Dienstag, 10. März 2020

Il Primo Re - Romulus & Remus: The First King (2019)

https://www.imdb.com/title/tt7278824/

Als ein plötzlicher Tsunami über die als Hirten tätigen Romolus (Alessio Lapice) und Remus (Alessandro Borghi) hereinbricht, kommen die Brüder zwar mit dem Leben davon, geraten allerdings in Gefangenschaft. Für ihre neuen Herren sollen sie in Kämpfen auf Leben und Tod antreten, aber mit einem Trick können sie sich und eine Reihe weiterer Sklaven befreien. Gemeinsam flieht der zusammengewürfelte Trupp durch den Wald, ihre Verfolger sind ihnen dabei immer dicht auf den Fersen. Remus avanciert dabei immer mehr zum Anführer, während Remus aufgrund einer schweren Verletzung mit dem Tod ringt. Allerdings sagt eine religiöse Vorherbestimmung, dass schon bald einer der Brüder den anderen töten wird, um Gewaltiges zu erreichen …

Die Sage von Romulus und Remus stellt einen historischen Klassiker dar. Der Legende nach werden beide Brüder am Tiber ausgesetzt und dort durch Zufall von einer Wölfin gefunden. Diese brachte beide in ihre Höhle und umsorgte sie dort. Hirten sahen dieses ungewöhnliche Spektakel, nahmen die Knaben auf und ließen sie unter ihrer Obhut aufwachsen. Am Ende einer Odyssee aus Familienzwist und Ränkespielen wurde beiden erlaubt, an der Stelle, an welcher sie als Knaben ausgesetzt wurden, eine neue Stadt zu gründen. Mittels Orakel wurde Romulus zum Namensgeber und Herrscher der Stadt ernannt. Als er jedoch Mauer und Graben anlegen ließ, übersprang sein Bruder Remus die notdürftigen Mauern und verspottete Romulus dadurch. Romulus wurde außer sich vor Zorn und erschlug seinen Bruder mit den Worten: "So möge es jedem ergehen, der über meine Mauern springt!"

Regisseur und Drehbuchautor Matteo Rovere unterzieht die Sage einer radikalen Entschlackung und zeichnet ein brutales Schlachtengemälde. Hier gibt es keine gnadenvoll eingreifenden Götter und auch keine verklärte Romantik. Roveres Geschichtsstunde präsentiert sich dreckig und blutig - abgelegt als pulpiges Barbaren-Historiendrama. Halbnackte Männer sprechen archaisches Latein und bekämpfen sich in einer archaischen Welt brutal im Dreck und Schlamm, die FSK18-Beschränkung ist dabei mehr als gerechtfertigt. So werden Romulus und Remus nicht von einer Wölfin aus ihrer misslichen Lage befreit, sondern allein durch körperliche Gewalt: Als Sklaven in Alba Longa müssen sie sich in gnadenlosen Kämpfen beweisen. Lange vor Spartacus proben die Brüder erfolgreich den Sklavenaufstand, bei dem allerdings Remulus schwer verwundet wird. Mit der Vesta-Priesterin Satnei als Geisel befindet sich die Gruppe von nun an auf der Flucht vor den rachedürstenden Soldaten aus Alba Longa.

Ihr Weg führt sie dabei durch vermeintlich verfluchte Wälder und morastige Felder. Das Setting trägt viel zur düsteren und gefahrvollen Atmosphäre bei. Auch wenn Götter und sonstige Mysterien keinen grafischen Einzug halten, so schwebt deren Allmacht, gleich einem Damoklesschwert, dennoch über allen Dialogen und Handlungen der Protagonisten. Unterstrichen wird diese mythische Atmosphäre von der famosen Optik: Dichter Nebel wallt über den Boden und verschluckt das Sonnenlicht, welches in surrealer Weise durch die Baumkronen schimmert. Hinzu kommen die brachialen Auseinandersetzungen, die zwar nie in riesige Schlachten ausarten, sich aber gerade deswegen durch ihre Unmittelbarkeit und individuelle Gefahr auszeichnen. Rovere lässt auch keinen Zweifel an der Endgültigkeit dieser archaischen Zusammenstöße von Klinge oder Beil mit Haut und Knochen aufkommen. Die Kämpfe sind naturalistisch und zeichnen sich durch wuchtige Direktheit aus. Deren Brutalität findet sich erfreulicherweise auch in der Anwendung praktischer Effekte wieder.

