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Donnerstag, 21. Oktober 2021

Halloween Kills (2021)

https://www.imdb.com/title/tt10665338/

Laurie Strode (Jamie Lee Curtis), ihrer Tochter Karen Strode (Judy Greer) und ihrer Enkeltochter Allyson Strode (Andi Matichak) ist es scheinbar gelungen, Michael Myers (Nick Castle) zu besiegen, in dem sie ihn einem brennenden Gebäude einsperrten. Doch so leicht ist der maskierte Killer nicht zu töten. Statt in den Flammen zu verbrennen, schafft es der maskierte Mörder sich zu befreien und kehrt nach Haddonfield zurück, um sein blutiges Handwerk zu verrichten. In der Kleinstadt gehen unterdessen die Menschen auf die Straße, weil sie empört darüber sind, dass es den Behörden nicht gelungen ist, Myers zu schnappen. Vor allem Allyson, die dem Tod ins Auge blicken musste, wird zu einer der führenden Stimmen der aufgebrachten Bürger. Die Sucht nach Rache treibt die junge Frau an...

"Halloween Kills" markiert die Fortsetzung zu "Halloween" aus dem Jahr 2018, der fast alle vorher erschienenen Teile der Reihe ignorierte und direkt an John Carpenters Original von 1978 anknüpfte und ein weiteres düsteres Kapitel in der Geschichte von Laurie Strode und Michael Myers, mit einem noch düstereren Ton und noch grausameren Morden als in den vorherigen Teilen. Der Film erweitert die Welt von Carpenters Original um die Stadt Haddonfield und die Charaktere des Klassikers von 1978, wobei er sich leider auch etwas unvollständig anfühlt. Zum einen muss der Zuschauer, damit es plausibel wird, hinnehmen, dass alles in der gleichen Nacht stattfindet wie im Vorgänger von 2018. Außerdem muss er erklären, wie ein schwer verletzter, alternder Serienmörder überleben kann, wenn er in einem brennenden Keller gefangen ist. Und er muss genug offen lassen, um die bereits angekündigte Fortsetzung ("Halloween Ends") zu rechtfertigen. In Anbetracht dieser Einschränkungen ist es eine kluge Entscheidung des Regisseurs David Gordon Green und der Co-Autoren Danny McBride und Scott Teems, die Geschichte kaum voranzutreiben. Während der letzte "Halloween"-Film erforschte, wie sich das Trauma des ursprünglichen Massakers von '78 auf Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) auswirkte, wird in diesem Film die Handlung vor- und zurück gespult, um zu sehen, wie sich der Horror auf die gesamte Stadt Haddonfield auswirkt. Dabei werden wichtige Themen angesprochen: die Gewissensbisse der Überlebenden, die Mob-Mentalität und die schaurige Faszination, die von den Tatorten ausgehen kann. 

Der Film beginnt mit einer Rückblende auf das Ende des originalen "Halloween" und erweitert die Rolle von Deputy Frank Hawkins (in der Gegenwart gespielt von Will Patton), um zu zeigen, was wirklich geschah, als Michael nach seiner Mordserie endlich gefasst wurde. Regisseur David Gordon-Green und Kameramann Michael Simmonds schaffen es, den Look von Carpenters Original bis hin zum Filmkorn nachzubilden, und finden sogar verblüffend glaubwürdige Wege, um alte Charaktere, darunter Tommy Doyle (Anthony Michael Hall), Lindsey Wallace (Kyle Richards), Lonnie Elam (Robert Longstreet) und sogar den ehemaligen Sheriff Leigh Brackett (Charles Cyphers) zurückzuholen. Tatsächlich fühlt sich "Halloween Kills" dem Original sogar noch näher als das Reboot/Sequel von 2018. Es gibt Anspielungen und zahlreiche Querverweise, angefangen von Michaels grausamen Mord an dem Hund im Originalfilm bis hin zu Easter Eggs auf das gesamte Franchise (es gibt mehrere Anspielungen auf "Der Fluch des Michael Myers"). Glücklicherweise sind die Anspielungen und Cameos mehr als nur Fan-Service; sie werten das Franchise als Ganzes auf, indem sie eine thematische Brücke zwischen dem Original und den neuen Filmen schlagen und das Trauma der Vergangenheit mit dem Wiederaufleben von "The Shape" in der Gegenwart verbinden. 

Die Einwohner von Haddonfield sind es nun leid, in ständiger Angst zu leben, und beschließen, eine Art Bürgerwehr zu bilden und "The Shape" zur Strecke zu bringen. Das ist eine nahezu einzigartige Idee für einen Slasher-Film, und eines, mit dem "Halloween Kills" leider nicht wirklich etwas anzufangen weiß. Es werden interessante Fragen über die Mob-Mentalität und die Auswirkungen der Angst auf eine Gemeinschaft aufgeworfen, aber das Drehbuch entscheidet nie ganz, ob es diese verurteilen oder feiern soll. Und auch wenn die ganze Stadt nach ihm sucht, ist Michael Myers keineswegs der Underdog. Der Film ist viel wütender, düsterer und gewalttätiger als sein Vorgänger von 2018 und enthält einige der schockierendsten und verstörendsten Kills der gesamten Reihe. Während in den "Halloween"-Filmen oft im entscheidenden Moment weggeschnitten wird, wenn Michael sich auf jemanden stürzt, und nur die Folgen des Verbrechens gezeigt werden, zeigt "Halloween Kills" Michaels brutales Abschlachten seiner Opfer in voller Länge. Ohne übertreiben zu wollen - die Morde hier sind echt fies und blutig. Der Schockwert wird am deutlichsten, wenn der Zuschauer in "Halloween Kills" zum ersten Mal einen richtigen Blick auf Michaels sadistische Ausdrucksformen werfen kann, indem er verstümmelten Leichen auf grandiose und kitschige Weise in Szene setzt. Sogar John Carpenters Filmmusik ist düsterer, langsamer und dramatischer als die seiner früheren "Halloween"-Filme.

Viele Horrorfilme sind frustrierend, weil die Figuren blödsinnige Entscheidungen treffen und sich unnötig in Gefahr begeben. Doch "Halloween Kills" legt auf faszinierende Weise nahe, dass diese Figuren dies fast absichtlich tun und sich als Kanonenfutter hingeben, um ihre tiefsten Ängste zu verarbeiten. Es ist eben einfacher, ein böses Ende zu nehmen, als sein ganzes Leben in Angst zu verbringen. Wie Rückblenden daran erinnern, tötete Michael Myers in John Carpenters Originalfilm nur eine Handvoll Menschen, und, nun ja, die Jahre haben ihn effizienter gemacht. Myers reißt die Bürger von Haddonfield in Stücke - auch wenn der erschütterndste Tod des Films einer ist, für den er nur am Rande verantwortlich ist. Curtis, Greer und Will Patton sind alle wunderbar in ihren wiederkehrenden Rollen, wobei Tom Mann als eine jüngere Version von Pattons Deputy Hawkins ebenfalls großartige Arbeit leistet. Die meisten Probleme von "Halloween Kills" rühren daher, dass es sich um das zweite Kapitel einer Trilogie handelt, die vor ihrer Veröffentlichung angekündigt wurde. Einige Charaktere bleiben scheinbar grundlos die meiste Zeit der Handlung außen vor, während mehrere Themen und Enthüllungen eingeführt und dann ziemlich schnell wieder fallen gelassen werden. Ein großer Teil von "Halloween Kills" ist nur die Vorbereitung auf die finale Konfrontation, einschließlich eines abrupten Cliffhanger-Endes. Was Horror-Fortsetzungen angeht, insbesondere Fortsetzungen von Reboots, macht "Halloween Kills" vieles richtig. Zum einen ehrt er das Original auf eine Art und Weise, die sich nicht wie ein seelenloser Fanservice anfühlt, sondern wie eine überzeugende Ergänzung des Materials. Der düstere Ton des Films hebt sich sofort von seinen Vorgängern ab, da er tiefer in die Thematik des Traumas und dessen Auswirkungen auf eine Gemeinschaft eintaucht, während er einige wirklich grausame Morde liefert. Und letztendlich tut der Film genau das, was der mittlere Teil der Trilogie tun sollte: sich amüsieren und gleichzeitig das große Finale vorbereiten.

