Sonntag, 23. Juli 2023

The Covenant - Guy Ritchie's The Covenant - Guy Ritchie's Der Pakt (2023)

https://www.imdb.com/title/tt4873118/

Noch eine Mission muss Sgt. John Kinley (Jake Gyllenhaal) absolvieren, dann kann er nach Hause. Doch dann gerät er mit seiner Einheit in einen Hinterhalt. Nahezu alle Mitglieder des Trupps sterben, nur Kinley überlebt schwer verletzt – auch dank des Einsatzes seines Dolmetschers Ahmed (Dar Salim). Der riskiert sein Leben, schleppt den verletzten Soldaten weg von ihren Verfolgern und quer durch Feindesland in ein sicheres Gebiet. Zurück in den USA findet Kinley aber heraus, dass Ahmed und seine Familie weiter in Afghanistan sind. Das versprochene Asyl in den USA wurde ihnen nicht gewährt. Kurzerhand packt er sich seine Ausrüstung und kehrt zurück in das Kriegsgebiet. Nachdem Ahmed sein Leben gerettet hat, will er dem Freund und dessen Familien dies nun zurückgeben. Er ist nämlich fest entschlossen, Ahmed auf eigene Faust da rauszuholen, bevor die diesen verfolgenden Milizen ihn finden... 

Als sich die US-Armee 2021 aus Afghanistan zurückzog, ließ sie Hunderte von afghanischen Dolmetschern im Stich, die im Kampf gegen die Taliban ihr Leben riskiert hatten. Statt wie versprochen Visa für die Übersiedlung in die USA zu erhalten, wurden mindestens 300 Dolmetscher von Taliban-Kräften getötet. Dieser düstere Rahmen mag nicht die offensichtlichste Inspiration für einen Guy Ritchie-Film sein, aber ein "Bube Dame König grAS" ist das auch nicht. Die konkrete Geschichte, die Ritchie erzählt, ist zwar fiktiv, aber ziemlich plausibel und er tut gut daran, die Spannung aufrechtzuerhalten. Während die schiere Entfernung, die Temperaturen und die körperlichen Herausforderungen, denen sich Ahmed stellen muss, beeindruckend sind, wird das Ganze in den Momenten, in denen er auf Taliban-Suchtrupps trifft und in den Standard-Spionage-/Actionfilm-Modus schlüpft, natürlich noch viel spannender. Die Herausforderung für Gyllenhaal besteht darin, dem Zuschauer den Wert von Beharrlichkeit im Angesicht von Gleichgültigkeit nahe zu bringen.

Aber Jake Gyllenhaal ist kein angeberischer Hauptdarsteller, und das ist auch gut so - denn für diese Art von Rolle braucht man einen Gyllenhaal. Nicht jeder Schauspieler würde sich in einem Job wohlfühlen, bei dem er einen großen Teil seiner Leinwandzeit halb bewusstlos in einem behelfsmäßigen Wagen verbringen muss. Und wenn es für Kinley an der Zeit ist, in Aktion zu treten, besteht ein Großteil dieser Aktion darin, dass er sich am Telefon unglaublich aufregt, nachdem er stundenlang von der US-Bürokratie in der Warteschleife gehalten wurde. Glücklicherweise hat sich Gyllenhaal fast schon darauf spezialisiert, diese Art von realistischen Protagonisten zu spielen: beispielsweise einen Anthony Swofford, der Scharfschütze, der in "Jarhead" nicht ein einziges Mal sein Gewehr abfeuert. Diese Energie ist perfekt für den relativ nüchternen "Der Pakt" - und gibt Dar Salim Raum, in einer substanzielleren Hauptrolle zu glänzen, als es die meisten seiner Hollywood-Rollen bisher getan haben. Gemeinsam schaffen die beiden eine überzeugende Darstellung zweier Individuen, die durch das Gefühl verbunden sind, das Richtige in einer Welt tun zu wollen, in der es manchmal unmöglich erscheint, genau das zu tun. 

Man sagt ja üblicherweise, dass man einem alten Hund keine neuen Tricks beibringen kann, aber vielleicht gibt es Ausnahmen: Nach Sichtung von "Der Pakt" kann Guy Ritchie auf jeden Fall lernen, wie man einen Paul-Greengrass-Film macht und ein schönes Stück ernstes Kriegsdrama abliefert.

