Samstag, 28. September 2019

Iron Sky: The Coming Race (2019)

https://www.imdb.com/title/tt3038708/

Vor 20 Jahren wurde die Erde durch eine nukleare Apokalypse zerstört. Damals begannen Nazis vom Mond aus einen Krieg. Nun ist die Erde unbewohnbar. Was von der Menschheit übriggeblieben ist, sitzt auf dem Mond fest, auf dem es nun ebenfalls den Bach runtergeht, denn der rettende Himmelskörper beginnt, zu zerbrechen! Die Wissenschaftlerin Obi Washington (Lara Rossi) sieht die einzige Hoffnung der Menschheit darin, ins Erdinnere zu flüchten. Dort soll es eine verborgene Stadt geben. Gemeinsam mit der Tochter von Renate Richter (Julia Dietze) und James Washington begibt sich Obi auf eine Mission. Doch in der Hoffnungsstadt stoßen sie nicht auf Verbündete, sondern auf prähumane Dinosaurier und frühere Weltherrscher. Diese haben sich unter einer menschlichen Maske bisher versteckt gehalten; doch seit Jahrhunderten kontrollieren die sogenannten „Vril“ die irdische Staatsregierung. Ihr Ziel ist die Vorherrschaft ihrer reptilen Rasse über die Menschheit...

Wie bereits im Vorgänger spielt der finnische Regisseur Timo Vuorensola mit zahlreichen Klischees und Verschwörungstheorien. In der abstrusen Geschichte der auf der Nazi-Mondbasis den irdischen Atomkrieg überlebenden Flüchtlinge, die auf der Suche nach einer Energiequelle ins Erdinnere reisen müssen, spielen Handys nicht nur wieder eine gewichtige Rolle, sie sorgen auch für die zentralen Lacher und den Charme der Fortsetzung. 

Die Story plätschert trotzdem relativ belanglos vor sich hin. Die Charaktere sind einem durch die Bank vollkommen egal und auch beim Payoff im letzten Drittel bleibt viel Potential auf der Strecke. Mit einer großen Portion mehr Mondnazi-Wahnsinn und dafür weniger Anspielungen auf einen sowieso längst vergessenen Zeitgeist wäre hier deutlich mehr drin gewesen. Noch stärker als beim Vorgänger kommt dafür die Kritik an unseren gesellschaftlichen und politischen Zuständen zu ihrem Recht, und das gänzlich ohne erhobenen Zeigefinger, sondern mit – allerdings heftigem – Augenzwinkern. Die Verschwörungstheoretiker unserer Zeit bekommen jedenfalls eine ganz lange Nase gezeigt. Dank des wie immer gut aufgelegten Udo Kier, insbesondere auch Julia Dietze sowie der auf wie erwähnt demselben hohen Niveau angesiedelten Schauwerte ist der Wiedererkennungswert hoch.

Dennoch: "Iron Sky" hatte einen gewissen Kultstatus, vom Nachfolger kann man dies nun nicht mehr behaupten. Der Versuch, eine von klassischen Abenteuerromanen inspirierte Geschichte mit dem Trash von "Iron Sky" zu kombinieren, führt zu keinem nennenswerten Ergebnis. "The Coming Race" überzeugt weder als das eine, noch das andere, es mangelt am Ende sowohl an zündenden Gags wie auch an Spannung.

5,5/10

Zum Film gab es erneut ein geprägtes und im Dunkeln leuchtendes Steelbook namens "Limitierte Stahlbuch-Ausgabe".

Mittwoch, 25. September 2019

The Toxic Avenger - Atomic Hero (Director's Cut) (1984)

https://www.imdb.com/title/tt0090190/

Der Loser Melvin Junko (Mark Torgl) arbeitet in einem Fitnessstudio als Putzhilfe und wird dort regelmäßig Opfer von Streichen der übelsten Sorte. Einer davon endet damit, dass Melvin beim Sprung aus dem Fenster in einem Fass mit radioaktiv verseuchten Giftmüll landet. Der Nerd mutiert zum "Toxic Avenger", der von nun an gegen die Ungerechtigkeit in Tromaville ins Feld zieht...

Troma-Filme sind schon eine Klasse für sich. Und "Atomic Hero", bzw. "The Toxic Avenger" ist für einen Tromafilm eigentlich noch recht harmlos. Der Splatter hält sich in Grenzen, tabubrechende Szenen gibt es wenig und die Story ist an sich sogar fast schon schön. Regisseur und Studiogründer Lloyd Kaufmann (der hier noch unter dem Pseudonym "Samuel Weil" zusammen mit Studiomitbegründer Michael Herz Regie geführt hat) wollte einen Horrorfilm machen, als Reaktion auf einen Zeitungsartikel. Kaufmann las in einer Zeitschrift, dass dieses Genre tot sei. Herausgekommen ist kein Gruselfilm, sondern eine Satire auf den Fitnesswahn der 80er, das Superheldentum und Fast-Food. Besonders letzteres wird oft in den Troma-Werken veralbert. Man darf hier aber keine intellektuellen Jokes oder gar Tiefgang erwarten. Die Witze sind sehr oft unter der Gürtellinie, aber ohne in den neumodischen Pipi-Kaka-Müll abzudriften.

Der eigentliche Held Toxie ist eigentlich auch gar nicht so heldenhaft (Stichwort: Tötung von Unschuldigen), das fällt aber nicht weiter auf, da die meisten Figuren sowieso durchgeknallt und crazy sind, sprechen im gebrochenen Deutschen Akzent und tragen Namen wie "Cigarface", "Bozo" (Depp) oder "Dr. Snodburger". Ein Hund wird getötet, eine Oma totgeprügelt, ein kleines Kind blutigst überfahren, ein Transvestit wird verstümmelt und dem korrupten Mayor werden Organe rausgerissen. Die Gewalt ist jedoch total over-the-top inszeniert und niemals ernst gemeint. Ausserdem ist sich der Zuschauer heutzutage weitaus brutaleres gewohnt. Die Effekte sind aufgrund des beschränkten Budgets limitiert, wissen aber dennoch zu gefallen. Schön handgemachter Splatter, eine Autoverfolgungsjagd und Explosionen. Die Szenenwechsel sind unsauber geschnitten, was ein wenig störend ist. Ab und zu weist der Film kurze Längen auf, diese sind aber angesichts der knackigen Laufzeit von 82 Minuten verschmerzbar. Musikalisch dominiert (damals) zeitgemässer Plastik-Popsound. Zumindest der Song "Body Talk" mutiert dank mehrmaligen Einsatz zum Ohrwurm.

Fertig ist "The Toxic Avenger", eine Trashgranate, die ihresgleichen sucht. Wirklich, großartig, lustig, bescheuert, ein Fest. Ein Highlight des maßlosen Bullshits. Aber "The Toxic Avenger" ist selbst als Trash-Film kein schlechter Film per se. Man braucht aber ein Faible für überdrehte, comichafte Gewalt, extrem platten Humor und schräge Charaktere. Besonders das permanente Overacting nahezu aller Schauspieler ist gewöhnungsbedürftig. Witzig: Oscar-Preisträgerin Marisa Tomei hat einen Mini-Auftritt (zudem auch noch ihre erste Filmrolle überhaupt) und Vincent D’Onofrio hätte fast die Rolle von Bozo gespielt, wurde aber wegen seiner Forderung nach mehr Gehalt gefeuert.

Trash-Wertung: 9/10
Real-Wertung: 6,5/10

Dienstag, 24. September 2019

Bound - Bound: Gefesselt (1996)

https://www.imdb.com/title/tt0115736/

In Mafiakreisen ist es besser, wenn man seine Verbindlichkeiten auch bezahlt, andernfalls droht schwere Folter. Violets (Jennifer Tilly) Freund Caesar (Joe Pantoliano) weiß davon ein Lied zu singen, weil er für das organisierte Verbrechen arbeitet. Eines Tages befinden sich in seiner Wohnung zwei Millionen US-Dollar der Mafia, für die Caesar verantwortlich ist. Das viele Geld weckt Begehrlichkeiten bei Violet, die erst kurz zuvor die zupackende Corky (Gina Gershon) kennengelernt hat. Die beiden Frauen verbindet eines lesbische Beziehung - und der Plan, die Millionen einfach zu stehlen. Violet setzt darauf, dass sich die Mafia an Caesar für das verlorene Geld rächen wird und sie mit Corky verschwinden kann. Aber nur in der Theorie läuft das Unterfangen der beiden Frauen glatt ab, die Realität sieht etwas anders aus...

Noch bevor die Geschwister Lana und Andy Wachowski (damals noch als "The Wachowski Brothers" auftretend) mit ihrem revolutionären, technisch Maßstäbe setzenden "Matrix" Filmgeschichte schreiben sollten und einen popkulturellen Meilenstein schufen, legten sie mit "Bound" bereits einen fundamentalen Grundstein ihrer Karriere, der im Gesamtwerk der Geschwister gerne mal übergangen wird. In ihrem Debüt als Regisseure und Drehbuchautoren genügen den Wachowskis eine überschaubare Anzahl an Figuren sowie ein streng limitiertes Setting, um eine vordergründig schlichte und doch sehr clever konzipierte Geschichte zu erzählen.

