8/10
Inhaltsangabe: Netflix
8/10
1914 während der mexikanischen Revolution: Der alternde Outlaw Pike Bishop (William Holden) und seine Bande halten sich mit räuberischen Diebstählen eher schlecht als recht über Wasser. Bei einem Überfall auf die Kasse einer Eisenbahngesellschaft geraten sie in einen Hinterhalt von skrupellosen Kopfgeldjägern, die von der Bahngesellschaft engagiert wurden, um Bishop zur Strecke zu bringen. Angeführt werden die Kopfgeldjäger von Bishops ehemaligem Kompagnon Deke Thornton (Robert Ryan), der vor die Wahl gestellt wurde, entweder gegen Bishop zu kämpfen oder zurück ins Gefängnis zu wandern. Nach einem wilden Feuergefecht, bei der jedoch auch unbeteiligte Passanten, Frauen und Kinder getötet werden, entkommen die Verbrecher nach Mexico und stoßen dort auf den brutalen und meist alkoholisierten General Mapache (Emilio Fernández). Dieser lockt sie mit einem Angebot: Für 10.000 Dollar sollen sie einen US-Munitionszug ausrauben. Der Coup gelingt, doch Mapache weigert sich zu zahlen. Als er einen von Bishops Leuten killt, schlagen die Helden zurück...
Der blutige Spätwestern "The Wild Bunch" unter der Regie Sam Peckinpah versteht sich als schonungslose Auseinandersetzung mit Themen wie Rechtlosigkeit und Gewalt, begeistert mit einigen spektakulären Actionszenen und scheut sich dabei nicht vor drastischen Bildern. Schon eine Szene während des Vorspanns gibt die Richtung für den weiteren Verlauf von Peckinpahs bleihaltiger Westernballade vor. Darin sind spielende Kinder zu sehen, die Skorpione und Ameisen eingefangen haben und diese gegeneinander kämpfen lassen. Anschließend decken die Kinder Gras über die Tiere und zünden sie an. Auf diese Weise verdeutlicht Peckinpahs Film anschaulich die menschliche Freude am Töten und die Sinnlosigkeit von gewalttätigen Auseinandersetzungen jeder Art. Obwohl auch im späteren Verlauf die explizite Darstellung der Gewalt eine große Rolle spielt und einzelne Momente gar aus einem Splatterfilm stammen könnten, verherrlicht "The Wild Bunch" das Vorgehen der Protagonisten jedoch zu keiner Zeit. Vielmehr erscheinen die Taten von Pike Bishop und seiner Bande ähnlich verabscheuenswürdig wie jene des mexikanischen Generals oder die der Kopfgeldjäger.
Jeder ist auf seine Weise verdorben, hinterhältig und nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Saubere Helden mit weißen Westen gibt es hier nicht, nur kantige Männer mit Blut an den Händen, denen man in den zerfurchten Gesichtern ansieht, dass sie mittlerweile wie die Dinosaurier an einem Punkt sind, wo sie wie der Wilden Western selber, am Aussterben sind. Platz für einen glorreichen Abgang und Heldentum ist sowieso nicht gegeben. Was bleibt ist die Flucht vor dem unausweichlichen Schicksal und die Reste an Loyalität untereinander sowie die nicht endenwollende Spirale von sinnloser Brutalität.
Abgesehen davon hat "The Wild Bunch" wie es sich für einen Western gehört, fantastische staubige Landschaftsbilder zu bieten, auch sonst verbringt der Film viel Zeit mit seine Figuren. Da zudem auch der Cast, dem u.a. noch Ernest Borgnine, Warren Oates und Ben Johnson angehören, zu überzeugen weiß, verzeiht man Peckinpahs Western auch ein paar kleinere Längen, welche u.a. durch einige Rückblenden entstehen, die wohl den Charakteren zusätzlich Tiefe verleihen sollen, jedoch letztlich wie bloßes Füllmaterial wirken. Doch das Sahnehäubchen obendrauf ist natürlich der 6-Minütige, finale Showdown, der nicht nur in Schnitt und Bild perfekt abgestimmt ist, sondern auch locker zu den besten der Filmgeschichte gehört. Selten war ein Western niihilistischer und kompromissloser als "The Wild Bunch" und zugleich ist es auch einer der besten dieses Genres. Ein unvergesslicher Klassiker, der auch bis heute nichts an seiner Qualität und Wirkung verloren hat
8/10
Quellen:
Inhaltsangabe: Warner Bros.
