Sonntag, 27. August 2017

The Mangler (Unrated) (1995)

http://www.imdb.com/title/tt0113762/

In einer Wäscherei kommt es immer wieder zu Unfällen mit Todesopfern. Kommissar Hunton übernimmt den Fall, und findet heraus, daß eine stählerne Menschenpresse hinter alldem steckt. Der Polizist findet zusammen mit seinem Freund Mark Jackson, einem Okkultismusexperten, heraus, daß die Maschine ein Bewußtsein hat, und einen teuflischen Vertrag mit dem Wäschereibesitzer eingegangen ist, der diesen dazu verpflichtet, hin und wieder ein Menschenopfer zu leisten...

In der ungeschnittenen Fassung ist diese Adaption einer Kurzgeschichte von Stephen King gär nicht mal so schlecht. Es besteht die ganze Dauer über eine sehr bedrohliche Atmosphäre und auch die Schauspieler sind allesamt düster und unangenehm gezeichnet. Leider ist un bleibt es eine Kurzgeschichte und der Film kommt über diesen Punkt auch nicht wirklich hinaus. Er zeigt quasi immer und immer wieder dieselbe Begebenheit (nur jedes Mal adäquat abgewandelt), bevor es zum wohl lächerlichsten Showdown der Filmgeschichte kommt, wenn sich am Ende die gigantische Bügelmaschine aus ihrer Halterung löst und hinter den Hauptakteuren hinterherläuft. Inszeniert von Tobe Hooper und Horror-Ikone Robert Englund als wirklich fiesen Schurken prominent besetzt, schafft es "The Mangler" dennoch einen bei der Stange zu halten und durch geschickten, ausgewogenen Einsatz von Ermittlung und Mord sogar zu unterhalten. Daneben agiert Ted Levine einmal in einer Heldenrolle (wenngleich sein Charakter Polizist Hunton ein ziemliches Ekel ist). Die Effekte sind zwar recht billig (vor allem die laufende Bügelmaschine), dafür ist der Blut- und Spannungsanteil enorm. Ein Film so richtig für stumpfsinnige Horrorfans ohne wirklichen Anspruch. "The Mangler" ist einfach total bescheuerter Horrormurks mit einem der lächerlichsten Showdowns aller Zeiten - und trotzdem halbwegs spannend.

5,5/10

Von NSM Records kommt der Film hierzulande ungeschnitten und in HD im auf 666 Stück limitierten Mediabook:

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: NSM

3 Days To Kill (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2172934/

Secret-Service-Agent Ethan Runner (Kevin Costner) ist sehr gut in seinem Job, aber nicht mehr der Jüngste. Als er dann auch noch erfährt, dass er eine tödliche Krankheit hat, will er die die kurze verbleibende Zeit seiner Tochter Zooey (Hailee Steinfeld) widmen. Runners Ex-Frau Christine (Connie Nielsen) findet, dass Ethan seine Vaterpflichten lange genug vernachlässigt hat und übergibt Zooey in die Obhut ihres Vaters. Dann taucht plötzlich eine Agentin namens Vivi Delay (Amber Heard) auf und bietet Ethan einen Deal an: Wenn es ihm binnen drei Tagen gelingt, den Waffenhändler „Der Wolf“ (Richard Sammel) zu töten, einen der meistgesuchten Terroristen der Welt, erhält er ein Mittel, das sein Leben verlängern könnte. Ein heikles Geschäft, da die Wirksamkeit des Heilmittels nicht bewiesen ist und Ethan gerade jetzt seine Tochter bei sich hat, die er nicht erneut enttäuschen will...

