Sonntag, 9. Juni 2019

Ballon (2018)

https://www.imdb.com/title/tt7125774/

Die Familien Strelzyk und Wetzel leben in der DDR und wollen weg. Im Sommer 1979 ist es so weit: Nach zwei Jahren harter Arbeit starten Peter (Friedrich Mücke), seine Frau Doris (Karoline Schuch) und ihre beiden Kinder (Jonas Holdenrieder und Tilman Döbler) sowie das Ehepaar Günter (David Kross) und Petra (Alicia von Rittberg) mit seinen zwei Söhnen (Ben Teichmann und Christian Näthe) endlich ihren Fluchtversuch in einem selbstgebauten Heißluftballon. Doch die Flucht aus ihrer Heimat in Thüringen endet kurz vor der innerdeutschen Grenze, als der Ballon abstürzt. Die beiden Familien arbeiten fieberhaft an einem neuen Ballon, denn mittlerweile ist ihnen die Stasi auf die Schliche gekommen und beginnt mit den Ermittlungen. Noch kennt die DDR-Geheimpolizei den Absturzort nicht, doch die Schlinge zieht sich immer enger zu. Es beginnt ein gnadenloser Wettlauf gegen die Zeit...

Michael 'Bully' Herbig sollte öfter ernste Filme machen. Mit "Ballon" liefert er einen ernsten, emotionalen und auch spannenden Thriller ab. Mit authentischer Detailverliebtheit und einer stimmungsvollen Inszenierung holt er den Zuschauer ins Jahr 1979 und lässt ihn die spektakuläre Ballonflucht hautnah miterleben. Mit seiner Verfilmung gelang ihm damit spannendes und unterhaltsames Kino, wie man es im deutschen Film mit der Lupe suchen muss. Keine Spur von den oft anzutreffenden "Tugenden" (verkopftes oder banales Dauergeschwafel, zähe Plots, stagnierende Handlung, hölzerne Inszenierung, amateurhaftes Acting usw.), sondern eine stringent umgesetzte, überzeugend gespielte Handlung, basierend auf einer wahren Geschichte, die den Zuschauer beschäftigt und keine Minute Langeweile aufkommen lässt. Der Wunsch der Flucht war in der ehemaligen DDR allgegenwärtig. Doch es wird kaum beleuchtet, warum gerade diese Familien ihre Kinder und sich selbst in solch große Gefahren bringen. Ist das wichtig? Kaum.

Denn besonders gelungen ist die Darstellung der ständigen Bedrohung durch den DDR-Spitzelstaat, wozu auch der passend gewählte Score beiträgt. Man hat das mulmige Gefühl der Angst im Magen. Man zweifelt. Ist diese Person ein Stasi-Mitarbeiter? Oder der? oder die? Man bekommt regelrecht Angst. Angst, entdeckt zu werden und kann nachfühlen, wie es den "Republikflüchtigen" ergangen sein muss. Nach einem misslungenen Versuch, bei dem der erste Ballon zurückblieb, war klar, dass die Behörden hinter den beiden Familien her waren und es nicht mehr lange dauern konnte, bis die Stasi vor der Tür steht. Um so etwas durchzuziehen, braucht man Nerven wie Drahtseile, was gut umgesetzt wurde. Auch Faux-pás und dumme Fehler, die in so einer angespannten Lage zwangsläufig geschehen, wurden hervorragend fokussiert. Herbig beleuchtet fiktiv auch die Ermittlerseite und lässt sie die Schlinge immer enger ziehen, während die beiden Familien mit Problemen beim Bau ihres Ballons zu kämpfen haben. Ein kluger Dramaturgie-Schachzug, der zum Ende hin allerdings etwas in die Überdramatisierung driftet und dafür im Ablauf stellenweise die Nachvollziehbarkeit opfert.

Leider stützt sich der Film lediglich auf die Erzählungen von Peter Strelzyk. Auf seiner Seite, ballonflucht.de, wird die komplette Geschichte vom Konstrukteur des Ballons, Günter Wetzel, selbst dargestellt - und die ist etwas anders als im Film. Nun mag hier Aussage gegen Aussage stehen, wer nun was wie wann gebaut und die Idee dazu gehabt hat - am Film ändert sich deswegen nichts. "Ballon" ist ein Stück deutscher Geschichte und ein technisches Husarenstück, geboren aus Freiheitsdrang, womit mutige und findige Bürger den Überwachungsstaat austricksten - Bully Herbig setzte ihnen ein würdiges Denkmal. Da kann man kaum anders, als den Hut zu ziehen und zu sagen: Da capo!

9,5/10

Samstag, 8. Juni 2019

Dark Phoenix - X-Men: Dark Phoenix (2019)

https://www.imdb.com/title/tt6565702/

Etwa zehn Jahre nachdem sie es mit dem ebenso mächtigen wie machthungrigen Mutanten Apocalypse aufgenommen haben, sind die X-Men rund um Charles Xavier (James McAvoy) zu Helden geworden. Doch der damit einhergehende Ruhm steigt dem an den Rollstuhl gefesselten Telepathen zu Kopf, so dass er seine Schützlinge auf immer gefährlichere Missionen schickt. Für ihren jüngsten Auftrag schickt er Mystique (Jennifer Lawrence), Beast (Nicholas Hoult), Storm (Alexandra Shipp), Nightcrawler (Kodi Smit-McPhee) und Quicksilver (Evan Peters) ins Weltall, wo sie einige verunglückte Astronauten retten sollen. Doch dabei wird ihr Raumschiff von einer Sonneneruption getroffen, die Jean Grey (Sophie Turner) zwar absorbieren und umlenken kann. Aber durch die enorme Energie erwacht eine mysteriöse Macht in ihr: die Phoenix Force. Jeans neue Kräfte lassen sich nur schwer kontrollieren und rufen schließlich auch eine außerweltliche Gestaltwandlerin (Jessica Chastain) auf den Plan, die Jagd auf sie macht...