6/10

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Poster/Artwork: Universal Pictures

Dienstag, 28. Mai 2019

Halloween (2018)

https://www.imdb.com/title/tt1502407/

Seit 40 Jahren sitzt Michael Myers (Nick Castle) in einer psychiatrischen Anstalt in Haft. Er ist mit anderen hochgefährlichen Insassen vollkommen abgeschottet von der Außenwelt. Doch als Myers verlegt werden soll, verunglückt der Gefangenentransport mitten in der Nacht auf offener Straße. Der Killer nutzt die Chance und flüchtet. Sein bestialischer Drang, Menschen zu töten, zieht ihn erneut nach Haddonfield, wo die Bewohner jetzt wieder um ihr Leben fürchten müssen, nachdem der maskierte Myers die US-amerikanische Kleinstadt bereits vor vier Jahrzehnten in einer brutalen Mordserie terrorisierte. Laurie (Jamie Lee Curtis), inzwischen Mutter von Karen (Judy Greer) und Oma von Allyson (Andi Matichak), ist dem stoischen Mörder mit der weißen Maske damals knapp entkommen - und sie ist darauf vorbereitet, ihn fertigzumachen. Laurie hat sich sogar gewünscht, dass Myers ausbricht, damit sie ihn endlich töten kann...

Der 2018er "Halloween" fühlt sich irgendwie ein wenig falsch an. Ob es eine gute Idee war, David Gordon Green und Danny McBride für diesen zweiten Versuch eines zweiten Teils der Original-Reihe zu verpflichten? Nun, auf jeden Fall ist der neue "Halloween" eine sehr lukrative Angelegenheit für Fans, denn man fiebert gleichermaßen mit Michael und Laurie mit, für die man - welch einmaliger Clou nach immerhin 40 Jahren - erneut die originalen Darsteller verpflichten konnte. Das sorgt für einige lauwarme Zitate an das kraftvolle Original, aber auch für jede Menge erwartbare Twists, abgestandene Drehbuchzeilen und etliche, übertrieben ehrvoll abgespulte Momente, die ohne jede Frische oder Eigenständigkeit daherkommen.

Der 2018er "Halloween" wirkt wie ein schaler und strapazierter Remix eines großen Songs, was sehr schade, aber für einen elften Film einer Filmreihe immerhin aushaltbar geraten ist. Green und McBride klappern die unnachahmlichen Winde und situativen Ströme von Carpenters Meilenstein mit schrecklich flachen Protagonisten ab, schustern sich ein zu konfuses und unpassend-aufgepustetes Konstrukt zurecht, welches deutlich unter der grollenden Qualität des zweiten Films von 1981 und Steve Miners "Halloween H20" von 1998 schwelt, sticht und mitunter heftig über dunklen Gehwege blutet. Schlecht ist der Film ganz sicher nicht, aber was wirklich nervt, ist der Umstand, dass die Macher während der gelungenen Kampagne so sehr darauf beharrten, dass alle anderen Teile ignoriert werden, sich der Film aber gar nicht so anfühlt. "Halloween" (2018) suggeriert ein eigenartiges und schlecht ausgewalztes Gefühl für fehlende Puzzleteile, die allesamt schon besser und eben anders da waren. Der Film fühlt sich nicht wie ein vollwertiger, gestandener und stolzer zweiter Teil an, sondern wie ein Film, der neun andere Filme irgendwie zur Seite schieben muss, um überhaupt zu bestehen.

Optisch setzen die Filmemacher keine großen Akzente und abgesehen von der wirklich gelungenen - und hiermit ausgiebig gelobten - Maske alter Tage, dem nur nett variierten Score und den ikonischen Figuren, ist "Halloween" (2018) ein beliebiger, klischeebeladener und austauschbarer Slasher mit einer glatten Mystik, die einfach nicht abholt. Auch wenn nicht jeder Halloween großes Horrorkino ist, so bleibt es immer kantig und schroff, eigen und fordernd, manchmal sogar grotesk oder albern. Selbst die gescholtenen und schrammeligsten Filme der vierzig Jahre alten Marke langweilen nicht wirklich und kippen sämtliche Erwartungen der Vorgänger munter und oft ungewollt unterhaltsam. Green und McBride kommen in keinem Moment an John Carpenters Original heran, verpassen die eigenen und flächigen Ansätze des einzig wahren echten zweiten Films um Längen und selbst ein "Halloween H20" hallt klaffender und endlicher nach. Green und McBride haben eine schwachbrüstige und wenig subtile Huldigung geschaffen, die sich zu sehr in vertrockneten Lorbeeren bettet und enttäuscht zurück lässt.

Plötzlich hat man auch das Verlangen, Rob Zombies kratzige, mutige, verschrobene und schiefe Filme ein wenig aufzuwerten. "Halloween" (2018) geht keinen einzigen Schritt nach vorne, zerkaut ohne Esprit die Mythen und subtilen Spitzen der Reihe und versteckt sich als erster Film der Reihe hinter dem faszinierenden Original. "Halloween" (2018) ist ein stilistisch und inhaltlich so feiger wie harmloser Film ohne jegliche Magie, auch wenn der Film ob seines gehobenen Budgets immerhin keine Katastrophe ist. Das Original zelebriert Michael Myers so genial, simpel und effektiv, da kann dieser x-te zweite Teil nur wenig gegenhalten. Zumindest Michael Myers ist eine körperliche Konstante die nicht enttäuscht. Wie denn auch? Er ist die flächige Silhouette, the Shape, die Inkarnation des Bösen. Auch an Laurie liegt es nicht, zumindest nicht auf darstellerischer Ebene. Sowohl Jamie Lee Curtis als auch Nick Castle sorgen immerhin für ein bisschen (Un)wohlsein. Sämtliche Teenies dieser vergessenswerten Wiederbelebung sind nur wenig charmant gezeichnet und auch die reiferen Figuren bestehen nur durch ihre fähigen Darsteller.

"Halloween" (2018) macht zwischendurch auf falsches Mitleid, viel Gerede und schmerzvoll verhobenes, existentielles Drama, was in dieser langatmigen Einfältigkeit seine Wirkung verfehlt. Der Kontext, der dann in der zahmen Regie und dem mutlosen Drehbuch verwässert, stimmt einfach nicht. Die Zeit offenbart keinen unbefangeneren Blick, denn die schrecklich eindimensionalen Dialoge, die (selbst für "Halloween"-Verhältnisse) schwachen Figuren und die furchtbar verklebte Familiensituation von Laurie Strode, erinnern ein wenig an den zerfahrenen und überfrachteten sechsten Teil der Serie. Gegen diesen lahmen und verschandelten Holzschnitt ist die Hokuspokus-Story vergangener Zeiten geradezu goldig und wenigstens interessant verdreht. McBride und Green sagen mit ihrem lauten, wenig subtilen und reichlich überheblichen Film nicht direkt "auf Wiedersehen", auch wenn ein zweiter dritter Film so gut wie sicher scheint. Naja, immerhin ist der Vorspann ein Genuss.

6/10

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Poster/Artwork: Universal Pictures

Donnerstag, 13. Oktober 2022

Halloween Ends (2022)

https://www.imdb.com/title/tt10665342/

Vier Jahre nach den Ereignissen von "Halloween Kills" leben Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) und ihre Enkelin Allyson (Andi Matichak) nach dem Tod von Mutter Karen noch immer gemeinsam in Haddonfield. Michael Myers (James Jude Courtney) hat in dieser Zeit niemand mehr gesehen, doch die Erinnerung an ihn lebt weiter. Als Allyson den jungen Corey (Rohan Campbell) kennenlernt, wird das Leben der kleinen Strode-Familie durcheinandergewirbelt. Schließlich wird Corey beschuldigt, vor Jahren ein Kind, das er babysitten sollte, umgebracht zu haben. Was nur ein Unfall war, wird in den Köpfen der Bewohner Haddonfields zu einem brutalen Mord, der Corey belastet. Das wiederum weckt alte Erinnerungen und als mehrere Morde die Kleinstadt schockieren, ist auch die Angst vor Michael Myers wieder präsenter denn je.