"3 Days To Kill" öffnet mit einer furiosen Actionsequenz, in der die Bösewichte toll überzeichnet sind, der "Held" supercool und der Bodycount auf eine unaufdringliche Weise hoch ist. Ja, man freut sich so richtig auf die kommenden 90min mit Mr. Ethan Renner, gespielt von Kevin Costner und in Erwartung eines "Taken" oder vergleichbarem Action-Thriller. Leider hält der Film das Tempo nicht konstant auf diesem Level. Im Gegenteil. Er sackt bis zur Hälfte sogar bis zum unerwartet und deswegen ödem Familiendrama, in welchem der Vater wieder Kontakt zu seiner Tochter knöpfen möchtedurch. Nebenbei muss er einen Auftrag für Vivi (Amber Heard, als Eye Catcher sehr gut, in Ihrer Rolle aber wirkungslos) und sich noch mit einer Migrantenfamilie in seiner Wohnung herumschlagen.

Leider sind alle 3 Geschichten mehr oder weniger äußerst unglaubwürdig aufgebaut und man hat das Gefühl dass man hier einfach einige Zutaten (Action, Familie, soziales Thema) in einen Topf werfen wollte und mit der Kevin Costner-Kelle einfach mal umgerührt wird. So funktioniert das Ganze dann eben nicht wie gewünscht, und es ergeben sich zwar witzige oder emotionale Situationen, die für den Handlungsverlauf der Geschichte aber völlig bedeutungslos sind. Daher kann man durchaus dem verschenkten Potential, welches man mit dem Cast und der Geschichte gehabt hätte, hinterher trauern. Am Ende fühlt man sich ich zwar irgendwie auch unterhalten, nur wirkte "3 Days To Kill" zu wenig ausgearbeitet und an vielen Stellen belanglos. Es gibt aber auch durchaus genialen Momente und wenn es mehr davon gehabt hätte, die Story etwas glaubhafter wäre und einige ungeschickte Logiklöcher nicht wären, hätte es wohl ein echter Kracher auf den Screen geschafft. So kratzen Luc Besson, der für das Screenplay verantwortlich war, und Regisseur McG leider nur an der Oberfläche des Möglichen, aber wenigstens ab und zu auf recht coole Art und Weise.

5,5/10

Freitag, 25. August 2017

Polo de Limón 3: Shifshuf Naim - Lemon Popsicle 3: Hot Bubblegum - Eis am Stiel 3: Liebeleien (1981)

http://www.imdb.com/title/tt0082528/

Die blonde Trixi besucht Bennys Familie. Benny bekommt Stielaugen, als er sie abholt. Auch sein Vater hat vor Aufregung feuchte Hände. Trixi ist sich ihrer Reize durchaus bewußt und geizt nicht damit. Benny und sein Vater überschlagen sich geradezu, dem attraktiven Gast einen unvergeßlichen Aufenthalt zu bereiten. Auch Momo und Johnny betätigen sich auf ihre ganz spezielle Art als Fremdenführer. Damit nicht genug, erlebt das Trio ein Abenteuer ganz besonderer Art. Benny ist derweil damit beschäftigt, eine "Biene" zu erobern, die einen heißen Ruf in der Stadt hat. Unglücklicherweise verliebt er sich in das Mädchen, die es aber für altmodisch hält, nur einen Freund zu haben.

Der dritte Teil der Reihe ist ein Nostalgiefilm wie aus dem Bilderbuch. Der absolute Höhepunkt der Reihe, gehört zu den besten Sommerkomödien aller Zeiten. Der Streifen macht einfach unheimlich viel Spaß und versprüht gute Laune im Sekundentakt, noch nie waren ein Haufen Jungs, die nur das Eine wollen so charmant: die Haartollen schön mit Pomade gestylt, die Sprüche gut abgestimmt und schon hat man eine sympathische Truppe, die eigentlich nur ein wenig Spaß haben will. In dieser Hinsicht ist der Film genauso wie seine Charaktere - gut gestylt mit einem tollen Soundtrack und guten Gags und was will er? Nur das eine... Spaß machen und das kann er wie kein anderer. 