"Bound" beginnt zunächst etwas irritierend, denn erzählerisch erinnert der Einstieg in die Handlung an einen edel fotografierten Soft-Porno, in dem sich zwei Frauen, die in benachbarten Wohnungen leben, ineinander verlieben und übereinander herfallen. Auf der einen Seite ist Violet, die mit ihrer anziehenden Ausstrahlung und der fast schon kindlichen Stimme wie ein verführerisches Püppchen wirkt. Auf der anderen Seite ist Corky das genaue Gegenteil, eine auffällig tätowierte Handwerkerin, die frisch aus dem Knast entlassen wurde und wie eine Frau aussieht, die Dinge gerne selbst in die Hand nimmt und hart zupackt. Die Annäherung zwischen beiden Frauen inszenieren die Wachowskis als prickelnden Höhepunkt, der mit wundervollen Einstellungen besticht und so sexy daherkommt, als hätte das Regie-Duo vorher nie etwas anderes getan, als visuelle Schönheit zu kreieren. Nach ihrer hochgradig erotischen Einleitung wechseln die Geschwister allerdings schnell den Ton ihrer Geschichte und verwandeln den bis dahin lustvoll verruchten Liebesfilm in einen spielerisch vertrackten Thriller. Der Plan der beiden Frauen, den Freund von Violet, ein Handlanger der Mafia, auszutricksen und um zwei Millionen Dollar zu erleichtern, läuft wenig überraschend nicht so glatt, wie sie sich das erhofft hatten. Blutige Überraschungen, verzwickte Spannungsmomente und doppelte Böden sind die Konsequenzen in einer Geschichte, die mehr und mehr aus dem Ruder läuft.

"Bound" ist dabei handwerklich virtuos in Szene gesetzt. Die Wachowskis gleiten mit der Kamera stilvoll durch die eng begrenzten Räumlichkeiten, lassen die Augen in Close-Ups immer wieder über markante Details schweifen und haben trotz der Tatsache, dass dies gerade mal ihr Regie-Debüt ist, ein fantastisches Gespür dafür, selbst kleinere Szenen und geradlinige Handlungsstränge als spektakulär verdichtete Setpieces zu gestalten. Nebenbei ist der Streifen auch mit einigen trockenen Pointen gespickt, so dass Parallelen zum schwarzhumorigen Frühwerk der Coen-Brüder auszumachen sind. Die Wachowskis stützen sich in ihrem Werk auf Situationen, in denen sorgfältig durchgeplante Aktionen in wildem Chaos verlaufen und trotzdem der Eindruck entsteht, dass all dieses hektische, spontan neben der Spur verlaufende Treiben mit absoluter Präzision zur Eskalation gebracht wurde. Lana und Andy beweisen mit ihrem ersten Film, dass sie virtuose Talente sind, was eine elektrisierende, stilvoll durchkomponierte Inszenierung betrifft. "Bound" besticht gleichermaßen als erotisch knisternder Liebesfilm wie als blutig eskalierender Thriller und vereint beide Genres zu einem wirklich gelungenen Film, der sich vor allem auch wegen dem intensiven Zusammenspiel der beiden Hauptdarstellerinnen lohnt.

7,5/10

Sonntag, 22. September 2019

Dick Tracy (1990)

https://www.imdb.com/title/tt0099422/
In Tess Trueheart (Glenne Headly) brennt ein großer Wunsch: Sie will sich mit ihrem Geliebten zur Ruhe setzen, dem Detective Dick Tracy (Warren Beatty). Aber in der Stadt laufen krumme Dinge ab, die vor allem mit dem Bösewicht Big Boy Caprice (Al Pacino) zu tun haben. Also hat Dick Tracy keine Zeit, sich auf die faule Haut zu legen. Bisher ist es Tracy nie gelungen, seinen Erzfeind einzubuchten. Jetzt, gepackt vom Ehrgeiz, hängt er sich voll rein und riskiert dafür auch seine Beziehung zu Tess Trueheart. Zumal er während seiner Jagd die Bekanntschaft mit der Sängerin Breathless Mahoney (Madonna) macht...

"Dick Tracy" - der Comic-Film, der ein Klassiker hätte werden müssen und keiner wurde. 1990 verwirklichte Warren Beatty ein Herzensprojekt, brachte einen berühmten 30er Jahre Comicstrip über Chicagos Polizeiinspektor "Dick Tracy" ins Kino und setzte in Sachen Optik alles auf eine Karte. Fünfzehn Jahre vor einem optisch sehr ähnlichem Projekt namens "Sin City" durfte schon für das Maskenbild ordentlich drauflos gelatext werden, die Kulissen gestalteten sich bunt und urban, es gab hüpfende Dampfkessel, riesige Zahnräder, Straßenlaternen aus Gummi und alles war in deckendes Rot, Gelb, Grün, Blau, Lila, Schwarz oder Weiß gehüllt.


Andere Farben verbannte Beatty, so gut es ging, aus seinem Film. Diese Siebenfarbigkeit erreichten er und und seine Crew nicht etwa durch entfremdende Post-Production, sondern von Grund auf, also durch Kostüm-, Szenen- und Maskenbild. Wo farblich nachgeholfen werden musste, durften dicke Farbscheinwerfer einmal so richtig draufknallen. Das Charmante daran ist, dass auf diese Weise ein perfektes Ergebnis auf der Farbpalette gar nicht möglich scheint. Zwischentöne sieht man trotz des ganzen Aufwands natürlich zuhauf und wo prompt auf die Schnelle noch ein Kostüm her musste, hielt eben eines im ansonsten "verbotenen" Orange her.


Das klingt schon etwas besonders und klang schon damals besonders genug, damit sich neben Beatty als Dick Tracy himself auch Al Pacino, Madonna, Dustin Hoffman, Dick Van Dyke, Kathy Bates, James Caan und Paul Sorvino bereiterklärten, mitzuwirken.

Der skurrile Stil erlaubte es praktischerweise, genauso skurrile Storyelemente einzubauen. Passend zu den schrägen, ja geradezu niedlichen und trotzdem hier und da brutalen Schauwerten durfte auch von Seiten der Darsteller und Drehbuchautoren mal so richtig herumgesponnen werden. Alles wunderbar bis hierhin, bloß eine schicke, knackige Story lässt "Dick Tracy" vermissen. Inmitten des Kriminal-Szenarios über den Polizisten Tracy, der sich im Chicago vergangener Tage gegen die Bosse der Unterwelt zur Wehr setzt und dabei den Waisenjungen "Kid" ("Junge") in seine Obhut nehmen muss, hält, und das ist Jammerschade, keine so richtig packende, sondern eine eher vor sich hin plätschernde Geschichte parat. Dabei hätte nichts gegen reichlich Spannung im kunterbunten Kampf zwischen Gut und Böse gesprochen. Drehungen und Wendungen versanden, Al Pacino als Bösewicht weiß keinen Hass auf sich zu lenken und irgendwann wirkt "Dick Tracy" zu lang gezogen. Es ist ein Unding, dass dieser Film, den es so nur einmal gibt, aus der Comicvorlage nicht mehr herauszuholen wusste.

6/10

Freitag, 20. September 2019

You Kill Me (2007)

https://www.imdb.com/title/tt0796375/

Frank (Ben Kingsley) ist ein Mafiakiller auf Entzug in San Francisco. Sein Boss (Philip Baker Hall) hat ihn da hingeschickt, weil der Auftragsmörder im Suff die geplante Ermordung von O’Leary (Dennis Farina), dem Chef der irischen Konkurrenz, verschlafen hat. In San Francisco bekommt Frank vom abgehalfterten Immobilienmakler Dave (Bill Pullman) eine Wohnung und einen Job in einem Bestattungsinstitut verschafft. Außerdem zwingt ihn Dave, zu den Treffen der Anonymen Alkoholiker zu gehen. Bei den AA-Meetings freundet sich Frank schnell mit dem homosexuellen Tom (Luke Wilson) an, der auch sein Sponsor wird. Bei der Arbeit lernt er zudem die hübsche Laurel (Téa Leoni) kennen, die sich weder von seiner Alkoholsucht noch von seinem blutigen Broterwerb abschrecken lässt. Zum ersten Mal hat Frank Menschen um sich, die ihm etwas bedeuten. Doch trocken bleiben ist alles andere als leicht und in der Heimat Buffalo nutzt die irische Konkurrenz Franks Abwesenheit, um die Polen ein für allemal fertig zu machen...