"Dark Phoenix", das mittlerweile vierte Installment der neuen "X-Men"-Reihe ist vor allem ein Film über Persönlichkeitswandel und Verantwortung, der seine Thematik primär auf den Schultern von Jean Grey (Sophie Turner) und Charles Xavier (James McAvoy) (und am Rande vielleicht sogar noch Erik Lehnsherr (Magneto, Michael Fassbender)) zum Tragen bringt. Die Weltenrettung aus "X-Men: Apocalypse" hat die X-Men um Kurt Wagner (Nightcrawler, Kodi Smitt-McPhee) und Peter Maximoff (Quicksilver, Evan Peters) zu Helden des Alltags gemacht. Die Mutanten werden nicht mehr verfolgt, sondern gefeiert, der Präsident schüttelt mit Charles auf offiziellen Banketten die Hand und hat einen direkten Telefonanschluss für Notfälle. Raven (Mystique, Jennifer Lawrence) ist einerseits der immer riskanter werdenden Missionen überdrüssig, die andererseits auch noch das Leben der Mutanten für die normale Bevölkerung riskieren. Charles wiederum sieht den Superhelden-Status auf Abruf seiner jungen Schüler als simpelste Form der Akzeptanz an.

Als sich im Verlauf Jean zu "Dark Phoenix" entwickelt und dabei Angriffe auf die Staatsgewalt folgen, wandelt sich dieses Bild wieder (zu) schnell ins Gegenteil. Vergessen sind auf Knall und Fall die Einsätze der X-Men, die zum Beispiel das Leben der Astronauten auf der "Endeavour" retteten. Wie genau diese Wandlung vollzogen wird, wird jedoch nicht klar, da sich vor allem die jüngeren (aber auch älteren) "X-Men"-Filme nie wirklich mit dem Thema der Diskriminierung, die dem Comic innewohnte, auseinandersetzen wollten. Das ist prinzipiell auch nicht notwendig, um das Kinopublikum zu unterhalten, doch wenn man die Thematik schon anreißt, dann muss man sie auch behandeln. In "Dark Phoenix" sieht man aber – wie, fairerweise in den Filmen zuvor auch – keine wirklichen Vertreter jener Schicht Mutanten, die im Comic als Morlocks aufgrund ihres Aussehens als soziale Außenseiter im Untergrund hausen.


Stattdessen sieht "Xavier’s School for Gifted Youngsters" aus wie ein Internat für die reiche weiße Oberschicht. Wo man es von Hank (Beast, Nicholas Hoult) gewohnt ist, dass er sich seine mutierte Form für X-Men-Aktivitäten aufhebt, befremdet es etwas, dass auch Raven hier ihr natürliches Erscheinungsbild alsbald für die blonde Schönheit von Jennifer Lawrence aufgibt. Außer Kurt hätte eigentlich niemand von ihnen sichtbare Probleme, in der Gesellschaft unterzutauchen, weshalb die Schule als Refugium und Ersatzfamilie in "Dark Phoenix" nicht recht funktionieren will. Was reichlich seltsam ist, klappt dies in den vorigen Filmen doch auch. Unklar ist zudem, wieso sich alle Figuren mit ihren Real- statt Codenamen ansprechen, mit Ausnahme der afrikanischen Ororo (Alexandra Shipp), die stets als Storm tituliert wird. Kurz und gut: man merkt quasi sofort, dass hier eben nicht mehr Bryan Singer am Ruder stand.

Mit der Genesis von "Dark Phoenix" im Weltraum und der Integration von Vuk und den D’Bari bewegt sich Regisseur Simon Kinberg zwar näher am Originalcomic, dennoch ist seine Adaption wie schon die von 2006 zu distanziert von ihren Figuren, damit sich die Geschichte entsprechend entfalten kann. Wo man damals zumindest in "X-Men" und "X2" Zeit mit Jean verbringen konnten, wurde diese nun erst in "X-Men: Apocalypse" als Nebenfigur eingeführt. Wer sie wirklich ist, welche Bedeutung die X-Men für sie haben, wird in "Dark Phoenix" praktisch nicht erklärt. Weshalb der Wandel der Figur, ihr Trauma und ihre Zweifel, kaum Eindruck beim Zuschauer hinterlassen. Um mit Jean zu leiden, müsste man erst eine Beziehung zu ihr besitzen - welche Kinberg schlicht übergeht.


Denselben Vorwurf müssen sich auch die Gegenspieler gefallen lassen. Was die D’Bari wollen, wer sie überhaupt sind und wer Jessica Chastains Figur ist, wird in einer kurzen Szene buchstäblich im Vorbeigehen erwähnt. Die Motive der Aliens bleiben aber unklar, da sie einerseits Opfer der "Phoenix Force" (jene Kraft, die Jeans Wandlung auslöst) sind, diese aber andererseits für sich nutzen wollen. Grundsätzlich schleppen sie ihr eigenes Trauma mit sich herum, aufgrund ihrer Handlungen sind sie aber einfach nur die Bösen. Es verwundert daher nicht, dass sie abseits von Jessica Chastain allesamt austauschbar sind und nur als Futter für Kampfszenen gegen die X-Men-Gruppe im Verlauf des dritten und finalen Aktes dienen.

Das Problem von "X-Men: The Last Stand" und "Dark Phoenix" ist damit weniger die "Dark Phoenix"-Saga, sondern die überhastete Herangehensweise an diese. Nur wenn Jean als Figur etabliert ist, genauso ihre Beziehung zu den übrigen X-Men, kann das Publikum die Tragik ihres Schicksals so ergreifen, wie sie es sollte. Stattdessen wendet sich beispielsweise Ororo nach einem dramatischen Vorfall augenblicklich von einer Figur ab, mit der sie die letzten neun Jahre verbracht hat. Wenn dies schon ihr so leicht fällt, warum sollte es dem Zuschauer, der diese Jean nur aus einem Film kennt, schwerer fallen? Ähnlich verhält es sich dann, wenn Erik einige seiner Mitstreiter mit auf seine Mission nimmt, diese aber nicht einmal bei ihren Namen/Codenamen genannt werden.


Wo die Ausarbeitung der Figuren scheitert, macht es die Action nur wenig besser. Die Weltraum-Mission zu Beginn ist eher Mittel zum Zweck, die übrigen Set-Pieces beschränken sich zwar darauf, nicht ins episch Weltzerstörerische abzudriften wie zuletzt in "X-Men: Apocalypse", wissen in ihrer Zentrierung aber auch keine rechte Wucht zu entfalten. Unklar bleibt dabei stets die inkonsistente Darstellung der jeweiligen Mutantenkräfte: behauptet Kurt/Nightcrawler im einen Moment, er müsse sehen, wo er hinteleportiert, gelingt ihm dies später aber auch so. Ähnlich Erik, der im zweite Aktes merklich Mühe hat, einen U-Bahn-Zug durch die Straßendecke an die Oberfläche zu befördern, im Finale aber einen ganzen Zugwaggon problemlos wie ein Stück Papier zerknüllt. Das nervt und wirkt wenig konsistent.

