hinterlassen hat, findet Gogol mögliche Erklärungen für seine Visionen, in denen er immer wieder neue Hinweise findet, die ihn der Ergreifung des schwarzen Reiters näher bringen. Als in Dikanka einige Hauswände mit dem blutigen Symbol des Reiters beschmiert werden, befürchtet die Polizei eine weitere Mordserie und bringt die Frauen des Dorfes in Sicherheit. Doch der schwarze Reiter ist nicht die einzige Gefahr, vor der sich die Einwohner fürchten müssen. Im Dorf lebt auch die Hexe Uljana, eine Dienerin des Reiters, deren Plan es ist, einen mächtigen Dämonen heraufzubeschwören. Nur mit Unterstützung des Dämonenjägers Khoma Bruth kann es Gogol gelingen, die Erweckung zu verhindern. Während sie gemeinsam gegen die Hexe in den Kampf ziehen, bereitet sich der schwarze Reiter darauf vor, erneut erbarmungslos zuzuschlagen. Denn längst kennt er das Versteck seiner nächsten Opfer...
Der zweite Teil der "Chroniken der Finsternis" heißt "Der Dämonenjäger" und schließt nahtlos an den Vorgängerfilm "Der schwarze Reiter" an. Dementsprechend weilt Nikolai Gogol noch immer in dem kleinen Kaff Dikanka und versucht, das mysteriöse Verschwinden mehrerer junger Damen aufzuklären. Dabei entwickelt er eine erste wegweisende Theorie: Der schwarze Reiter tötet nur an Feiertagen. Doch so richtig kann Nikolai diesem Ansatz nicht folgen. Denn als ein finsterer Geselle in dem Dorf auftaucht, machen schnell Gerüchte die Runde, er sei ein Dämon. Ein Dämon auf der Suche nach der Blutblume und Seelen, die er mit sich nehmen könne. Gleichzeitig schlittert Nikolai mehr und mehr in eine Dreiecksbeziehung mit einer sexy Wassernymphe und der längst vergebenen, höchst aparten Lisa. Und als wäre all das noch nicht genug der Aufregung, markiert der schwarze Reiter eine Vielzahl an Frauen als seine nächsten Opfer und taucht eine fiese Hexe in Dikanka auf.Die "Chroniken der Finsternis" behalten auch in Teil zwei die episodische Grundstruktur in ihrer Erzählung bei. Allerdings funktioniert selbige hier bedeutend besser als im Vorgängerfilm und schmeißt einen nicht irgendwann aus der Welt des Filmes heraus. Alles wirkt glaubwürdiger mit der grundlegenden Story um den schwarzen Reiter verwoben. Immer wieder wird der Hauptstorystrang um Details angereichert und wirkt so allgegenwärtiger. Obschon man den Reiter dieses Mal nur in den letzten Minuten zu sehen bekommt. Auch der Charakter des Nikolai Gogol wird immer weiter ausgebaut. Andeutungen aus dem ersten Film werden aufgenommen und konsequent weiterentwickelt. Die in bevorstehende Auflösung der Rätsel um Gogol selbst scheint beinahe spannender als jene um die Identität des Reiters. Und auch der Showdown gelingt "Der Dämonenjäger" um ein Vielfaches besser als "Der schwarze Reiter". Diesmal wird richtig groß aufgefahren. Die Effektmaschine rotiert und der Bodycount ebenfalls.
Während der zweite Teil der "Chroniken der Finsternis" erzähltechnisch also deutlich zulegt, bleibt die technische Darbietung der Story auf dem hohen Niveau des Vorgängers. Regisseur Egor Baranov nimmt seine eigenen Vorgaben aus "Der schwarze Reiter" auf und füllt die Gothic-Welt seiner Filmreihe weiter mit Leben. Dabei gibt er sich in "Der Dämonenjäger" deutlich effektverliebter. Von mit grotesken Details aufwartender Unterwasserfotografie bis zum stroboskopartigen Bilderfeuerwerk wird hier einiges geboten. Wobei diesmal nicht nur bei den Visionen Gogols aufgedreht wird. Darstellerisch überzeugt erneut vor allem Alexander Petrov in der Rolle des Nikolai Gogol. Doch auch die Darsteller um Petrov hauchen ihren Figuren überzeugend Leben ein. Und fürs Auge wird mit den leckeren Damen Taisiya Vilkova (Lisa) und Julia Franz (Wassernymphe Oksana) auch einiges geboten. Beide waren zwar schon im Vorgänger dabei, wurden da aber zu sehr an den Rand der Erzählung gedrückt.