Was "You Kill Me" zu einem so angenehmen Streifen macht, ist, dass Regisseur John Dahl und sein Autorengespann um Christopher Markus und Stephen McFeely konsequent desinteressiert daran scheinen, das Werk auf einen etwaigen Kultstatus hinauslaufen zu lassen. In der allerersten Szene sehen wir Ben Kingsley, wie er seinen Vorgarten vom Schneefall der letzten Tage befreien möchte. Durch sein Alkoholproblem aber muss er immer wieder pausieren. Er schippt, greift zur Flasche, schmeißt sie in den Schnee, schippt weiter, greift zur Flasche, schmeißt sie wieder in den Schnee und bewirkt keine Veränderung. Eine emblematische Eröffnung, weil sie aufzeigt, dass Frank, so sein Name, nicht mehr ohne Alkohol agieren kann. Er bestimmt ihn, treibt ihn an, grenzt ihn ein, zerstört ihn. "You Kill Me" gehört zu den Filmen, die mit ihren Schauspielern stehen und fallen. Folgerichtig ist es zu einem großen Teil Hauptdarsteller Ben Kingsley zu verdanken, dass John Dahl sich hier eine überaus sehenswerte Regiearbeit in das Portfolio packen darf: Kingsley nämlich hat merklich Lust auf die Rolle des versoffenen Killers Frank Falenczyk, legt diesen aber nicht als blutgierigen, von Pseudo-Coolness zerfressenen Schweinehund an, sondern als greifbaren Menschen mit (erheblichen) Ecken und Kanten. Gerade seine Beziehung zum Töten verurteilt You Kill Me zu keinem Zeitpunkt. Sie bleibt eine reuelos; der einzige Grund, warum sich Frank alsbald auf die Suche nach Wiedergutmachung begibt, ist schlichtweg ein praktischer: All die schlampigen Aufträge, für die er sich im Vollsuff verantwortlich gemacht hat, sollen gesühnt werden.

An charakterlicher Tiefe aber gewinnt Frank erst mit der Begegnung der ebenfalls gestrandeten Laurel, deren amouröse Anwandlungen durch die beidseitige Einsamkeit an Kontur und Gefühl gewinnt. Ohnehin ist "You Kill Me" in seiner bewusst unspektakulär Art und Weise zwar befreit von diesem abstrakten gewissen Etwas, welches einen Film auch für die nächsten Generation geläufig machen könnte, aber in der Darstellung zweier von der Welt irgendwie Abgeschobener punktet John Dahl allein dadurch, dass er die Charaktere nicht zwangsläufig einer Persönlichkeitsveränderung unterzieht. Stattdessen geben sie sich gegenseitig Kraft, helfen sich durch den Treibsand des Alltags und reißen den stoischen Panzer , den sie über Jahre aufgebaut haben, langsam und gewissenhaft ein. Zu besseren Menschen werden sie nicht wirklich, aber immerhin sind sie nicht mehr so allein. Wer also effektreiches, spektakuläres Kino erwartet, der wird von "You Kill Me" enttäuscht. Sicherlich gibt es genügend Filme, die sich einer ähnlichen Mechanik bedienen, als zurückgenommenes, ehrlich humorvoller Charakter-Film aber weiß John Dahls Regiearbeit durchaus zu überzeugen. 

6,5/10

Donnerstag, 19. September 2019

[KINO] Rambo: Last Blood (2019)

https://www.imdb.com/title/tt1206885/

John Rambo (Sylvester Stallone) erfährt, dass Gabriella, die Tochter seiner Haushälterin Maria (Adriana Barraza), von einem Menschenhändlerring entführt wurde, der Teil eines mexikanischen Kartells ist und junge Frauen zur Prostitution zwingt. Rambo, der sich eigentlich nach langen Jahren fern der Heimat, nach all dem Leid, dem Totschlag und den geliebten verstorbenen Menschen, einfach nur in den USA auf einer Ranch zur Ruhe setzen wollte, schließt sich mit der Ex-Soldatin und Journalistin Carmen Delgado (Paz Vega) zusammen, deren Schwester ebenfalls von dem Kartell entführt wurde, und nimmt den Kampf gegen die Gangster mit allerlei explosiven Techniken und seinen Kampffähigkieten auf. Seiner Vergangenheit kann der Profi einfach nicht entkommen. Rambo wird keine Gnade zeigen, denn er war es nicht, der das erste Blut vergossen und ihn herausgefordert hat, aber er wird der jenige sein, der das letzte Blut vergießt...

"Rambo: Last Blood" ist ein Desaster, quasi ein "96 Hours" / "Taken" in billig, ohne jedes Gefühl für Pacing und Timing, zudem auch noch schlecht inszeniert und in Teilen sogar der titelgebenden Figur schädigend. Da hilft auch Sylvester Stallones wunderbar grimmige Miene und das Anspielen des bekannten "Rambo"-Themas nicht. Aus dem müden, bemitleidenswerten Vietnam-Veteran mit traurigem Background, der seiner Kriegsneurose nicht entfliehen kann, ist ein grimmiger Massenmörder geworden, der in der Art seiner Tötungspraxis sogar zum Albtraum der schlimmsten Horrorfiguren werden könnte. Das Drehbuch von "Rambo: Last Blood" ist geradezu eine Katastrophe, die Umsetzung kaum besser.

Und nein, von einem Film, der "Rambo" heißt erwartet man keine raffinierte, sondern eine gerne simple, aber konsequente Story, in der die ikonische Rambo-Figur noch einmal glänzen darf. Man kann nun geteilter Meinung darüber sein, ob man den alternden John Rambo am Tisch mit seiner Haushälterin oder als fürsorglichen Onkel für deren Tochter sehen will, aber das ist okay, irgendwie kann man das akzeptieren. Es ist sogar konsequent, wenn Rambo sich endlich ein halbwegs normales Leben aufbauen durfte. Dass er ständig seine Pillen schlucken muss und in seiner Paranoia wie ein Maulwurf die ganze Ranch unterbuddelt hat, ist auch in Ordnung, wobei es schon grenzwertig wird, wenn er die Freunde seiner Ziehtochter in seinen Tunneln Party machen lässt, obwohl da bislang nicht mal seine Haushälterin einen Fuß reinsetzen durfte und sämtliche Räume mit zahllosen Waffen verziert sind. Man ahnt hier bereits, dieses ohnehin billige Setting wird einfach zweimal verwurstet und muss am Ende für den Showdown herhalten. Dass durch solche kleinen Widersprüche die Figur Risse kriegt, ist schade, da hat Stallone bei seinem Rocky zuletzt immer sehr genau drauf geachtet, auch "John Rambo" war hier eine wunderbar konsequente Fortführung der alten Figur. Aber selbst solche Unstimmigkeiten sind nicht das eigentliche Problem.

Das Problem ist vielmehr, dass all diese Szenen unfassbar belanglos und unnötig unemotional sind und die Figur, sowie die Handlung in keiner Weise weiterbringen. So wird es zur harten Geduldsprobe, bis der eigentliche Plot nach gefühlt 40 Minuten überhaupt erst mal Fahrt aufnimmt. Der Strang mit der Tochter der Haushälterin, die ihren leiblichen Vater aufsucht, ist so uninteressant und langatmig erzählt und zudem auch noch so billig inszeniert, dass man das Gefühl hat, man hat es hier mit einem direkt für den Heimkinomarkt produzierten Sequel à la "Escape Plan 2" zu tun. Wenn dann Onkel Rambo endlich mal in einer fiesen kleinen Szene loslegt, denkt man einen Moment lang, der Film könnte sich doch noch fangen. Aber nein, danach wird erneut auf die (Voll-)Bremse getreten und nochmal eine völlig sinnlose und uninteressante Frauenfigur eingeführt. So zieht sich auch die zweite Hälfte bis zum kurzen Finale, das jegliche inszenatorische Raffinesse vermissen lässt und letztendlich aus einer Collage aus Tötungssequenzen besteht.

Ja, da splattert es dann etwa zehn Minuten lang ordentlich (und die FSK dürfte für die Heimkinoauswertung nicht gerade gnädig sein angesichts solch Menschenverachtender Szenen), aber es wirkt in etwa so, als würde man in einem Horrorfilm alle Morde erst am Ende und dann am Stück servieren. In "John Rambo" waren solche derben Szenen kurze "Highlights" innerhalb rasanter Actionsequenzen, die einen auch emotional hochgepeitscht haben, hier ist es nur eine stumpfe Aneinanderreihung - als hätten die Macher nicht die geringste Ahnung, was die "Rambo"-Filme bisher ausgemacht hat. Selbst die Martinez-Brüder, die als Haupt-Aantagonisten dienen, werden durch Buch und Regie zu ständig streitenden und teilweise selten dämlichen Witzfiguren degradiert.

Damit ist "Rambo: Last Blood" mit weitem Abstand der schlechteste Teil der ganzen Reihe. Dass es nur wenig Action und die auch fast nur am Schluss gibt, ist auch nicht so schlimm. Dass aber der Weg dorthin jeglichen Unterhaltungswert vermissen lässt und das ganze Werk derart billig wirkt und den Zuschauer emotional nicht packt, hat dieses Franchise nicht verdient. Die "5" ist für Stallone offenbar keine gute Zahl, da hatte auch "Rocky" seinen größten Ausfall. Bleibt letztlich nur zu hoffen, dass man diesen (vorerst) letzten Teil schnell vergessen kann, damit er einem nicht das gesamte Franchise kaputt macht.

