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Samstag, 12. Oktober 2013

Underworld: Rise Of The Lycans - Underworld: Aufstand der Lykaner (2009)

http://www.imdb.com/title/tt0834001/

Der dritte Teil ist eigentlich ein Prequel und zeigt den Aufstand der Lykaner, der sich lange vor den Ereignissen in "Underworld" und "Underworld: Evolution" ereignete. Die Geschichte geht zurück zu den Anfängen der jahrhundertealten Blutfehde zwischen den aristokratischen Vampiren (Death Dealer) und ihren einstigen Sklaven, den barbarischen Lycan-Werwölfen. In diesen finsteren Zeiten erhebt sich der junge Lycaner Lucian (Michael Sheen) zum Revolutionsführer im Kampf gegen den grausamen Vampirkönig Viktor (Bill Nighy), der die Lycaner seit hunderten von Jahren verfolgt. In seinem Kampf wird Lucian von seiner heimlichen Liebe, der schönen Vampirfrau Sonja (Rhona Mitra), unterstützt...

Das größte Manko dieses Teils gleich vorweg: Kate Beckinsale (als Selene) spielt leider nicht mit. Und Rhona Mitra ist zwar ebenfalls hübsch anzusehen, kann sich aber nicht im Mindesten ersetzen. Der dritte Teil bietet dennoch ein erstaunlich gutes Prequel zu den beiden ersten Teilen. So gut, dass man sich trotz der teils klischeebehateten Story fragt, wieso die beiden Charaktere - Lucian und Victor - eigentlich nicht ausgezeichnet wurden. Rückblickend blieben aber die beiden durchaus interessanten Charaktere ziemlich blass und inhaltsleer zurück. Und - es wurde eingangs erwähnt - zwar vermisst man Selene in diesem Teil merklich - und die neue weibliche Hauptrolle ist mit Rhona Mitra auch weit davon entfernt, alles richtig zu machen - aber trotzdem geht der eigentlich recht kitschige Plot mit der gewohnt-grandiosen Optik wieder gut auf, fängt den mystischen Vampir-Werwolf-Flair erneut gut ein und kann somit trotz Vorhersehbarkeit über die gesamte Laufzeit gut unterhalten. Insgesamt also noch gut, aber der bisher schlechteste Teil der Reihe.

6,5/10

Samstag, 30. November 2013

Underworld: Awakening (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1496025/

Nachdem sich Selene aus jahrelanger Gefangenschafft befreien konnte, findet sie sich in einer veränderten Welt wieder, in der die Menschen einen totalen Krieg gegen die unsterblichen Vampir- und Lykanerclans führen, die bis dahin unentdeckt auf der Erde gelebt hatten. Selene kämpft sowohl gegen die Menschen als auch gegen eine furchterregende neue Spezies von Super-Lykanern, um das Überleben der Death Dealer zu sichern.

Endlich! Kate Beckinsale ist zurück als Selene! In Zeiten, in denen Werwölfe zu Schoßhündchen verkommen sind und Vampire nur in der Sonne glitzern, kommt ein Film wie "Underworld: Awakening" genau richtig. Selene hat als Vampir seit sie denken kann gegen die Lykaner gekämpft, bis sie sich in einen von ihnen verliebte. Doch dann entdeckten die Menschen die beiden Rassen und taten alles für deren Auslöschung. Selene erwacht nach 12 Jahren Cryo-Schlaf und findet eine völlig neue Welt vor.

Und nach ihrem langen Winterschlaf ist die gute Kate ganz schön wütend und das merkt man auch. "Underworld: Awakening" ist zwar noch genauso düster wie seine Vorgänger, aber wesentlich blutiger. Dafür wird die Story auf ein Minimum heruntergefahren, macht aber nichts, denn als Popcorn-Blockbuster funktioniert der Film so ganz gut. Das größte Problem vom vierten Teil ist, dass alles einfach ins Absurde geht und man die guten alten Rezepte über Bord wirft. Dafür scherbelt es an allen Ecken und Enden, die Optik ist einmal mehr beeindruckend und selbst der 3D-Effekt kann sich durchaus sehen lassen. Die Freigabe der FSK ist angesichts der extrem krassen Effekte auch verwunderlich - "Underworld", also der erste Teil, war wegen eines hier gezeigten Effektes mit einer FSK-18 versehen.