Clean (Adrien Brody) ist ein Müllmann in einer Gegend der Stadt, die langsam, aber sicher vor die Hunde zu gehen scheint. Während der Nachtschicht arbeitet der Mann am liebsten ohne Partner, um mit seinen Gedanken allein sein zu können. Diese drehen sich meist um Erinnerungen an seine verstorbene Tochter und sein früheres Leben als drogenabhängiger Krimineller. Eines Tages trifft Clean die für ihn offensichtlich in Schwierigkeiten befindliche Diandra (Chandler DuPont). Er versucht der Teenagerin so gut es geht zu helfen, bevor sie endgültig auf die schiefe Bahn gerät. Dieser Absicht steht allerdings Michael (Glenn Fleshler) im Weg, der lokale Gangsterboss. Der dealt von seinem Fischgeschäft aus und begegnet allen, die ihm und seinem Profit in die Quere kommen, mit brutalster Gewalt...
Action-/Rache-Thriller müssen eben doch nicht immer mit Vollgas losbrettern. "Clean" ist ein äußerst minimalistischer Thriller über einen kaputten Mann in einer kaputten Umgebung. Inmitten der winterlichen Tristesse eines heruntergekommenen Viertels einer namenlosen Großstadt versucht der vom Schatten seiner düsteren Vergangenheit geplagte Müllmann "Clean" wenigstens ein bisschen Abbitte zu leisten und das Leben dort etwas besser zu machen. Adrian Brody spielt den geheimnisvollen, wortkargen Ex-Killer/Soldat/Agent sehr eingängig, dabei hilft ihm sein angeborener Blick. Kreativ oder neu ist an der ganzen Nummer wenig, auch der kaltblütige Untergrundboss und der liebenswerte Schützling fehlen in der Geschichte nicht. Leider bedient sich der Film eher selten aus dem Regal für Actionszenen. Sogar der solide Showdown ist derart dunkel geraten, dass man viel Dinge nur erahnen kann. Es hätte sicher nicht geschadet Brodys Figur etwas mehr von der Kette zu lassen, andererseits verkommt die Gewalt so auch nicht zum Selbstzweck. Damit ist auch "Clean" kein neues "Taken" und erst recht kein neuer "John Wick", aber anders als viele andere Werke, will er das auch gar nicht sein. Das Potenzial wäre durchaus vorhanden gewesen, aber Regisseur Paul Solet hat sich für einen etwas anderen, schwergängigeren Weg entschieden.
6/10
Quellen:
Inhaltsangabe: Tiberius Film
Am Tag der Präsidentschaftswahlen in den USA im Jahr 2024 begeben sich Ahab (Jung-woo Ha) und sein Team von Elite-Söldnern auf eine geheime CIA-Mission, um den nordkoreanischen Militärminister in einem unterirdischen Bunker unterhalb der koreanischen demilitarisierten Zone zu entführen, und um den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen zu beeinflussen. Sie geraten jedoch ins Kreuzfeuer, wodurch die Spannungen bis an den Rand eines dritten Weltkriegs eskalieren - doch im Team gibt es auch Verräter...
"The Attack" ist ein, obgleich er in der jüngsten Vergangenheit spielt, futuristisch angehauchter und dazu extrem unglaubwürdiger, sowie recht wirrer und hektischer Actionthriller mit reichlich Militäraction und jeder Menge Geballer und Explosionen, der in vielen Szenen mehr wie ein Actionspiel wirkt und sogar an "Command & Conquer" erinnert. Nach einer satirisch wirkenden Exposition, die eine Menge Spaß verspricht, wird der Film ernster und verwandelt sich alsbald in eine ziemliche Action-Sause mit wilden Kamerafahrten und ordentlichen Shoot-Outs. Leider ist die Handlung hier ziemlich egal (und wird im Verlauf immer wirrer), die Charaktere sind es auch. Somit bleibt die Spannung trotz manch wirklich schicker Einfälle schnell auf der Strecke. Billig wirkt das alles aber nicht, es gibt die ein oder andere skurrile Idee und hin und wieder ist es auch ein bisschen spannend. Visuell ist - nicht zuletzt aufgrund der Kameraführung und der Videospielästhetik - einiges geboten. Am Ende ist man dann aber doch froh, dass dieser Overkill endlich vorbei ist. "The Attack" lässt sich auch relativ gut weggucken, doch man wünscht sich ständig, dass der Film einfach besser wäre und nicht so gleichgültig rüberkommen würde.
5/10
Quellen:
Inhaltsangabe: Koch Films
Auf dem Flug von Los Angeles nach Paris gerät die Transportmaschine in heftige Turbulenzen, was dazu führt, dass eine Frau, die dank eines Experiments mit einem mutierten Virus infiziert ist, aus ihrer Kühlbox fällt. Wiederbelebt und hungrig auf Menschenfleisch, bahnt sie sich ihren Weg durch die Passagiere und eine blutige Kettenreaktion nimmt ihren Lauf...