4/10

Mittwoch, 18. September 2019

Meet The Spartans - Meine Frau, die Spartaner und ich (2008)

https://www.imdb.com/title/tt1073498/

Sparta, irgendwann A.D., der große Pinguin-Bezwinger und Anführer von Sparta Leonidas muss gegen die übermächtige Armee des Perserkönigs Xerxes in den Krieg ziehen. Zwar haben nicht alle 300 tapferen Krieger Spartas Zeit für diese gefährliche Mission, aber dafür stehen 13 muskel-bepackte Sandalenhelden hinter Leonidas. Und der Gegner, der auf sie wartet, hat es in sich, denn in den Reihen der Perser tummelt sich so manch sagenhafter Superheld der Neuzeit: Von Ghost Rider über Rocky bis zu den Transformers. Und während die Männer ihre heißen Lenden riskieren, mischt Queen Margo im spartanischen Männer-Plenum mit. "Meine Frau, die Spartaner und ich" steht in bester Tradition der so genannten Spoof Filme wie "Scary Movie" oder auch "Austin Powers", die nicht nur einzigartig komisch sind, sondern auch alles auf die Schippe nehmen, was derzeit im Kinotrend liegt oder sich selbst zum Abschuss freigegeben hat. So bekommen nicht nur Kinohighlights wie "Borat", "Spider-Man" und "300" ihr Fett weg, sondern auch geschätzte Persönlichkeiten wie Britney, Paris und Lindsay.

"Meine Frau, die Spartaner und ich" ist erneut eine leider eher enttäuschende Parodie. Das erste Drittel mag noch einigermaßen unterhaltsam sein, aber dann wiederholt sich der Film leider in seinen Gags und ab diesem Punkt macht er nicht mehr so wirklich Spaß, obwohl sich immer mal wieder Ansätze für mich wirklich guter Witze bemerkbar machen. Dann nimmt er nämlich teilweise die Schwächen der Original-Filme auf wirklich sehr bissige Art und Weise aufs Korn. Aber unterm Strich werden ordentliche Lacher eher zum Ausnahmefall. Dieses pure Chaos, welches hier an den Tag gelegt wird, die Regisseure toben sich aus, ohne sich darin halten zu lassen und man merkt, dass sie Spaß an ihrem Handwerk haben ist auch der einzige Pluspunkt. Übertriebene Jugendsprache und allzu derbe Unter-der-Gürtellinie-Gags sorgen für Unwohlein und viele Fremdschäm-Momente. Trotzdem ist der Film keine einzige Katastrophe, denn ein paar Gags retten ihn über die Mindestanforderungen. Hätten sich die Macher mit Schwulen- und Pipi-Kacka-Witzen noch etwas mehr zurückgehalten, wäre aus "Meine Frau, die Spartaner und ich" tatsächlich noch was geworden. Auch ohne allzu offensichtliches Nippel-Tape.

3,5/10

Mittwoch, 11. September 2019

放‧逐 - Fong juk - Exiled (2006)

https://www.imdb.com/title/tt0796212/

In ihrer Jugend waren sie Freunde, schließlich wurden sie gemeinsam Gangster und nun treffen sie sich auf der Insel Macao wieder. Die Rede ist von Blaze (Anthony Wong Chau-Sang), Fat (Suet Lam), Tai (Francis Ng), Cat (Roy Cheung) und Wu (Nick Cheung). Doch der Anlass des Wiedersehens ist kein freudiger. Blaze und Fat wurden von ihrem Boss Fay (Simon Yam) geschickt, um Wu, der vor Jahren ausgestiegen und verschwunden ist, nun aber mit seiner Frau Jin (Josie Ho) und dem gemeinsamen Baby sesshaft werden will, zu töten. Tai und Cat haben Wind davon bekommen und wollen den Freund beschützen. Als bei einer ersten Auseinandersetzung zwar viele Kugeln fliegen und allerhand Mobiliar zu Bruch geht, aber keine Seite die Oberhand behält, gönnt man sich erst einmal eine Pause. Gemeinsam wird die noch karge Wohnung von Wu eingeräumt, das Zerschossene repariert und sich dann zum Tee zusammengesetzt. Der alten Zeiten willen stimmen Blaze und Fat einem letzten Wunsch von Wu zu. Bevor es zur finalen Konfrontation kommen soll, will er seine Familie versorgt wissen. Der einzige, viel Geld bringende Auftrag, ist die Liquidierung des gefürchteten Gangsterbosses von Macao. Das Ganze gleicht einem Himmelfahrtskommando und stellt sich für die Fünf schnell als noch komplizierter heraus…

Mit "Exiled" vermählt der ausgesprochen produktive Regisseur Johnnie To den Hongkong-Actionfilm mit dem Western, wenn er inhaltlich und visuell zahlreiche Referenzen an Sergio Leone, Sam Peckinpah, John Ford und sogar den kühlen Noir eines Jean-Pierre Melville mit den Stilelementen eines John Woo vermengt. Und doch kopiert To nicht bloß seine offensichtlichen Vorbilder, sondern erschafft mit seiner ganz eigenen Handschrift etwas Eigenständiges. Durch seinen eigenwilligen Stilmix ist "Exiled" für westlich geprägte Augen und Ohren vielleicht auch etwas leichter zu goutieren und zugänglicher als beispielsweise Woo Ende der 80er/Anfang der 90er, wenn der eine Extraschritt zur Überhöhung hier fehlt. Wie eigentlich immer bei To ist auch in "Exiled" die Action ganz hervorragend choreografiert und virtuos in Szene gesetzt und die Shootouts ähneln oft dem Western entlehnten Duellsituationen, in denen Ökonomie und Präzision deutlich mehr im Vordergrund stehen als die Lust am Spektakel wie bei Woo. Zudem versteht sich To meisterhaft in der Entschleunigung, wenn er so manche Szene genussvoll auskostet, manchmal gar zelebriert, und mit wenigen Mitteln eine dichte und spannende Atmosphäre erschafft ohne trotz all der Langsamkeit je behäbig zu wirken. So ist die gesamte Auftaktsequenz bis hin zur ersten Schießerei und überhaupt das gesamte erste Drittel nahezu brillant und makellos inszeniert. To braucht nur ganz wenige Pinselstriche, um seine Figuren zu skizzieren und die Handlung zu umreißen, und verlässt sich viel lieber allein auf Stimmungen statt auf Worte. Eine zarte Melancholie durchzieht den gesamten Film, eine süßliche Traurigkeit umweht diese fünf Freunde, ohne sich jemals im Pathos zu verlieren.

"Exiled" spielt zudem immer mal wieder mit Erwartungshaltungen, unterläuft diese nur zu gern, erschafft immer wieder glaubhaft wechselnde Allianzen und verschiebt so immerzu die Konstellation der Figuren untereinander. Freundschaft ist das eigentliche Thema dieses als Actionfilm getarnten Dramas rund um Schuld, Sühne und Brüderlichkeit. Auch Witz darf hier nicht fehlen, aber trotz humoriger Einsprengsel findet "Exiled" immer wieder zu seiner tragischen Ernsthaftigkeit zurück. Und mit Macau als Setting bietet To einen angenehm sanften Gegenpol voller warmer Farben zu den sonst eher urbanen und kalten Welten des Heroic Bloodshed und eine zauberhafte Mischung aus asiatischer und europäischer Architektur. Dazu gibt es immer wieder kleine Anspielungen auf die Rückgabe von Macau und Hongkong an China, die allerdings nie zu offensichtlich oder gar plakativ daher kommen. Sicherlich ist "Exiled" nicht perfekt: ein oder zweimal übertreibt es To ein wenig mit seinen Western-Anleihen und ein Moment voller Lagerfeuer-Romantik wirkt etwas deplatziert. Auch die Story an sich wirkt immer mal wieder arg konstruiert, doch bei einem ansonsten runden Gesamtpaket kann man sehr gut über gewisse inhaltliche Stolpersteine hinweg sehen.

7,5/10

Von KOCH Media erschien der Film im limitierten Mediabook. Dieses beinhaltet den ungeschnittenen Film auf Blu-ray und DVD, sowie jede Menge Bonusmaterial.

Dienstag, 10. September 2019

[COLLECTION] Wolf Predator Statue (Exclusive Edition)

Sideshow Collectibles ist stolz darauf, den neuesten Beitrag in der Predator-Statuensammlung, den "Wolf Predator", vorstellen zu können. Der wilde Krieger ist ca. 55 cm hoch und mit seinem charakteristischen Speer und seiner Schulterkanone bewaffnet. Der Wolf Predator wird im Maßstab 1: 4 präsentiert und fängt jeden Aspekt des furchterregenden Jägers in einem anpassbaren Display mit jeweils einem maskierten und unmaskierten Porträts ein. Die Wolf Predator Statue ist die perfekte Ergänzung für jede Predator-Kollektion.