Spätestens in der Szene, in der Bennys Vater und Softcore-Star Sybille Rauch aufeinander treffen bleibt kein Auge trocken. Aber auch das Aufeinandertreffen von Johnny und der Klavierlehrerin ist köstlich. Kurz gesagt geht es in den ersten sechzig Minuten um genau das, was der Titel aussagt: Liebeleien, Affären und jede Menge Spaß. Im letzten Drittel entwickelt sich "Eis am Stiel 3" schon fast wieder in eine Schmonzette und verfällt in den Trott von Teil zwei, was man hier aber auf gar keinen Fall als negativ betrachten sollte. Der Soundtrack kommt noch besser als in "Lemon Popsicle" und "Lemon Popsicle 2", ob es "Tutti Frutti" oder "La Bamba" ist, hier stimmt alles. In Teil drei bestätigt sich zudem weiter, dass die Jungs es mit der Treue in einer Beziehung nicht allzu ernst nehmen. Der Film macht Spaß von vorne bis nach hinten. Einfach zurücklehnen, das Hirn ausschalten und sich berieseln lassen. Ein absoluter Kultfilm, noch kultiger als seine Vorgänger.

7,5/10

The Fate Of The Furious - Fast & Furious 8 (Extended Director's Cut) 2017)

http://www.imdb.com/title/tt4630562/

Können Dom (Vin Diesel) und seine Freunde, die er Familie nennt, endlich ein normales Leben haben? Nach dem Rückzug von Brian und Mia hat er sich mit Letty (Michelle Rodriguez) in die Flitterwochen verabschiedet und die restliche Crew ist von allen Vergehen aus der Vergangenheit freigesprochen worden. Doch dann taucht die mysteriöse Cyber-Terroristin Cipher (Charlize Theron) auf, verführt Dom und macht ihn zu ihrem Partner bei einer Reihe von Verbrechen. Mr. Nobody (Kurt Russell) bittet die Gang um Letty, Roman (Tyrese Gibson), Tej (Ludacris) und Co., zu helfen. Gemeinsam mit Hobbs (Dwayne Johnson), der wegen Doms Verrat im Knast sitzt, und Todfeind Deckard Shaw (Jason Statham) müssen sie bei einer Jagd rund um den Globus eine Anarchistin stoppen, die Chaos in die Welt bringen will. Und wichtiger: Sie müssen den Mann nach Hause holen, der sie zu einer Familie machte...

Es gibt nicht viele Filmreihen, die bis auf einen achten Teil oder gar darüber hinaus heranwachsen und keine oder kaum Verschleißerscheinungen zeigen. Horror-Franchises fanden früher oder später bei ihrer einstmals großen Fanbasis keinen sonderlichen Anklang mehr und der Innovationskraft in der Filmbranche tun solche Entwicklungen auch nur gut. Aber vielleicht hängt es bei Reihen auch am genre an sich und was sich das Publikum davon verspricht. Die "Fast & Furious"-Reihe setzte aber von Anfang an neben Auto-Actionlementen, die man in ihrer Kreativität stets zu steigern wusste, immer auch auf das Mittel der Teamchemie oder "Familie", wie es immer gepredigt wird. Das kam und kommt an bei Fans rund um den Globus und gab auch erzählerisch viel Spielraum. Nicht zuletzt die tragische Note des echten Todes von Darsteller Paul Walker befeuerte diesen Zusammenhalt zwischen Konsumenten und Produkt noch etwas weiter und katapultierte seinen letzten Beitrag "Fast & Furious 7" zu einem weltweiten Kinoeinspielergebnis von für unmöglich gehaltenen 1,5 Milliarden Dollar.