Wusste "X-Men: Apocalypse" immerhin mit Fanservice zu gefallen und zu unterhalten, will bei "Dark Phoenix" nicht einmal das gelingen. Vielleicht wäre hier eine Integration von Lilandra und den Shi’ar besser gewesen als von Vuk und den D’Bari. Aber auch die Tatsache, dass "Dark Phoenix" nach "X-Men" sowie "X-Men: The Last Stand" mit unter zwei Stunden die kürzeste Laufzeit hat, ist bei der Etablierung der Prämisse, Zusammenhänge und Ausmaße nicht allzu dienlich, da die Geschichte noch weniger Raum zur Entfaltung erhält als dies bereits der Fall ist. Sophie Turner wirkt sichtlich bemüht, ihrer eindimensionalen Figur soweit es geht etwas Dreidimensionalität zu verleihen, was sich von Jessica Chastain wiederum nicht sagen lässt.


Am einprägsamsten ist da noch Hans Zimmers musikalische Untermalung sowie ein minimal stärkerer Fokus auf Kurt/Nightcrawler, der an die Eröffnungsszene von "X2" erinnern darf. Sowohl Jennifer Lawrence als auch Evan Peters rücken leider nach dem ersten Akt in den Hintergrund und hinterlassen eine Lücke, die von Eriks Handlangern nicht gefüllt werden kann. So ist "Dark Phoenix" am Ende wie schon "X-Men: The Last Stand" ein reichlich enttäuschender Abschluss. Es mag das einzig Gute an der Fox-Übernahme durch Disney sein, dass sich das nächste Reboot der Mutanten-Truppe, wenn es um die "Dark Phoenix"-Saga geht, wohl die nötige Zeit nehmen dürfte.

6,5/10

Von TWENTIETH CENTURY FOX erschien der Film exklusiv bei zavvi UK auch im limitierten Steelbook in 4K Ultra-HD:  

Quellen
InhaltsangabeTwentieth Century Fox
Poster/Artwork
Twentieth Century Fox

Donnerstag, 6. Juni 2019

All Quiet On The Western Front - Im Westen nichts Neues (1979)

https://www.imdb.com/title/tt0078753//

Der junge Deutsche Paul Bäumer und seine Klassenkameraden melden sich direkt nach ihrem Schulabschluss freiwillig um während des Ersten Weltkriegs den Dienst an der Waffe anzutreten. Der Enthusiasmus, der ihnen bereits von ihrem Klassenlehrer, und nun auch von ihrem Vorgesetzten, eingeimpft wird, weicht jedoch schon bald brutaler Ernüchterung als die gesamte Klasse an die Westfront berufen wird. Denn hier, wo der Krieg Realität ist, muss Bäumer mit ansehen wie einer nach dem anderen seiner Kameraden fällt...

"Im Westen nichts Neues" basiert auf dem gleichnamigen Buch ("All Quiet On The Western Front") von Erich Maria Remarque aus dem Jahr 1929. Der erste Weltkrieg war gerade vorbei, doch die Welt hatte sich noch nicht beruhigt. Keiner also, dass der Stoff, die Grausamkeiten und die Geschehnisse in Romanform nach einer Verfilmung schrien - und diese folgte auch, nur knapp ein Jahr später. Der Film aus dem Jahr 1979 ist also ein Remake, welches sich  natürlich an das Buch anlehnt, doch sich im Vergleich zum Film von 1930 etwas weiter von der Buchvorlage orientiert. Und damit sind einige Passagen zu wenig ausgeleuchtet und zu bieder abgehandelt. Die Story geht schlicht am Buch vorbei. Das allein ist kein Debakel. Aber es fehlen genau die Stellen, die einem die Sinnlosigkeiten während der Zeit wirklich vor Augen führen. Das, was in den Film gepackt wurde, wirkt dennoch zumeist stimmig und gut komponiert. Allerdings hätte es wohl nicht geschadet, wenn man die Handlung etwas mehr in den größeren Rahmen eingeordnet hätte - ein paar Datums- und Ortsangaben wären da vielleicht schon genug gewesen. Denn so wie die Darstellung gewählt ist, hängt "Im Westen nichts Neues" zu sehr in der Luft - man kann sich nur an kleinen Details wie dem Wechsel der Kopfbedeckungen die Hintergrundhandlung zusammenreimen - auch wenn dies als Stilmittel genutzt wurde, um die allgegenwärtige und unveränderbare Grausamkeit des Krieges auszudrücken. Doch genau in diesem Punkt versagt der Film etwas - die Grausamkeit des Ersten Weltkriegs, gerade die des Stellungskrieges, wird schlichtweg nicht genug ausgearbeitet.

Die Charakterzeichnung - und darauf liegt eindeutig das Hauptaugenmerk des Films - ist dagegen sehr interessant. Sehr klar und vor allem glaubwürdig wird die zunehmend veränderte Einstellung der jungen Soldaten dargestellt, ohne dabei jedoch wirkliche Nähe zu ihnen herzustellen. Einzelschicksale werden beleuchtet, aber nicht so weit, dass man sich mit jemandem identifizieren könnte. Auf diese Weise schafft es der Film wunderbar, persönliche Eindrücke und namenloses Vegetieren und Sterben zugleich in den Mittelpunkt zu rücken - und das ist etwas, was mehr berühren kann, als jedwede Grausamkeit in Blut.

Hier versagt der Film an der im Buch beschriebenen Grausamkeit. Die Zeiten waren grausam, genau das muss auch rüber kommen. Und wenn von einem nackten Torso ohne Bein auf einem Baum die Rede ist, sollte man das auch zeigen. Was war denn so schlimm an dem Krieg? Nicht nur, dass so viele Menschen starben. Sondern auch sehr stark die Art, in der es geschah. Kurz und gut: auf gewisse Art und Weise bleibt der Schrecken des Krieges versagt. Aber dazu muss man sagen, dass auch andere, große, Filme dazu neigen. Deshalb soll man dem Film nicht absprechen, dass es sich um eine gute Umsetzung des Stoffes handelt. Denn der Verzicht auf allzu deutliche Grausamkeiten und weitgehende Anonymität sind für das Remake "Im Westen nichts Neues" der perfekte Weg, um seiner Aussage als Antikriegsfilm Nachdruck zu verleihen. Für manchen Zuschauer ist es möglicherweise auch einfach eine entschärfende und letztlich missglückte Kombination, um das Grauen des Krieges ohne Grausamkeit auszudrücken. Man kann hier durchaus zwischen beiden Ansätzen schwanken. Dem Unterhaltungswert hätte etwas mehr Realismus und Tiefe in der Darstellung sicher nicht geschadet, mehr Nachdruck hätte der Film dadurch aber vermutlich nicht bekommen, vielleicht wäre man sogar zu sehr vom Wesentlichen abgelenkt worden.