Die Predator-Spezies (auch als Yautjas bekannt) wurde erstmals 1987 in dem Film "Predator" auf der Jagd nach Menschen für den Sport in Mittelamerika angetroffen. Die Predatoren verwenden hochmoderne Waffen und Technologien und jagen nur die gefährlichsten Tiere. In der Veröffentlichung "Alien vs Predator" aus dem Jahr 2004 erfahren wir, dass die Predatoren nicht nur Menschen zum Sport jagen, sondern auch die Xenomorphen aus der "Alien"-Filmsaga. Die Geschichte der andauernden Jagd dieser Raubtiere auf die Xenomorph-Spezies wird in dem Film "Aliens vs Predator: Requiem" von 2007 fortgesetzt. Die beiden Arten treten dort in einer kleinen, ländlichen Stadt in Colorado, die den beiden Sepzies fortan als Schlachfeld dient, gegeneinander an.


In "Aliens vs Predator: Requiem" stürzt ein Schiff aus der Heimatwelt der Predatoren auf die Erde und entfesselt die tödlichen Xenomorphen in eben dieser ahnungslosen Stadt. Ein einsamer Jäger wird zur Erde geschickt, aber im Gegensatz zu früheren Besuchern aus seiner Welt ist er nicht hier, um zu jagen. Seine Mission ist es, alle Beweise für das abgestürzte Schiff sowie die darin enthaltenen Kreaturen zu vernichten, und nichts wird ihm im Weg stehen...


Lizenz: Predator
Stil: Statue
Hersteller: Sideshow Collectibles

Produktgröße: 20" H (508mm) x 8" W (203,2mm) x 15" L (381mm)
Produktgewicht: 10.00 lbs (4.54 kg)

Nr. 175/200


Montag, 9. September 2019

Bomb City (2017)

https://www.imdb.com/title/tt4351548/

Texas, 1997: Der leidenschaftliche Punkmusiker Brian Deneke (Dave Davis) und seine Band veranstalten regelmäßig Konzerte. In der „Bomb City“ Amarillo fühlen sie sich mittlerweile wie zu Hause und feiern hier ihren antiautoritären Lebensstil, womit sie die höchst konservative Bevölkerung jedoch verägern und schnell gegen sich aufbringen. Immer häufiger sehen sich die Punks mit Intoleranz konfrontiert. An vorderster Front wettert dabei der beliebte Highschool-Athlet Cody (Luke Shelton) gegen sie, der die Außenseiter am liebsten sofort aus seiner Stadt vertreiben würde. Doch es bleibt nicht beim verbalen Schlagabtausch: Als die Punks und die Sportler eines Tages gewaltsam aneinandergeraten, kochen die Emotionen über, bis es ein Todesopfer zu beklagen gibt. Wer Opfer und wer Täter ist, darüber ist man sich in der Kleinstadt schnell einig und die Einwohner halten gegen Brian und seine Clique fest zusammen. So kommt es zu einem folgenschweren Gerichtsprozess, der in die US-amerikanische Justizgeschichte eingehen wird…

Wer eine ausgewogene Gewaltstudie erwartet, die ausleuchtet, wie und warum Auseinandersetzungen zwischen jugendliche Subkulturen in amerikanischen Kleinstädten blutig eskalieren können, der dürfte von "Bomb City " enttäuscht werden. Stattdessen geht es Schreiber und Regiedebütant Jameson Brooks in erster Linie um eine Rehabilitierung des vollkommen realen Todesopfers, das infolge einer eskalierenden Auseinandersetzung zwischen örtlichen Rich Kids und Punks im texanischen Kaff Amarillo 1997 sein Leben lassen musst. Das ist überzeugend gespielt und authentisch roh inszeniert, aber mitunter auch ziemlich zäh und manchmal zu klischeehaft geschrieben. So wirkt dann auch vor allem die Darstellung der beiden jugendlichen Subkulturen, aber auch der lokalen Einsatzkräfte und Justizbeamten. Da sich die Story eng an die bekannten Fakten des Fall hält, entsteht quasi eine 60 minütige Exposition der Figuren ohne merklichen Handlungsfortschritt, der dann in der tödliche Gewaltorgie mündet.

Der einzige wirklich gelungene narrative Kniff in diesem Kontext sind die Zwischenschnitte auf die anschließenden Gerichtsverhandlung. Hier bleibt für jene Zuschauer, die mit der realen Vorgängen nicht vertraut sind, lange unklar, welche Seite am Ende den Toten zu beklagen hat. Diese stellenweise ungeheuerliche Art von Victim-Blaming (das übrigens in der Realität ziemlich exakt so stattgefunden hat), macht den moralischen Zeigefinger der Macher zumindest nachvollziehbar. Damit erliegen die Macher dem verständlichen und naheliegenden Drang, dem Opfer nachträglich Gerechtigkeit zukommen zu lassen. Das geht allerdings zu Lasten einer ausgewogenen Charakterisierung. Statt moralischer Grauzonen und offenen Fragen gibt es eine fast unangenehme Ausbuchstabierung von Freund und Feind: Hier die guten Punks, die Kunstprojekte anschieben, sich von bösen Polizisten foltern lassen müssen, ihre Eltern lieben und Hundebabys streicheln. Dort die homophoben, aggressiven, vorurteilsbeladenen Footballer, die saufen, ihre Mädels erniedrigen und dicke Autos als Schwanzersatz fahren. Das ist, zumal für einen Indiefilm, der durchaus ambivalent sein kann, einfach ein bisschen zu wenig. 

"Bomb City" ist unterm Strich ein effektiver Film der jedoch irgendwann zu sehr in Schwarz/Weiß-Malerei verfällt. Punks sind die charismatischen Anarchos, die Rich Kids die Bullies. Nur in der Anfangsszene, in der eine Punk-Pogo-Party mit einem Footballspiel verschmilzt deutet der Film sein Potenzial an. Auch wenn das Drama vor dem Hintergrund realer Ereignisse handelt, so kann man davon ausgehen, dass hier vieles überspitzt wurde und längst nicht alles so abgelaufen ist wie hier geschildert. Das ändert jedoch nichts an der Aussage, denn in der Vorurteilgeprägten Welt ist die Vorstellung dessen, was hier passiert, greifbar und damit jederzeit real. Ein großer, wahrer Kern steckt also in diesem Film, den man nicht ignorieren sollte. So konterkariert "Bomb City" aber sein abschließende Plädoyer für Toleranz und Unvoreingenommenheit gegenüber Menschen, die anders aussehen und denken.

7/10

Von INDEED FILM erschien der Film im limitierten Mediabook.
 

[SERIE] The Fresh Prince Of Bel-Air - Der Prinz von Bel-Air, Season 04

https://www.imdb.com/title/tt0098800/

Will Smith (Will Smith) ist ein 17-Jähriger Teenager, der seine Zeit am liebsten mit Basketball oder Rap-Musik verbringt, doch er ist ohne Frage ziemlich intelligent! Doch irgendwann wird die Lage in West-Philly ziemlich heiss für Will, da beschließt seine Mutter, ihn zu seinen Verwandten nach Bel-Air zu schicken, um in bessere Kreise zu kommen. Als Will dann bei den Banks in Bel-Air einzieht, freundet er sich sogleich mit seiner Cousine Ashley (Tatyana Ali) an. Seine Tante Vivian hat zum Glück Verständnis für Wills freche Art. Nur mit seinem Onkel Philip Banks (James Avery), erfolgreicher Staatsanwalt, seiner Cousine Hilary (Karyn Parsons) und seinem Cousin Carlton (Alfonso Ribeiro) kann er sich am Anfang nicht so recht anfreunden. Doch alle verstehen sich immer besser.