Keine üble Grundidee. Limitierter (ansprechender) Agitationsraum für die Protagonisten, Fleischfressende Monster, viele Passagiere und als der Pilot zum Co-Piloten sagt: "Zum Glück ist das mein letzter Flug." kommt sogar eine Prise Humor zum Tragen, weiß der der Zuschauer was kommen wird. Und selbstverständlich ist es bei einem Szenario wie diesem nachvollziehbar, zunächst einmal die Passagierliste abzuhaken. Nachdem ein bunter Strauß Klischeefiguren zusammengestellt ist und für Diversität gesorgt ist, verpasst der Film jedoch den richtigen Moment, um auf die Tube zu drücken. Das Spiel auf Zeit spart zwar Produktionskosten, aber wenn der Zuschauer nur häppchenweise bei Laune gehalten wird, schlägt sich das auf den Unterhaltungswert nieder. Wenn die Zombies denn mal zuschlagen, sind sie zumindest Zombies der nächsten Generation, die mit hoher Geschwindigkeit attackieren und kräftig zubeißen. Die praktischen Effekte und auch das Make-up der Untoten gehen in Ordnung, die CGI sind aber nicht der Renner, wie bei einer Produktion mit Direct-2-Video-Niveau nicht anders zu erwarten. "Plane Dead" bietet anspruchslose, aber nette Unterhaltung für Zwischendurch. Wer die etwas lahme erste Hälfte übersteht, wird mit Blut und Action in der zweiten belohnt. Immerhin.
5/10
Als die 17-jährige Schülerin Millie Kessler (Kathryn Newton) ein weiteres Opfer des berüchtigten Serienmörders „Blissfield Butcher“ (Vince Vaughn) zu werden droht, wird ein uralter Fluch ausgelöst, der dafür sorgt, dass die beiden die Körper tauschen. Plötzlich steckt die Teenagerin im Körper des erwachsenen Killers und der Mörder steckt im Körper der jungen Frau! Nun bleiben Millie nur 24 Stunden Zeit, um den Tausch rückgängig zu machen, denn sonst muss sie für immer mit dem Antlitz eines gesuchten Killers durch die Gegend laufen. Allerdings will der Blissfield Butcher selbst sein altes Äußeres gar nicht zurück, denn im Körper der so unschuldig wirkenden Teenagerin lassen sich Bluttaten viel besser begehen. Daher braucht Millie die Hilfe ihrer besten Freunde Nyla (Celeste O’Connor) und Joshua (Misha Osherovich) sowie ihres Schwarms Booker (Uriah Shelton)...
Regisseur Christopher Landon hat es sich wohl zur Lebensaufgabe gemacht, das Horrorgenre von Grund an auf den Kopf zu stellen. Bereits mit "Scouts vs. Zombies" brachte er einen Volltreffer, was die Kombination aus Witz und blutigem Horror verband, nahtlos ging es weiter mit "Happy Death Day" und "Happy Death Day 2 U", wobei letzterer als Fortsetzung ein wenig hinter seinem Erstling her hinkte. Dennoch: die Idee ist klar und Landon hat defintiv ein Händchen für überraschende, blutige und spaßig Unterhaltung. Zudem haben seine Filme immer etwas herrlich Geekiges an sich. Dieser Enthusiasmus zieht sich so entschlossen durch "Freaky", dass sich Landons neuester Streich vor allem zu beginn ein wenig schwerfällig anfühlt, weil er eine Körpertausch-Farce und einen Highschool-Slasher mit zu vielen Anspielungen auf die Horrorklassiker vergangener Zeiten vermischt. Es ist fast so, als ob der Filmemacher dachte: "Sie machen sie nicht mehr so wie früher", genau wie der Rest der verblieben Zuschauer, und es auf sich genommen hat, ein bisschen von allem wiederherzustellen, was beispielsweise von einem "Freitag, der 13." in den Köpfen gebelieben ist. Diese Art der weit verbreiteten Hommage ist sowohl ein Fehler von "Freaky" - der Film ist nie so unvorhersehbar, wie man es sich wirklich wünscht - als auch das Hauptmerkmal, das die Fans solcher Kost, zu denen zugegebenermaßen auch dieser Kritiker gehört, auf liebenswerte Weise anspricht.