7,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe
: amazon Video

The Addams Family 2 - Die Addams Family 2 (2021)

https://www.imdb.com/title/tt11125620/

Die Kinder der Addams Family werden langsam erwachsen. Wednesday (Stimme im Original: Chloë Grace Moretz / deutsche Stimme: Luisa Wietzorek) und Pugseley (Javon 'Wanna' Walton / Oliver Szerkus) schwänzen immer öfter die gemeinsamen Familienessen und widmen sich ausgiebig der „Schreizeit“ - sehr zum Unmut von Morticia (Charlize Theron / Kathrin Fröhlich) und Gomez (Oscar Isaac / Alexander Doering), die befürchten, dass sich die Familie voneinander entfernt. Da hat Vater Gomez die rettende Idee: Er entstaubt den alten Camper, um gemeinsam mit Morticia, Wednesday, Pugsley, Onkel Fester (Nick Kroll / Michael Iwannek), Butler Lurch und der restlichen Bande zu einem letzten großen Familienurlaub aufzubrechen. Für die Addams Family beginnt ein aufregender Roadtrip quer durch Amerika. Dabei wird keine Gelegenheit oder Sehenswürdigkeit ausgelassen, um den Normalos einen gehörigen Schrecken einzujagen. Außerdem treffen sie auf ihren kultigen Cousin Es (Snoop Dogg) sowie auf viele andere neue Freunde. Doch in all der Aufregung bemerkt niemand, dass ihnen schon länger ein fieser Schurke auf den Fersen ist. Kann es sein, dass ein düsteres Geheimnis Familie Addams endgültig auseinanderreißt?

Die Fortsetzung zu "Die Addams Family" macht einige der Probleme des Zeichentrickfilms aus dem Jahr 2019 wieder wett, der trotz der überraschend unterhaltsamen Handlung unter einem uneinheitlichen Ton und einer mäandernden Handlung litt. Die Figuren und der Schauplatz der Familie mit einer amüsant-gruseligen Lebensweise. Der Film von 2019 hatte eine Schema F-"die wahren Monster sind die gewöhnlichen, angepassten Menschen"-Handlung, die es nicht schaffte, die Hauptattraktivität der Addams-Familie zu nutzen, nämlich die Kombination aus ihrer schaurigen Freude am Makabren und ihrer echten Zuneigung und Unterstützung füreinander. Der neue Film versteht es besser, das Beste aus dem herauszuholen, was diese Figuren so ungebrochen populär gemacht hat, einschließlich des Vic-Mizzy-Songs.

Wednesday Addams (Chloë Grace Moretz) hat etwas Besonderes für die Wissenschaftsmesse der Schule. In einer Einrichtung, die an das gruselige Labor in "Frankenstein" erinnert, hat sie ein Verfahren erfunden, um die Eigenschaften einer Kreatur auf eine andere zu übertragen. Zur Demonstration implantiert sie ihrem fröhlichen, aber nicht sehr klugen Onkel Fester (Nick Kroll) einen Teil der Gehirnleistung ihres Rubik's Cube lösenden Kraken. Sie ist enttäuscht, als alle eine Teilnahme-Trophäe erhalten, anstatt einen Besten auszuwählen. Aber der Sponsor der Wissenschaftsmesse, ein technisches Genie namens Cyrus Strange (Bill Hader), erscheint per Hologramm und lädt Wednesday ein, mit ihm an der Perfektionierung ihrer Erfindung zu arbeiten. Sie lehnt ab.

Gomez (Oscar Isaac) macht sich Sorgen, dass Wednesday ihm nicht so nahe steht oder seine Liebe zu ihr nicht so zu schätzen weiß, wie er es sich wünscht, und so beschließt er, mit der Familie einen Urlaub quer durchs Land zu machen, in ihrer Version eines Wohnmobils, komplett mit Gothic-Dekor und einem Kamin. Sein Plan ist es, die vielen "dunklen Geheimnisse" des Landes zu besuchen. Er meint damit nur die Dunkelheit im Stil von Halloween, wie die Hexenprozesse von Salem, Sleepy Hollow und das Death Valley. 

Die Familie macht sich auf den Weg, um die Sehenswürdigkeiten zu besichtigen und, so hofft Gomez, einige schöne Stunden miteinander zu verbringen. Doch sie werden von einem Anwalt (Wallace Shawn) verfolgt, der behauptet, Wednesday sei bei der Geburt vertauscht worden und die biologische Tochter seines ungenannten Mandanten. Wednesday ist selbst für Addams-Verhältnisse grauenhaft, und ihre zunehmende Frustration über ihre Familie macht die Vorstellung, dass sie woanders hingehört, durchaus attraktiv. Das Unheimlichste an Gomez ist seine Neigung zu Umarmungen und Vaterwitzen, während Wednesday sagt, dass sie sich seit ihrer Geburt sozial distanziert, und ihre Reaktion auf die Verbrennung von Mädchen auf dem Scheiterhaufen in Salem, weil sie Hexen sind, ist.

Der Roadtrip verleiht dem Film visuellen Glanz, mit Stopps an einigen ikonischen Schauplätzen und einem Besuch im Haus von Cyrus Strange, einem glänzenden, ultramodernen Bauwerk im Stil von Frank Lloyd Wright mit scharfen horizontalen Linien, das in scharfsinnigem Kontrast zur dunklen, ornamentalen, viktorianischen Gotik des Addams-Anwesens steht. Dank der künstlerischen Leitung von Chris Souza und Kathleen Shugrue und des Produktionsdesigns von Patricia Atchison gibt es in jeder Szene faszinierende und witzige Details, die ein wiederholtes Anschauen lohnen. Die Needle-Drop-Songs in der Filmmusik bringen Energie und kommentieren das Geschehen, wobei der Klassiker "I Will Survive" besonders witzig ist. Snoop Dogg als Cousin It (nur ein "T" im Abspann des Films, obwohl er in der Originalserie und in vielen Kreuzworträtseln mit zwei "T" bezeichnet wird) bekommt die Gelegenheit, in einem mitreißenden Konzertauftritt einige Reime im Doggy-Style zu sprechen.