6,5/10

Die 3D-Version gab es exklusiv im Steelbook, welches schon längst ausverkauft ist und nur noch zu Mondpreisen zu haben ist:

Sonntag, 26. November 2017

Underworld: Blood Wars (2016)

http://www.imdb.com/title/tt3717252/

Vampirkriegerin Selene (Kate Beckinsale) muss erkennen, dass sich die Welt gewandelt hat und das Geheimnis um die Existenz von Vampiren und Werwölfen gelüftet wurde, woraufhin die Menschen alles daran setzen, beide Seiten auszulöschen. Indes denkt der Anführer des Lykaner-Clans, Werwolf Marius (Tobias Menzies), selbst im Angesicht der gemeinsamen Bedrohung nicht an einen Frieden mit den Vampiren. Selene kehrt schließlich aufs Schlachtfeld zurück und muss sich gegen zahlreiche Angreifer aus den Reihen der Werwölfe zur Wehr setzen - aber auch einige verräterische Vampire sind der ausgezeichneten Kämpferin feindlich gesinnt. Dabei will Selene nur eins: Den ewig währenden Krieg gemeinsam mit David (Theo James) und dessen Vater Thomas (Charles Dance) endlich beenden, auch wenn sie dafür das ultimative Opfer bringen muss...

So merkwürdig das auch klingen mag, "Blood Wars" lebt davon, dass man hier wirklich gar nichts Relevantes mehr zu erzählen hat. Nach einem Intro, in dem das "Awakening"-Ende und der die Reihe mittlerweile meidende Scott Speedman über Bord geworfen werden, folgt eine 60-minütige Exposition und ein unbedeutendes, aber unterhaltsames Kammer- und Intrigenspiel.


Und - das kann man kaum anders sagen  -als "Game Of Thrones"-Fan hat man daran großen Spaß. Während der böse "Edmure Tully"/Marius mit seiner Werwolfhorde vor der Tür steht, streiten sich die Vampirfürsten "Tywin Lannister", "Randyll Tarly" und "Irene Adler" um den eisernen... ach nein - die Macht am Hof des Östlichen Ordens. Irgendwo dazwischen bewegt sich eine immer noch sehr sexy auftretende Kate Beckinsale, die hier allerdings gar nicht wirklich benötigt wird. Mehr Dialoge mit Charles Dance, James Faulkner und Lara Pulver wären da angebrachter gewesen. Stattdessen hetzt "Underworld: Blood Wars", der nunmehr fünfte Ableger des "Underworld"-Franchise von Scharmützel zu Scharmützel und vebindet diese durch etwas generischen Dialog. Immerhin sind die Kämpfe schön actionreich und auch blutig, sodass hier keine Langeweile aufkommt.


Doch irgendwann schickt "Tywin" dann seinen Sohn David (ganz gut: Theo James) und Selene in den eisigen und beeindruckend bebilderten Norden, wo sie eine Mauer erklimmen und im Nördlichen Vampirorden von Davids wahrer Abstammung erfahren: er ist der Erbe des Throns des Östlichen Ordens! Selen stirbt im Kampf gegen Werwolf Marius ("Edmure Tully") auf dem Eis, wird von den nördlichen Vampiren allerdings wiederbelebt. Zum Schluss kommt es im Östlichen Orden zum entscheidenden Kampf, in dem die Werwölfe von einer nun noch mächtigeren Selene und David mit seinem neuen übermächtigen Familienschwert bezwungen werden. Wie unfassbar vorhersehbar.

Eigentlich komplett nichtssagend und ziemlich mies, bewegt sich "Underworld: Blood Wars" dennoch irgendwo zwischen langweilig und unterhaltsam hin und her. Die Optik bleibt weiterhin ein Augenschmaus, einen schöneren Bildschirmschoner als diesen Film kann es daher gar nicht geben.