Eine große Ausnahme von der Offensichtlichkeit des Films sind die beiden risikofreudigen Leistungen der Hauptdarsteller Vince Vaughn und der durchweg großartigen jungen Schauspielerin Kathryn Newton. Ersterer spielt den berüchtigten (und natürlich maskierten) Serienmörder, der in seiner verschlafenen Stadt als "Blissfield Butcher" bekannt ist und den Film in Gang setzt, indem er eine Gruppe ahnungsloser Teenager in einem grausigen Auftakt mit lauten Anklängen an "Scream" ermordet. Letztere ist die immer wieder gemobbte Außenseiterin Millie, ein kluges, hübsches, introvertiertes Mädchen in altmodischen Klamotten. Sie verbringt ihre Tage mit ihren beiden engen Freunden (Celeste O'Connor und Misha Osherovich, die das Beste aus ihren klischeehaften Rollen als kluge beste Freundin und schwuler Teenager machen) und ist besessen von ihrem Schwarm (Uriah Sheltons Booker), während sie versucht, sich von ihren bösartigen Peinigern fernzuhalten.
Schlechte Nachrichten also für alle, die einen sich durch den Film unbarmherzig mordenden Vince Vaughn sehen wollen, der ein wenig in seiner dunklen Seite schwelgt - die leise, unheimliche Seite, die der meist komödiantische Schauspieler immer besaß, die aber in den Filmen nie richtig zur Geltung kam, außer vielleicht in "Brawl In Cell Block 99". Hier ist Vaughn hauptsächlich hinter einer Maske und als der Blissfield Butcher unterfordert, bis es zum Körpertausch zwischen ihm und Millie kommt, als der Butcher die junge Frau zu Beginn des Films mit einem mythischen Messer verwundet. Es ist Landon hoch anzurechnen, dass er mit den Eigenheiten und Freuden der Körpertausch-Formel sehr gut umgeht, und seine Schauspieler sind durch und durch gut. Vaughn glänzt vor allem mit physischer Komik und stellt glaubhaft ein Teenager-Mädchen dar, das im Körper eines Kriminellen feststeckt und gegen eine 24-Stunden-Uhr anrennt, bevor der Fluch unumkehrbar wird. Newton, die jetzt eine verführerische Lederjacke, einen modischen Pferdeschwanz und karmesinroten Lippenstift trägt, ist die neue Millie. Sie nutzt ihr mädchenhaftes Aussehen, ihre neu entdeckten Killerfähigkeiten und ihren Instinkt voll aus und überzeugt damit, dass sie eines Tages der nächste begehrte Hollywood-Actionstar werden könnte.Mit anderen Worten: "Freaky" ist ein lustiger, verspielter und nostalgischer Ritt, der für Lacher, zahlreiche einfallsreiche blutige Morde und gelegentlich sogar für einige dem 21. Jahrhundert angemessene Beobachtungen zu Geschlechternormen und Sexualität sorgt. Mit einem rasanten Tempo, attraktiven Produktionswerten und einem unerwartet bewegenden emotionalen Kern über familiäre Liebe trifft "Freaky" alle wahrscheinlichen Töne, wenn Millie sich mit ihren Schulkameraden zusammentut (in Vaughns Körper, um das klarzustellen), und beschenkt den Zuschauer mit ein paar denkwürdigen Gags und genialen One-Linern. Für einen Film, der weder im Horror- noch im Komödienbereich das Rad neu erfindet, ist die bemerkenswerteste Leistung von "Freaky" die Freude darüber, dass etwas so stolz Altmodisches heute noch existieren kann, ohne veraltet zu wirken. Man sollte eben nur keine allzu großen Überraschungen erwarten.
7/10
Quellen:
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Die Whiton University wurde gerade erst von einem fiesen Online-Spiel auf den Kopf gestellt, da folgt bereits der nächste Schock: Wes Scott (Froy Gutierrez), ein Star-Sportler der Hochschule wird brutal ermordet. Scotts Schwester Ellery (Lindsay LaVanchy) begibt sich auf dem Campus auf Spurensuche und stößt dabei auf einige der dunklsten Geheimnisse der Universität. Doch unterdessen fallen weitere Studenten und Studentinnen dem Killer zum Opfer und für Ellery wird die Suche nach dem (oder der?) Schuldigen zu einem blutigen Wettlauf gegen die Zeit...
"Slayed" ist eine unrunde Mischung aus Krimi, Thriller und Slasher, wobei keines dieser Versatzstücke wirklich vollständig überzeugen kann. Im ersten Drittel ist man mehrmals kurz davor abzuschalten, denn die Story kommt einfach nicht in die Gänge. Mit dem Auftreten des maskierten Killers wird es dann zwar besser, aber man riecht die Finten und die Lösung des Whodunnit meilenweit gegen den Wind. Was bleibt sind hübsche College-Girls und -Boys und ein paar nette Kills. Das wars.
3,5/10
Quellen:
Inhaltsangabe: Leonine