https://www.imdb.com/title/tt0583065/
4.1 Wo ein Will ist, ist ein Weg – Teil 1 (Where There’s A Will, There’s A Way (1))
Will und Carlton ziehen in ihre Studentenbude ein. Vivian und Phillip fällt die Trennung von den Jungen schwerer als sie gedacht hatten. Schon bald trifft Carlton die vermeintliche "Frau seines Lebens" und lädt sie erst zur Einweihungsfeier ein, nachdem ihm Will versprochen hat, ihm die Traumfrau nicht auszuspannen. Die Party wird ein Knüller und alles gerät etwas aus dem Ruder. Als Will mit den zurückeroberten Einrichtungsgegenständen, die ungebetene Gäste geklaut hatten, in die Wohnung zurückkehrt, erleben alle eine große Überraschung. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0834696/
4.2 Wo ein Will ist, ist ein Weg – Teil 2 (Where There’s A Will, There’s A Way (2))
Will und Carlton streiten sich um Jackie. Jazz lädt Leute gegen Entgelt zu fiktiven Parties ein, wodurch Will und Carlton mächtig Ärger mit ihrem Vermieter bekommen und aus der Wohnung fliegen. Carlton zieht zurück nach Hause und Will zieht bei Jazz ein. Jackie ist Will immer noch böse, weil er sie nie angerufen hat. Trotzdem bietet sie ihm einen Job in der College-Cafeteria an. Ein Vorschlag, den er gerne annimmt. Hilarys Freund Trevor verunglückt beim Bungee-Springen tödlich. Will hat die blendende Idee, dass Hilary vom Poolhaus zurück ins Haupthaus zieht, damit sie sich nicht in ihrer Trauer vergräbt. Nun ziehen Will und Carlton gemeinsam ins leerstehende Poolhaus und Phillip ist glücklich, dass er seine Lieben wieder alle um sich hat. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0582939/
4.3 Mut ohne Ruhm (All Guts, No Glory)
Will belegt den Kurs "Abendländische Philosophie", weil ein hübsches Mädchen, das gerade vor ihm in der Schlange steht, diesen Kurs belegt. Das kann nicht gut gehen und zufällig legt er sich gleich mit dem Lehrer dieses Kurses an. Gefrustet steigt Will gleich wieder aus dem Kurs aus. Onkel Phil hält ihm eine gewaltige Strafpredigt über seine mangelnde Disziplin. Eigentlich kann Will den Lehrer auch ganz gut leiden und interessiert sich sogar für den Unterricht. Will nimmt Vernunft an und geht in den Kurs zurück, obwohl er dafür keinen Schein mehr bekommen kann. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0582967/
4.4 Vater des Jahres (Father Of The Year)
Phil möchte endlich wieder einmal alleine mit Vivian sein. Die Kinder sollen Babysitten. Der clevere Will benutzt den kleinen Nicky als Köder zum Mädchenfang, da alleinerziehende Väter in der Beliebtheitsskala der Damen ganz weit oben stehen. Spontan wird er von der Studentenzeitung zum "Vater des Jahres" gewählt und kommt in eine Live-Talkshow. Jackie drängt ihn dazu, den Schwindel einzugestehen und die Geschenke aus der TV-Show wieder zurückzugeben. Will plagt das schlechte Gewissen und er folgt ihrem Rat. Der Moderator gibt die Geschenke an einen echten alleinerziehenden Vater weiter, der sich aber ebenfalls als Fälschung entpuppt. Phil und Vivian verfolgen die Geschichte im Hotel am Bildschirm und aus dem romantischen Tête-à-Tête wird wieder nichts. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0582997/
4.5 Das große Ereignis (It’s Better To Have Loved And Lost It...)
Will und die Jungs erzählen von ihrem ersten Mal und necken Carlton, weil er noch Jungfrau ist. Phillip hat Angst vor einem "Ethnischen Untersuchungskomitee", von dem das Verhalten von Richtern untersucht wird. Carlton lernt die Frau seines Lebens kennen und schläft mit ihr. Er schwebt auf Wolke sieben, bis er erfährt, dass Joann, seine Angebetete, mit dem Professor verheiratet ist, von dem er sich eine Zulassung für Princeton verspricht. Carlton ist am Boden zerstört. Zwischenzeitlich gesteht Geoffrey den Banks per Videobotschaft die Sünde seines Lebens: Angeblich besaß er nie eine Arbeitserlaubnis. Sagt Geoffrey die Wahrheit und muss Onkel Phil negative Folgen befürchten? Will tröstet Carlton und gibt seine Schuld zu – zumindest ein bisschen... - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0583069/
4.6 Die Poolparty (Will Goes A-courtin’)
Während einer Hitzewelle fällt in Wills und Carltons Poolhaus die Klimaanlage aus. Spontan verlegen die beiden eine geplante Party an den Pool. Außerdem meinen sie, dass Onkel Phil für die Reparatur verantwortlich sei. Phil verbietet die Party, und als die Jungs gegen seinen Willen doch feiern, gibt es einen Riesenkrach und sie landen vorm Kadi. Vor der Richterin schildert jeder der Beteiligten seine Version der Geschichte: Phillip erzählt von respektlosen Rüpeln, die die Nachbarschaft terrorisieren, Will schildert einen gesitteten Nachmittag bei Brause und gepflegter Konversation. Nach reichlichem Hin und Her entscheidet die Richterin zu Phillips Gunsten, doch wegen der mangelnden Diskretion der Richterin, muss er auch mit dem Spott seiner Kollegen rechnen. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0582979/
4.7 Der Alptraum (Hex And The Single Guy)
Hilary will mit ihrem verstorbenen Verlobten Trevor in Kontakt treten, und die Familie Banks geht geschlossen zu einer spiritistischen Sitzung. Will verspottet den Parapsychologen während der Seance und wird dafür von ihm mit einem Fluch belegt. Er soll in Zukunft allen Menschen in seiner Gegenwart Unglück bringen. Nach einer Reihe von schlimmen Ereignissen kehrt Will freiwillig zu dem strengen Medium zurück und entschuldigt sich. Doch dann wacht Will auf und stellt fest, dass alles nur ein schlechter Traum war. Zu seinem Entsetzen fängt der Tag aber genauso an, wie er es geträumt hat... - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt0582945/
4.8 Probezeit (Blood Is Thicker Than Mud)
Will und Carlton bewerben sich bei einer echt coolen Studentenverbindung. Als Carlton abgelehnt wird, weil er dem Boss der Verbindung zu bürgerlich und konservativ ist, erklärt sich der wilde Will solidarisch mit dem braven Carlton und tritt dem dubiosen Verein nicht bei. Phillip erfüllt sich einen Jugendtraum und kauft sich ein Motorrad. Vivian findet Motorradfahren zu riskant für ihren Gatten. Sie drängt ihn, das Gefährt wieder loszuwerden, was Phillip schließlich auch tut – aber erst, nachdem er es gegen einen Eiswagen gedonnert hat. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt0582970/
4.9 Häschen Hilary (Fresh Prince After Dark)
Hilary bekommt ein Angebot, bei einer "Playboy"-Fotoserie mitzumachen. Die Familie ist geteilter Meinung. Hilary, Will und Carlton gehen gemeinsam auf eine Party von Playboy-Boss Hugh Hefner. Beim Anblick der Mädchen vergisst Carlton schnell, dass er die Ehre seiner Schwester verteidigen wollte. Will kommt bei den Bunnies überhaupt nicht an und besinnt sich auf seine Flamme Jackie. Doch die ist sauer, weil er die Party bei Hefner einem Rendezvous mit ihr vorgezogen hat. Phil verzeiht Hilary die Nacktfotos, geht aber vorrübergehend ins Kloster. Als die Fotos erscheinen, ist er erleichtert, weil der Layouter die entscheidenden Stellen dezent mit Wölkchen bedeckt hat. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0582983/
4.10 Höchste Zeit für Onkel Phil (Home Is Where The Heart Attack Is)
Phillip hat zu hohen Blutdruck, schlechte Cholesterinwerte und Übergewicht. Ashley ergreift die Initiative und nötigt Phillip zu einer Diät, inklusive Heimtraining. Mit allen Tricks versucht sich Onkel Phil zu drücken. Hilary versucht sich gleichzeitig mit diversen Extremsportarten, um den Unfalltod ihres Verlobten zu verarbeiten. Onkel Phil bekommt einen Herzanfall und alle geben sich die Schuld daran. Carlton traut sich nicht recht in die Klinik, weil er glaubt, es nicht ertragen zu können, seinen "Supermann" krank und schwach zu erleben. Als Phil wieder nach Hause kommt, verspricht er noch einmal, Diät zu halten und Gymnastik zu machen. Doch der erste Rückfall lässt nicht lange auf sich warten. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0583034/
4.11 Tauschhandel (Take My Cousin... Please)
Will hat ein Problem: Wenn seine Noten nicht bald besser werden, fliegt er unweigerlich vom College. Da Büffeln nicht gerade sein Ding ist, versucht er, Hilary mit dem frischgebackenen Professor Burton zu verkuppeln, damit es dem wieder besser geht und er wieder bessere Noten verteilt. Die Sache ist allerdings nicht so einfach, da Hilary so zickig wie nie ist. Trotz aller Bemühungen gelingt es ihm nicht, die beiden zusammenzubringen – und so bleibt Will nur ein Ausweg: Er muss lernen! Unterdessen versuchen Phil und Carlton ein Luxus-Kinderbett für Baby Nicky zusammenzubauen. Da beide je zwei linke Hände haben, dauert das jedoch seine Zeit. Als das gute Stück endlich steht, fällt ihnen auf, dass das Bett laut Verbraucher-Magazin das gefährlichste Modell auf dem Markt ist... - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0583078/
4.12 Jackies neuer Freund (You’ve Got To Be A Football Hero)
Will ist eifersüchtig auf Jackies neuen Freund Hank. Auf dessen Geburtstagsparty kommt es zwischen den beiden zu einem Wettsaufen, bei dem Will unterliegt. Als er hilflos zusammenbricht, bringen ihn die anderen auf einen Friedhof, auf dem er ein paar wichtige Lektionen für sein weiteres Leben lernt und anschließend verspricht, sich zu bessern. Unterdessen hat Hilary versucht, Ashley, die mit sich selbst unzufrieden ist, schöner zu machen. Dass dabei eine exakte Hilary-Kopie herauskommen muss, ist klar. Daraufhin sagt Ashley ihrer männlichen Verabredung ab – doch der junge Mann lässt sich nicht abwimmeln und kommt trotzdem vorbei, um ihr beim "Babysitten" zu helfen. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0582933/
4.13 Ein Ständchen zur Taufe (‘twas The Night Before Christening)