Historische Filme nach ihrer historischen Akkuratesse zu beurteilen, ist natürlich schwierig bis nahezu unmöglich. Rovere gibt sich allerdings große Mühe, seinem Film einen authentischen Anstrich zu verleihen. Kleidung, Bauten und Landschaften wirken angemessen, zumal es wenige Filme gibt, die in dieser Zeitepoche spielen. Zusätzlich wird in Muttersprache kommuniziert, zumindest in der originalen Tonspur. Viel gesprochen wird zwar nicht, ein nettes Detail ist diese Art der Vertonung dennoch. "Romulus & Remus: The First King" ist also kein wortgewandtes Drama, sondern überzeugt eher mit seiner greifbaren Struktur. Wer das Prinzip der zu Grunde liegenden Erzählung kennt, den wird der Ausgang des Filmes also weniger überraschen. Dahingehend erinnert "The First King" stark an "Conan, der Barbar", "Apocalypto" und "Walhalla Rising", die beiden letztgenannten Filme dienten sogar als tatsächliche Inspirationsquellen, leider erreicht Roveres Werk nie deren inszenatorische und audiovisuelle Stärke, Größe und Wucht. Schauspielerisch kann er dafür aber überzeugen. Als spannend gestaltet sich insbesondere der Aspekt, den Zuschauer in seiner Sympathie für Romulus und Remus schwanken zu lassen.

Remus, im Original Remo, durchläuft dabei den größten Wandel: Vom aufopferungsvollen Verteidiger seines geschwächten Bruders über den gnadenlosen Eroberungskrieger hin zum völlig wahnsinnigen Despoten erinnert er dabei fast schon an Colonel Kurtz aus "Apocalypse Now". Das sumpfige, undurchdringliche und feindselige Land verstärkt diese Atmosphäre nur. Romolo, wie Romulus im originalen Wortlaut heißt, liegt über lange Zeit hilf- und beinahe leblos auf einer Bahre. Erst gegen Ende des Films entsteigt er seinem Totenbett und füllt die Rolle des vernunftbegabten Gegenpols zu seinem zusehends größenwahnsinnigeren Bruder. Freunde des brachialen Geschichtsunterrichts, die endlich wieder Schwert und Schild schultern wollen, kommen hier auf ihre Kosten. Wenngleich "Romulus & Remus: The First King" kein monumentales Epos im Stile eines "Gladiator", "Troja" oder "Alexander" wird und auch gar nicht mit den alten Sandalenfilmen wie "Lawrence von Arabien" oder "Ben Hur" verglichen werden kann, weiß er durch seine kleine und feine Ausstattung zu überzeugen. Die Reduktion der sagenumwobenen Geschichte von der Gründung Roms lässt die Historie plastischer und nachvollziehbarer auferstehen.

7/10

Montag, 9. März 2020

Apocalypto (2006)

https://www.imdb.com/title/tt0472043/

Das Dorf von Pranke des Jaguars (Rudy Youngblood) wird überfallen. Noch gerade so schafft er es, seine hochschwangere Frau und den gemeinsamen Sohn in einem tiefen Erdloch zu verstecken, ehe er und die Mehrheit der Dorfbewohner gefangen genommen werden. Ohne fremde Hilfe können sich die beiden jedoch nicht befreien und Pranke des Jaguars, der mit den anderen Maya von den kriegerischen Holcane unter der Führung von Leitwolf (Raoul Trujillo) in eine Bergstadt gebracht wird, muss so schnell wie möglich entkommen. Bei einem Spiel, bei dem die Maya als Zielübung für die Holcane herhalten müssen, gelingt ihm schließlich die Flucht. Da er - um zu entkommen - den Sohn von Leitwolf getötet hat, verfolgt dieser ihn mit einer Gruppe von Kriegern um den grausamen Giftige Schlange (Rodolfo Palacios). Währenddessen wird die Zeit für die Familie von Pranke des Jaguars langsam knapp...

Offenbar unbeeindruckt von der Kontroverse, die er mit "Die Passion Christi" auslöste, verfolgt Mel Gibson in seiner folgenden Regiearbeit die gleiche Herangehensweise - drastisch und dramatisch. Zu den Maya haben allerdings nicht so viele Menschen eine persönliche Meinung wie zu Jesus, weshalb man Gibson diesmal mehr durchgehen lässt. "Apocalypto" ist eine inszenatorische Wucht sondergleichen, inhaltlich aber mit Vorsicht zu genießen.