5,5/10 

Samstag, 12. Oktober 2013

Underworld: Evolution (2006)

http://www.imdb.com/title/tt0401855/

Während der blutige Kampf zwischen den aristokratischen Vampiren und den barbarischen Lycan-Werwölfen ungebrochen weitergeht, versuchen die schöne Blutsaugerin Selene und der Halb-Lycan Michael gemeinsam hinter das Geheimnis ihrer seit Jahrhunderten verfeindeten Blutlinien zu kommen. Dafür müssen sie die alte Fehde, die zwischen ihren Stammbäumen herrscht, bis an ihren Ursprung zurückverfolgen. Ihre Suche führt zu einer finalen Schlacht, die den Krieg zwischen Vampiren und Werwölfen auf immer beenden soll.

Der zweite Teil der Saga um den Krieg der Vampire gegen die Werwölfe knüpft nahtlos an den ersten Teil an. Im direkten Vergleich hat man etwas auf Story verzichtet und dafür noch mehr Action eingebaut. Kurz gesagt: es scherbelt von vorn bis hinten. Und das fast völlig ohne Atempause, was zur Folge hat, dass die Entwicklung der Figuren beinahe gänzlich in den Hintergrund gerückt ist und damit verödet. Das soll nicht heißen, dass "Underworld: Evolution" schlecht ist. Er legt halt nur das Augenmerk auf andere Elemente der Unterhaltung. Noch immer in einem sanften blauen Look gehalten kann er sich damit zumindest optisch mit dem Vorgänger messen, ihn in den Effekten sogar übertrumpfen.

Man merkt deutlich, dass mehr Geld in Ausstattung und SFX gesteckt wurde: die Verwandlungen der Werwülfe sind ein wenig flüssiger und nicht so "abgehackt" wie noch in "Underworld". Selbst das Auftreten und die Szenen mit den Wölfen ist an der Zahl gestiegen - was teilweise auch an der Verpackung liegt - und die Kämpfe teils noch übernatürlicher und damit unrealistischer. Immerhin aber thematisch passend. Der Score ist dafür ebenfalls ein wenig pompöser und knalliger als im Vorgänger - eben genau auf das Tempo der Inszenierung angepasst. Dafür gibt es auch ein paar mehr nette Splattereffekte und das offene Ende kündigt bereits Teil 3 an. Somit bleibt eine nette und kurzweilige Actionunterhaltung, die Spaß macht, wenn man über die Schwächen hinwegsehen kann.

7,5/10

Sonntag, 1. Juni 2014

I, Frankenstein (2014)

http://www.imdb.com/title/tt1418377/

Vor 200 Jahren wurde Adam (Aaron Eckhart) von dem Wissenschaftler Dr. Victor Frankenstein (Aden Young) erschaffen und zum Leben erweckt. Der aus Leichenteilen zusammengeflickte Adam, der sich selbst als Monster bezeichnet, findet sich in Darkhaven, in einer dystopischen Welt wieder, in der sich Menschen und Dämonen im Krieg befinden. Der unsterbliche Adam beschützt die Menschen vor den finsteren Gestalten der Unterwelt, doch er gerät zwischen die Fronten zweier unsterblicher Clans. Das Schicksal der Menschheit liegt in seinen Händen, denn er hat Fähigkeiten, die Menschen nicht haben. Doch die Gargoyles und die Dämonen haben großes Interesse an Adams Geheimnis.

10 Minuten. Das ist die Zeit, die sich er Film nimmt, um die titelgebende Figur einzuführen und sogar um die Motivation des Antihelden Frankenstein zu erklären. Ein holpriger Versuch, denn dies reicht beweitem nicht, um eine fesselnde Geschichte zu erzählen. Nach diesen 10 Minuten herrscht reinstes Effektgewitter vor, eine CGI-Schlacht ungeheuren Ausmaßes, die durch ihre doch noch recht gute, aber viel zu wenig ausgearbeitete Choreographie teilweise unterhält. Auch seelenloser Stoff kann also durchaus unetrhalten.