Doch letztlich ist es egal, wie man den Film letztlich aufnimmt. Jeder sollte nach der Sichtung von "Im Westen nichts Neues" mitkriegen, dass die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Krieges immer entschieden von der Perspektive des Betrachters abhängt. Ein Ansatz, der mir bei so manchem Antikriegsfilm deutlich zu kurz kommt, hier unterschwellig aber stark anklingt.

7/10

"Dieses Buch soll weder eine Anklage noch ein Bekenntnis sein.
Es soll nur den Versuch machen über eine Generation zu berichten, 
die vom Kriege zerstört wurde - auch wenn sie seinen Granaten entkam."
- E.M. Remarque -

Mittwoch, 5. Juni 2019

Married With Children - Eine schrecklich nette Familie, Season 07 (1993)

https://www.imdb.com/title/tt0092400/

Zu Beginn der Staffel wird die Bundy-Familie um eine weitere Person, den Jungen "Sieben", erweitert. Der Versuch mit einer neuen Person alte Handlungsweisen der inzwischen erwachsenen Kinder Kelly und Bud wieder aufzunehmen, funktionierte aber nicht. Sieben verschwand nach vier Folgen kommentarlos. Später taucht er als Vermisstenbild auf einer Milchtüte auf, die immer nur mit Wasser nachgefüllt wird und ansonsten das Lindbergh-Baby zeigt. In der Folge 141 – "Begrabt mich neben Fuzzy" ("Death Of A Shoe Salesman") ist der Schauspieler Dan Castellaneta zu Gast, der Homer Simpson im Original seine Stimme leiht. Des Weiteren veröffentlicht Peggy eine Zeichnung von Al in der Folge 147 – "Der Mann mit der leeren Hose". In der Folge "Peggy und die Piraten" erzählt Peggy dem kleinen Sieben eine Piratengeschichte, wo die Bundys, die D’Arcys und sogar Steve Rhoades mitspielen. In der Folge "Altrocker" gibt sich Al als Rockstar aus, damit er am Flughafen in die Erste Klasse kommt. Dort trifft er auf berühmte Rockstars (Richie Havens, Spencer Davis, John Sebastian, Mark Lindsay, Robby Krieger und Peter Noone). In der Folge "Die Altenspiele" gibt sich Al als 65-Jähriger aus, damit er bei den Seniorenmeisterschaften mitspielen kann. Am Ende gewinnt er. Kelly bekommt ihren ersten festen Job als Kellnerin. Ihr Arbeitgeber wird von Brian Doyle-Murray gespielt. Weitere Gastauftritte haben Linda Blair und Bobcat Goldthwait als Eltern von Sieben, David Boreanaz als Frank ("Die Bundys im Kino"), sowie Charlene Tilton als Fitness-Trainerin ("Wenn ich mich zur Ruhe setze...").