Majestätische Naturaufnahmen, fantastisches Kostüm- und Makeup-Design sowie stimmungsvoll-exotische Musik kreieren eine ganz neue (alte) Welt mit hoher Sogwirkung. Der Digital-Look der Kamera sowie die vielen provisorischen Zeitlupen sind nicht gerade schön, doch dafür findet Gibson umwerfend schöne Motive. Monumentale Massenszenen bringen zum Staunen und erinnern an große Klassiker à la "Ben Hur". Temporeiche Action-Momente wissen zu packen. Gewalt stellt ein großes Thema dar, doch der Regisseur zeigt nur so viel, wie es der Intensivierung seiner Geschichte dienlich ist, ohne vollends dem Selbstzweck zu verfallen.

Dass das im Film gesprochene Mayathan laut Experten Mumpitz ist, bemerken die wenigsten; dass das Drehbuch historische Fakten verdreht, dürfte niemanden überraschen. "Apocalypto" ist offensichtlich kein Dokumentarfilm, und doch erweckt Gibson in seiner Ausführlichkeit den Anschein, sein Publikum über das Leben der Maya aufklären zu wollen. Dabei stellt er jedoch gefährliche Behauptungen auf, und letzten Endes verbrät er sein unverbrauchtes Setting für ein konventionelles Katz-und-Maus-Spiel, wie es im Kino ständig erzählt wird. Bei "Apocalypto" weiß man nie so genau, woran man ist. Ratsam ist sicherlich, die Handlung zumindest ein Stück weit zu abstrahieren und als allgemeine Zivilisationskritik zu lesen, ohne Fingerzeig auf eine konkrete Bevölkerungsgruppe. Dann ist das Filmeingangs eingeblendete Zitat hinreichend selbsterklärend. "Apocalypto" ist damit erzählerisch ein zweischneidiges Schwert, als Action-Drama-Unterhaltung aber zweifellos hocheffektiv. Hut ab für dieses Mammut-Experiment.

9/10

Sonntag, 8. März 2020

Werner - Volles Rooäää!!! - Fäkalstau in Knöllerup (1999)

https://www.imdb.com/title/tt0184005/

Im dritten Teil der Comic-Reihe muß Werner sein Wohnviertel vor dem korrupten Baulöwen Grünzelsen retten. Der beabsichtigt nämlich, Werners Viertel in Knöllerup in ein Einkaufszentrum zu verwandeln. Das bedeutet, daß alle bekannten und liebgewonnenen Personen - Oma Wernersen, Wirtin Rita, Kapitän Brassmann - weichen müssen. Doch Grünzelsen hat die Rechnung ohne Werner gemacht, der mit Hilfe des ahnungslosen Meisters Röhrich einen Fäkalstau verursacht und Grünzelsen zur Hölle jagt...

Mal abgesehen von ein paar wenigen, gelungenen Sprüchen fehlt hier einfach zu viel: Timing, Dynamik, der Kult der Sprüche, der hier wie glattgebügelt formuliert wird. Geschmacklos war die Reihe schon immer, aber hier zwanghaft übertrieben. "Werner - Volles Rooäää!!!" ist insgesamt öde geschrieben, besitzt einfach keine Ideen und hat mit der Figur Werner auch gar nicht mal so viel zu tun. Lediglich handwerklich ist das sehr sauber gemacht und kann überzeugen. Dies nutzt einem aber recht wenig, wenn die Atmosphäre völlig versagt, der Film damit einfach kaum lustig ist und dem Zuschauer nur ein müdes Lächeln abringt. Der Unterhaltungswert ist somit ziemlich katastrophal - bis auf wenige Ausnahmen. Damit ist der dritte Teil der Reihe okay, aber bei weitem nicht der witzigste Werner-Film. Ein gewisser Kultwert ist da, aber nicht in dem Maße, dass man sich in 10 Jahren noch explizit an diesen Teil erinnern würde.