Alle sind bemüht, dem kleinen Nicky das schönste Geschenk zur Taufe zu machen. Nachdem selbst Jazz mit einer goldenen Rolex auftaucht, hängt sich Will ziemlich weit aus dem Fenster: Er verspricht, das virtuose Gesangsquartett Boyz II Men für die Feier am Heiligen Abend zu verpflichten. Doch trotz aller List und Bemühungen will ihm eben das nicht so recht gelingen. Der Tag des Taufgottesdienstes kommt, und Will bleibt anscheinend nichts anderes mehr übrig, als vor der versammelten Mannschaft in der Kirche einzugestehen, dass er sein Versprechen nicht hat halten können. Doch genau in diesem Augenblick ertönt in der Kirche das Lied "Stille Nacht" – gesungen von einem vierstimmigen Männerchor in perfekter Harmonie... - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0583025/
4.14 Die Grille war schuld (Sleepless In Bel-air)
Will und Carlton ziehen ins Haupthaus, weil sich in ihrem Poolhaus der Kammerjäger zu schaffen macht, um die Grillen auszuräuchern. Beide haben zudem vor, für die Schule zu lernen. Unterdessen hat Ashely strikte Anweisung, von ihrer ersten Verabredung um halb elf abends nach Hause zu kommen, doch sie trickst ihren Vater mit einem Telefon-Trick aus. Derweil muss Hilary für einen Werbespot Unmengen von Kaffee trinken. Philip kann wegen des Grillenzirpens, Vivian wegen des Babys und Geoffrey wegen der beiden nicht schlafen. Dummerweise wird Ashley durch diesen unglücklichen Umstand beim Zuspätkommen erwischt und bekommt umgehend 10 Jahre Hausarrest aufgebrummt. Doch auch sonst geht wegen der Grillen alles drunter und drüber im Hause Banks. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0583066/
4.15 Ohne Laune keine Leute (Who’s The Boss)
Will wird von Carlton als Manager der Studenten-Cafeteria abgelöst. Doch mit seinen konservativen Methoden und seiner permanenten Unfreundlichkeit vergrault der alle Gäste. Als Carlton in seiner Not ausgerechnet Jazz um Hilfe bittet, tauchen plötzlich jede Menge höchst bizarrer Gestalten in der Cafeteria auf, die Carlton so gar nicht ins Konzept passen. Also bleibt ihm nur eine Lösung: Er muss Will wieder ranschaffen – aber das kostet ihn einige Mühen und die Kleinigkeit von 2000 Dollar. Unterdessen ist eine Schmähschrift aufgetaucht, in der Hilary als Wettervorhersagerin verunglimpft wird. Natürlich ist sie darüber sehr betroffen, doch als dann die Quoten unerwartet in die Höhe schnellen, ist ihre Welt wieder in Ordnung. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0582986/
4.16 Der Fluch der Technik (I Know Why The Caged Bird Screams)
Kurz vor dem großen Spiel der Footballmannschaften der University of Los Angeles und der Southern California University verschmieren die Fans der SCU die Cafeteria der ULA. Aus Rache stehlen Will und Jazz deshalb die Statue der SCU, woraufhin Carlton, der als Maskottchen der ULA gilt, entführt und in einem Vogelkäfig gefangengehalten wird. Derweil hat Phil die Alarmanlage im Hause verbessern lassen. Als die Familie zu dem wichtigen Spiel fahren will, zeigt sich, dass er es wohl etwas übertrieben hat, denn vor lauter Technik und wegen des übereifrigen Wachhundes kommen sie nicht aus dem Haus heraus. Sofort lässt Phil das System wieder ausbauen. Doch zum Spiel kommen sie trotzdem nicht, denn der Wagen wird kurzerhand geklaut, und außerdem lässt sie der zurückgekehrte Wachhund wieder nicht aus dem Haus. Derweil schlüpft Will, der Carlton nicht befreien konnte, in dessen Kostüm und versucht sich mit wenig Glück als Mannschafts-Glückbringer und Motivationskünstler. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt0583064/
4.17 Alle Träume dieser Welt (When You Hit Upon A Star)
Will lernt die bekannte Sängerin Michelle Michaels kennen und verliebt sich sofort in sie. Die beiden verleben eine wunderbare und unbeschwerte Zeit miteinander, nicht zuletzt, weil Michelle reich ist und sich jeden Luxus erlauben kann – sehr zur Freude von Will. Doch dieses Verhältnis kann nicht lange gut gehen, zumal Will weit mehr in Michelle verliebt ist, als sie in ihn. Es kommt, wie es kommen muss: Eines Tages macht Michelle Schluss. Will ist natürlich ziemlich niedergeschlagen, fängt sich dann aber erstaunlich schnell wieder... - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt0583031/
4.18 Fröhlicher Valentinstag (Stop Will! In The Name Of Love)
Es ist Valentinstag. Will und Ashley wollen mit ihren jeweiligen Bekannten ausgehen, während Carlton einen Karaoke-Abend für Verliebte organisiert hat, zu dem er auch Vivian und Philip eingeladen hat. Doch Viv würde lieber mit ihrem Ehemann alleine sein. Phillip hingegen möchte Ashley ins Kino begleiten, um ihr ihre Verabredung zu vermiesen. Derweil kocht Hilary mit Geoffreys Hilfe ein Abendessen für ihren Freund. Derweil gelingt es Will, Philip davon abzuhalten, Ashley das Rendezvous zu verderben. Allerdings findet er sich dann selbst in Onkel Phillips Rolle wieder – sehr zum Ärger von Ashley, die nicht mehr wie ein Kind behandelt werden möchte. Phil und Vivian haben unterdessen die zweifelhafte Freude, sich Carltons Gesangskünste anhören zu dürfen... - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0583077/
4.19 Der geborene Verkäufer (You’d Better Shop Around)
Will entdeckt sein Talent als Autoverkäufer. Die hohen Provisionen verführen ihn, aus dem College auszusteigen und ab sofort ganztags Autos zu verkaufen. Will entpuppt sich als echte Verkaufskanone und findet schließlich sogar Spaß daran, unfähige Mitarbeiter vor die Tür zu setzen. Die Gier nach Geld und Macht haben ihn gepackt. Phillip und Vivian gelingt es nicht, ihn zur Vernunft zu bringen. Da hilft als letzte, unschlagbare Waffe nur noch Wills Mutter, die aus Philadelphia anreist. Sie packt ihren Jungen bei den Ohren und schleppt ihn zurück ins College. Widerstand zwecklos! - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0583051/
4.20 Jazz heiratet (The Ol’ Ball And Chain)
Jazz will ein Mädchen heiraten, das wegen Autodiebstahls im Gefängnis sitzt. Will überredet Onkel Phil, die Hochzeit im Hause Banks stattfinden zu lassen. Jewel, die Braut, wird auf Bewährung entlassen. Doch die Gangsterbraut hat Angst vor dem Bund fürs Leben. Mit einem Trick versucht sie, Jazz dazu zu bewegen, die Hochzeit abzublasen. Doch ihr Manöver misslingt und sie sieht keine andere Lösung, als kurz vor dem Ja-Wort wegzurennen. Ausgerechnet Schwerenöter Will überredet sie, Jazz doch zu heiraten. - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0583048/
4.21 Absprung über der Wildnis (The Harder They Fall)
Will möchte liebend gerne mit seiner Freundin Lisa übers Wochenende nach Palm Springs fahren. Aber sie stellt eine Bedingung: Erst muss er ihren Vater Augustus kennen lernen und seine Einwilligung für die Reise einholen. Um den Freund seiner Tochter genau unter die Lupe nehmen zu können, lädt er Will zu einer Spritztour in seinem Privatflugzeug ein. Während Augustus lustig seine Looping dreht, wird es Will immer mulmiger. Schließlich bleibt tatsächlich der Motor stehen und die beiden müssen mitten über der Wildnis eines Nationalparks mit dem Fallschirm abspringen. Als echte Städter fühlen sie sich in der prallen Natur nicht besonders wohl. Ihr einziger Trost ist eine Flasche extra scharfe Tabasco-Soße. Während Familie Banks besorgt im Park-Ranger-Büro auf ein Lebenszeichen von Augustus und Will wartet, kämpfen die Streithähne sich durch die Wildnis. Nach einiger Zeit taucht Will dann allerdings allein im Büro der Park Ranger auf. Er erzählt den anderen, Lisas Vater gehe es sehr gut und er habe nichts gegen den gemeinsamen Kurzurlaub einzuwenden. Doch während Lisa und Will sich in Palm Springs amüsieren, wartet Augustus am erloschen Lagerfeuer auf Will und seine Rettung... - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0583006/
4.22 Alte Liebe rostet nicht (M Is For The Many Things She Gave Me)
Onkel Phil bekommt Besuch von seiner alten Flamme Janice, was Vivian ganz schön auf die Palme bringt. Kurzerhand verbannt sie ihren Mann erst auf die Couch und dann sogar auf den Liegestuhl. Will hingegen ist restlos begeistert von dem Besuch, denn Janice hat ihre bildschöne 18-jährige Tochter mitgebracht. Tatsächlich geht sie sogar mit ihm aus, doch als er sie nach dem Rendezvous ins Hotel bringt und verabschiedet, trifft er danach auf ihre Mutter und wird von ihr vernascht. Als die Banks davon erfahren, erhält Janice erst mal Hausverbot... - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0583010/
4.23 Muttertag (Mother’s Day)
Da ihre Wohnung gestrichen wird, logieren Jazz und Jewel vorübergehend bei den Banks und klagen ihnen ihr Leid. Seit geraumer Zeit wünschen sie sich ein Baby, aber bislang ohne Erfolg. Langsam kommt dem Paar der Verdacht, Jazz könne unfruchtbar sein. In ihrer Not bitten sie sogar Will, seinen Samen zur Verfügung zu stellen. Er willigt ein, doch kurz vor der Spende hat er eine alarmierende Vision und macht dann doch einen Rückzieher. Da hat Jewel aber bereits eine freudige Botschaft zu verkünden: Sie ist schwanger von Jazz! - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt0583018/
4.24 Der verlorene Vater (Papa’s Got A Brand-new Excuse)
Nach 14 Jahren steht Wills Vater Lou plötzlich wieder vor der Tür. Phil ist stinksauer auf ihn, weil er seine Familie einfach im Stich gelassen hat, doch der Rest der Familie findet Lou eigentlich ganz sympathisch. Zunächst verbringen Lou und Will viel Zeit miteinander, gehen zusammen zum Rummel und scheinen sich sehr gut zu verstehen. Lou verspricht seinem Sohn sogar, ihn über die Sommerferien in seinem LkW mitzunehmen. Will ist begeistert, aber Phil betrachtet die ganze Entwicklung äußerst skeptisch, er hat Angst, Lou könne – wie stets – seine Versprechen brechen und Will damit schwer verletzen. Obwohl er Lou ins Gewissen redet, scheint er am Ende doch Recht zu behalten, denn Lou verkündet Will, dass er ihn doch nicht mitnehmen kann... - 10/10