Nach nunmehr 44 Jahren neigen sich die Halloween-Horrornächte dem Ende zu - wenn man dem Titel des neuesten Ablegers Glauben schenken mag. Der Abschluss von David Gordon Greens Trilogie zu John Carpenters Klassiker von 1978 bedeutet aber auch das Ende der "Halloween"-Karriere von Jamie Lee Curtis. "Halloween Ends" bringt also erneut einen der kultigsten Bösewichte des Slasher-Horror-Kinos sowie den Hauptdarsteller des Franchise für einen letzten großen, gemeinsamen Auftritt zurück auf die Leinwand. "Halloween Ends" spielt einige Jahre nach "Halloween" und "Halloween Kills" und zeigt, wie Laurie Strode (Jamie Lee Curtis), (immer noch) versucht, sich von ihrem jahrelangen Trauma zu erholen, das ihr der Serienmörder Michael Myers zugefügt hat. Die Trilogie ist zwar der elfte-dreizehnte Teil der Filmreihe, aber sie ist auch eine direkte Fortsetzung des Films von 1978 und lässt alle anderen Filme dazwischen außer Acht. Zu diesem Zeitpunkt versucht Laurie, ihre zahlreichen Begegnungen mit Myers hinter sich zu lassen, insbesondere nach dem Verlust ihrer Tochter Karen in dem vorangegangenem Teil. Sie hat sogar begonnen, ein Buch zu schreiben, in dem sie ihre Erfahrungen mit dem Killer beschreibt. Ihre Enkelin Allyson (Andi Matichak) hat einen Job als Krankenschwester, und ihr geht es ziemlich gut - wenn da nicht ihr unglückliches Liebesleben wäre. In Haddonfield, Illinois eine Strode zu sein ist nach wie vor ein Fluch, auch wenn die Ereignisse lange zurück liegen. Als Laurie einen jungen, ruhigen und zurückhaltenden Mann namens Corey Cunningham (Rohan Campbell) trifft, spielt sie Amor und stellt ihn Allyson vor. Das wird sie bald bereuen, denn Corey beginnt, sich irgendwie seltsam zu benehmen. Und weil wir es hier nicht mit einem Drama, sondern mit einem Horrorfilm zu tun haben, ist auch Michael wieder da, was Lauries Paranoia auf die Spitze treibt und einen noch größeren Riss zwischen ihr und Allyson verursacht, die eigentlich ihrem Alter entsprechend handeln sollte, aber wie in den beiden vorherigen Filmen stur bleibt und sich für allwissend hält. Wie Michael zurückkommt, überlässt der Regisseur der Phantasie des Zuschauers. Letztlich ist es aber auch egal.

Michael hat erneut nur eines im Sinn, oder besser gesagt, eine Person - Laurie, die Person, mit der alles begann und die einzige Person, die noch übrig ist, um alles zu beenden. Doch den Weg, den Green mit dem letzten Teil seiner Trilogie beschreitet, ist einfach schlecht gewählt. "Halloween Ends" verlässt fast vollkommen die Pfade des bekannten Weges und bietet wenige, aber dafür saftige Kills. Michael kommt beinahe gar nicht zum Einsatz, sondern gibt seine Rolle quasi ab. Warum und wie - das lässt Green ein wenig im Halbdunkel - wie das erste Zusammentreffen von Michael und seinem Azubi. Man könnte dessen Motivation nun auf Mobbing oder den Unfall schieben - aber Leute, ehrlich? Das ist arg dünn. Im Gegensatz zu "Halloween Kills", der auf ein noch gut spannendes und packendes "Halloween" folgte, aber in einem erzählerischen Chaos endete, macht "Halloween Ends" alles noch schlimmer: es nimmt "The Shape", wie Michael oft genannt wird, die Maske aber und gibt sie weiter - vermutlich in dem kläglichen versuch, hier das Franchise mit jüngeren Darstellern weiterzuführen. Das kommt nicht gut. Und während Michael im vorigem Teil wahllos jeden tötete, gibt es in "Halloween Ends" ein direktes Motiv und sogar gewisse Gründe für die begangenen Morde. Da aber von Anfang an klar ist, wer der "neue" Michael ist (und dafür muss man kein Genie sein), gibt es lediglich für die eine Handvoll Einwohner Haddonfields (von der die Masse gar nichts von den Morden mitbekommt, während die Cops wie immer zu spät an Tatorten eintreffen) einen gewissen Grusel. Der Zuschauer gruselt sich hier vor gar nichts mehr. Ein oder zwei Jumpscares lassen einen kurz aufblicken - von "Horror" ist man hier weit entfernt. Immerhin sind die (wenigen) Tode grausamer als zuvor und "Halloween Ends" bietet Morde, die nicht nur blutig, sondern auch auf ihre eigene Art und Weise kreativ sind. Abgesehen davon beweist dann der finale Showdown, dass Curtis es immer noch drauf hat, selbst nach 44 Jahren und im Alter von 63 Jahren. Dieser Showdown ist besonders spannend, obwohl Laurie in den vergangenen Jahrzehnten oft gegen Michael antrat. Er hat etwas Endgültiges (und derbe Fragwürdiges) an sich, und wenn man bedenkt, dass Laurie die meiste Zeit, wenn nicht sogar die ganze Zeit von "Halloween Kills" in einem Krankenhausbett festsaß, war es äußerst unglaubwürdig, zu sehen, was sie hier noch imstande ist zu leisten.

Auch kommt der Showdown ein wenig schnell und kurz. Gerade wenn man denkt "Hui, jetzt geht es los!" ist es auch schon wieder vorbei. Auch ist die Quintessenz von "Halloween Ends", dass das Böse nie wirklich endet. Diese Botschaft wird allerdings nicht so effektiv vermittelt. Auch der Twist, der viel zu weit hergeholt wirkt, ist definitiv ein Strich auf der Soll-Seite. Damit ist "Halloween Ends" ein wirklich schlecht gewähltes Ende für Greens Trilogie, der lediglich von dem unsäglichen "Halloween: Resurrection" unterboten wird. Lediglich mit ein wenig Wehmut darf man Curtis noch einmal hinterherwinken und auch Michael - bis ein neuer Regisseur sich des Franchise annimmt. Und das ist - trotz dieses Ergebnisses - so sicher wie der Kürbis an Halloween.

4/10

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Poster/Artwork: Universal Pictures

Montag, 2. Mai 2016

Halloween 4: The Return Of Michael Myers - Halloween 4: Michael Myers kehrt zurück (1988)

http://www.imdb.com/title/tt0095271/

Michael Myers (George P. Wilbur) ist zurück! Nachdem er in "Halloween III" keinen Auftritt hatte, knüpft Nr. IV wieder an die Geschichte von "Halloween II" an. Dem stoischen Mörder mit der weißen Maske gelingt die blutige Flucht aus seiner Klinik in Richmond. Dr. Loomis (Donald Pleasence) weiß sofort, was Sache ist, als er von dem Unfall des Krankentransports hört. Doch es dauert eine Weile, bis ihm die Polizei von Haddonfield glaubt - dem Heimatort von Michael, zu dem er nun zurückkehrt. Er mordet, was ihm vor das Messer läuft. Seine Nichte Jamie (Danielle Harris) und ihre Stiefschwester Rachel (Ellie Cornell) können gerade noch von Dr. Loomis gerettet werden. Sie fliehen in Begleitung von vier Männern aus der Stadt, werden aber vom diabolischen Killer verfolgt. Es vergeht nicht viel Zeit, dann gibt es vier weitere Leichen...

Mit "Halloween 4: The Return Of Michael Myers" kehrte die Slasher-Reihe zu ihren Wurzeln zurück und ließ den Mörder mit der weißen Maske, Michael Myers, erneut in seiner Heimatstadt Haddonfield toben. Das war nach dem etwas enttäuschenden dritten Teil auch bitter nötig, diese Reihe wäre sonst vielleicht sogar gestorben. Der Film beginnt damit, dass Michael aus einem Hochsicherheitstrakt für psychisch geschädigte Menschen in eine normale Klinik verlegt werden soll. Natürlich verläuft eben dieser Transport nicht wie geplant. Michael tötet sämtliche Insassen des Transportkrankenwagens und ergreift schließlich die Flucht. Nicht jedoch, ohne zuvor noch zu erfahren, dass die aus den ersten beiden Teilen bekannte und inzwischen verstorbene Laurie Strode eine Tochter hinterlassen hat. Die inwischen 9-jährige Jamie Lloyd. Michaels Nichte und seine einzige noch lebende Verwandte, welche im uns ebenfalls noch gut bekannten Haddonfield lebt.