5/10

Donnerstag, 5. März 2020

Mom And Dad (2017)

https://www.imdb.com/title/tt5462326/

Mom und Dad sind normalerweise für Kinder die besten Menschen auf der ganzen Welt. Das ändert sich allerdings für eine Jugendliche und ihren kleinen Bruder, als eine weltweite Massenpanik unbekannten Ursprungs bewirkt, dass Eltern sich plötzlich gewaltsam einen Tag lang gegen ihre eigenen Kinder wenden. Und auch die Mutter Kendall (Selma Blair) und der Vater Brent (Nicolas Cage) des Geschwisterpaars Carly (Anne Winters) und Josh (Zackary Arthur) sind betroffen. Als jedoch unerwartet Brents Eltern vor der Tür stehen, wendet sich das Blatt - nun werden er und Kendall zu Gejagten...

Man stelle sich vor, man hat ein Kind oder auch zwei oder mehr. Vielleicht befindet sich eins davon, oder noch schlimmer - zwei oder mehr, gerade mitten in der Spitzenzeit der Pubertät. Passiert täglich überall auf der Welt. Alle kneifen die Arschbacken zusammen und sagen sich nur: Augen zu und durch. Irgendwann hat auch der schlimmste Albtraum ein Ende. Also, alles ganz normal, wenn man so will, aber nicht hier. In diesem speziellen Fall mutieren nicht die lieben Kleinen zu blutrünstigen Monstern, sondern die Eltern. Man weiß nicht wieso, warum oder weshalb dem so ist, aber das muss man ja auch nicht, dachte sich wohl der ein oder andere Filmschaffende. Es ist nicht wichtig zu wissen, wieso die Mutter mit dem Fleischhammer auf ihre Tochter und warum der Vater mit der abgebrochenen Schnapsflasche auf den fürsorglichen Sohn losgeht oder weshalb ein Elternpaar seine Kinder, die im Keller festsitzen, ausräuchern möchte, um sie nach draußen zu treiben, wo sie diese bereits mit der Allzwecksäge erwarten.

Kurz: Filme wie "Mom And Dad" sieht man sich nicht wegen des tieferen Sinns an, aber ein paar minimalistisch gehaltene Informationen sind doch nicht zu viel verlangt, oder? Warum drehen die Eltern durch? Was bringt sie dazu, sich gegen die eigenen Kinder zu richten? Und das der ganze Spuk in 24 Stunden vorbei sein soll, wird nirgendwo erwähnt, außerdem würde das bedeuten, dass danach alles wieder gut ist, aber auch dies kommt zu keiner Zeit im Film vor.


Kurz und schmerzlos wie der Film selbst mit seiner überschaubaren Laufzeit von nicht einmal 90 Minuten. "Mom and Dad" ist die erste alleinige Regie von Brian Taylor, der bislang immer nur im Doppelpack mit Mark Neveldine als Duo Taylor/Neveldine arbeitete und sich für Filme wie "Crank" und dessen Fortsetzung sowie "Gamer" verantwortlich zeigt. Und auch "Mom And Dad" kommt mit den für Taylor bekannten visuellen und akustischen Spielereien daher und wird dominiert von seiner für ihn typischen Stakkato-Inszenierung, ist laut und grell, aber nicht so arg überladen wie beispielsweise "Crank". Taylor fährt auch ohne Erklärung eine knackige erste Hälfte auf und verliert erst mit der zweiten Hälfte etwas an Schwung, Tempo und auch Spannung, wenn sich das Geschehen in das Haus der Familie Ryan verlagert. Auch lässt es sich Taylor nicht nehmen, die eine oder andere hübsch ätzend zynische Spitze zum immerzu währenden Generationenkonflikt in seine Dialoge einzubauen. Nicolas Cage darf sich wieder einmal dem schauspielerischen Irrsinn hingeben, liefert seine gewohnt überdrehte Performance und ihm dabei zuzusehen macht einfach Spaß. Auch Selma Blair macht ihre Sache gut, bloß die Kinder bewegen sich allenfalls im darstellerischen Mittelfeld, aber um die Idee hinter "Mom And Dad" umzusetzen reicht das vollkommen. So ist der Film letztlich ziemlich genau das, was man von Brian Taylor erwarten würde, wenn man seine Arbeiten kennt: schnell, laut, hektisch, manchmal überladen und voller visueller und akustischer Spielereien. Kein "Crank", aber doch ein Film, den man durchaus schauen kann, wenn man denn diesen Stil der Inszenierung mag.