https://www.imdb.com/title/tt0582968/
4.25 Das Luftschloss (For Sale By Owner)
Immobilienmakler Ron macht Phil ein fabelhaftes Angebot für das Haus. Aber nur Carlton ist bereit, für das Geld auszuziehen, alle anderen verbinden zu schöne Erinnerungen mit dem Haus, als dass sie bereit wären, es zu verkaufen. Doch nach einem zweiten, noch besseren Angebot, scheint es, als wären alle bis auf Ashley weich geworden. Schließlich handelt es sich bei dem potentiellen Käufer um niemand Geringeren als Donald Trump. Werden die Banks jetzt ihre Residenz verlassen? - 7,5/10

https://www.imdb.com/title/tt0583052/
4.26 Der Prinz und sein Ruf (The Philadelphia Story)
Will ist ganz aufgeregt, weil er mit den Banks ein paar Tage Urlaub bei seiner Mutter Vy in Philadelphia machen soll. Doch in Philadelphia angekommen wird er erst mal bei seinen alten Kumpels zum Ziel des allgemeinen Gespötts, denn angeblich ist er damals vor einem entscheidenden Kampf nach Los Angeles "geflohen". Das will der Prinz von Bel Air natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Entschlossen trainiert er hart, um den Kampf nachzuholen und seinen Ruf zu retten. Allerdings hat er nicht damit gerechnet, dass sein damaliger Gegner mittlerweile Sozialarbeiter geworden ist und mit pubertären Straßenkämpfen nichts mehr am Hut hat. Als die Banks wieder zurück nach L.A. fahren, bleibt Will noch bei seiner Mutter und verspricht nachzukommen... - 7,5/10

Sonntag, 8. September 2019

Hidden Figures - Hidden Figures: Unerkannte Heldinnen (2016)

https://www.imdb.com/title/tt4846340/

1962: John Glenn (Glen Powell) ist der erste Amerikaner, der die Erde in einem Raumschiff komplett umkreist. Das ist ein wichtiger Meilenstein im Kalten Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion, der auch als Wettlauf im All geführt wird – zu einer Zeit, als Weiße und Schwarze in den USA noch per Gesetz getrennt werden und von Geschlechtergleichheit keine Rede sein kann. In der NASA aber, wo neben Glenn vornehmlich andere weiße Männer wie Al Harrison (Kevin Costner) und Paul Stafford (Jim Parsons) den Ton angeben, arbeiten drei schwarze Frauen. Deren Namen kennt kaum jemand, ihr Einfluss jedoch ist groß: Den NASA-Mathematerinnen Katherine Johnson (Taraji P. Henson), Dorothy Vaughan (Octavia Spencer) und Mary Jackson (Janelle Monáe) ist es zu verdanken, dass Glenns Mission sicher und erfolgreich verläuft…

"Frag nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst" - John F. Kennedy

Das bekannte Zitat ist das Leitmotto dieser Geschichte. "Hidden Figures" zeigt drei schwarze Frauen und thematisiert deren Joballtag. Die Geschichte von den drei Frauen die als Mathematikerinnen bei der NASA arbeiteten, die vor sechzig Jahren spielt, könnte trotzdem kaum aktueller sein. Sie müssen sich in einer Männerdomäne behaupten. Das auch noch in doppelter Hinsicht. Damals wurden Farbige gesellschaftlich noch lange nicht akzeptiert. Rassentrennung, eine Gesellschaft zweiter Klasse und die Fähigkeit zur Leistung sind das Kernthema das Films. Die Handlung baut auf diesen Problematiken auf und zeigt in mehreren Situation, womit die schwarze Bevölkerung zu kämpfen hatte, gleichwohl was sie für ihr Land taten oder in weclhem Metier sie unterstützten. Hier kommt das oben genannte Zitat deutlich zum Tragen. Hollywood produziert aber eben keine Dokumentationen. Das ist nun wahrlich keine neue Erkenntnis, und so verwundert es nicht, dass hier massiv an der Wahrheit herumgeschraubt wurde, oder zumindest die Akkuratesse eher eine untergeordnete Rolle spielte. Einzig faktisch korrekt sind eigentlich nur das Raumfahrtprogramm und die Existenz der drei höchst intelligenten Protagonistinnen.

Zudem übt der Film nur oberflächlich Kritik. Auch wenn Zeitgeschehen und Thematik sehr gut an den Zuschauer geführt wird, bleibt die Diskriminierung hier eine nebensächliche Tatsache. Aufgearbeitet wird diesbezüglich kaum etwas. Erst als die "Heldinnen" über ihre bis dato existierenden Granzen hinausgehen, bekommt der Film so etwas wie eine Feel-Good-Note, die die Arroganz der Weißen, die dann aber als zu betroffen dargestellt werden, zerschmettert. Das ist sicher überspitzt dargestellt und teilweise etwas zu heroisierend. Aber erwartet man in einem konventionellen Unterhaltungsfilm tiefergehende Konfrontation? Nicht wirklich. Ausserdem ist ja die Handlung sowieso weitgehend fiktiv gehalten. Es geht immer nur darum zu beweisen, das die klugen Köpfe eben nicht doof sind und wie man das System überwindet, damit sie ihre Köpfe für eben dieses System einsetzen. Das Irrwitzige dabei, das sie es schaffen und ihr Erfolg dem weissen Mann zugeschrieben wird.

Ein Film eben, der Spaß macht, unterhält und leicht von der Hand geht. Das Thema mag ernst sein, das merkt man dem Film aber nicht unbedingt an. Man bekommt es nicht mit dem Vorschlaghammer eingeprügelt, kommt subtiler daher, familientauglich vielleicht. Ein solches Drama braucht mehr Schneid und Mumm. Egal ob die Geschehnisse passiert sind oder passiert sein könnten. Eine Geschichte, die es wert ist erzählt zu werden. Eine Inszenierung, die weniger Zuckerguss und eine mutigere Regie verdient hätte. Und Schauspielerinnen, die etwas geschliffenere Dialoge benötigt hätten.

7,5/10