Damit funktioniert "Chroniken der Finsternis: Der Dämonenjäger” deutlich besser als der Vorgänger. Was hier am meisten gefällt, ist, dass Regisseur Egor Baranov niemals in Hektik verfällt.
Obgleich alle wesentlichen Figuren eingeführt sind, behält er ein ruhiges Erzähltempo bei. Überdreht nicht. Widersteht der Versuchung, alles nur schneller und größer zu machen. So können die schönen Bilderwelten atmen und auch die Darsteller bekommen ausgiebig Gelegenheit, ihre Charaktere zu vertiefen. Zudem wirkt Teil zwei der "Chroniken der Finsternis" durchweg besser konstruiert und schlüssiger in seinem Aufbau. Erst im Showdown haut "Der Dämonenjäger" richtig einen raus. Als wolle er sich für den schwachen Abgang im Vorgänger entschuldigen, präsentiert der Film im Grunde zwei Showdowns. Wobei vor allem jener um Gogol und einen Exorzisten hervorragend funktioniert. Am Ende stehen überzeugende Cliffhanger und ist man, im Gegensatz zu "Der schwarze Reiter", wirklich gespannt, wie die Geschichte wohl ausgehen wird.7,5/10
Гоголь. Начало - Gogol. Nachalo - Gogol: Der Anfang - Chroniken der Finsternis, Teil 1: Der schwarze Reiter (2017)
https://www.imdb.com/title/tt6628228/
Nikolai Gogol, ein erfolgloser Schriftsteller der sich seinen Lebensunterhalt bei der St. Petersburger Polizei mit der Dokumentation von Mordfällen verdient, wird seit seiner Kindheit von heftigen Anfällen und Visionen geplagt, die nun immer häufiger an den Tatorten auftreten und zur Aufklährung der Fälle beitragen. Als der berühmte Ermittler Yakow Guro Zeuge dieser Visonen wird, nimmt er den jungen Gogol mit in das kleine Dorf Dikanka, um mit seiner Hilfe die blutige Mordserie an drei jungen Frauen aufzuklären. Im Zuge ihrer Ermittlungen stoßen die beiden auf ein dunkles Geheimnis...
Alle Filme der "Chroniken der Finsternis" basieren lose auf der Geschichten-Sammlung "Abende auf dem Weiler bei Dikanka" des ukrainischstämmigen Dramatikers Nikolai Wassiljewitsch Gogol. Dabei ist der Clou der Filme, dass sie das Leben des russischen Autoren mit den von ihm veröffentlichten Werken verweben. Ihn sozusagen zum allgegenwärtigen Held seiner eigenen Geschichtensammlung machen und dabei verbürgte Schlüsselmomente aus Gogols Leben als Hintergrundinfos für den Filmcharakter Nikolai mit einweben. Im ersten Teil mit dem Titel "Der schwarze Reiter" gibt es beispielsweise eine humorige Episode um Gogols Verbindung zu dem Dichter Puschkin zu entdecken.