6/10

Mittwoch, 4. März 2020

Nonstop Nonsens (1980)

https://www.imdb.com/title/tt0128003/

Zwischen 1975 und 1980 wurde Dieter Hallervorden in seiner Sendung "Nonstop Nonsens" als vertrottelter Didi Meisenkaiser zur Kultfigur. Die Spielhandlung ist durch kurze Sketche und den legendären "gespielten Witz", der nach dem Abspann folgt, unterbrochen.

https://www.imdb.com/title/tt0920001/
1. Herr Slap und das verpaßte Rendezvous
Die junge Dame erwartet ihren Geliebten. Für ihn hat sie sämtliche Köstlichkeiten auffahren lassen. Nur leider verspätet sich der Herr...  - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0920002/
2. Herr Slap und die Hochzeit auf Raten
Was sucht ein "Autoknacker" in Frack und Zylinder am hellichten Tage auf einem Wagendach? Trauringe! Sie liegen "einbruchsicher" im Handschuhfach. Die Autoschlüssel hat er vergessen, die Zeit drängt, Braut und Pastor warten. Da hilft nur gute "Handwerksarbeit". - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0920000/
3. Didis erster Winterurlaub
Blödelnd, schwarzhumorig und schadenfroh mogelt sich Didi alias Dieter Hallervorden durch den Winterurlaub. Er erlebt "Schreckliches" mit einer jungen Prinzessin und deren sperrigem Gepäck, stößt eine äußerst kostbare Vase vom Sockel, wird vom eifersüchtigen Ehemann verfolgt und landet in einem fremden Schlafzimmer. Schon hört er Schritte und Stimmen, die näherkommen...  - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0919983/
4. Didi zieht um
Didi zieht in den 4. Stock eines Neubaus. Leider übersieht er jedoch, daß der Fahrstuhl nur bis zum 3. fährt. Auf der Straße steht noch sein Mobiliar und wird prompt für Sperrmüll gehalten. In all dem Durcheinander gelingt es ihm auch noch, eine Theatervorstellung zu stören. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt0919996/
5. Didi und das Millionending
Didi, das ist Dieter Hallervorden, der Held einer verrückten Geschichte in fünf Szenen, die sich in Intervallen durch die Sendung zieht. Darin wird Didi – ungewollt, versteht sich – in einen Bankeinbruch verwickelt. Ferner erleben die Zuschauer den Komiker auf dem Fundbüro, auf dem Flughafen und bei einem Autokauf. Aber bei keiner dieser "Stationen" kommt der Ärmste richtig zum Zuge. Im Gegenteil! - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt0919988/
6. Didi als Strohwitwer
Nach einer reichen Heirat wird Didi alias Dieter Hallervorden sofort zum Strohwitwer: Die frisch Angetraute entschwebt im eigenen Flugzeug. Aber Didi läßt sich nicht entmutigen. Er spielt "einige Löcher Golf" und macht in einer Bar einen drauf. Auch die Schwiegereltern sind von Didi "entzückt": Die Mama entdeckt in Didis Bett eine fremde Frau, dem Papa vermasselt er ein Geschäft...  - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt0919992/
7. Didi im Wilden Westen
Diesmal hat’s Didi in den Wilden Westen verschlagen. Als Schmetterlingsjäger fängt er nicht nur bunte Falter. In seinen Besitz gelangt auch ein wertvoller Diamant – an dem der berüchtigte Gangster Einauge ein lebhaftes Interesse bekundet. Der raffinierte Didi sieht sein Heil vor allem in der Flucht. Sein Motto: Der Schwächere gibt nach. Am besten – so glaubt er – gelingt ihm der "Rückzug" in Kleidern einer Saloon-Dame. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0919990/
8. Didi als Torwart wider Willen
Didi interessiert sich herzlich wenig für Sport. Leider sieht er einem frisch in die deutsche Nationalelf berufenen Ballstar zum Verwechseln ähnlich. Ausländische Hintermänner, die das Spiel manipulieren wollen, versetzen Didi in Hypnose. Er erwacht im deutschen Tor. Und ohne daß er es beabsichtigt, nimmt er entscheidenden Einfluß auf das Spielgeschehen...  - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0919997/
9. Didi und der 1. Preis
Didi hat doppeltes Glück: Von einer Zeitschrift wird er zum idealen Doppelgänger des Schauspielers Dieter von Hallerofen gekürt, und er gewinnt bei einem Rennen die Chance, im Schatten eben jenes Stars eine kleine Rolle zu spielen. Auf dem Weg ins Atelier widerfährt ihm Schlimmes. So bricht er beispielsweise durchs Kantinendach ein und landet zwischen Nudeln im Riesenkochkessel. Doch später findet er das Hallerofen-Atelier, und Didis künstlerischem Aufstieg steht nichts im Weg.... - 6/10