https://www.imdb.com/title/tt0642324/
7.1 Die magische Sieben (Magnificent Seven)
Al Bundy steht ein nervender Besuch ins Haus: Auf Peggys Cousine Ida Mae und deren Mann Zemus ist er vorbereitet. Doch die beiden bringen ihren fünfjährigen Sohn namens Sieben mit. Sieben hat alle schlechten Eigenschaften seiner Eltern geerbt. Wenig später gehen Ida Mae und Zemus Zigaretten holen – und verschwinden. Schlimm genug, dass die Bundys jetzt mit dem unmöglichen Kind dasitzen. Doch dann nennt der Bengel Al auch noch Daddy! - 6,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0642383/
7.2 Samstagabend bei den Bundys (T-r-a-something-something Spells Tramp)
Samstagabend: Peggy möchte mit Al einen draufmachen – und nicht fernsehen. Und Bud? Er hat ein Rendezvous mit einem Mädchen, das mit Masern zu Hause das Bett hüten muss. Kelly wird von ihrem Typen aus dem Auto geworfen, weil sie mit ihm nicht "kooperieren" will. Und das fünfzehn Meilen außerhalb Chicagos. Kelly trifft zwei Freundinnen, denen es ebenso ergangen ist. Der Typ kommt zurück, und mit einer List klauen ihm die Mädchen den Wagen. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642267/
7.3 Jeder Bundy hat einen Geburtstag (Every Bundy Has A Birthday)
Peggy findet, der unfreiwillige Familienzuwachs Sieben müsse in die Schule. Dabei fällt ihr auf, dass sie nicht einmal sein Geburtsdatum weiß. Kurzerhand setzt sie Siebens Geburtstag auf den nächsten Tag fest. Doch jetzt protestiert Al: Das wäre endlich sein Geburtstag gewesen, der jahrelang nicht mehr gefeiert worden ist. Doch stattdessen will Peggy nun Siebens "Geburtstag" in einem öffentlichen Park feiern – was Probleme macht, denn dort feiert schon eine andere Familie... - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt0642216/
7.4 Al oben ohne (Al On The Rocks)
Weil Peggy die Ersparnisse ausgegeben hat, die für die Hypothekenzahlungen gedacht waren, muss Al einen Nebenjob annehmen. Er bekommt eine Stelle als Barkeeper in einer Oben-ohne-Bar. Er ahnt allerdings nicht, dass dies eine Frauenbar ist – und er oben ohne bedienen muss. Doch Al macht sich so gut, dass er unversehens zum Schwarm seiner weiblichen Gäste wird. Als Peggy Zettel mit Telefonnummern fremder Frauen findet, verlangt sie von Al, dass er den neuen Job aufgibt. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642432/
7.5 Reizwäsche (What I Did For Love)
Peggys eheliches Liebesleben braucht mal wieder Auffrischung. Marcy rät ihr, sich im Kaufhaus nach Reizwäsche umzuschauen. Mit dem Versprechen, Essen einzukaufen, luchst Peggy Al Geld ab. Anstatt mit Lebensmitteln tanzt Peggy mit einem verführerischen Negligé an. Doch Al bleibt von den Dessous völlig unbeeindruckt. Sie gibt auf und kocht für Al. Und bei ihm geht die Liebe durch den Magen! Am Ergebnis gemessen, findet Peggy jedoch das Kochen viel zu aufwändig. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642272/
7.6 Buds verzweifelte Suche (Frat Chance)
Bud ist auf der Jagd nach einem Rendezvous mit einem Mädchen. Er mixt sich ein besonderes Deo zusammen. Doch auch das zeigt nicht den gewünschten Erfolg. Da bringt ihn Jefferson auf eine Idee: Er wird eine Studentenverbindung gründen, und dann werden die Girls schon angelaufen kommen. Bud versucht, die besten Studenten für seine Verbindung zu gewinnen – vergeblich. Es erscheinen nur zwei Männer: ein Kioskverkäufer und ein Rentner. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642390/
7.7 Für Bier gegen Wein (The Chicago Wine Party)
Al hört, dass bei der kommenden Wahl auch über eine neue Biersteuer abgestimmt werden soll. Ihm ist klar: Dagegen muss gekämpft werden! Marcys politische Argumente werden einfach vom Tisch gefegt. Al verdonnert seine Familie dazu, geschlossen gegen diese Biersteuer zu stimmen. Doch nach der Wahl gibt es ein böses Erwachen: Die Mehrheit war für die Steuer. Nun initiiert Al einen Marsch durch Chicago – und davor bekommt sogar der Stadtrat Angst. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642311/
7.8 Kellys neuer Job (Kelly Doesn’t Live Here Anymore)
Rechnungen belasten den Bundy-Haushalt – also spendet Al eine doppelte Menge Blut. Anschließend vertritt er die seltsame Meinung, dass auch die übrigen Familienmitglieder zum Budget beitragen könnten. Peggy hat ein gutes Argument dagegen: In ihrer Familie hat noch keine Frau gearbeitet. Kelly ist bereit, mit dieser weiblichen Tradition zu brechen und nimmt eine Stelle als Bedienung an. Ein Gutes hat das: Sie bringt die Essensreste aus dem Restaurant mit nach Hause. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642364/
7.9 Altrocker (Rock Of Ages)
Al ist Verkäufer des Monats geworden und hat als ersten Preis ein Erster-Klasse-Ticket nach Hawaii für eine Person gewonnen. Doch Peggy hat sein Ticket in Standby-Tickets für die ganze Familie umgetauscht – aus der Traum! Aber dann sieht er, wie der Altrocker John Sebastian ohne Ticket im Warteraum der Ersten Klasse verschwindet. Mit Perücke versucht Al, als Axl Bundy zu den Musikern Richie Havens, Spencer Davis, Robby Krieger, Mark Lindsay und Peter Noone zu gelangen... - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642254/
7.10 Begrabt mich neben Fuzzy (Death Of A Shoe Salesman)
Al sieht sich einen alten Western im Fernsehen an. Zufrieden stellt er fest, dass sein Lieblingsschauspieler Fuzzy McGee immer noch fest im Sattel sitzt. Kurz darauf wird die Nachricht eingeblendet, dass Fuzzy unlängst verstorben ist. Das veranlasst Al, über sein eigenes, bisheriges Leben nachzudenken. Dann steht sein Entschluss fest: Er verkündet, dass er neben Fuzzy und dessen Maultier begraben werden will. Ehefrau Peggy protestiert lautstark – vergeblich. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0642410/
7.11 Buds Stipendium (Old College Try)
Bud triumphiert: Er hat ein Stipendium für die Tremaine-Universität bekommen – und einen Scheck über 25.000 Dollar dazu. Auf der Bank zahlt er den Betrag ein und lässt sich dafür Scheckvordrucke geben. Al und Peggy gehen ahnungslos zur Bank. Sie wollen etwas Studiengeld auf Buds Konto einzahlen. Dann sehen sie, wie viel Geld ihr Junge auf dem Konto hat. Sie glauben, der Bank sei ein Fehler unterlaufen – heben das Geld ab und geben es aus. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642248/
7.12 Waren das noch Zeiten (Christmas)
Al verdient sich ein Zubrot als Weihnachtsmann, denn schließlich kosten Geschenke Geld. Nach Feierabend trifft er sich mit den anderen Weihnachtsmännern in der Bar. Hier erzählt er seinen Kollegen von den alten Zeiten, als er seine Familie nicht beschenkte: Er ging immer nach demselben Trick vor und spielte die Familienmitglieder gegeneinander aus. Doch dieses Jahr hat seine Familie den Trick durchschaut und Al überlistet. Er spült seinen Frust runter – und begeht eine Dummheit. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642429/
7.13 Wer küsst die Braut? (The Wedding Show)
Die Bundys sind zur Hochzeit von Cousin Jimmy eingeladen. Während Peggy Al mit ihren Kleidersorgen nervt, lässt sich Bud von Kelly Anmachtipps geben. Vor der Feier verschwinden die Brautjungfern, um sich in schwarze Lederminiröcke zu kleiden. Als ein fremdes Mädchen Bud nach den anderen fragt, probiert er seine Anmache aus. Mit Erfolg: Die zwei landen im Bett. Dann erst erfährt er, wer das Mädchen ist: die Braut! Und der Bräutigam ist ein psychopathischer Ex-Häftling... - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0642302/