Zum Glück waren meine Erwartungen gering und mehr als eine effektvolle CGI-Schlacht habe ich auch nicht erwartet. Aaron Eckhart funktioniert hier in seiner Rolle als Frankenstein zwar ganz gut und auch Bill Nighy spielt als Bösewicht solide, aber das hilft dem Film leider auch nicht weiter. Die Story selbst ist ziemlich banal, extrem vorhersehbar und ist eigentlich in gut 15 Minuten erzählt, denn die restlichen 75 Minuten sind eine Mischung aus enorm schlecht geschriebenen, lächerlichen Dialogen und plumpen Actionszenen. Die düstere Optik stimmt war und Kampfszenen gibt es viele, aber sie sind nie wirklich packend oder beeindruckend und laufen immer nach dem gleichen Schema ab. Auch merkt man deutlich, dass hier die "Underworld"-Macher am Werk waren. Die gleichen Schauspieler, die gleichen Settings, die gleichen mittlerweile ausgelutschten Dialoge.


Wieso retten die Gargoyles Frankenstein "zufällig" aus den Fängen der Dämonen und fragen sich erst später was er für eine Bedeutung hat? Hätte denen das nicht schnurzpiepe sein müssen? Und warum nochmal sind Doktorinnen in solchen Filmen eigentlich immer halbe Supermodels, die mit High-Heels und Netzstrümpfen durch Labor hirschen? Das ist doch unpraktisch? Und warum wird aus einem beliebigen Schlagstock plötzlich eine Superwaffe, nur weil ich mir da vier Striche drauf male? Und wenn ich unsterblich bin und keine Seele habe, warum tut es mir dann weh wenn ich gegen eine Wand geschleudert werde? Diese und viele, unglaublich viele Fragen türmen sich im Laufe des Films auf. Man merkt schon, hier wurde nicht wirklich auf Logik oder Verstand gebaut. Dazu kommt der auf episch getrimmte Score, der sein Ziel mehr als einmal verfehlt und irgendwann gewaltig nervt.

Gargoyles statt Vampire, Dämonen statt Werwölfe. Ja, im Endeffekt ist "I, Frankenstein" ein "Underworld"-Klon in Reinform. Leider kommt er nicht annähernd an "die "Underworld"-Story ran - da retten auch keine billigen One-Liner. Dazu eröffnet der Film schon im letzten Drittel die Möglichkeiten auf die mittlerweile fast handelsübliche Fortsetzung, die uns in diesem Fall doch bitte erspart bleiben möge.

5/10

Vom deutschen Publisher Splendid gibt es den Film im geprägten Steelbook in 3D:

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Underworld (Director's Cut) (2003)

http://www.imdb.com/title/tt0320691/

Die Fronten in der Unterwelt sind verhärtet: seit Jahrhunderten währt die Blutsfehde zwischen machthungrigen Vampiren und brutalen Werwölfen, die mittlerweile mit Hightech-Silbernitratkugeln und ultraviolettem Licht in der Neuzeit ausgetragen wird. Die Vampirkriegerin Selene (Kate Beckinsale), eine sogenannte Todeshändlerin, die unerbittlich Jagd auf Werwölfe macht, kann den scheinbar unbeteiligten Menschen Michael Corvin (Scott Speedman) vor den Fängen der Werwölfe retten und verliebt sich wider Willen in ihn. Selene kann jedoch nicht verhindern, dass Michael von Lucian (Michael Sheen), dem totgeglaubten Anführer der Werwölfe, gebissen wird. Während der entscheidenden Schlacht im Untergrund, für die der mächtige Vampirfürst Viktor (Bill Nighy) zum Leben erweckt wird, erkennt Selene mit Entsetzen die Schlüsselrolle Michaels im Krieg der nächtlichen Kreaturen...