Aufmerksamen Fantasyfans wird zudem die starke Nähe zu "Sleepy Hollow" auffallen. Eine Weile wirkt "Der schwarze Reiter" auch wie ein russisches Remake. Was auch an der Zeichnung des Helden selbst liegt. Der wirkt schlicht und ergreifend wie ein russisches Johnny-Depp/Ichabod-Crane-Abziehbild. Recherchen zu Gogol lassen dann aber schnell erkennen, wie genial nah dran die Macher an der Optik des Vorbildes (klein, krumm gewachsen, dünn, schlechte Haut, lange spitze Nase) sind. Nicht nur wegen des starken Spiels von Alexander Petrov als Gogol findet "Der schwarze Reiter" bald seinen ganz eigenen Rhythmus. Ungefähr nach einer Stunde Laufzeit ist der Film auf dem Höhepunkt seiner Erzählung. Der Gothic-Einschlag hat sich beim Zuschauer festgesetzt. Das leicht Verschrobene der Story ist angekommen. Die Atmosphäre ist schön dicht und die Spannung auf Anschlag. Als der Film gefühlt urplötzlich von vorn beginnt. Regisseur Egor Baranov startet nämlich auf einmal mit dem Erzählen einer neuen Episode. Die wird zudem nur wenig mit der Story um den schwarzen Reiter verwoben. Ein echter Rausschmiss. Von dem sich "Der schwarze Reiter" bis zum Schluss nicht mehr so recht erholt. Einzig die Tatsache, dass in dieser Phase weitere, teils wunderbar störrische Mitstreiter um Gogol eingeführt werden, verhindert, dass der Zuschauer vollends aus der Geschichte aussteigt. Zumal der Showdown erstaunlich unspektakulär geraten ist. Zumindest weckt die Schlusssequenz diverse Erwartungen an die Fortsetzung. Von der würde man sich aber definitiv einen deutlich stärkeren Fantasy-Bezug und eine bessere Fokussierung auf die Grundstory wünschen.
Zumindest in technischer Hinsicht kann man, wie vom russischen Blockbusterkino gewohnt, kaum klagen. Die Ausstattung ist detailverliebt. Die kalten Bilderwelten passen zu der Ablehnung, die Gogol und Co. überall entgegenschlägt. Die düstere und nebelverhangene Optik sorgt für eine stimmige Atmosphäre. Visuell wird vor allem in Gogols zahlreichen Visionen ordentlich aufgedreht: Bullaugenoptik, schräge Perspektiven, eine rastlose Kamera. Hier gibt es einiges aufs Auge. Und auch die Special Effects sind durch die Bank gelungen. Sehr stark ist obendrein der Score zum Film. Der gibt dem Fantasy-Märchen immer wieder sanft groteske Züge mit und formuliert auch den Gothic-Touch der gesamten Produktion aus. "Der schwarze Reiter" ist dennoch kein richtig gelungener Start für die "Chroniken der Finsternis", denn so richtig heiß auf die Fortsetzungen macht der Film nicht. Während er wirklich stark einsteigt und den Zuschauer für sich einnimmt, schmeißt er ihn wenig später unsanft wieder aus seiner Welt raus. Der unvermittelte, schlicht nicht notwendige Erzähl-Bruch auf Höhe der Filmmitte schadet dem Auftakt der Trilogie enorm. Da können nicht einmal die tolle Düsteroptik, gute Schauspieler und diverse gegen die westlichen Sehgewohnheiten gebürstete Sequenzen etwas retten. Zumindest das gelungene Schlussbild schürt ein wenig die Spannung.
6,5/10
Nikolai Gogol, ein erfolgloser Schriftsteller der sich seinen Lebensunterhalt bei der St. Petersburger Polizei mit der Dokumentation von Mordfällen verdient, wird seit seiner Kindheit von heftigen Anfällen und Visionen geplagt, die nun immer häufiger an den Tatorten auftreten und zur Aufklährung der Fälle beitragen. Als der berühmte Ermittler Yakow Guro Zeuge dieser Visonen wird, nimmt er den jungen Gogol mit in das kleine Dorf Dikanka, um mit seiner Hilfe die blutige Mordserie an drei jungen Frauen aufzuklären. Im Zuge ihrer Ermittlungen stoßen die beiden auf ein dunkles Geheimnis...
Alle Filme der "Chroniken der Finsternis" basieren lose auf der Geschichten-Sammlung "Abende auf dem Weiler bei Dikanka" des ukrainischstämmigen Dramatikers Nikolai Wassiljewitsch Gogol. Dabei ist der Clou der Filme, dass sie das Leben des russischen Autoren mit den von ihm veröffentlichten Werken verweben. Ihn sozusagen zum allgegenwärtigen Held seiner eigenen Geschichtensammlung machen und dabei verbürgte Schlüsselmomente aus Gogols Leben als Hintergrundinfos für den Filmcharakter Nikolai mit einweben. Im ersten Teil mit dem Titel "Der schwarze Reiter" gibt es beispielsweise eine humorige Episode um Gogols Verbindung zu dem Dichter Puschkin zu entdecken.