Ein aufdringliches Plakat mit Produktplatzierung löst zudem Irritation beim Zuschauer über die seltsame Cross-Promotion in der Fernsehwerbung sowohl für diesen Film als auch für eine Versicherungsgesellschaft aus, doch noch besorgniserregender ist, dass Eltern aufgrund der im Film aufgeworfenen Vaterschaftsthemen, einschließlich DNA-Tests, einige schwierige Fragen gestellt bekommen könnten. Es ist denkbar, dass die Frage, zu wem ein Kind "gehört" und was die Biologie mit der Identität zu tun hat, könnte für einige Familien ein Problem darstellen. Aber es wird in einem Geist der Liebe und Akzeptanz dargestellt - und das sollte beruhigend sein. Ebenso wie der Gedanke, dass die Addams-Familien endlich die Chance bekommen, zu zeigen, was sie am besten können: Sie machen das Unheimliche lächerlich und sorgen dafür, dass alle Familienmitglieder wissen, wie sehr sie geliebt werden.

6/10

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Universal Pictures/MGM

Samstag, 22. Juli 2023

The Addams Family - Die Addams Family (2019)

https://www.imdb.com/title/tt1620981/

Die Addams-Familie ist morbide, mysteriös und ziemlich verrückt. Dementsprechend fällt es Familienoberhaupt Gomez (Originalstimme: Oscar Isaac) und seiner Frau Morticia (Charlize Theron) nicht gerade leicht, gemeinsam mit ihrem Anhang eine neue Bleibe zu finden, die auch wirklich zu ihnen passt. Mit ihren Schützlingen Wednesday (Chloë Grace Moretz) und Pugsley (Finn Wolfhard) sowie Onkel Fester (Nick Kroll) und dem eiskalten Händchen werden sie in einer düsteren Nacht schließlich doch fündig. Doch die finstere Bude, in der sich der Addams-Klan auf Anhieb pudelwohl fühlt, steht ausgerechnet inmitten einer knallbunten Nachbarschaft, in der es vor schrägen Vögeln nur so wimmelt. Und die wollen vor allem eines: die malerische Vorstadtidylle wahren und die Neulinge so schnell wie möglich wieder loswerden!

Es gibt Charaktere, die sich seit Jahren halten oder eben immer wieder eine zeitgemäße Renaissance erfahren. So auch die "Addams Family". 1938 noch als Comics von Charles Addams in "The New Yorker" etabliert, folgte 1964 die wohl allseits bekannte Umsetzung als Fernsehserie mit John Astin in der Hauptrolle, die in großer Konkurrenz zu der ebenso erfolgreichen Serie "The Munsters" stand, da beide auf einen ähnlichen, schwarzen Humor abzielten. 1991 brachte Barry Sonnenfeld den Kinofilm, welcher (zusammen mit Teil 2) bis heute Kult-Status genießt. Es folgte zwei Fortsetzungen (der dritte geplante Kinospielfilm kam aufgrund des unerwarteten Todes von Hauptdarsteller Raúl Juliá nicht zustande und so wurde eine Direct-2-DVD mit Tim Curry in der Hauptrolle und auch sonst völlig anderer Besetzung auf den Markt gebracht - ein Flop), und 2019 wurde die Familie Addams in Form anierter Figuren erneut auf die Leinwand gezaubert. So wenig begeistert, wie man darüber sein darf, so überraschend gut kann dann doch das Ergebnis überzeugen.

Die Handlung des Animationsfilm ist nichts Besonderes, aber sie funktioniert und trifft oftmals den Ton der alten Vorlage erfreulich gut. Zwar läuft das alles mehr oder weniger nach Schema F ab ("Die Monster sind die Guten, die Menschen die wahren Bösen"), aber bei einem Film, der sich an die gesamte Familie richtet, ist dies zu verzeihen. Auf jeden Fall hatte das Produktionsteam ein paar richtig gute Ideen und baut diese gekonnt in die Story ein. Der obligatorische Tiefpunkt ist normal, das zuckersüße Happy-End gehört dazu und viel zu bemängeln gibt es daran eigentlich nicht.