"Underworld" ist zweifelsohne einer der Filme, die allein schon aufgrund des zu erwartenden mystischen Kampfes zwischen Vampiren und Werwölfen fesseln kann. Aber das ist nicht alles, was den in tiefblauem Farbton gehaltenen Film ausmacht. Regisseur Len Wiseman hat auch ein beachtliches Gesellschaftsmuster geschaffen, welches sich problemlos übertragen lässt: auf der einen Seite die hochtechnologisierten Vampire, die in einem Schloß leben und auch sonst nicht gerade am Hungertuch zu nagen scheinen - und auf der anderen Seite die Werwölfe, einst Sklaven der Vampire, in der Kanalisation lebend und seit Hunderten von Jahren im Krieg gegen deren Vorherrschaft. Dazwischen kommt nun eine Art "Romeo und Julia"-Geschichte, die aber so geschickt verpackt ist, dass sie nicht aufgesetzt wirkt. Dezent klischéehaft, aber dennoch gut.

Kate Beckinsale spielt die unnahbare Selene mit Bravour, Bill Nighy als Vampirfürst Victor lädt zum Hassen regelrecht ein und Michael Sheen als Lucian ist hier irgenwie der tragische Held. Zudem bietet der Film eine wunderbar düstere Atmosphäre und weiß mit einem hervorragendem und stimmigen Soundtrack zu unterhalten. Ich mag "Underworld". Vielleicht auch wegen der Style-Over-Substance-Optik, dem Setting oder wegen den klasse gemachten Actionsequenzen, die genau richtig dosiert eingesetzt wurden und der Story ihren Lauf lassen. Damit stimmt für mich die ganze Inszenierung. Die Effekte sind dabei gut aber nicht überragend. Das stört aber auch kaum, denn unterhalten kann der Film auf seinen 133 Minuten Lauflänge (Laufzeit des Unrated Extended Cut/Directors Cut) zu jeder Zeit. Und das muss man erst einmal schaffen.

8/10

Samstag, 4. Februar 2023

마녀(魔女) Part2. The Other One - Manyeo 2: Lo go - The Witch: Part 2. The Other One (2022)

https://www.imdb.com/title/tt13721828/

Eine von vagen Flashbacks aus einer ihr rätselhaft erscheinenden Vergangenheit geplagte Teenagerin (Cynthia) wird in einem gigantischen Laborkomplex namens Ark 1 gefangen gehalten. Unter Einsatz ihrer enormen telekinetischen Kräfte gelingt der namenlosen der gewaltsame Ausbruch aus dem Komplex, in dem sie eine Reihe übel zugerichteter Leichen hinterlässt. Die ebenfalls mit übernatürlichen Kräften ausgestattete Jo-Hyun (Da-Mi Kim) ist eine der wenigen, die diese blutige Flucht überlebt. Jetzt jagt sie das Mädchen. Das findet allerdings in der freundlichen Kyung Hee (Eun-Bin Park) eine Verbündete, die die in der Außenwelt noch völlig Verlorene bei sich im Haus versteckt. Erstmals lernt sie bei Kyung Hee und ihrem jüngeren Bruder Dae Gil (Yoo-Bin Sung) so etwas wie menschliche Wärme und Geborgenheit kennen. Wie sich herausstellt, ist die noch immer verbissen nach dem Mädchen suchende Jo-Hyun aber längst nicht die einzige, die sie unbedingt finden und unschädlich machen will...