7.14 Al fährt angeln (It Doesn’t Get Any Better Than This)
Al freut sich auf seinen Angelurlaub. Doch Peggy will mitkommen – und lädt auch Marcy ein, die gerade Zoff mit Jefferson hat. Im Ferienhaus zieht Al sich sofort auf sein Zimmer zurück. Zwischen Peggy und Marcy bricht ein gewaltiger Streit aus, der die ganze Woche anhält. Unterdessen amüsieren sich zu Hause Kelly, Bud und Jefferson mit Marcys Kreditkarte. Peggy und Marcy fahren als gute Freundinnen wieder heim, und Al bleibt zufrieden zurück. Da bricht ein Schneesturm los... - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0823063/
7.15 Wer hat Angst vorm Altwerden? (Heels On Wheels)
Al und Kelly kommen am Abend erledigt von der Arbeit nach Hause. Peggy ist in Ausgehlaune. Sowohl Tochter als auch Ehemann sind von ihrer Idee gar nicht begeistert. Bud gibt den anderen das Gefühl, zum alten Eisen zu gehören. Daraufhin kauft sich Kelly ein Motorrad – gegen den Willen ihrer Eltern. Bald wird die Maschine zur Projektionsfläche der sexuellen Fantasien aller. Peggy ergötzt sich an der Vibration des laufenden Motors; Al träumt von der Freiheit. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642331/
7.16 Der Mann mit der leeren Hose (Mr. Empty Pants)
Al liefert Peggy in ihrem Schönheitssalon ab, doch zuvor klaut sie ihm noch schnell den Geldbeutel. Während der Wartezeit zeichnet sie eine Karikatur von Al. Dieser kommt zurück, weil er seine Börse vermisst. Nun hat Peggy den Namen für die Comic-Figur: "Der Mann mit der leeren Hose". Der Verkauf ihrer Zeichnung an ein Frauenmagazin wird zu einem solchen Erfolg, dass der ahnungslose Al sich bald wundert, warum er von Passanten belächelt wird. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642438/
7.17 Du bist mein Herzblatt (You Can’t Miss)
Samstagabend: Bud ist frustriert, weil er wieder kein Mädchen abbekommen hat. Um sein Selbstwertgefühl zu schonen, will seine Familie freundlicherweise am nächsten Samstag so tun, als sei Sonntag. Doch Bud fällt nicht darauf herein. Dann passiert eine Sensation: In der Fernseh-Kuppelshow sucht die hübsche Candy ausgerechnet ihn aus, und Bud wird in die nächste Show eingeladen. Leider nimmt Candy dann doch den Trostpreis: einen muskulösen Latin-Lover. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642347/
7.18 Peggy und die Piraten (Peggy And The Pirates)
Al muss sich ins Badezimmer flüchten, denn Peggy hat ihm mit ihren erotischen Träumen den Schlaf geraubt. Sieben lässt sich von Peggy eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen. Bald beginnt Peggy, sich selbst und ihre Verwandten und Freunde in den Rollen der Piratengeschichte zu sehen. Peggy ist die schöne Scarlett, und der verwegene Captain Courage alias Al hat sie entführt. Courage verhält sich so tapfer, dass Peggy bald wieder über Al herfällt... - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt0642277/
7.19 Die Altenspiele (Go For The Old)
Al ist entsetzt: Um in den Genuss der Seniorenermäßigung zu kommen, hat Peggy an der Kinokasse behauptet, er sei 65 Jahre alt – und die Kassiererin hat nicht daran gezweifelt. Doch dann wird ihm klar, dass man als Senior Geld sparen kann. Er macht sich als Rentner zurecht und erschleicht sich einen Seniorenausweis. Al wird zu den Sportspielen der Senioren eingeladen. Er sieht sich schon als klarer Sieger gegen die Greise – doch es kommt anders... - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0642425/
7.20 Wessen Po ist das? (Un-alful Entry)
Al kann nicht einschlafen, weil Peggy ihn wieder einmal mit dem Einfordern ehelicher Pflichten belästigt. Er flüchtet sich auf die Couch und döst ein. Im Schlaf tätschelt er ein Hinterteil – im Glauben, es handle sich um Peggys Allerwertesten. Doch in Wirklichkeit streichelt er einen Einbrecher, der in das Haus eingedrungen ist. Er wacht erschreckt auf und schlägt den Dieb nieder. Wenig später hat er eine Anklage am Hals. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642330/
7.21 Die Bundys im Kino (Movie Show)
Kellys neuer Verehrer Frank erinnert die Bundys daran, dass ihre Tochter Geburtstag hat. Al gibt sich großzügig und lädt sie und die Familie ins Kino ein. Zur Überraschung aller nimmt Kelly das Angebot tatsächlich an! Im Kino muss Kelly dann entsetzt feststellen, dass Frank in Begleitung eines anderen Mädchens im Publikum sitzt. Auch Bud ist das Glück nicht hold: Seine Versuche, ein Mädchen anzumachen, enden mit blauen Augen. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0804816/
7.22 Manneskraft, die Freuden schafft (‘til Death Do Us Part)
Al enttäuscht seine Frau wieder einmal: Er bringt den ehelichen Beischlaf innerhalb weniger Sekunden hinter sich. Am Tag danach schüttet Peggy Marcy frustriert ihr Herz aus. Diese erzählt es Jefferson, und bald lacht die ganze Nachbarschaft über Al. Also ruft er seine früheren Eroberungen an und bekommt von jeder Frau die Bestätigung, dass er früher ein wilder Hengst gewesen sei. Und das hat Folgen – auch für Peggy... - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0642200/
7.23 Wenn ich mich zur Ruhe setze (Tis Time To Smell The Roses)
Al nimmt das Vorruhestandsangebot seiner Firma an – mit einer Abfindung von 12.000 Dollar. Doch seine Familie gibt das viele Geld in kürzester Zeit aus, und Al muss schon bald einen neuen Job annehmen. Es verschlägt ihn ausgerechnet wieder in ein Schuhgeschäft. Dort muss er mit drei Einwanderern namens Habib, Habib und Habib zusammenarbeiten. Diese haben eine Idee – und die wird ihnen von Al geklaut: Er kauft den Laden... - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642340/
7.24 Wer klaut hier mein Auto? (Old Insurance Dodge)
Al Bundys alter Dodge ist geklaut worden. Al ist empört: Die Versicherung will ihm fünfzig Dollar auszahlen. Jefferson weiß Rat: Im Kofferraum könnten ja einige Wertgegenstände gelegen haben. Nun geben die Bundys von der Mona Lisa bis zu einer Stradivari so ziemlich alles an, was wertvoll ist. Schließlich beträgt ihre Forderung mehrere Millionen Dollar. Als man ihnen 25.000 Dollar bietet, wird der Fund des Wagens gemeldet. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642418/
7.25 Die Nöte eines Ehebrechers (Wedding Repercussions)
Cousin Jimmy verspricht, den Mann umzubringen, der am Tage der Hochzeit mit seiner Braut geschlafen hat. Niemand ahnt, dass Bud der Schuldige ist. Jimmy bittet ihn sogar, bei der Suche nach dem Ehebrecher zu helfen. In seiner Not wendet sich Bud an Al. Dessen Rat ist simpel: einfach weiterlügen. Doch für Kelly ist Bud jetzt erpressbar. Als Bud schließlich gestehen will, ist Jimmy zu seiner Verwunderung längst an einer anderen Frau interessiert. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0642412/
7.26 500.000 Dollar für Al (The Proposition)
Coco ist mit Kosmetikprodukten reich geworden. Die Bundys sehen Coco im Fernsehen und glauben Al kein Wort: Dieser behauptet nämlich, zwei Jahre mit ihr befreundet gewesen zu sein. Doch Al hat nicht geprahlt: Am nächsten Tag folgt Coco seiner Einladung nach Hause. Sie bestätigt der verblüfften Familie, dass Al der Mann gewesen sei, der sie am meisten befriedigt habe. Aus diesem Grund bietet sie Peggy 500.000 Dollar für Al. - 8,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Serienjunkies
Poster/Artwork: ELP Communiations/Columbia Pictures

