Dalton (Patrick Swayze) ist gebildet, kann aber auch ordentlich austeilen. Als Türsteher hat sich der Philosophie-Absolvent und Karatekünstler einen Namen gemacht. Sorgt jemand für Ärger, schmeißt Dalton ihn raus - diskret, aber unnachgiebig. Wesentlich schwieriger für ihn ist der Umgang mit dem skrupellosen Bandenchef Brad Wesley (Ben Gazzara), der Daltons neuen Arbeitsplatz, das "Double Deuce", um jeden Preis unter Kontrolle bekommen will. Seine Versuche, Dalton zum Seitenwechsel zu bewegen, schlagen fehl, sodass der Umgangston nun rauer wird. Außerdem kommt erschwerend hinzu, dass der clevere Türsteher ausgerechnet mit Dr. Elizabeth Clay (Kelly Lynch) anbandelt, der Ex von Wesley. Bald nimmt der Konflikt die erste tödliche Wendung und allen Beteiligten wird schlagartig der Ernst der Lage bewusst...
"Ich möchte, dass ihr nett seid. So lange, bis ihr nicht mehr nett sein sollt." - ist nur eine der unzähligen Weisheiten von Dalton (Patrick Swayze), Philosoph und Rausschmeißer auf dem zweiten Bildungsweg, Fachgebiet: dreckige Spelunken mit professionellen Personalschulungen und vollem Körpereinsatz wieder salonfähig machen. Patrick Swayze ist der John Rambo der Kneipenszene, näht sich selbst ohne eine Miene zu verziehen im Hinterzimmer zusammen, trägt die 80er Vokuhila voller Stolz und weiß aus eigener Erfahrung: "Schmerzen tun nicht weh!"

Brad Wesley (Ben Gazzara), der stinkreiche Fiesling, gut zu erkennen am Helikopter und Plantagenbesitzer-Hut, sieht es überhaupt nicht gerne, wenn sich jemand an seinem Eigentum vergreift. Nicht nur die hübsche Ärztin, natürlich ist das ganze Nest gemeint, das unter seiner Fuchtel steht. Wirtschaftlich ist es da sehr sinnvoll, auch noch gut ein Viertel der ansässigen Immobilien in die Luft zu sprengen, um seinen Anspruch als Alpha-Männchen druckvoll zu untermauern. Gut, dass Dalton da nicht alleine in die Schlacht ziehen muss. Unterstützung gibt es von der grauen Eminenz der Kneipen-Schubser-Innung, Sam Elliott als Wade Garrett. Ein unschlagbares Team, mag man denken, bis der Ton merklich rauer wird und einfache Keile als Druckmittel nicht mehr ausreicht. Im letzten Drittel geht es derbe zur Sache und was das heißt, merken Warrett’s Handlanger am eigenen Kehlkopf. Der ohnehin mit Abstand leicht homoerotisch angehauchte Flair des Films bekommt beim blutigen Finale von Dalton und Gegner am See reichlich unfreiwillig-komisches Futter, Road, pardon, Roundhouse-Kicks inklusive, nur ohne Happy End.
"Road House" ist da immer für eine Überraschung gut. Genau genommen ist es ein furchtbar bekloppter, hochgradig lächerlicher und sich dessen wohl nicht im gesamten Ausmaß bewusster Film, gerade deshalb irrwitzig unterhaltsam und in seinem selbstbewussten Auftreten fast schon ein Kunststück. Kann man eigentlich nur lieben oder hassen.
7/10
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