Aufmerksamen Fantasyfans wird zudem die starke Nähe zu "Sleepy Hollow" auffallen. Eine Weile wirkt "Der schwarze Reiter" auch wie ein russisches Remake. Was auch an der Zeichnung des Helden selbst liegt. Der wirkt schlicht und ergreifend wie ein russisches Johnny-Depp/Ichabod-Crane-Abziehbild. Recherchen zu Gogol lassen dann aber schnell erkennen, wie genial nah dran die Macher an der Optik des Vorbildes (klein, krumm gewachsen, dünn, schlechte Haut, lange spitze Nase) sind. Nicht nur wegen des starken Spiels von Alexander Petrov als Gogol findet "Der schwarze Reiter" bald seinen ganz eigenen Rhythmus. Ungefähr nach einer Stunde Laufzeit ist der Film auf dem Höhepunkt seiner Erzählung. Der Gothic-Einschlag hat sich beim Zuschauer festgesetzt. Das leicht Verschrobene der Story ist angekommen. Die Atmosphäre ist schön dicht und die Spannung auf Anschlag. Als der Film gefühlt urplötzlich von vorn beginnt. Regisseur Egor Baranov startet nämlich auf einmal mit dem Erzählen einer neuen Episode. Die wird zudem nur wenig mit der Story um den schwarzen Reiter verwoben. Ein echter Rausschmiss. Von dem sich "Der schwarze Reiter" bis zum Schluss nicht mehr so recht erholt. Einzig die Tatsache, dass in dieser Phase weitere, teils wunderbar störrische Mitstreiter um Gogol eingeführt werden, verhindert, dass der Zuschauer vollends aus der Geschichte aussteigt. Zumal der Showdown erstaunlich unspektakulär geraten ist. Zumindest weckt die Schlusssequenz diverse Erwartungen an die Fortsetzung. Von der würde man sich aber definitiv einen deutlich stärkeren Fantasy-Bezug und eine bessere Fokussierung auf die Grundstory wünschen.
Zumindest in technischer Hinsicht kann man, wie vom russischen Blockbusterkino gewohnt, kaum klagen. Die Ausstattung ist detailverliebt. Die kalten Bilderwelten passen zu der Ablehnung, die Gogol und Co. überall entgegenschlägt. Die düstere und nebelverhangene Optik sorgt für eine stimmige Atmosphäre. Visuell wird vor allem in Gogols zahlreichen Visionen ordentlich aufgedreht: Bullaugenoptik, schräge Perspektiven, eine rastlose Kamera. Hier gibt es einiges aufs Auge. Und auch die Special Effects sind durch die Bank gelungen. Sehr stark ist obendrein der Score zum Film. Der gibt dem Fantasy-Märchen immer wieder sanft groteske Züge mit und formuliert auch den Gothic-Touch der gesamten Produktion aus. "Der schwarze Reiter" ist dennoch kein richtig gelungener Start für die "Chroniken der Finsternis", denn so richtig heiß auf die Fortsetzungen macht der Film nicht. Während er wirklich stark einsteigt und den Zuschauer für sich einnimmt, schmeißt er ihn wenig später unsanft wieder aus seiner Welt raus. Der unvermittelte, schlicht nicht notwendige Erzähl-Bruch auf Höhe der Filmmitte schadet dem Auftakt der Trilogie enorm. Da können nicht einmal die tolle Düsteroptik, gute Schauspieler und diverse gegen die westlichen Sehgewohnheiten gebürstete Sequenzen etwas retten. Zumindest das gelungene Schlussbild schürt ein wenig die Spannung.