Montag, 3. Juni 2019

Hunter Killer (2018)

https://www.imdb.com/title/tt1846589/

U-Boot-Kapitän Joe Glass (Gerard Butler) befindet sich auf einer Rettungsmission, das in Not geratene und vermisste amerikanische Atom-Unterseeboot U.S.S. Tampa Bay zu finden. Auf der Mission geraten Glass und die Besatzung aber in das Visier des russischen Generals Dmitri Durov (Mikhail Gorevoy). Dieser hat den russischen Präsidenten Zakarin (Alexander Diachenko) gekidnappt und plant einen Putsch, der die Welt in einen Dritten Weltkrieg stürzen könnte. Um das Schlimmste zu verhindern, versuchen Glass und eine Elite-Einheit von den Navy-SEALs den Entführten zu retten und riskieren damit alles. Auf einer waghalsigen Fahrt mit ihrem U-Boot brechen sie in Richtung feindliche Gewässer auf, die unter dickem Eis liegen. Niemals ist dort ein US-amerikanisches Schiff durchgefahren. Jäger und Gejagte beginnen, einander zu belauern – nicht nur im Eismeer, auch auf dem Land und in der Luft. Bricht der dritte Weltkrieg aus oder befinden sich die Männer und Frauen um Glass bereits in einem Krieg?

Wenn man über den genüsslich zelebrierten Patriotismus im Film mal hinweg sieht ist "Hunter Killer" als Actionfilm Unterhaltung vom Allerfeinsten. Doch gerade daran müsste man sich bei Actionfilmen aus den USA längst gewöhnt haben. Die zwei Stunden Laufzeit vergehen wie im Flug. Zu verdanken hat man dies nicht nur der fabelhaften Besetzung mit Stars wie Gerard Butler, Common, Oscar-Preisträger Gary Oldman oder dem leider verstorbenen Mikael Nygvist (hier in seiner letzten Rolle), sondern auch einer über die gesamte Laufzeit hinweg gut spannenden, packenden und teilweise auch hochdramatischen Story, die nicht nur unter Wasser, sondern auch auf dem Land spielt. Abgesehen von der arg an den Haaren herbeigezogenen Geschichte macht "Hunter Killer" insgesamt viel richtig. Nun könnte man gerade dies zwar als "Werbefilm" für die übermächtige US-Streitmacht ansehen, doch "Hunter Killer" ist viel mehr.

Er zeigt einfach in einer Art Retro-Manier einen Actionfilm wie er noch in den 80er und 90er Jahren gemacht wurde - natürlich mit etwas mehr Effekt und weniger Story. Ein Vergleich mit "Jagd auf Roter Oktober" wäre demnach etwas zu weit hergeholt - und das, obwohl es Parallelen gibt. Es mangelt hier einfach an Tiefe des politischen Szenarios und am Agieren der Machthaber, doch dies war sicher auch nicht der Anspruch. Denn die Actionszenen sind große Klasse - hier lag das Augenmerk. Auf dem Wasser und unter Wasser gibt es wirklich beeindruckende Verfolgungsjagden und Gefechte, Momente voller Hochspannung und immer wieder Szenen, bei denen man sich beim Mitfiebern erwischt. Ebenfalls Actionreich und spannend sind die Kämpfe auf dem Land, die dank blutigen Schusswechseln und allerhand Explosionen schon fast dem Genre Kriegsfilm zuzuordnen sind. Ein unterm Strich zu empfehlender Mix aus U-Boot-, Polit-Thriller und Kriegsfilm.

7/10

Von CONCORDE kommt der Film auch im limitierten Steelbook:
 

Sonntag, 2. Juni 2019

Overlord - Operation: Overlord (2018)

https://www.imdb.com/title/tt4530422/

Eine amerikanische Soldatentruppe landet am Vortag des D-Days in einem nordfranzösischen Dorf, das von deutschen Truppen besetzt ist, nachdem ihr Flugzeug abgeschossen wurde. Die Alliierten, unter ihnen der von der Army eingezogene Boyce (Jovan Adepo), und Ford (Wyatt Russell), müssen sich nun hinter feindlichen Linien durchschlagen und müssen einen Radarturm zerstören. Nur so können sie ihre Kameraden, die sich am Strand befinden, unterstützen. Doch dann macht Boyce eine schreckliche Entdeckung: Unter einer Kirche haben Nazis ein Labor eingerichtet, in dem sie fürchterliche Experimente durchführen. Und bald stehen sie Gegnern gegenüber, die die Welt noch nie gesehen hat. Obwohl es nicht Boyces Autrag ist, möchte er den Menschen helfen, die zu experimentellen Wesen degradiert wurden...

Als ob der Krieg alleine nicht schon genug Horror mit sich bringen würde, kommt für die Protagonisten in dem Film zu allem Überfluss auch noch der blanke Horror in Form von Zombies aus der Nazi-Retorte hinzu. Aber vermutlich jeder Mensch wäre wahrscheinlich schon in den ersten Szenen im Flugzeug vor Todesangst gestorben. Dabei bedient  "Operation : Overloard" mal wieder ein altbekanntes, ärgerliches Klischee: Gute, aufrichtige amerikanische Soldaten bekämpfen das personifizierte Böse: sadistische, gewissenlose Nazi-Soldaten. Die Grundidee ist zudem gar nicht mal so weit hergeholt, bedenkt man die damalig enorme Zugänglichkeit der Nationalsozialisten für Okkultes.