Dass die zugrunde liegende Formel mittlerweile aber doch langsam zu erlahmen droht, erkennt man auch an den immer ausgefalleneren Actionkonstrukten, die man sich ausdenkt, um noch einen oben drauf zu setzen. In "Fast & Furious 8" ist es ein U-Boot. Geht es in der Größenordnung weiter, bleibt wenig übrig. Dass man quasi das Asphalt-Pendant zu den populären Comichelden-Teams geworden ist, ist den Machern offenbar auch selbst klar. Demnach steht laut Produzenten auch dem Weg ins All nichts entgegen, wenn man einen passenden Storyaufhänger dafür finden würde. Bis zu Teil 10 reiche der Masterplan aktuell, aber man wird sicherlich Wege finden, die Cashcow weiter zu melken. Ein Anfang ist mit dem Spin-Off für die Figuren von Dwayne "The Rock" Johnson und Jason Statham ja bereits in der Mache.

Ob Regisseur F. Gary Gray in dieser Fassung namens "Extended Director's Cut" wirklich mehr von seiner Vision einbringen konnte, darf man bezweifeln. Vin Diesel ist nicht nur Hauptdarsteller, sondern auch ausführender Produzent und hat diesen Einfluss auch schon während der Dreharbeiten geltend gemacht. Meldungen zufolge soll es zwischen ihm und Johnson atmosphärische Störungen gegeben haben, was dazu führte, dass Diesel ein paar für seinen Kollegen vorgesehene Szenen in letzter Minute strich, bevor sie gedreht werden sollten. Und auch die ursprünglich schon als Post-Credit-Zugabe geplante Szene zwischen The Rock und Statham ließ er offenbar wutentbrannt aus den bereits an viele Kinos ausgelieferten Screenern und Kinorollen entfernen. Da ist wohl doch nicht alles so familiär wie gedacht. Der "Extended Director's Cut" von "Fast & Furious 8" wirkt auf den ersten Blick wie ein enormer Zugewinn zur Kinofassung, zumindest beim Blick auf die Laufzeitdifferenz. Satte 13 Minuten läuft der "Extended Director's Cut" länger als die ohnehin schon etwas langatmige Kinofassung. Für echte Liebhaber aber natürlich schön, wenn sich denn dahinter auch echter Mehrwert bieten würde. Man darf aber gerne großzügig zwei Drittel des Laufzeitunterschieds für Zeitersparnis für die Kinovorführungen abziehen. Unzählige Szenen laufen im "Extended Director's Cut" geringfügig länger, weil man es sich auch einfach erlauben kann. Die Szenen, die tatsächlich neu sind, zielen vor allem auf Charakterzeichnung ab, manchmal sind es auch nur hinzugefügte Sätze. So bekommt der ohnehin schon schrille Roman noch ein paar Momente für seine egomanische Hysterie, Cipher und Dom duellieren sich verbal ein wenig mehr und fast jeder andere Charakter bekommt zumindest eine kleine Erweiterung. Gewaltzensur ist hier allenfalls ein kleiner Randaspekt. Ob die zusätzlichen Actionszenen zur Sicherung der PG-13-Freigabe in der Kinofassung fehlten, bleibt Spekulation.

Was dagegen richtig sauer aufstößt, ist die Tatsache, dass der "Extended Director's Cut" in Deutschland zum aktuellen Zeitpunkt ausschließlich als Digital Download / Ultraviolet angeboten wird. So hat man als Kunde - völlig zurecht - das Gefühl von den Firmen "erpresst" zu werden. Gerade Sammlern von analogen Datenträgern ist die neue Art der Verbreitung von exklusiven Filmversionen ein Dorn im Auge und auch bei Inhabern von nicht allzu leistungsfähigen Internetverbindungen wird diese Suppe nicht schmecken. Aber will man die erweiterte Fassung sehen, hat man augenblicklich keine große Wahl. Man kann nur hoffen, dass diese Verbreitung von Medien erst wirklich komplett Mode wird, wenn auch die Verbindungen allerortens auch so große Datenmengen in entsprechender Geschwindigkeit zulassen.