Besonders deshalb nicht, weil der Humor doch gut gelungen ist. Teilweise trifft man die satirischen Töne perfekt und etwas Biss besitzt der Witz definitiv. Dies mit einer kindgerechten Art zu kombinieren, ist sicher nicht einfach, doch "Die Addams Family" von 2019 bekommt das ganz gut hin. Zum Ende hin wird das zwar alles etwas zu harmonisch und dieses "Friede, Freude, Eierkuchen"-Gehabe braucht man als Erwachsener nicht unbedingt, aber dennoch stimmt die Mischung. Die Gags kommen nicht im rasenden Tempo, aber der Film entlockt dem Zuschauer schon ab und zu ein herzhaftes Lachen und ist durchweg amüsant. Schön ist zudem, dass sich nicht alle Gags an die kleinsten Zuschauer richten und es manchmal doch etwas morbider werden darf. Fans der alten Serie sollten nicht umhin kommen, zu sagen, dass man das doch gut hinbekommen hat und wenn man am Ende die Vorlage sogar noch zitiert, ist das eine schöne Hommage. Nebenbei geht es sehr detailverliebt und kreativ zur Sache.

Die Animationen sind gelungen und die Optik ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber insgesamt doch ganz passend. Technisch ist das jedenfalls einwandfrei. Dabei gefallen besonders die ersten zwei Drittel, denn hier lässt man das chaotische Treiben auch einfach mal laufen, bevor am Ende die Story dominieren muss, es ein typisches Finale und das ebenso typische Happy-End gibt. Über einen mangelnden Unterhaltungswert kann man sich nicht beklagen, denn in den knapp 87 Minuten Laufzeit ist immer etwas los und nebenbei bekommt man sogar noch eine kleine Coming-of-Age-Geschichte spendiert. Sowieso wirken die schrulligen Charaktere gewohnt sympathisch und funktionieren auch animiert ordentlich. Im Original sind die Sprecher sehr prominent besetzt, aber die deutsche Synchronisation ist ebenfalls in Ordnung. Letztendlich darf natürlich die eingängige Titelmelodie nicht fehlen und der Rest der Musik war mir persönlich mal wieder etwas zu sehr auf modern getrimmt.

Damit ist "Die Addams Family" von 2019 überraschend gut geworden, was größtenteils an einer ausgewogenen Mischung Humor liegt. Viele Gags richten sich an Kinder, manche an Erwachsene, manche an alle Altersgruppen. Die Atmosphäre wird zum Ende hin etwas arg friedlich, trifft ansonsten jedoch teilweise gekonnt die Satire. Das ist sympathisch gemacht, wurde gut animiert und besitzt eine Story mit der man leben kann. Der Unterhaltungswert ist ordentlich und so bekommt man hier tatsächlich einen Film, der für die ganze Familie taugt und der Fans der älteren Addams-Sachen ebenfalls nicht enttäuschen sollte!

7/10

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkUniversal Pictures/MGM

Death Note (2017)

https://www.imdb.com/title/tt1241317/

Light Turner (Nat Wolff) ist ein Schüler wie jeder andere, doch eines Tages fällt ihm ein mysteriöses Notizbuch in die Hände. Schnell stellt er fest, dass das Buch außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt: Jeder Mensch, dessen Namen er in das Buch schreibt und dessen Gesicht er kennt, stirbt. Angeleitet von dem Todesgott Ryuk (Stimme im Original: Willem Dafoe) benutzt Light das Buch gemeinsam mit seiner neuen Freundin Mia (Margaret Qualley), um die Welt von Kriminellen zu befreien. Doch als immer mehr Verbrecher auf diese Weise sterben und die polizeilichen Ermittlungen unter der Leitung von Lights Vater James (Shea Whigham) ins Leere laufen, schaltet sich der brillante Ermittler L (Lakeith Stanfield) ein. Und der kommt dem Schüler gefährlich nahe... 

Die Netflix-Realverfilmung "Death Note" basiert auf der gleichnamigen Anime-Serie von 2003. Den Manga kenne ich (leider) nicht und bin daher bezüglich der Story komplett unbeleckt - für mich ist es erst einmal eine neue Idee in der Horrorkiste, die handwerklich zudem recht gut umgesetzt wurde und Elemente von "Final Destination" besitzt.

Dann aber gibt es zahlreiche Schwächen, die "Death Note" punktemäßig zum Verhängnis werden: Da sind die Charaktere, die teils so albern agieren, dass man den Film theoretisch im Sektor Horrorkomödie ansiedeln müsste: Von einem Dämon, der Äpfel isst bis hin zu einem Ermittler, der sich selbst nur "L" nennt, sich mit bunten Drops vollstopft und irgendwie nicht alle Steine auf der Schleuder zu haben scheint. Weiterhin wird eine Liebesgeschichte eingebaut, die ein wenig an die "Twilight"-Reihe erinnert. Da zudem ein schlau ausgearbeiteter Twist fehlt, kommt man nicht umhin, an der Benotung zu knausern. Als take-home-message aus dem Film kann man mitnehmen, dass die Macht über Leben und Tod auch kein Segen ist sondern eine Tür aufstößt, die sich nicht mehr schließen lässt. "Aus grßer Macht folgt große Verantwortung" hieß es einst bei "Spider-Man" - und diese Verantwortung bekommt man auch hier zu sehen.