Ja, diese Anfangsszene wirkt schon stark konstruiert. Man merkt, dass die Macher wohl händeringend nach einer Möglichkeit suchten, die ja eigentlich abgeschlossene Geschichte um Michael Myers irgendwie fortzuführen. Und ebendies merkt man dem Film auch in seiner Gesamtheit an. Während in "Halloween" und in Ansätzen auch noch in "Halloween II" noch Laurie die Hauptrolle einnahm, liegt im vierten Ableger der Fokus eindeutig auf dem Monster Myers. Er ist zu fast jeder Zeit irgendwie präsent und man rechnet jeden Moment damit, dass die fiese weiße Maske einem plötzlich von irgendwo aus der Dunkelheit heraus entgegenstarrt. So schafft der Film es, eine gewisse Grundbedrohlichkeit zu erschaffen, diese erreicht aber nie die Dichte des Erstlings. Dadurch, dass Michael jetzt viel häufiger in Erscheinung tritt ist viel Subtext verloren gegangen. "The Shape" ist hier kein wirklich treffender Name mehr, denn Michael tritt hier eben nicht als schemenhafte Gestalt auf, sondern ist ganz im Gegenteil überaus präsent.

Mit Sicherheit kann man "Halloween 4" als einen der früheren Fälle von Franchise-Ausschlachtung bezeichnen.
Alles ist ein wenig cineastischer, etwas durchkalkulierter und so auch mehr zugeschnitten aufs zahlende Publikum. Das klingt jetzt aber vermutlich drastischer als es gemeint ist. Denn trotz der eben aufgezählten Punkte merkt man dem Film auch an, dass immer noch Fans des Originals dahinter steckten, die versucht haben den Geist der ersten Filme irgendwo einzufangen und das auch zu einem guten Grad geschafft haben. Der Film ist auch mutig genug, um auf Stimmung zu setzen und mit wenigen (richtig) blutigen Szenen auszukommen. Und wenn man Kind der 80er/90er ist und da noch der gewisse Nostalgiefaktor mitschwingt dann kommt man nicht umhin, diesen Film auch ein wenig zu mögen.

6/10

Im Zuge der "Halloween"-Reihe gibt es natürlich auch den vierten Teil von NSM in einem zur Reihe passenden Mediabook. Ungeprüft und damit auch ungeschnitten, versteht sich.


Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Poster/Artwork: Universal Pictures

Donnerstag, 19. Mai 2016

Halloween: The Curse Of Michael Myers - Halloween 6: Der Fluch des Michael Myers (1995)

http://www.imdb.com/title/tt0113253/

In Haddonfield ist wieder Halloween. Zum ersten Mal seit dem Horror vergangener Tage wagt man es wieder, das Fest zu feiern. Vor 32 Jahren brachte der sechsjährige Michael Myers hier auf bestialische Weise seine Schwester um und wurde danach für alle Zeit im Sanatorium für kriminelle Geisteskranke interniert – bis er seinen Bewachern entkam. Einen nach dem anderen löschte er seine gesamte Familie aus, bis nur noch seine neunjährige Nichte Jamie übrig war. Vor sechs Jahren kehrte Michael nach Haddonfield zurück, um seine letzte lebende Verwandte zu finden und zu töten. Als man ihn endlich fassen konnte, wurde er von einem geheimnisvollen Fremden aus dem Gefängnis befreit. Danach verschwanden Jamie und er – wie vom Erdboden verschluckt. Im ehemaligen Haus der Familie Myers lebt jetzt Kara Strode mit ihren Eltern und ihrem kleinen Sohn Danny. Seltsame Ereignisse beginnen Kara zu beunruhigen. Danny hat nachts schlimme Alpträume. Er hört Stimmen, die ihm befehlen zu töten. Dieselben Stimmen, die der kleine Michael damals gehört hatte.

"Halloween: The Curse Of Michael Myers" war ursprünglich gar nicht als das Splatterfest geplant das es am Ende geworden ist. Das Originalskript von Drehbuchautor Daniel Farrand sah etwas ganz anderes vor, die Umsetzung scheiterte letztendlich an Regisseur Joe Chappelle und den Geldgebern Dimension/Miramax. Farrand's Plan war es, die Fäden aus den Teilen zuvor zusammenzuspinnen & diesen Teil zum großen Finale der gesamten Story zu machen. Sein Arbeitstitel lautete "Halloween 666" und sollte Wert auf die Erklärung legen, wieso Michael so ist wie er ist. Nun ist es ja nicht so gekommen und vermutlich wird niemals jemand erfahren, was wäre gewesen wenn.

Immerhin ist der sechste Teil der Reihe auch der blutigste und hat einige wenige richtig gute Momente. Die Kills sind zudem äusserst saftig, aber "The Shape" ist längst nicht mehr so furcheinflössend wie ursprünglich. Nur eine Szene kann wirklich Furcht verbreiten, das war es dann aber auch. Ansonsten bekommt der Zuschauer einen mittelmässigen Teil der "Halloween"-Saga zu sehen, der zwar gegen Ende immerhin noch etwas Gruselfeeling aufkommen lässt, größtenteils aber versagt. Die Sekte wäre weder nötig noch wichtig gewesen und einige der Charaktere sind einfach zu gezwungen witzig, sodass ein hoher Nerv-Faktor eintritt. Einzig nett ist es da noch Paul Rudd in einer seiner ersten Filmrollen zu sehen. Ja, "Halloween 6: Der Fluch des Michael Myers" ist kein besonders guter Film, weiss aber einigermaßen zu unterhalten. Der Film ist finster, böse und hat ein paar recht stimmungsvolle Momente. Gleichzeitig ist er aber auf Grund seiner absurden Story auch nicht wirklich ernst zu nehmen. Im Vergleich zu seinem direkten Vorgänger ist dieser Teil nochmal ein Rückschritt und insgesamt ist auch hier zu erkennen, dass den Autoren rund um "The Sahpe" langsam die Luft ausgeht.

5/10

Von NSM kommt der Film ungeschnitten und in HD im Mediabook, welches aufgrund der bis heute andauernden Indizierung nur im deutschsprachigen Ausland erhältlich ist:


Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Poster/Artwork: Universal Pictures

Freitag, 13. Mai 2016

Halloween 5: The Revenge Of Michael Myers - Halloween V: Die Rache des Michael Myers (1989)

http://www.imdb.com/title/tt0097474/

Michael Myers hat den Sturz in einen tiefen Schacht und die darauf folgende Explosion schwer verletzt überlebt. Mit letzter Kraft schleppt er sich zum nahegelegenen Fluss und lässt sich stromabwärts treiben. Ein Obdachloser findet den zusammengebrochenen Serienmörder und pflegt ihn wieder gesund, doch Michael Myers (Don Shanks) kennt keine Gnade. Knapp ein Jahr später erwacht der zu neuen Kräften gekommene Psychopath aus seinem Koma und kennt nur einen Gedanken: Rache. Jamie (Danielle Harris), die Nichte und letzte lebende Verwandte des Killers, ist seit den letzten, schrecklichen Ereignissen in einem Kinderkrankenhaus untergebracht und wird dort auch von Dr. Loomis (Donald Pleasence) betreut, der nicht an den Tod von Michael glaubt. Und wie er zu Halloween miterleben muss, wird er recht behalten, denn schon bald gibt es in Haddonfield wieder die ersten Leichen...

Der Film schließt direkt an seinen Vorgänger an. Nachdem der gute vierte Teil der "Halloween"-Reihe Hoffnungen auf bessere Fortsetzungen weckte, stagniert Teil 5 wieder etwas. Das ist sowieso generell ein Dilemma der vier großen 80er Horrorreihen ("Halloween", "A Nightmare On Elm Street", "Freitag, der 13." und "The Texas Chainsaw Massacre"): immer billiger produziert um das Maximum an Gewinn rauszuholen, leidete die Horror-Qualität darunter, teilweise sehr massiv.