Nach dem guten und erfolgreichen "The Witch: Part 1. The Subversion", der ja schon mit einem verheißungsvollen "Part One" in den Kinos lief, war es erneut nur eine Frage der Zeit, bis der zweite Teil das Licht der Lichtspielhäuser erblickte. Die Fortsetzung beginnt mit einem blutüberströmten jungen Mädchen, das aus einem Gebäude läuft, während eine Stimme in ihrem Kopf ihr sagt, sie solle zu ihrer Mutter kommen. Dann sehen wir einen Bus voller Schüler, die entführt und getötet werden, um ein Mädchen gefangen zu nehmen. Und dann wacht eine schwangere Frau auf, während im Fernsehen Nachrichten über einen Busunfall laufen. Nach dem Abspann sehen wir, wie ein anderes Mädchen, das nur "The Girl" (Shin Sia) genannt wird, nach einem Massaker in einem mit blutüberströmten Leichen übersäten Korridor aufwacht. Wenn das alles ein wenig verwirrend erscheint - dann ist es das auch. Anstatt eine direkte Fortsetzung zu drehen, hat sich Regisseur Park Hoon-jung sich dafür entschieden, in derselben Welt wie im ersten Film zu bleiben, und "The Witch: Part 2: The Other One" erzählt die Geschichte des erfolgreichen ersten Teils mehr oder weniger ein zweites Mal, wenn erneut eine junge Frau mit übernatürlichen Kräften aus einem Labor flieht.

Schließlich wird "The Girl" von den Insassen eines Lieferwagens aufgegriffen, der sie fast überfährt. Es handelt sich um Gangster, die gerade Kyung-hee (Park Eun-bin) entführt haben. Das Mädchen setzt ihre Kräfte ein, um die Gauner auszuschalten, und nachdem sie von einem alkoholkranken Tierarzt medizinisch versorgt wurde, nimmt Kyung-hee sie zu sich nach Hause zu ihrem jüngeren Bruder Dae-gil (Sung Yoo-bin). Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der Handlung von "The Witch: Part 2: The Other One". Der Film dauert sage und schreibe einhundertsiebenunddreißig Minuten und hat so viel zu bieten, dass man leicht den Überblick verlieren kann. Das ist etwas, was das langsame Tempo, mit dem das Drehbuch Dinge offenbart, nur noch schlimmer macht, da es abrupt von einem Handlungsstrang zum nächsten und so oft wie möglich zu neuen Gesichtern wechselt.

Im Grunde ist "The Witch: Part 2: The Other One" ein Zusammenstoß zwischen mehreren Fraktionen von Menschen mit Superkräften. Der Anführer der einen, Dr. Baek (Min-soo Jo, Pieta), sitzt im Rollstuhl. Das trägt nur zu den "X-Men"-Vibes bei, die der Film ausstrahlt, zusammen mit "Underworld", "Blade" und "The Last Witch Hunter", die sich ebenfalls wie Einflüsse anfühlen. Da ist auch die Bande, die die Schläger geschickt hat, die das Mädchen zuvor ausgeschaltet hat. Sie hatten es auf die Farm abgesehen, die Kyung-hee gerade geerbt hat, und nun wollen sie sich ebenfalls rächen. Das wird noch dadurch verkompliziert, dass ihr Anführer ihr Onkel ist (Jin Goo). Natürlich stürmen alle diese Gruppen gleichzeitig die Farm, was zu einer epischen Schlacht führt, die einen Großteil der zweiten Stunde des Films einnimmt. Hier präsentiert Park Hoon-jung ein außergewöhnliches und geleichzeitig sehenswertes Setpiece an Gewalt, auch wenn es manchmal eine Herausforderung sein kann, das, was davor kommt, zu überstehen. "The Witch: Part 2: The Other One" ist voller Dialoge, die man hätte kürzen können, und halbfertiger Ideen, die vermutlich die Grundlage für die Handlung des unvermeidlichen dritten Films bilden. Aber in diesem Film sind sie irgendwie nur ein Ärgernis.

Hätte sich Park Hoon-jung ein wenig mehr auf den eigentlichen Film konzentriert, anstatt den nächsten Teil des Franchises vorzubereiten, wäre "The Witch: Part 2: The Other One" ein viel besserer Film geworden. So aber ist der Film immer noch sehr sehenswert, und es bleibt zu hoffen, dass der dritte Film es schafft, alle losen Enden zu verknüpfen. Die Andeutungen über das Klonen und die Bedeutung von Schwestern und vor allem Zwillingen sind auf jeden Fall faszinierend. Aber es ist auch beim zweiten Mal unterhaltsam, wenn sich völlig überzogene Kämpfer und ein wenig abstruser, unkonventioneller Humor abwechseln.