https://www.imdb.com/title/tt0919987/
10. Didi als Privatdetektiv
Didi alias Dieter Hallervorden hat sich als Privatdetektiv viel vorgenommen: Im Scheidungsfall Brockemann muß er kompromittierende Fotos der Ehefrau beschaffen. Das ist nicht einfach. Vor alle, weil er auch Babysitter spielen muß, da seine Frau in der Klinik weiteren Nachwuchs erwartet. Aber wie man Didi kennt, wird er mit schwierigsten Situationen - selbst mit Kindesentführung und Erpressung - spielend fertig. - 6/10

https://www.imdb.com/title/tt0919999/
11. Didis erste Schiffsreise
Beim Sonnenbad an Deck eines Passagierschiffes kommen sich Didi und eine Sonnenanbeterin rasch näher. Ansonsten lebt Didi, der einen kostbaren Diamantenclip bewachen soll, gefährlich. Natürlich geht das teure Stück verloren. Bei der Suche gerät Didi an eine tiefdekolletierte Dame, entnervt die Stewards und die Passagiere. - 6/10

https://www.imdb.com/title/tt0919985/
12. Didi als Gigolo
Sein Geld - nicht eben viel - verdient Didi als Gigolo in einer Bar. Als er die schöne, reiche Marlies kennenlernt, schwindelt er ihr vor, ebenfalls reich zu sein. Ein Hauskonzert bei ihren Eltern, den Haferkamps, bietet Gelegenheit, Didi den Herrschaften vorzustellen. Doch Vater Haferkamp erinnert sich, den jungen Mann bereits in Ausübung seines Berufs gesehen zu haben. Woraufhin das Hauskonzert ziemlich unharmonisch verkäuft. - 6/10

https://www.imdb.com/title/tt0919984/
13. Didi als Glückspilz
Das Glück ist Didi hold: Er gewinnt eine Tüte Kleingeld aus dem Spielautomaten seiner Stammkneipe. Als ihn jedoch ein Ganove überredet, in einer Spielhölle ins große Geschäft einzusteigen, ist das sein Ruin. Jetzt möchte Didi beim Pferderennen den großen Schnitt machen. Und tatsächlich gelingt es ihm, als erstes Pferd auf dem Zielfoto zu erscheinen. Didi gewinnt 8000 Mark. - 5,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0919994/
14. Didi in der Ritterzeit
Zum "In die Luft gehen" findet Didi der Bartlose alias Dieter Hallervorden die Spielsucht seines Papas Lodewig. Der hat nämlich das Schloß an Ritter Kunibert verloren. Nun muß sich Didi mit dem Ritter, dessen Töchterlein Sieglinde und dem Schloßgespenst herumschlagen. - 5,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0919989/
15. Didi als Taxifahrer
Ab heute will Didi alias Dieter Hallervorden wieder die Lachmuskeln der Zuschauer strapazieren. Als Taxifahrer soll er einen völlig verstörten Herrn Klupitzke in den Wald bringen. Dort fängt dieser an, ein Seil an einem Ast zu befestigen. Da wird Didi einiges klar: Klupitzke will seinem Leben offensichtlich ein Ende setzen, weil seine Frau ihn betrügt. Didi versucht, ihn daran zu hindern. - 6/10

https://www.imdb.com/title/tt0919993/
16. Didi in Gangsterkreisen
Gangsterboß Napoleon hat Didi den Raub der Sandfort-Diamanten angehängt. Um seine Unschuld zu beweisen, muß Didi aus dem Gefängnis ausbrechen und die gestohlenen Diamenten finden. Klar, daß das nicht ohne Schwierigkeiten geht. Auf seiner Flucht gerät Didi unversehens in Napoleons Villa. Dort trifft er Lisette, die ihn – unfreiwillig – auf die Spur der Diamanten bringt. Doch bevor Didi etwas unternehmen kann, schaffen die Gangster die Beute wieder aus dem Haus...  - 6,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0919986/
17. Didi als Polizist
Didi beobachtet vom Streifenwagen aus, wie ein torkelnder Mann und eine Frau in ihre Auto steigen. Didi verbietet ihm zu fahren. Seine Frau soll ans Steuer. Sie gehorcht auch – und donnert aufs Polizeiauto. Didi böse: "Ist sie etwa auch betrunken?" Darauf der Mann: "Nee, aber sie hat keinen Führerschein". - 6/10