"The Return Of Michael Myers" war auf einem guten Weg die "Halloween"-Serie, nach dem etwas losgelösten dritten Teil, zu reaktivieren, im positiven Sinne. "The Revenge Of Michael Myers" wurde im Schnellschuss produziert und unter Geld- sowie Zeitmangel. Und das Ergebnis ist spürbar, sowie ernüchternd, um es gelinde auszudrücken. Die spannend-knisternde Atmosphäre wurde heruntergeschraubt, das hanebüchene Drehbuch mit Logiklöchern zugestopft, der Soundtrack verschlimmert und Dr. Loomis (Donald Pleasence) ist nicht mehr als ein besessener Freak, der seinen Zenit eindeutig überschritten hat.

Positiv spielt Danielle Harris, die die Teenager blass aussehen lässt und Sympathie beim Zuschauer entwickelt, wobei die Logik auch hier unter den Tisch fällt, falls man das dunkle und mörderisch-überraschende Ende von Teil 4 kennt. Spannungsarm und fast schon quälend ersehnt man sich das Finale herbei, und das funktioniert teilweise sogar ganz gut und lässt Stärken erkennen, aber bis es soweit ist, ist es ein steiniger, lahmer und unspekakulärer Weg. Damit ist der fünfte Teil nicht mehr ganz so spannend wie der vierte, dafür aber mit umso mehr Horror und somit auf gleicher Stufe und unterhaltsam.

6/10

Im Zuge der "Halloween"-Reihe gibt es natürlich auch den fünften Teil von NSM in einem zur Reihe passenden Mediabook. Ungeprüft und damit auch ungeschnitten, versteht sich.


Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Poster/Artwork: Universal Pictures

Montag, 12. August 2024

Halloween Kills (Extended Cut) (2021)

https://www.imdb.com/title/tt10665338/

Laurie Strode (Jamie Lee Curtis), ihrer Tochter Karen Strode (Judy Greer) und ihrer Enkeltochter Allyson Strode (Andi Matichak) ist es scheinbar gelungen, Michael Myers (Nick Castle) zu besiegen, in dem sie ihn einem brennenden Gebäude einsperrten. Doch so leicht ist der maskierte Killer nicht zu töten. Statt in den Flammen zu verbrennen, schafft es der maskierte Mörder sich zu befreien und kehrt nach Haddonfield zurück, um sein blutiges Handwerk zu verrichten. In der Kleinstadt gehen unterdessen die Menschen auf die Straße, weil sie empört darüber sind, dass es den Behörden nicht gelungen ist, Myers zu schnappen. Vor allem Allyson, die dem Tod ins Auge blicken musste, wird zu einer der führenden Stimmen der aufgebrachten Bürger. Die Sucht nach Rache treibt die junge Frau an...

Mit dem Review zu "Halloween Kills", der Fortsetzung zu "Halloween" aus dem Jahr 2018, wollte sich Regisseur David Gordon Green sich wohl gegen den Unmut der Fans wehren, da der Film 2021 aufgrund der Corona-Pandemie gleichzeitig auf dem US-Bezahl-Streamingdienst Peacock, wo man ihn bequem zuhause und pandemiekonformer anschauen konnte und im Kino veröffentlich wurde. Noch am ersten Veröffentlichungstag kündigte Green also den hier besprochenen "Extended Cut" an, der zudem noch auf auf die im Vorfeld veröffentlichten Kritiken reagierte, die sich über das abrupte Ende mit Cliffhanger aufregten. Der "Extended Cut" enthält das ursprüngliche, längere Ende wieder und zusätzlich etwa 4 Minuten mehr Material - vermutlich, um die Wellen der geneigten Kundschaft wieder zu glätten - und das, obwohl Green gleichwohl betonte, dass die veröffentlichte Kinofassung seinen "Director's Cut" darstelle.

Doch tatsächlich bietet dieser "Extended Cut" einen echten Mehrwert. Nicht nur, dass das Ende wieder hergestellt wurde und nun nicht mehr so sehr ein Cliffhanger ist, nein, auch die bereits in der Kinofassung enthaltenen Gewaltszenen konnten teilweise an Intensität gewinnen, andere sind ganz neu hinzugekommen. Viele davon sind zwar nur Einzelbilder, machen aber die rohen Gewaltakte von Michael Myers stellenweise merklich intensiver (und blutiger). Viele Horrorfilme sind frustrierend, weil die Figuren blödsinnige Entscheidungen treffen und sich unnötig in Gefahr begeben. Doch "Halloween Kills" legt auf faszinierende Weise nahe, dass diese Figuren dies fast absichtlich tun und sich als Kanonenfutter hingeben, um ihre tiefsten Ängste zu verarbeiten. Es ist eben einfacher, ein böses Ende zu nehmen, als sein ganzes Leben in Angst zu verbringen. Wie Rückblenden daran erinnern, tötete Michael Myers in John Carpenters Originalfilm nur eine Handvoll Menschen, und, nun ja, die Jahre haben ihn effizienter gemacht. Myers reißt die Bürger von Haddonfield in Stücke - auch wenn der erschütterndste Tod des Films einer ist, für den er nur am Rande verantwortlich ist. Curtis, Greer und Will Patton sind alle wunderbar in ihren wiederkehrenden Rollen, wobei Tom Mann als eine jüngere Version von Pattons Deputy Hawkins ebenfalls großartige Arbeit leistet. Die meisten Probleme von "Halloween Kills" rühren daher, dass es sich um das zweite Kapitel einer Trilogie handelt, die vor ihrer Veröffentlichung angekündigt wurde. Einige Charaktere bleiben scheinbar grundlos die meiste Zeit der Handlung außen vor, während mehrere Themen und Enthüllungen eingeführt und dann ziemlich schnell wieder fallen gelassen werden. Ein großer Teil von "Halloween Kills" ist nur die Vorbereitung auf die finale Konfrontation. Was Horror-Fortsetzungen angeht, insbesondere Fortsetzungen von Reboots, macht "Halloween Kills" vieles richtig. Zum einen ehrt er das Original auf eine Art und Weise, die sich nicht wie ein seelenloser Fanservice anfühlt, sondern wie eine überzeugende Ergänzung des Materials. Der düstere Ton des Films hebt sich sofort von seinen Vorgängern ab, da er tiefer in die Thematik des Traumas und dessen Auswirkungen auf eine Gemeinschaft eintaucht, während er einige wirklich grausame Morde liefert. Und letztendlich tut der Film genau das, was der mittlere Teil der Trilogie tun sollte: sich amüsieren und gleichzeitig das große Finale vorbereiten. Ob das alternative Ende jetzt so viel Mehrwert bietet, sei dennoch mal dahingestellt. Letztlich hält es dem Zuschauer nur etwas mehr das Händchen und zeigt eine eh schon offensichtliche Richtung auf, in die die Story führen wird. Da "Halloween Ends" aber ohnehin vier Jahre später einsetzte, darf man umso mehr hinterfragen, welchen Vorteil dieses neue Ende hat - ein Cliffhanger ist es nach wie vor. 

6,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Poster/Artwork: Universal Pictures

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Halloween - Die Nacht des Grauens (1978)

http://www.imdb.com/title/tt0077651/

1963, Halloween-Nacht im Kaff Haddonfield: Die Teenagerin Judith Myers (Sandy Johnson) wird in ihrem Elternhaus von ihrem sechsjährigen Bruder brutal erstochen - Michael Myers (Will Sandin) hat das erste Mal zugeschlagen! Der Junge kommt daraufhin in das Smith’s Grove Warren County Sanatorium in die Obhut von Psychiater Sam Loomis (Donald Pleasence). Schon bald ist dieser davon überzeugt, dass sich in der Gestalt des Kindes das absolut Böse verbirgt. 15 Jahre danach, am Vorabend von Halloween, gelingt Michael Myers (Tony Moran) die Flucht aus der Heilanstalt. Der markierte Killer macht sich auf den Weg nach Haddonfield, wo sich arglose Teenager wie Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) auf ein bisschen Horrorspaß freuen...