6/10

Quellen
Inhaltsangabe: Netflix

Freitag, 21. Juli 2023

The One (2001)

https://www.imdb.com/title/tt0267804/

Das Multiverse Bureau of Investigation sorgt für Einklang zwischen den vielen Paralleluniversen unserer Welt. Agent Yulaw (Jet Li) macht sich auf den Weg, alle seine Alter Egos zu töten, um deren Lebensenergie zu bekommen. Bei 123 Parallelexistenzen hat er das bereits geschafft. Nun ist nur noch der LAPD-Polizist Gabe Law (ebenfalls Jet Li) übrig, dessen Leben fortan in großer Gefahr ist.Sein Häscher muss sich gleichzeitig dem Zugriff durch die beiden Multiversum-Agenten Roedecker (Delroy Lindo) und Funsch (Jason Statham) entziehen, die ihn in eine der Parallelwelten in eine Strafkolonie verbannen wollen. Alle Beteiligten wechseln die Parallelwelten durch Beamen: sie lösen sich auf, rasen durch kosmische Tunnels, und setzen sich "auf der anderen Seite" wieder zusammen. Alles läuft auf das Duell zwischen den zwei verbliebenen Parallelexistenzen hinaus... 

Es ist eine wirklich clevere und spannende Grundidee, welche schon im Jahr 2001 das Konzept des Multiversums auf die Leinwand brachte, in welchem identische Menschen in parallelen Universen durch ihre Lebensenergie miteinander verbunden sind (bzw. sich diese "aufteilen"), und nun ein Massenmörder all seine anderen "Ichs" in verschiedenen Universen umbringt, damit sich deren Lebensenergie auf ihn überträgt und ihm so einen gottähnlichen Zustand einbringen soll. Das ist schlichtweg genial und ein grandioser Aufhänger. Leider konzentriert sich "The One" zu sehr auf die Actionszenen, anstatt dieses Konzept konsequent zu verfolgen. Nun muss man abwägen, was einem besser gefallen möchte: überbordernde Action mit Jet Li und Jason Statham, der hier - zugegeben - noch sehr zahm unterwegs ist, oder eine Story, die sich um die Universen dreht und ddieses näher beleuchtet. Will man letzteres, hat man von vornherein verloren. Doch wenn man es schafft, seinen Ärger über die verkorkste Grundidee zu unterdrücken, dann ist der Film echt nicht schlecht - und das, obwolhl Jet Li so hölzern wie eh und je spielt und nur in den randios durchchoreographierten Actionsequenzen punkten kann. Diese sind explosiv und mit Hard Rock und Heavy Metal unterlegt, sodass sich auch ein enstprechendes Feeling einstellt. Dass das ganze Vehikel auch noch unterhaltsam bleibt, dafür sort die knackige Laufzeit von nur etwa 81 Minuten netto. Die Dialoge kommen aus der Mottenkiste, die Effekte schwanken von ganz gut bis sehr schlecht und vor allem der Showdown ist extrem affig, aber irgendwie ist der Film unterhaltsam mit anzusehen. Für einen reinen Actioner wunderbar, schade halt, dass die Idee so verballert wurde.

6,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Columbia Pictures / Sony

Donnerstag, 20. Juli 2023

Oppenheimer (2023)

https://www.imdb.com/title/tt15398776/

Als dem Physiker Julius Robert Oppenheimer (Cillian Murphy) während des Zweiten Weltkriegs die wissenschaftliche Leitung des Manhattan-Projekts übertragen wird, können er und seine Ehefrau Kitty (Emily Blunt) sich nicht vorstellen, welche Auswirkungen Oppenheimers Arbeit nicht nur auf ihr Leben, sondern auf die ganze Welt haben wird. Im Los Alamos National Laboratory in New Mexico sollen er und sein Team unter der Aufsicht von Lt. Leslie Groves (Matt Damon) eine Nuklearwaffe entwickeln - was ihnen auch gelingt. Oppenheimer wird zum "Vater der Atombombe" ausgerufen, doch dass seine tödliche Erfindung bald folgenschwer in Hiroshima und Nagasaki eingesetzt wird, lässt Oppenheimer Abstand von dem Projekt nehmen. Als der Krieg zu Ende geht, setzt sich Robert Oppenheimer als Berater der US-amerikanischen Atomenergiebehörde, die von Lewis Strauss (Robert Downey Jr.) mitbegründet wurde, für eine internationale Kontrolle von Kernenergie und gegen ein nukleares Wettrüsten ein - und gerät ins Visier des FBI....