6,5/10
Dienstag, 10. März 2020
狄仁傑之四大天王 - Di Renjie Zhi Sidatianwang - Detective Dee: The Four Heavenly Kings - Detective Dee und die Legende der vier himmlischen Könige (2018)
https://www.imdb.com/title/tt6869538/
Nach seinen großen Verdiensten ist Detective Dee (Mark Chao) eine ganz besondere Ehre zuteil geworden: Er erhält das legendäre Drachenschwert und darf darüber hinaus eine eigene Behörde leiten. Doch das stößt nicht bei allen auf Begeisterung. Und dann gehen noch seltsame Dinge in den Palästen der Tang Dynastie vor sich: Statuen erwachen zum Leben, Füchse können plötzlich sprechen und dann tauchen auch noch mystische Krieger auf. Aus Angst, der Ermittler könnte ihren eigenen Ambitionen im Weg stehen, setzt die Kaiserin (Carina Lau) diverse Männer auf ihn an, die entweder sein Leben nehmen oder zumindest das Schwert stehlen sollen. Das will jedoch alles nicht so funktionieren wie gedacht, da Dee seinen Attentätern immer einen Schritt voraus ist. Aber dann mischt plötzlich noch eine dritte Gruppe mit, die es ebenfalls auf das Schwert abgesehen hat...
Als der Kultregisseur Tsui Hark 2010 seinen ersten Film rund um Detective Dee vorstellte, schuf er damit etwas, das tatsächlich aus der Masse der chinesischen Neuerscheinungen hervorstach. Auf der einen Seite setzte der Martial-Arts-Experte durchaus seine bisherige Richtung fort, wenn er vor historischer Kulisse mächtige Waffen durch die Luft wirbeln ließ. Er kombinierte dies jedoch mit einer klassischen Detektivgeschichte, kombinierte so auf eine sehr reizvolle Weise Krimi und Wuxia, wie diese historischen, oft fantasievollen Martial-Arts-Werke genannt werden. Das war damals zwar recht erfolgreich, heimste auch gute Kritiken an. Nur war "Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen" offensichtlich nicht darauf angelegt, dass Fortsetzungen folgen konnten. Also beschloss Tsui Hark bei seinem zweiten Teil der Reihe "Detective Dee und der Fluch des Seeungeheuers" einfach eine Vorgeschichte zu erzählen, aus den Anfangstagen des Ermittlers, bevor er so berühmt wurde. Wieder einige Jahre später kommt nun mit "Detective Dee und die Legende der vier himmlischen Könige" der dritte Streich, der an den zweiten anschließt und somit ebenfalls ein Prequel zum ersten Teil ist, also zwischen beiden Filmen spielt.
Verwirrend? Etwas. Trotz der beidseitigen Vorgeschichte, gesehen haben muss man keinen der zwei anderen Filme, um hier einsteigen zu können. Zwar gibt es wiederkehrende Figuren, darunter eben Dee selbst sowie die Kaiserin, doch alles, was es zu wissen gibt, wird aber sehr schnell vermittelt. Es ist vielleicht sogar von Vorteil, mit Teil drei in die Welt von Di Renjie einzusteigen, der auf einen Beamten im 7. Jh. n. Chr. zurückgeht. Denn schon bei "Detective Dee und der Fluch des Seeungeheuers" wurde die eigentliche Ermittlerarbeit zugunsten von mehr Spektakel zurückgeschraubt. In "Detective Dee und die Legende der vier himmlischen Könige" ist davon nun praktisch nichts mehr zu finden, ein Detektiv ist Dee nur noch dem Namen nach, was Langzeitfans enttäuschen wird.
An deren Stelle treten nun vermehrt Schauwerte. Oder das, was man in China für Schauwerte hält. Denn wie bei so vielen blockbusterorientierten Filmen aus dem Reich der Mitte zeigt sich auch hier, dass die Spezialeffekte einfach nicht mit denen aus dem Westen mithalten können, zumindest im Moment. Ob es nun künstliche Flammen sind oder riesige Viecher, welche durch die Stadt stapfen, da sind unsere Augen einfach deutlich Besseres gewohnt. Beeindruckend ist das, was hier geschieht, dadurch nicht, oft sogar eher unfreiwillig komisch.
Die Kulissen sind dafür wieder sehr schön geworden, dort stört das Übertriebene und der künstliche Look auch nicht sonderlich. So oder so sind wir ja in einer Fantasy-Ausgabe des alten Chinas unterwegs, in der sich schon mal diverse Gottheiten manifestieren dürfen. Und vergleichbare Filme gibt es ja ohnehin kaum mehr, der fernöstliche Filmgigant konzentriert sich dann doch lieber heutzutage auf patriotische, sehr aktuelle Werke oder gerne mal Liebeskomödien. Fans von Dees oder besser von opulenten Actionmärchen sollten sich den dritten Teil daher nicht entgehen lassen. Der ist zwar zu lang, selbst für die etwas verschnörkelten Verschwörungselemente, stillt aber zumindest etwas die Sehnsucht nach dem chinesischen Kino von früher.