Der Auftakt zu einer der besten Horrorfilmreihen aller Zeiten, und natürlich passend zu Halloween. Der Film "Halloween" zählt nicht umsonst zu den Klassikern des Horror-Genres. Er hat nicht umsonst das Slasher-Genre auf seine Art salonfähig gemacht und etliche Sequels, neue Horror-Reihen und Spielfilme und Hommagen nach sich gezogen. Denn "Halloween" ist und vor allem bleibt spannend. Auch nach dem fünften oder sechzehnten Mal.  Hier wird nicht auf ausgefallene oder gar extrem blutige Morde gesetzt, sondern auf nervenzerrende Spannung und Atmosphäre. Das fängt schon bei der großartigen Musik von John Carpenter an. Minimalistisch, hypnotisch und alarmierend. Doch oftmals passiert überhaupt nichts. Man hört die Musik, man weiß, Michael Myers ist irgendwo in der Nähe, aber es passiert nichts. Man weiß, dass etwas passieren wird. Aber nicht wann. Man weiß, er wird zuschlagen. Er hält sich oft im Hintergrund, sichtbar für den Zuschauer, unsichtbar für die Protagonisten. Seine Auftritte sind rar gesät, dafür aber eben umso effektvoller.

Regisseur John Carpenter weiß diese Grundsituation des psychopathischen Killers so stilvoll zu inszenieren, dass es kaum stört, dass die Charaktere allesamt etwas farblos bleiben, die Dialoge nicht immer überzeugen, das auch die Darsteller nicht alle in Hochform spielen und eine Handlung kaum existiert. Aber diese Atmosphäre trägt Halloween. Und die Konsequenz des Killers, ebenso wie die herausragende Kameraarbeit. Ein handwerklich perfekter Film. Und für mich einer der besten Slasher aller Zeiten. Happy Halloween!

8,5/10
 
Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Poster/Artwork: Universal Pictures

Freitag, 20. Juni 2014

Halloween II - Das Grauen kehrt zurück (1981)

http://www.imdb.com/title/tt0082495/

Es ist noch immer Halloween in Haddonfield: Obwohl Dr.Loomis mehrfach auf den wahnsinnigen Michael Myers gefeuert hat, schafft es der Killer doch, auf mysteriöse Weise zu entkommen. Die junge Laurie Strode wird mit einem Schock erst einmal in ein Krankenhaus eingeliefert. Doch der wahre Horror fängt jetzt erst an, denn Michael Myers verfolgt Laurie fanatisch weiter und tötet jeden, der sich ihm in den Weg stellt. Die Nacht des Grauens erreicht ihren blutigen Höhepunkt, denn niemand kann den übermenschlichen Serienkiller oder seinen tödlichen Instinkt stoppen.

"Halloween II" knüpft nahtlos am ersten Teil an und führt dieselbe Halloween-Nacht weiter, wobei er sich mehr auf die Beziehung zwischen Michael Myers und Laurie fokussiert. Interessant fand ich, dass in den im Film laufenden TVs gerade auf Romeros "Night Of The Living Dead" und Parkers "Dementia" verwiesen wird, denn das führt mich direkt zu zwei Punkten, die mir während des Filmgenusses in den Sinn kamen:

Einerseits ist Michael Myers irgendwie der Zombie unter den Slasher-Killern: langsam, emotionslos, stark und unaufhaltsam und andererseits ist es natürlich übertrieben "Halloween II" mit dem expressionistischen Film in Verbindung zu bringen; nichtsdestotrotz fand ich die kontrastreiche Beleuchtung und die Low-Key-Aufnahmen im Krankenhaus sehr schön und stimmungsvoll. "Halloween" ist insgesamt so eine Reihe über den schwarzen mann, vor dem man imemr Angst haben kann - und weenn er dann noch so gekonnt in Szene gesetzt wurde wie hier, dann sagt das schon etwas aus. Die dichte Atmosphäre ist einem wesentlich höherem Gewaltgrad gewischen. Dennoch erreicht dr Film etwas, was vielen neumodischen Slashern einfach fehlt: er kann einem Angst machen - und erschrecken. Eben ein Slasher-Horror der alten Schule.

Davon abgesehen gehört der direkte Nachfolger von "Halloween", der auch noch von Altmeister John Carpenter geschrieben wurde, auf jeden Fall zu den besseren Sequels in diesem Bereich und kann zwar nicht 100% mit dem atmosphärischen und unerreichbaren Vorgänger mithalten, bieten aber dennoch eine durchweg gute Unterhaltung. So darf es gerne weitergehen!

7,5/10

Im Zuge der "Halloween"-Reihe gibt es natürlich auch den zweiten Teil von NSM in einem zur Reihe passenden Mediabook. Ungeprüft und damit auch ungeschnitten, versteht sich.


Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Poster/Artwork: Universal Pictures

Samstag, 5. November 2016

Halloween: Resurrection (2002)

http://www.imdb.com/title/tt0220506/

Michael Myers (Brad Loree) befindet sich immer noch auf freiem Fuß, weil ein anderer Mann statt seiner getötet wurde. Zu Halloween gewinnt eine Gruppe von Teenagern eine Übernachtung in Myers Haus - ohne zu ahnen, wie blutig die Nacht werden wird. Zunächst ergötzt man sich am Konzept der Show, bei der die jungen Leute mitmachen. "Dangertainment" heißt das Konzept, das sich der findige TV-Produzent Freddie Harris (Busta Rhymes) erdacht hat. Die Jugendlichen haben Digicams auf den Köpfen und sollen im Geburtshaus des legendären Killers eine Nacht lang nach Myers Vergangenheit suchen. Das Ganze wird live im Internet übertragen und nimmt natürlich einen anderen Lauf als geplant, als sich der eigentliche Star der Veranstaltung höchstpersönlich die Ehre gibt...

Hilfe, was ist nur aus dem einst so unheimlich gruseligem Mann in Schwarz geworden, der, so schien es, hinter jeder Ecke lauern konnte und plötzlich langsam aus dem Schatten hervortrat und man nur diese gruselige weiße Gesicht sah? "The Shape", "Der Schatten", der Babysitter und Kinder in der Halloweennacht heimsuchte und diese unerbittlich und oft bis zum bitteren Ende jagte. Im achten Teil der "Halloween"-Reihe ist davon rein gar nichts mehr vorhanden und man hätte die Hauptfigur, eben jeden mysteriösen, unkaputtbaren und übermächtigen Michael Myers, durch jeden anderen beliebigen Schlitzer austauschen können. Nach "Halloween H20" hatte man ja dank der hervorragend übergeleiteten Story ja echte Hoffnungen, dass es hier mit frischem Wind weiter gehen würde, jedoch beschränkt sich Regisseur Rick Rosenthal eher auf eine Big-Brother-Show mit dümmlichen und jederzeit austauschbaren Charakteren, die sich dazu oft noch blöder verhalten als der Film selbst. Da wird eben nicht das Haus verlassen, nachdem da schon jemand zerhackt aufgefunden wird, obwohl man sicher tausende Male die Gelegenheit gehabt hätte. Das Setting ist total hohl und hat mit dem, was "Halloween" einst ausmachte, rein gar nichts mehr zu tun. Die Schauspieler sind selbst im Rahmen dieses Genres bemerkenswert unfähig, Busta Rhymes reizt den Fremdschamfaktor bis weit über den Anschlag aus. Die Kills sind dementsprechend öde, vorhersehbar, stimmungslos und damit egal. Selbst der erste, der immerhin Jamie Lee Curtis (als Überleitung zum Vorgänger) über die Klinge springen lässt. Myers wird zum Kasper, der sich von einem mehrfach angestochenen und doch nicht totzukriegenden Busta Rhymes einen dummen Spruch und einen Hieb nach dem anderen an die Rübe werfen lassen muss. Wäre da nicht die ab und zu auflodernde Spannung bei der Hatz im Haus und die nett anzusehenden Brüste von Daisy McCrackin - der Film wäre wohl komplett für die Tonne. Nicht mal Katee Sackhoff konnten die Macher im Vorspann richtig schrieben.

3/10

Im Zuge der "Halloween"-Reihe gibt es natürlich auch den fünften Teil von NSM in einem zur Reihe passenden Mediabook. Ungeprüft und damit auch ungeschnitten, versteht sich.


Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Poster/Artwork: Universal Pictures

Samstag, 1. November 2014

Halloween III: Season Of The Witch - Halloween III: Die Nacht der Entscheidung (1982)

http://www.imdb.com/title/tt0085636/

Ein Mann wird von Unbekannten durch eine Stadt irgendwo in Nordkalifornien gehetzt, schließlich bricht er mit einer seltsamen Halloween Maske in der Hand zusammen. Kurz darauf wird er auf bestialische Weise im Krankenhaus durch die Unbekannten ermordet. All dies scheint mit dem Spielzeughersteller Silver Shamrock zusammenzuhängen, der seine Monster-Masken durch eine riesige Werbekampagne überall im Land vertreibt. Der mysteriöse Boss der Spielzeugfirma hat jedoch teuflisches im Sinn, das ganze Grauen wird erst in der Halloween-Nacht deutlich...

Der typische Anti-Film. Es erscheint verständlich, dass viele diesem Film gegenüber Ablehnung empfinden, denn wenn man einen Film namens "Halloween" mit Michael Myers erwartet und stattdessen eine Story um einen irren Maskenhersteller serviert bekommt, der sich einen kranken Plan ausgedacht hat um Kinder zu töten, dann kann einen das schon sehr verärgern. Der Titel mag daher stören, weil er absolut nichts nichts mit dem altbekannten "Halloween" gemeinsam hat.

1982 waren Fortsetzungen allerdings noch nicht so der Renner wie heute. Damals hatte man den Gedanken, dass man von einem Charakter nach zwei Filmen genug bekommt. Deshalb wollte man mit "Halloween" eine Horrorfilmreihe machen, deren Filme nur den Feiertag gemeinsam haben. Diese Idee hat sich als totaler Flop erwiesen. Natürlich waren Halloween-Fans enttäuscht und wollten Michael Myers zurück...

Als ich den Film sah, wusste ich worauf ich mich einlasse, daher hatte ich niedrige Erwartungen. Man sollte den Film als einen eigenständigen Film ansehen und sich das "Halloween III" wegdenken. Einfach nur "Season Of The Witch".  Und der ist dann tatsächlich ein wirklich netter Streifen für den Horrorfan, der zwar lange braucht, bis er richtig in Fahrt kommt, zum Ende hin jedoch mit einzigartigen und kranken Ideen aufwartet. Da wurde mir echt flau im Magen. Wie böse das Fernsehen doch sein kann. Der Regisseur ist kein Meister der Spannung und die Story dümpelt zu lange vor sich hin, aber das Warten auf das Ende lohnt sich. Es ist herrlich fies und hinterlässt durchaus einen bleibenden Eindruck. Obendrein gibt es einen Ohrwurm, den man nicht so schnell wieder los wird.

"Halloween III: Season Of The Witch" ist ganz sicher kein Glanzstück des Genres, aber alles in Allem auch kein grottenschlechter Vertreter. Er wird nur immer schlechter gemacht als er ist.

6/10

Im Zuge der "Halloween"-Reihe gibt es natürlich auch den dritten - bei uns bis heute indizierten - Teil von NSM in einem zur Reihe passenden Mediabook. Ungeprüft und damit auch ungeschnitten, versteht sich.


Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Poster/Artwork: Universal Pictures

Dienstag, 24. September 2013

Rob Zombie's Halloween (2007)

http://www.imdb.com/title/tt0373883/

Rob Zombie schickte sich 2007 an, den Mythos "Halloween" wieder aufleben zu lassen. Das Ergebnis ist nun ein Remake des ersten Teils, in dem der durchgeknallte Michael Myers aus einer Anstalt flüchtet, und sich auf den Weg in seine Heimat macht, um dort seine kleine Schwester Laurie Strode zu töten. Als der zehnjährige Michael Myers in der Nacht von Halloween zum ersten Mal mordet, sind die Bewohner der Kleinstadt Haddonfield in Illinois fassungslos. Nur zu gern möchte man diesen schrecklichen Vorfall schnell vergessen. Michael wird in eine geschlossene Anstalt gesteckt, wo Dr. Loomis jahrelang versucht, mit dem Jungen zu kommunizieren. Während sich Haddonfields Teenager Jahre später auf ein neues Halloween vorbereiten, flieht der inzwischen 25-jährige Michael aus der Anstalt. Und nun ist niemand mehr vor dem eiskalten Maskenmörder sicher...

Prinzipiell finde ich nicht, dass das Rob Zombies Remake ein Fehltritt ist. Er bringt das altbekannte Thema einfach in die heutige Zeit, hübscht alte Szenen geschickt auf und ist allgemein etwas härter und brutaler. Allerdings drückt er dem Massenmörder Michael Myers auch einen zu stereotypischen Stempel auf. Er ist - entgegen der alten Fime von John Carpenter - nicht einfach mehr das personifizierte Böse; nein, er wird zu dem Monster gemacht. Durch einen widerlichen Stiefvater, durch hänselnde Mitschüler, durch verschobene Moralvorstellungen. Das ist problematisch, denn es erklärt weder Michaels übernatürliche Fähigkeit irgendwie alles zu überleben noch seine unglaubliche und übermenschliche Kraft. Es ist das leider sehr typische Horrofilm-Klischeé, auf das Rob Zombie zurückgreift. In dieser Beziehung war Carpenter's Film einfach besser.

Ansonsten finde ich das Remake sehr spannend und - vielleicht auch gerade wegen der Musikauswahl - sehr atmosphärisch umgesetzt. Auch das alte "Halloween"-Thema wird nicht vernachlässigt. Der Film braucht aber auch einige Zeit, bis er so richtig in Fahrt kommt. Die Therapie von Michael Myers ist mir einfach zuviel und wird zu lange abgehandelt. Es wird viel zu viel versucht zu hinterfragen, warum und weshalb - nur damit man schließlich und angesichts eines schweigsamen Jungens zu dem Schluß kommt "Michael ist das pure Böse." Ja, toll. Aber wie kam er als Person dahin, was trieb ihn - isoliert von allem anderen - dazu, plötzlich Amok zu laufen? Hier schließt sich der Kreis zum Unverständnis und keiner weiß eigentlich genau warum und woher und wieso. Wenn man soetwas schon einbaut, dann bitteschönauch mit Erklärung. Ansonsten: geschenkt.

Sobald Michael dann aber endlich aus seinem "Gefängnis" raus ist, gibt er richtig Gas und metzelt sich teils sehr grafisch durch Haddonfield. Natürlich ist er einzig auf der Jagd nach Laurie, seiner - damals noch im Babyalter - verlassenen Schwester. (Aber auch mit dieser Geschichte tun sich Logiklöcher auf - warum jagt er sie nun, obwohl er sie damals - als er seine Familie als Kind abschlachtete - aus dem Haus trug und rettete? Hm.) Szenisch setzt jetzt wieder Carpenters Film ein und obwohl man alles eigentlich schon einmal sah, ist es ein spannender und aufreibender Trip bis zum - wie immer offenen - Ende. Der Cast spielt durch die Bank solide, obwohl die Hauptrollen von damals, namentlich Jamie Lee Curtis und Donald Pleasence nie auch nur ansatzweise erreicht werden. Dafür punktet ein ehemaliger Wrestler als erwachsener Michael mit unglaublicher Präsenz und ein kleiner Junge als kindlicher Michael mit einem beängstigender Mimik und beängstigenden Gestenspiel. Rob Zombies Neuinterpretation von Carpenters "Halloween" macht somit irgendwie doch Spass und weiß als schöner Horror-Thriller durchaus zu überzeugen. Ob auch der deutlich erhöhte Nudismus-Anteil dazu beiträgt, darf jeder auch selbst entscheiden.

7/10

Ganz neu von ILLUSIONS UnLtd. kommt ein Mediabook, welches den Film in der Kinofassung und als Director's Cut enthält. Zudem ist das Ding auf 1000 Stück limitiert und durchgängig nummeriert. Und zurzeit beinahe ausverkauft.