Der theoretische Physiker Julius Robert Oppenheimer (1904-1967) stammte aus einer wohlhabenden jüdischen Familie und gab zu, ein "Mitläufer Mitläufer" der Kommunistischen Partei der Vereinigten Staaten von Amerika zu sein. Oft anfällig für Depressionen, war ein hervorragender Chemiker und Physiker sowie und ein Pionier der Quantenmechanik. Er wurde vor allem während des Zweiten Weltkriegs für seine Rolle als wissenschaftlicher Leiter des "Manhattan-Projekts" bekannt. Dieses im Jahr 1943 geheim gehaltenen Los Alamos National Laboratory in New Mexico stationierte Projekt hatte zum Ziel, die ersten Nuklearwaffen zu entwickeln. Robert Oppenheimer gilt als "Vater der Atombombe", verurteilte jedoch ihren weiteren Einsatz, nachdem er die Folgen ihres Einsatzes gegen die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki gesehen hatte. Nach dem Krieg arbeitete Robert Oppenheimer als Berater der 1946 neu gegründeten Atomenergiebehörde der Vereinigten Staaten und nutzte diese Position dazu, sich für eine internationale Kontrolle der Kernenergie und gegen ein nukleares Wettrüsten zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten einzusetzen. Nachdem er sich mit seinen politischen Ansichten das Missfallen vieler Politiker während der McCarthy-Ära zugezogen hatte, wurde ihm am 29. Juni 1954 die Sicherheitsberechtigung entzogen. Von direkter politischer Einflussnahme ausgeschlossen, setzte er seine Arbeit als Physiker in Forschung und Lehre fort. Knapp ein Jahrzehnt später wurde Robert Oppenheimer 1963 durch Präsident Lyndon B. Johnson als Zeichen seiner politischen Rehabilitierung der Enrico-Fermi-Preis verliehen.

In Christopher Nolans zwölftem Spielfilm mit dem Titel "Oppenheimer" spielt Cillian Murphy die Rolle von J. Robert Oppenheimer. Autor und Regisseur Paul Schrader bezeichnete "Oppenheimer" als "den besten und wichtigsten Film dieses Jahrhunderts". Und man kann ohne Umschweife behaupten, dass, wenn man nur einen Film im Jahr sehen will, es "Oppenheimer" sein sollte. Dazu muss man auch kein Nolan-Groupie sein, aber dieser Film reißt einfach die Türen aus den Angeln. Nolan klammert in seinem Film grob aus, was in Oppenheimers Jugend oder in seinem Ruhestand geschah, und konzentriert sich auf das, was im Mittelpunkt des nach der gleichnamigen Figur benannten Biopics steht. Soweit es die eher elliptische Struktur des Films zulässt, geht es dem Filmemacher um die Frage, ob Wissenschaftler sowohl vor ihrem eigenen Gewissen als auch vor dem Rest der Menschheit für die Nutzung ihrer Erfindungen durch Politiker verantwortlich sind.

Nolans Antwort auf seine eigene Frage liefert er in drei Stunden, brillant wie immer, wenn auch mit einem Hang zur Konzeptualität und mit einem Nachdruck, der wie immer dazu führt, dass seine Filme meist in übertrieberer Ausdrucksweise versinken. Angesichts des aktuellen Hollywood-Trends zu infantilisierten Filmen könnte man dafür jedoch fast dankbar sein. Das neue Werk des Regisseurs ist ein sanfter Ausdruck der Formel, die drei Epochen in einer Art chronologischer Verflechtung nebeneinander stellt, wobei jede Epoche mit einem Rückblick auf die vorhergehende beginnt. Nolans clevere Herangehensweise, die den Zuschauer auch schon in Filmen wie "Inception" oder "Tenet" zum Stauenen brachte, weil sich die Abfolge wie eine Matrjoschka anfühlt, wirft auch in "Oppenheimer" nur langsam Licht auf eine sich beim Zuschauer einschleichende Verwirrung. Der längste und letzte Abschnitt - vollständig in Schwarz-Weiß präsentiert - beschreibt das Auftreten von Robert Downey Jr.. Er ist der doppelzüngige Vorsitzende der Atomenergiekommission Lewis Strauss, die die Rolle untersucht, die er bei der Amtsenthebung Oppenheimers einige Jahre zuvor gespielt hat. Es stellt sich heraus, dass Strauss, ein fanatischer Konservativer, der auch von Oppenheimer öffentlich gedemütigt worden war, eine besonders schädliche Aussage macht, die gleichermaßen von Ideologie und persönlichem Groll motiviert ist. Und allein solche Dinge sind, es, die "Oppenheimer" auszeichnen.

Das Hauptereignis ist aber die erschreckende erste Demonstration: der "Trinity"-Atomtest in der Wüste von New Mexico im Juli 1945, bei dem Oppenheimer im Stillen über die Zeilen Vishnus aus der Hindu-Schrift Bhagavad-Gita nachgedacht haben soll (und später im Fernsehen intonierte): "Jetzt bin ich der Tod geworden, der Zerstörer der Welten...". Das ist der Urknall, und niemand hätte ihn größer und überwältigender machen können als Nolan. Er tut dies, ohne es einfach in einen Action-Stunt zu verwandeln - obwohl dieser Film bei all seiner Kühnheit und seinem Ehrgeiz nie ganz das Problem seiner eigenen Stumpfheit löst: Er füllt das Drama so ausführlich mit den Qualen des genial-funktionären Oppenheimer auf Kosten der Darstellung der japanischen Erfahrung und der Menschen in Hiroshima und Nagasaki. Nolan bewegt sich in der Zeit vor und zurück, auf beiden Seiten der historischen Feuerpause von 1945, und zeigt Oppenheimers Anfänge als junger Wissenschaftler, einsam und unglücklich, elektrisiert von den neuen Entwicklungen in der Quantenmechanik, der nie Mitglied der kommunistischen Partei wurde, dessen Antifaschismus aber seinen Wunsch beflügelte, die Bombe zu entwickeln, bevor die Nazis es konnten, und der die Arbeit von Hunderten von Wissenschaftlern leitete.