6,5/10
Nach seinen großen Verdiensten ist Detective Dee (Mark Chao) eine ganz besondere Ehre zuteil geworden: Er erhält das legendäre Drachenschwert und darf darüber hinaus eine eigene Behörde leiten. Doch das stößt nicht bei allen auf Begeisterung. Und dann gehen noch seltsame Dinge in den Palästen der Tang Dynastie vor sich: Statuen erwachen zum Leben, Füchse können plötzlich sprechen und dann tauchen auch noch mystische Krieger auf. Aus Angst, der Ermittler könnte ihren eigenen Ambitionen im Weg stehen, setzt die Kaiserin (Carina Lau) diverse Männer auf ihn an, die entweder sein Leben nehmen oder zumindest das Schwert stehlen sollen. Das will jedoch alles nicht so funktionieren wie gedacht, da Dee seinen Attentätern immer einen Schritt voraus ist. Aber dann mischt plötzlich noch eine dritte Gruppe mit, die es ebenfalls auf das Schwert abgesehen hat...
Als der Kultregisseur Tsui Hark 2010 seinen ersten Film rund um Detective Dee vorstellte, schuf er damit etwas, das tatsächlich aus der Masse der chinesischen Neuerscheinungen hervorstach. Auf der einen Seite setzte der Martial-Arts-Experte durchaus seine bisherige Richtung fort, wenn er vor historischer Kulisse mächtige Waffen durch die Luft wirbeln ließ. Er kombinierte dies jedoch mit einer klassischen Detektivgeschichte, kombinierte so auf eine sehr reizvolle Weise Krimi und Wuxia, wie diese historischen, oft fantasievollen Martial-Arts-Werke genannt werden. Das war damals zwar recht erfolgreich, heimste auch gute Kritiken an. Nur war "Detective Dee und das Geheimnis der Phantomflammen" offensichtlich nicht darauf angelegt, dass Fortsetzungen folgen konnten. Also beschloss Tsui Hark bei seinem zweiten Teil der Reihe "Detective Dee und der Fluch des Seeungeheuers" einfach eine Vorgeschichte zu erzählen, aus den Anfangstagen des Ermittlers, bevor er so berühmt wurde. Wieder einige Jahre später kommt nun mit "Detective Dee und die Legende der vier himmlischen Könige" der dritte Streich, der an den zweiten anschließt und somit ebenfalls ein Prequel zum ersten Teil ist, also zwischen beiden Filmen spielt.
An deren Stelle treten nun vermehrt Schauwerte. Oder das, was man in China für Schauwerte hält. Denn wie bei so vielen blockbusterorientierten Filmen aus dem Reich der Mitte zeigt sich auch hier, dass die Spezialeffekte einfach nicht mit denen aus dem Westen mithalten können, zumindest im Moment. Ob es nun künstliche Flammen sind oder riesige Viecher, welche durch die Stadt stapfen, da sind unsere Augen einfach deutlich Besseres gewohnt. Beeindruckend ist das, was hier geschieht, dadurch nicht, oft sogar eher unfreiwillig komisch.
Die Kulissen sind dafür wieder sehr schön geworden, dort stört das Übertriebene und der künstliche Look auch nicht sonderlich. So oder so sind wir ja in einer Fantasy-Ausgabe des alten Chinas unterwegs, in der sich schon mal diverse Gottheiten manifestieren dürfen. Und vergleichbare Filme gibt es ja ohnehin kaum mehr, der fernöstliche Filmgigant konzentriert sich dann doch lieber heutzutage auf patriotische, sehr aktuelle Werke oder gerne mal Liebeskomödien. Fans von Dees oder besser von opulenten Actionmärchen sollten sich den dritten Teil daher nicht entgehen lassen. Der ist zwar zu lang, selbst für die etwas verschnörkelten Verschwörungselemente, stillt aber zumindest etwas die Sehnsucht nach dem chinesischen Kino von früher.
6,5/10
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