Quellen
Inhaltsangabe: Illusions UnLtd.
Poster/Artwork: Universal Pictures

Donnerstag, 3. Juli 2014

Rob Zombie's Halloween II (2009)

http://www.imdb.com/title/tt1311067/

Michael Myers ist tot! So lautet jedenfalls die offizielle Aussage der Polizei. Doch Laurie Strode, die Michaels brutales Massaker überlebt hat, ist sich sicher: er lebt und wird wieder zuschlagen. Aber obwohl seine Leiche niemals gefunden wurde, will niemand Laurie glauben. Als ein Jahr später die Straßen von Haddonfield wieder mit orangefarbenen Kürbisköpfen geschmückt sind, geschieht der erste grauenvolle Mord. Laurie weiß sofort, dass Michael zurückgekommen ist, um sie diesmal endgültig zu töten. Und Michael Myers wird Halloween in den blutigsten Tag des Jahres verwandeln.

Mit "Halloween II" löst sich Rob Zombie vom Druck des Studios, befreit sich von den Fesseln der Vorlage von Carpenter und entwirft endgültig seine eigenständige Version, die nun auch endlich seine Handschrift trägt.

Zunächst knüpft Zombie dabei nahtlos an das Ende des Vorgängers an - nur, um direkt und mit aller Härte loszulegen. Eine Warmlaufphase gibt es nicht, fast eine halbe Stunde gnadenloses Terror-Kino bestimmt den Einstieg. Allein inszenatorisch kehrt Zombie so wieder mehr zu seinen Wurzeln zurück. Eine punktgenaue Lichtsetzung, flirrend schnell geschnittene Sequenzen, ein extrem düsterer Gesamtlook, sowie immer wieder eingefügte, surreale Traum- oder Fantasieszenen sorgen für pure Rob-Zombie-Atmosphäre. Hinzu kommt eine fast schon bestialische Gewaltdarstellung, mit der der Regisseur hin und wieder an die Grenzen des Zumutbaren geht. Dabei ist der Film ist handlungstechnisch in ein relativ geradliniges Slasher-Konzept verpackt, im Mittelpunkt steht aber Laurie Strode. Die ist nach den traumatischen Ereignissen aus Teil 1 eine gebrochene, verstörte junge Frau, die mit ihrem Leben kaum noch zurecht kommt und oft bricht Regisseur Rob Zombie aus dem Horror-Genre aus, um dem Film mehr den Anstrich eines Psycho-Dramas zu verpassen, bei der das Seelenleben von Laurie beleuchtet wird. Auch Dr. Loomis verkommt im Gegensatz zur Vorlage zu einem profitgeilen Unternehmer, dem es nur um Erfolg und das Ego geht.

Von den Fans sicher am meisten gehasst ist hier die noch drastischere Demaskierung von Michael Myers, der hier sehr oft unmaskiert zu sehen ist und sogar auch mal spricht. Trotzdem beweist Zombie dadurch mit noch mehr Nachdruck, dass er hier seine eigene Vision von "Halloween" geformt hat. Dass seine Variante von Myers, ein hünenhafter, verlotterter, brachialer Berserker, ebenfalls der Stoff ist, aus dem Albträume gemacht sind, sollte ohnehin außer Diskussion stehen. Dass er außerdem nicht daran interessiert ist, seine eigene Vision zu einer Reihe auszuschlachten, macht er mit dem wunderbar konsequenten, melancholisch-surrealen Finale eindrücklich klar.
"Halloween II" ist für strikte Anhänger der Original-Reihe sicher noch schwieriger als Zombie´s erster Teil. Für Fans des Regisseurs allerdings gibt es hier Horror pur, der mutig zeigt, wie ein Mythos durch eine eigene geniale Handschrift zu etwas extrem Blutigem und Schockierenden geformt werden kann. Das der Film in Deutschland nicht mal in der R-Rated Kinofassung eine Freigabe erhalten hat, verwundert auch nicht wirklich.

7/10

Ganz neu von ILLUSIONS UnLtd. kommt ein Mediabook, welches den Film in der Kinofassung und als Director's Cut enthält. Zudem ist das Ding auf 1000 Stück limitiert und durchgängig nummeriert. Und zurzeit beinahe ausverkauft.


Quellen
Inhaltsangabe: Illusions UnLtd.
Poster/Artwork: Universal Pictures

Mittwoch, 2. Juli 2014

Rob Zombie's Halloween (Unrated Director's Cut) (2007)

http://www.imdb.com/title/tt0373883/

Als der zehnjährige Michael Myers in der Nacht von Halloween seinen Vater und seine Schwester auf bestialische Weise ermordet, sind die Bewohner des kleinen Städtchens Haddonfield völlig fassungslos. Der Junge wird zur Sicherungsverwahrung in eine geschlossene Anstalt gebracht. Dort versucht der Psychologe Dr. Loomis jahrelang, ihn zu therapieren, doch Michael verweigert jede Kommunikation. Aber was verbirgt sich wirklich hinter Michaels Schweigen und seiner Obsession für seltsame, beunruhigende Masken? 15 Jahre später, die Nacht von Halloween steht kurz bevor, geschieht das Unfassbare: Michael gelingt die Flucht - und nun ist niemand mehr vor dem eiskalten Maskenmörder sicher ...

Fangemeinde und Kritiker waren gespalten, als Rob Zombie´s Remake von "Halloween" erschien, denn der Regisseur scheut sich nicht davor, andere Wege zu gehen als der Kultklassiker von John Carpenter. Gleichermaßen Prequel wie auch Remake in einem kann der Film auch klar getrennt besser bewertet werden. Die erste Hälfte trägt deutlich die Handschrift von Zombie. Der Versuch, die Figur Michael Myers zu psychologisieren und die Kindheit des berühmten Serienkillers zu beleuchten, bedeutet erneut, dass Zombie hier in tiefste White-Trash-Family-Abgründe abtaucht, deren Mentalitäten der Regisseur fast schon beängstigend gut inszenieren kann. Neben dem wirklich überzeugenden Daeg Faerch als junger Myers überrascht vor allem eine schauspielerisch gereifte Sheri Moon Zombie, die hier als fürsorgliche Mutter sehr gut spielt. Zusammen mit der Kombination aus erbarmungsloser Atmosphäre und brutaler Gewaltdarstellung entsteht ein Rob Zombie-typischer Sog, der den Zuschauer zu fesseln weiß.

In der zweiten Hälfte musste sich Zombie dann scheinbar dem Druck des Studios beugen und liefert über weite Strecken eine 1:1 Umsetzung des Handlungsverlaufs des Originals. Ist Carpenter´s Streifen auch heute noch ein absolutes Lehrstück in Sachen Spannungsaufbau und Atmosphäre, punktet Zombie hier auch nur noch durch die konsequent explizite Härte. Selbst ein ausgedehntes Finale hilft nicht, um die Spannung zu erhöhen und darüber hinwegzutäuschen, dass der Streifen in der zweiten Hälfte wesentlich glatter und weniger intensiv als die tolle erste Hälfte geworden ist. Rob Zombie verfolgt mit seiner Version von "Halloween" tolle Ansätze, die ihm zunächst auch gewohnt intensiv und erbarmungslos von der Hand gehen. Leider bricht der Streifen in der zweiten Hälfte merklich ein und verliert einiges von seinem Potential. Insgesamt aber trotzdem ein gelungener, weil konsequent harter und streckenweise erfrischend eigenständiger Streifen.

Neben der bekannten R-Rated/Kinofassung erschien parallel auch eine ca. 11 Minuten längere Unrated-Fassung. Neue oder verlängerte Gewaltszenen braucht man allerdings nicht erwarten. Ein Großteil besteht aus Handlungserweiterungen, die vermutlich aus Straffungsgründen in der Kinofassung fehlen. Zudem wurde Michaels Ausbruch aus dem Gefängnis ausgetauscht. Tötet er in der Kinofassung vier Wärter, verhelfen ihm in der Unrated Noel und sein Cousin, die gerade ein Mädchen vergewaltigen, indirekt zur Flucht. Die R-Rated ist also nicht unbedingt die schlechtere Fassung. Es bleibt damit also auch bei der ursprünglichen Wertung. Einen Schnittbericht, der beide Fassungen vergleicht, findet man wie immer bei schnittberichte.com.

7/10

Ganz neu von ILLUSIONS UnLtd. kommt ein Mediabook, welches den Film in der Kinofassung und als Director's Cut enthält. Zudem ist das Ding auf 1000 Stück limitiert und durchgängig nummeriert. Und zurzeit beinahe ausverkauft.


Quellen
Inhaltsangabe: Illusions UnLtd.
Poster/Artwork: Universal Pictures