Später, in den 50er Jahren, ist da der desillusionierte, kompromittierte Administrator, der von den McCarthy-Anhängern wegen seiner kommunistischen Verbindungen verfolgt wird, der von seiner eigenen sinnlosen Berühmtheit angewidert ist, von seinem Versagen, nach dem Krieg eine internationale Atomkontrolle zu etablieren, und von einem einzigen verleugneten Gedanken: Die Nazis kapitulierten, lange bevor es irgendeinen Hinweis darauf gab, dass sie die Waffe besaßen, und die Bombardierung der besiegten Japaner in Hiroshima und Nagasaki diente lediglich dazu, die Russen mit einer rücksichtslosen Demonstration der nuklearen Meisterschaft der USA einzuschüchtern. Cillian Murphy sieht Oppenheimer unheimlich ähnlich, mit seinem Markenzeichen, dem Hut und der Pfeife, und es gelingt ihm sehr gut, sein Gefühl der Einsamkeit und der emotionalen Gefangenschaft einzufangen, indem er dem Zuschauer den Oppenheimer-Millionenblick schenkt, mit den großen Augäpfeln in einem hageren Schädel, der Dinge sieht und voraussieht, die er nicht verarbeiten kann.

Matt Damon ist der barsche Generalleutnant Richard Groves, Oppenheimers militärischer Betreuer; Kenneth Branagh ist sein genialer wissenschaftlicher Held und Mentor Niels Bohr; Florence Pugh spielt seine Geliebte Jean Tatlock, deren Herz er gebrochen hat, während Emily Blunt seine von ihm ebenfalls schlecht behandelte (und stark dem Alkoholismus zugeneigte) Frau Kitty spielt. Letztere beweist aber vor allem im letzten Akt ihre Scharfsinnigkeit und lässt beim Zuschauer die Kinnlade herunter klappen. Tom Conti spielt den traurig-abgehobenen Albert Einstein, und man muss sagen, dass Nolan, ob zu Recht oder zu Unrecht, nicht-jüdische Schauspieler für Oppenheimer und Einstein, zwei der berühmtesten jüdischen Menschen der Geschichte, einsetzt und den Antisemitismus, dem Oppenheimer als assimilierter, säkularer, amerikanischer Jude ausgesetzt war, nicht ganz in den Griff bekommt. Es gibt eine furchtbar ergreifende Szene, die Oppenheimers prägende Erfahrung als unglücklicher Doktorand in England am Christ's College in Cambridge zeigt. Er erlitt so etwas wie einen psychotischen Zusammenbruch und ließ einen vergifteten Apfel auf dem Schreibtisch seines gereizten Vorgesetzten Patrick Blackett (James D'Arcy) liegen, den Blackett glücklicherweise nicht bemerkte und nicht aß. Nolan lädt kühl dazu ein, dies als Gleichnis für das verlorene Eden einer unschuldigeren Vorkriegsphysik zu sehen, mit Oppenheimer als Schlange mit Adams törichter Unschuld. Und natürlich gibt es die schleichende biografische Ironie: wie furchtbar nah Oppenheimer daran war, jemanden mit eigener Hand zu töten.

Die geballte Ladung Angst wird aber in einer Szene geliefert, die Nolan auch mit unverblümtem Gusto behandelt. Nach der erfolgreichen Zündung der Hiroshima-Bombe zeigt Murphy den schockierten Oppenheimer, der aber auch erkennt, dass er vor einem Publikum von jubelnden Kollegen und Untergebenen sprechen muss. Er weiß, dass es seine Pflicht als Führungskraft ist, ihnen zu gratulieren und optimistisch zu sein. Er stammelt eine dumme Bemerkung darüber, dass es den Japanern "nicht gefallen hat", merkt dann, wie gefühllos das war, und beginnt, das Grauen zu halluzinieren. Der Hintergrund verschwimmt, alles dröhnt. Natürlich hat Oppenheimer den tatsächlichen Einsatz seiner Waffe nicht miterlebt, er hat nie etwas gesehen, das zum Tod wurde, zum Zerstörer von Welten, und Nolan beschließt, auch hier wegzusehen, in den USA zu bleiben, bei Oppenheimer selbst zu bleiben, in seiner plötzlichen tragischen Bedeutungslosigkeit.