https://www.imdb.com/title/tt0919995/
18. Didi macht das Rennen
Didi will eine Wohnwagen-Rallye gewinnen – ein Rennen, bei dem jeder disqualifiziert wird, der Flurschaden anrichtet. Didi muß daher eiligst einen Förster "verschwinden" lassen, der ihn beim Absägen eines Astes beobachtete. - 6,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0919998/
19. Didi versucht sich als...
Didi springt als Aushilfskellner ein. Ungewöhnlich liebenswürdig empfiehlt er einem Gast hauseigenen Wein. Als Tankwart fällt es Didi nicht schwer, Freude bei der Kundschaft auszulösen. Daß dabei Benzinschläuche wild werden, Autoreifen explodieren und sich ein Sportwagen mit Hilfe einer Hebebühne durchs Dach bohrt – das kann Didis unermüdlichen Eifer nicht bremsen. Besondere Erfolge bei Frauen erzielt der vielseitig Begabte als Geheimagent 4712, als Fernsehtechniker und als Friseur. Die Damen sind hingerissen, wenn er mit Hilfe eines speziellen Haarfestigers besonders dauerhafte Frisuren kreiert. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt0919991/
20. Didi baut ein Haus
Didi wird diesmal viele mitfühlende Zuschauer haben. Denn wer je – zwecks Verschönerung – eigene Hand an Haus und Wände gelegt hat, wird sein mühevolles Streben bei dem Di-it-yourself-Heimwerker Dieter Hallervorden wiedererkennen. Zum Leidwesen der Bauarbeiter greift Didi beim Ausbau des eigenen Hauses kräftig ein, meist zur unrechten Zeit. Doch tapfer kämpft der zukünftige Hausbesitzer gegen die Tücken fast jedes Objektes an. - 6/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Serienjunkies
Poster/Artwork: ARD/Das Erste

The Hungover Games (2014)

https://www.imdb.com/title/tt3138104/

Nach dem eskalierten Junggesellenabschied ihres Freundes Doug (John Livingston) wachen Bradley (Ross Nathan), Ed (Ben Begley) und Zach (Herbert Russell) am nächsten Morgen in einem fremden Raum in einer eigenartigen Welt auf. Als sie feststellen, dass Doug nicht bei ihnen ist, begeben sie sich auf die Suche nach ihm. Dabei machen sie Bekanntschaft mit Snob Effing (Tara Reid) und dem ewig betrunkenen Justmitch (Jamie Kennedy) und schnell wird ihnen klar: Sie befinden sich mitten in den Vorbereitungen zu den sogenannten Hungover Games. Hier müssen die Jungs sich durch verschiedene Popkultur-Distrikte arbeiten, vom Superhelden-Distrikt über den Kostenlose-Nacktheit-Distrikt bis hin zum Johny-Depp-Distrikt, überall lauern Gefahren, und die drei müssen alles dafür tun, um wieder heil aus der Sache herauszukommen.

Parodien sind ja immer so eine Sache. Es gibt leider viel zu wenige, die eine gewisse Ausgewogenheit vorzuweisen haben. Dies liegt daran, dass eine Parodie oft über die komplette Lauflänge hinweg den gleichen Humor beibehält und wenn man diesen nicht mag, so fällt der Streifen bei einem komplett durch. Bei "The Hungover Games" ist die Sache ein wenig komplexer, so gibt es hier einige Aspekte, die tatsächlich gut zu gefallen wissen und wiederum andere, bei denen man weinend wegschauen möchte. Das Positive ist, dass der Streifen es schafft, recht gegenteilige Streifen wie "Ted", "Die Tribute von Panem" und "Hangover" gut und erstaunlich harmonisch miteinander zu kombinieren. So entsteht ein Gesamtbild, welches rund und nicht allzu abgehackt erscheint, wie es bei anderen Parodien oftmals der Fall ist.