Viel mehr kann man aber über diesen Nazi-Zombi-2. Weltkrieg-Exploitationstreifen nicht meckern. Denn er ist gut gemacht und legt nach einem eher zaghaften, langsamen Beginn (vom rasanten Opening mal abgesehen) los und hinterlässt keine Gefangenen. Löblich ist auch der weitestgehende Verzicht auf CGI-Überdruss und das Verwenden der guten alten handgemachten Effekte. Auf humoristische Züge wird fast gänzlich verzichtet, doch der Ernst steht dem Streifen durchaus gut. Der für eine FSK-16 unerwartet hohe Action- & vor allem recht grafische Splatter-Anteil sorgt für Bombenstimmung, und bei rund 38 Millionen US-Dollar Budget wissen entsprechend auch die Effekte höllisch gut zu gefallen.

Wie zu erwarten, darf man bei solchen Filmen nicht auf Logikfehler achten. Wenn man sich aber auf das Abenteuer dieses Streifens gefühlsmäßig einlässt, dann wird man auch mit einem spannenden und extrem unterhaltsamen Film belohnt. Vor allem sieht man der Produktion an, dass hier wirklich Geld hinein gesteckt wurde. Auch wenn einiges hier mehr als vorausschaubar war und man bei einigen Szenen ein Auge zudrücken musste, war der Filmgenuss eine halbwegs runde Sache. "Operation: Overlord" hebt sich somit angenehm von dem üblichen Murks dieses Genres ab und bekommt eine klare und dankbare Empfehlung.

7/10

Samstag, 1. Juni 2019

Creed II - Creed II: Rocky's Legacy (2018)

https://www.imdb.com/title/tt6343314/

Adonis Creed (Michael B. Jordan) hat es endlich geschafft. Er ist Boxweltmeister im Schwergewicht. Allerdings wird sein Erfolg ein wenig dadurch getrübt, dass er den Titel einem in die Jahre gekommenen Champion abgenommen hat, der seinen boxerischen Zenit zum Zeitpunkt des Matches schon klar überschritten hatte. Diesen Makel will sich nun Ivan Drago (Dolph Lundgren), der vor vielen Jahren Adonis' Vater Apollo Creed in einem Schaukampf durch einen Schlag getötet hat, zunutze machen. Er fordert Adonis in einer eigens einberufenen Pressekonferenz heraus, gegen seinen eigenen Sohn Viktor Drago (Florian Munteanu) in einem Titelmatch anzutreten. Der in seinem Stolz verletzte Adonis kann nicht über seinen Schatten springen und willigt ein. Allerdings ist sein bisheriger Trainer Rocky Balboa (Sylvester Stallone) mit dieser Entscheidung gar nicht einverstanden und weigert sich, seinen Schützling für den wichtigen Kampf zu trainieren. Und als ob das Training ohne Rocky nicht schon hart genug wäre, muss sich Adonis zugleich auch noch um seine schwangere Verlobte Bianca (Tessa Thompson) kümmern, die sich Sorgen darum macht, dass das Baby ihre Gehörlosigkeit erben könnte…

Hätte man 1985 dem Zuschauer erzählt, dass 33 Jahre später die Rivalität zwischen Drago und Rocky auf ausgesprochen stimmungsvolle Weise weitererzählt werden würde, hätte man sich sicher stirnrunzelnd verabschiedet. Aber genau das ist nun passiert. "Creed II" erzählt nicht nur die Geschichte von Apollo Creeds Sohn weiter, sondern auch von "Rocky IV" - und schlägt auf ebenso einfache wie wirkungsvolle Weise eine schöne Brücke zu den alten "Rocky"-Filmen. Er ist sogar noch eine Spur emotionaler als sein Vorgänger "Creed".

Das Drehbuch rund um die neu aufgelegte Konkurrenz zwischen Rocky und Drago ist gut. Hauptcharaktere wie Nebencharaktere sind stets relevant und bekommen genug Screentime. Die charakterlichen Entwicklungen vom ersten Kampf zum zweiten sind super gelungen; die Kämpfe an sich sehr gut durchgescriptet, sodass möglichst viel Drama im Spiel ist. Das Geniale an den neueren "Creed"-Filmen ist jedoch, dass jeder Charakter, ob Antagonist, Protagonist oder bedeutendere Nebenrollen wie Ivan Dragos Exfrau alle wichtiger Bestandteil des Dramas sind. So ist die Geschichte rund um Dragos Familie ebenfalls sehr interessant und rundet den Film schließlich wunderbar ab. Dabei ist das Motiv der Rache sehr wichtig und die übermittelte Nachricht daraus stets präsent.

Der Cast ist passend. Stallone als Rocky nach wie vor meisterlich. Jordan ist in seiner Rolle nun voll angekommen. Thompson kann als Freundin von Adonis weiter überzeugen. Lundgren verkörpert nach wie vor Ivan Drago. Der deutsche Boxer und Schauspieler Florian Munteanu macht seine Sache als Viktor Drago im Ring super, wenn ein wenig Charisma mehr auch nicht geschadet hätte. Schauspielerisch ist Creed II somit auf hohem Niveau.

Das Gleiche kann man auch über die Produktion sagen. Die Bilder wirken stets sehr authentisch, die Kämpfe werden sehr gut eingefangen. An passenden Stellen werden die richtigen nahen Einstellungen und ebenso gute Slow-Mos gewählt. Mit kalten und warmen Farben wird sehr klassisch, aber ebenfalls sehr passend gearbeitet. Zwar werden - wie einst bei "Rocky IV" - auch dieses Mal alte Russland-Klischees bemüht, aber Drago und sein Sohn sind differenzierter dargestellt als die Figur Dragos im Jahr 1985, wobei "Rocky IV" in gewisser Weise eine Sonderstellung in der "Rocky"-Reihe innehat, da der Film mit seinen 90 Minuten Laufzeit schon damals eher ein actionreicher Videoclip war und kaum Raum für seine Figuren bot. Diesen Raum bekommt bei "Creed II" zum Glück das ganze Ensemble, wobei der Spagat gelingt, Stallones Figur einerseits genügend Präsenz zu geben, andererseits aber auch deutlich zu machen, dass die Zukunft einer neuen Generation gehört.

"Creed II" ein sehr unterhaltsamer Film, der neben Gänsehautmomenten tolle Action und ein interessantes Drama über Rache, Einstellung und Familie bietet. Die "Rocky"-Formel funktioniert auch nach fast 45 Jahren genauso gut wie früher. Der nunmehr achte Teil der Reihe erfindet das Boxer-Drama nicht neu und ist in jeder Hinsicht vorhersehbar, macht aber zumindest damit alles richtig und erweist sich so als ein würdiger Nachfolger.

7/10

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Warner Bros./MGM/New Line Cinema