7/10

Quellen
Inhaltsangabe: Splendid

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Total Recall (Extended Director's Cut) (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1386703/

„Willkommen bei Rekall, der Firma, die Ihre Träume in echte Erinnerungen verwandeln kann.“ Obwohl Fabrikarbeiter Douglas Quaid (Colin Farrell) eine wunderschöne Frau (Kate Beckinsale) hat, die er sehr liebt, klingt so ein Mind-Trip wie der perfekte Urlaub von seinem frustrierenden Alltag. Echte Erinnerungen aus dem Leben eines Superspions könnten genau das sein, was er braucht. Doch als die Programmierung schiefgeht, wird Quaid ein gejagter Mann. Von der Polizei verfolgt – die unter dem Kommando von Chancellor Cohaagen (Bryan Cranston), dem Führer der freien Welt, steht – verbündet sich Quaid mit der Rebellin Melina (Jessical Biel), um den Chef der Untergrund-Widerstandskämpfer (Bill Nighy) zu finden und Cohaagen zu stoppen. Der schmale Grat zwischen Fantasie und Wirklichkeit verschwimmt immer mehr, und das Schicksal seiner Welt droht aus dem Gleichgewicht zu geraten, als Quaid entdeckt, wer er wirklich ist, wen er wirklich liebt und was seine wahre Bestimmung ist.

Über die Sinnhaftigkeit von Remakes lässt sich immer trefflich streiten, so auch über den Versuch, Philip K. Dicks "Total Recall" nach 1990 ein weiteres Mal zu verfilmen. Doch schon bei der Besetzung hinter der Kamera war eigentlich ersichtlich, dass die neue Version nur wenig mit dem filmischen 'Original' zu tun haben würde. Mit Len Wiseman als Regisseur und auch Kurt Wimmer als Drehbuchschreiber geht die Reise inszenatorisch viel direkter in Richtung des stylischen Actionkinos mit der berüchtigten "Underworld"-Reihe im Geiste. Inhaltlich gibt es alleine schon mit dem Ort bzw. Planet des Geschehens gehörige Unterschiede - gemein ausgedrückt könnte man es auch 'Abstufungen' nennen. Man merkt einfach an einigen Stellen: Wiseman will dem Publikum gar nicht groß vorgaukeln, dass die Geschichte im Kino noch nie zu sehen gewesen wäre, was das Ganze sogar etwas sympathischer macht als vergleichbare Remake-Versuche. So sind die Gemeinsamkeiten zahlreich: die dreibrüstige Frau, die Wanze im Kopf (1990er Version) vs. der Wanze in der Hand (2012er Version), abgerissene Arme (1990er Version: Mensch, 2012er Version: Roboter), usw. Natürlich liefert die Verhoeven-Version mehr Spielräume zur Interpretation dieser insgesamt verwirrenden Rahmenhandlung und ist im Gesamtergebnis natürlich der klare Gewinner. Dies betrifft auch die schauspielerischen Neubesetzungen, bei dem ein relativ austauschbarer Colin Farrell gegenüber einem entfesselten 90er-Jahre-Schwarzenegger deutlich das Nachsehen hat. Selbst mit Wisemans berühmter Ehefrau (Kate Beckinsale) muss traditionell wieder Bekanntschaft gemacht werden. Sehr hübsch neben kleineren Gimmicks und einer etwas ungewohnten, aber durchaus aufregenden Zukunftswelt ist jedoch die feine CGI-Umsetzung, die zum Beispiel die lange Verfolgungshatz ganz angenehm anschauen lässt. Solides Action-Futter eben, das mit der richtigen Erwartungshaltung und womöglich in der passenden Stimmung seinen Spaß macht. Ich progonstiziere: hätte der Film eben nicht "Total Recall" geheißen, sonden irgendwie anders, wäre er sogar besser - so muss er sich immer mit dem großen Bruder messen und verliert auf ganzer Linie.