Zudem schafft der Streifen es, Zitate aus den genannten Film zu entnehmen und mit diesen zu arbeiten, etwas, was viel zu wenige Parodien wagen. Daraus resultieren auch die meisten Gags, die funktionieren. Doch dann greifen die Macher einmal zu oft in die Pipi-Kaka-Titti-Kiste und übertreiben es maßlos mit dem Fäkalhumor. Was daran witzig sein soll, wissen wohl nur Kindergartenkinder, die wiederrum nicht alt genug sind, um diesem Film überhaupt zu verstehen, geschweige denn sehen zu dürfen. Und warum zwei der Protagonistinnen den ganzen(!) Film über barbußig heurmlaufen müssen, was dem Film keinerlei Mehrwert bringt, wissen wohl nur die notgeilen Macher. Von den unterirdischen CGI will man da gar nicht erst anfangen. Unterm Strich handelt es sich also wieder einmal um eine eher schlechte Komödie, die viel zu viel Potenzial liegen lässt, gerade wenn es um die Konzipierung der Gags geht. Davon abgesehen kommt "The Hungover Games" immerhin noch  erfrischend anders daher, schafft es jedoch nicht, über die komplette Lauflänge hinweg zu überzeugen.

4/10

Dienstag, 3. März 2020

Escape Room (2019)

https://www.imdb.com/title/tt5886046/

Amanda (Deborah Ann Woll), Mike (Tyler Labine) und Ben (Logan Miller) scheinen auf den ersten Blick nur wenig gemeinsam zu haben, werden durch einen vermeintlichen Wink des Schicksals aber dennoch zusammengebracht. Denn wie auch der oberflächliche Jason (Jay Ellis), der quirlige Escape-Room-Fan Danny (Nik Dodani) und die etwas reservierte Zoey (Taylor Russell) erhalten sie eine Einladung zu einem einzigartigen Escape-Room-Erlebnis. Ohne lange darüber nachzudenken und ohne genau zu wissen, worum es dabei eigentlich geht, willigen die sechs den höchst unklaren Bedingungen des unbekannten und mysteriösen Veranstalters ein. Ein nicht unwesentlicher Mitgrund für diese Entscheidung dürfte wohl auch der Preis für den Sieger sein – denn dem winken stattliche 10.000 Dollar. Was in der Einladung allerdings nicht erwähnt wird: Der Escape Room ist voll von tödlichen Fallen, die gnadenlos zuschnappen, wenn man die äußerst kniffligen Rätsel nicht schnell genug löst...

"Saw" light, so schießt einem der Gedanke bei "Escape Room" durch den Kopf, denn die fiese und blutige Gewalt bleibt aus. Und auch "Cube" kommt einem in den Sinn, angesichts der teilweise sehr kreativen Räumen, allerdings eben ohne die klaustrophobische Enge. Trotzdem hat man aus dem realen Spiel ein brauchbares Szenario kreiert, welches sich hinterher zwar in konventionellen Gefilden verliert, aber mit seinem offenen Ende Lust auf eine Fortsetzung macht. Was folgt ist ein routiniert temporeicher und technisch recht sauberer Thriller, der einige super coole Ideen, mit tollen Schauspielleistungen und atemloser Spannung verbindet.

Handwerklich wurde das alles ordentlich umgesetzt und die verschiedenen Räume wurden sehr kreativ umgesetzt. Gerade im Mittelteil mit dem Raum der umgedrehten Bar, war das Ganze doch sehr mitreißend gemacht und man hat die Möglichkeit, ordentlich mitzufiebern. Das ist zwar alles etwas übertrieben, macht somit jedoch optisch etwas her, wird zudem souverän von den Darstellern getragen und Spannung kommt in guten Portionen auf. Gerade Deborah Ann Woll, Taylor Russel, Logan Miller sowie Tyler Labine liefern eine ordentliche Leistung ab. Ferner bietet dieser Film einen wirklich ordentliche Soundkulisse und einige schön abgedrehte Kamerafahrten. Man sollte allerdings nicht alles logisch hinterfragen und die ganz großen Überraschungen und Wendungen bleiben letztendlich aus. Da hätten die Macher vielleicht noch etwas mehr Mut beweisen können. Also ist "Escape Room" nicht der große Wurf, aber ein solider Horrorfilm, aus dem man in einer etwaigen Fortsetzung sicher noch mehr herausholen kann.

6,5/10 

Quellen
Inhaltsangabe: Sony Pictures