Der vielleicht wichtigste Moment des Films ist derjenige, der seine eigene Schwäche anspricht: die legendäre Nachkriegsbegegnung im Oval Office des Weißen Hauses zwischen Oppenheimer und Präsident Harry S. Truman (gespielt von Gary Oldman), dem Mann, der die endgültige exekutive Entscheidung zum Abwurf der Bombe traf. Nolan und Murphy zeigen, wie sich Oppenheimer wie ein verängstigter kleiner Junge in die Couch vor ihm verkriecht und offenbar so etwas wie Absolution vom Präsidenten will und murmelt, er habe das Gefühl, "Blut an den Händen zu haben". Wütend und verblüfft sagt Truman ihm knapp, dass er als Präsident für all das verantwortlich sei, und stellt eine sehr berechtigte Frage: Glaubt Oppenheimer, dass es die Japaner interessiert, wer die Bombe gebaut hat? Nein, sie wollen wissen, wer sie abgeworfen hat. Es stimmt: Die Konzentration auf Oppenheimer ist faszinierend und gleichzeitig nebensächlich für die Geschichte.

Und am Ende zeigt Nolan dem Publikum, wie die herrschende Klasse der USA Oppenheimer nicht verzeihen konnte, dass er sie zu Herren des Universums gemacht hat, wie sie es nicht ertragen konnte, in der Schuld dieses liberalen Intellektuellen zu stehen. Oppenheimer verliert sich auf ergreifende Weise in der kaleidoskopischen Masse der gebrochenen Blicke: der Opfer-Heldenfetisch des amerikanischen Jahrhunderts. Ein grandioses Biopic, aber das durfte man auch erwarten.

9,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Textauszüge: Wikipedia

Mittwoch, 19. Juli 2023

Journey 2: The Mysterious Island - Die Reise zur geheimnisvollen Insel (2012)

https://www.imdb.com/title/tt1397514/

Sean (Josh Hutcherson) hat viel erlebt. Nachdem er bereits mit seinem Onkel zum Mittelpunkt der Erde reiste, steht nun die nächste Reise an. Zusammen mit seinem Stiefvater in spe, Hank Parson (Dwayne Johnson), hat es sich Sean zur Aufgabe gemacht, eine mysteriöse Insel zu finden, von der sein verschollener Großvater (Michael Caine) stets erzählt hat. Zusammen machen sie sich auf den Weg, die Spur eines Funkspruchs zu verfolgen. Schon bald stoßen die hübsche Kailani (Vanessa Hudgens) und der Pilot Gabato (Luiz Guzman) der Reisegemeinschaft hinzu, denn ohne fremde Hilfe würden Sean und Hank nicht weit kommen. Bevor sie gemeinsam mit einem Helikopter zum Ort des abgegebenen Funkspruchs fliegen können, werden sie von einem Unwetter zur Notlandung gezwungen. Glücklicherweise finden sie sich am Strand einer Insel wieder – Der geheimnisvollen Insel. Doch die atemberaubende Schönheit der Insel täuscht. An vielen Ecken lauern Gefahren, die die kleine Gruppe vor ganz neue Herausforderungen stellen. 

Der Nachfolger von "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" von 2008 ist genau das, was man nach der Beschreibung erwarten würde: anspruchslose Abendunterhaltung mit einer schon bald stakkatoartig abhakenden Aneinanderreihung von Szenen, mit denen sich der Zuschauer nach einem anstrengenden Tag einfach berieseln lassen kann. Abenteuerfilme gehen ja eigentlich immer, ebenso wie Dwayne "The Rock" Johnson, der zwar niemals einen guten Schauspieler abgibt, dafür aber mit seiner muskulösen Präsenz und seiner liebenswerten Art vor allem in solchen Komödien / Familienfilmen immer einen Sympathieträger darstellt.

Der Film gibt dem Zuschauer dann letztendlich auch ungefähr das, was man erwartet. Natürlich handelt es sich hier um alles andere als einen herausragenden Streifen, für kurzweilige Abenteuer-Unterhaltung sorgte der Film aber definitiv. Die tropischen Kulissen schwanken zwischen nett anzuschauen und CGI-Untergang. Sowieso ist hier fast jede Kleinigkeit animiert und der Film wirkt optisch etwas anstrengend. 

Zumindest ein kleines bisschen Charme kann man dem Ganzen dann aber doch nicht absprechen, vor allem weil der Film durch seine Jules Verne Anspielungen an alte Abenteuerfilme und -bücher erinnert. Zudem macht die Truppe um Dwayne Johnson, Vanessa Hudgens und Luiz Guzman mit voranschreitender Handlung auch zunehmend Laune. Da fällt es auch nicht so ins Gewicht, dass der Hauptdarsteller Josh Hutcherson recht unsympathisch und hölzern daherkommt. Gerade für die jüngere Zielgruppe könnte "Die Reise zur geheimnisvollen Insel" schon seinen Reiz haben. Und auch als Erwachsener ist es doch manchmal einfach ganz angenehm, so eine entspannte, leichtherzige und sich nicht zu ernst nehmende Kost zu konsumieren.

5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Warner Bros.