Dabei ist es auch noch der wesentlich zahmeren Kinofassung zu verdanken, dass der Film im Kino floppte. Die erweiterte Fassung bietet nämlich nicht nur mehr Gewalt (obwohl diese im Vergleich zum 1990er Pendent auch noch sehr niedrig und weniger graphisch ist), sondern auch ein paar sehr nützliche Erweiterungen, die die Story nur unterstützen. Logikfehler bleiben dennoch drin - und fallen auch extrem unangenehm auf. Die erweiterte Fassung ist trotzdem bedeutend runder. Einen Schnittbericht zwischen der Kinofassung von "Total Recall" und dem hier besprochenen "Extended Director's Cut" gibt es hier:  schnittberichte.com. Aber auch dann reicht es nicht für mehr als

6,5/10

Zum Film gibt es ein schickes Steelbook:

Samstag, 1. März 2014

The Beach (2000)

http://www.imdb.com/title/tt0163978/

Der junge Amerikaner Richard (Leonardo DiCaprio) kommt nach Thailand, um das große Abenteuer zu entdecken. Von einer duchgeknallten Engländerin erfährt er von einer geheimen Insel, einem entlegene, völlig unbekannten Strand: das Paradies. Mit einer handgezeichneten Karte machen sich Richard und das französische Pärchen Francoise und Etienne auf den Weg, diesen fabelhaften Ort zu finden. Nach zahllosen Abenteuern und Gefahren gelangen sie tatsächlich auf die Insel, doch auf der Anhöhe eines Wasserfalls ist der Weg zu Ende. Sie wagen den Sprung in die Tiefe und ahnen nicht, dass es der Beginn einer Reise ins Herz der Finsternis ist…

Der Stoff von "The Beach" ist wie geschaffen dafür von einem Kinovisionär wie Danny Boyle umgesetzt zu werden. Waren Boyles Filme anfangs schon zynisch, verrückt und wunderbar gefilmt ("Trainspotting" ist das beste Beispiel dafür) wurden seine Filme ab "The Beach" irgendwie immer größer und professioneller.

Der Film verliert sich fast schon etwas in der grandiosen Optik inklusive dem genialen und vor allem so perfekt passendem Soundtrack, der mit Größen wie Moby, Underworld oder Faithless aufzuwarten weiß. Der vollkommene Strand, das Sinnbild für persönliche Freiheit und unfassbare Glückseligkeit. Aber nichts, was viel zu gut ist, um wahr zu sein, währt ewig. Schon gar nicht, wenn ein Haufen Menschen meinen, ihre Auffassung von Spaß und Gemeinschaft über alles stellen, den Status Quo mit fragwürdigen Mitteln beschützen und alles Störende einfach ausschließen zu müssen. Es ist ja schließlich zum Wohl aller. Blöd halt, dass der Mensch überwiegend aus Missgunst, Eifersucht, Hass und vor allem schier grenzenlosen Egoismus besteht mit dem unnachahmlichen Hang nach Zerstörung. Heuchelei nicht zu vergessen.

So wird aus "The Beach" ein klasse Film mit den schon erwähnten beeindruckenden Landschaftsaufnahmen und einer Story, die von der ersten Minute an mitreißt und im Laufe der Zeit immer heftiger, unangenehmer und faszinierender wird... nur um am Ende richtig Psycho zu werden. Da durfte sich dann Boyle nochmal so richtig visuell austoben. Austoben darf man sich auch an den von Leonardo Di Caprio gespielten Charakter. So sehr man seine Freude zu Beginn teilt, desto mehr fängt man an, ihn und seine egoistischen Motive zu verabscheuen. Sympathische Charaktere, die Geschichten aus dem Off erzählen, sehen anders aus. Aber so richtig sympathisch ist hier eh keiner. Weder DiCaprio noch Tilda Swinton (mal wieder herausragend) und schon gar nicht der vollkommene Strand. Aber der Film ist gerade deswegen so faszinierend - auch wenn man ihn schon an die zehn Mal gesehen hat.

8,5/10