6,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures

The Island Of Dr. Moreau - Die Insel des Dr. Moreau (1977)

http://www.imdb.com/title/tt0076210/

Als sich Andrew Braddock (Michael York) gerade auf der Reise auf einem Schiff über das Meer befindet, gerät das Boot in Seenot und anscheinend ist Andrew der einzige Überlebende der Katastrophe. Er kann sich auf eine einsame Tropeninsel retten, wo er die Hilfe des Wissenschaftlers Dr. Paul Moreau (Burt Lancaster) erfährt. Wie ihm jedoch mitgeteilt wird, muss er sich damit arrangieren, dass er über einen längeren Zeitraum hier verweilen muss, kreuzt die Insel doch keine bekannte Seeroute. Erst später bekommt Andrew mit, warum es den Wissenschaftler auf solch eine verschlagene Insel getrieben hat. Er macht Experimente, die von der bekannten, westlichen Wissenschaftsgemeinschaft verurteilt wird. Er hat es geschafft mit Hilfe von Gen-Veränderungen, Tiere zu erschaffen, die jedoch humanoide Züge besitzen. Diese „Menschen-Tiere“ bewegen sich frei auf der Insel und Moreau ist für sie so etwas wie ein Vater und Gott. Doch als sich Andrew gegen den Wissenschaftler stellt, wird er weit tiefer in die Experimente integriert, als es ihm lieb ist...

Dass "Die Insel der verlorenen Seelen" (1933) mit Charles Laughton und Bela Lugosi bis heute als beste Adaption der Vorlage von H.G. Wells gilt, spricht nicht für die Filmindustrie. Was könnte man aus dem Stoff nicht alles machen, besonders heutzutage ließe sich die Thematik prächtig verwenden. Aber nein, optimal ist "Die Insel des Dr. Moreau" noch nicht auf die Leinwand gebracht worden, auch nicht von Don Taylor. Er hat Burt Lancaster und Michael York beileibe nicht schlecht in Szene gesetzt, es gelingt ihm sogar ab und zu ein wenig Spannung zu generieren, aber irgendwie ist das Ergebnis doch etwas zu mau geraten. Das liegt womöglich auch an der Entstehungszeit, die noch vollen Einsatz von den Maskenbildnern erfordete. Grundsätzlich ist die Pre-Computer-Arbeit sehr sympathisch, irgendwie jedoch auch etwas albern und komisch - was in diesem Fall keineswegs vorteilhaft ist.  


Aber dank Taylors routinierter, unauffälliger Regie ist diese Version von "Dr. Moreau" eher als Abenteuerfilm mit phantastischen Elementen einzuordnen. Der immer recht blasse Michael York darf schauspielerische Qualitäten zeigen, wenn er um seine Menschlichkeit ringt, und zeichnet Braddock im Vergleich zur Romanfigur als recht aktiven Charakter. Ähnlich wie in seinem Buch "The Time Machine" legt H.G. Wells seinen Protagonisten als passiven Beobachter an, der Tod und Teufel geschehen lässt und sich nur zwangsweise mit einem Lügengerüst vor den immer aggressiveren Tiermenschen schützt, bis er schließlich resignierend auf einen Ausweg wartet. Michael Yorks Braddock sucht die Konfrontation und führt den Film in ein konventionelles, aber durchaus unterhaltendes Feuer-und-Fäuste-Finale. Da sowohl die Masken der Tiermenschen überzeugen als auch und besonders einige beeindruckende Stunts mit Tierbeteiligung zu sehen sind, qualifiziert sich diese etwas oberflächliche Verfilmung als ansehnliches Filmchen. Durchaus okay.

6,5/10

Von NSM Records kommt der Film hierzulande ungeschnitten und in HD im auf 333 Stück limitierten Mediabook:

Donnerstag, 24. August 2017

Atomic Blonde (2017)

http://www.imdb.com/title/tt2406566/

Berlin, November 1989: Kurz vor dem Fall der Berliner Mauer wird ein MI6-Offizier tot aufgefunden. Er sollte Informationen einer geheimen Quelle auf der Ostseite der Stadt in den Westen schmuggeln – genauer gesagt: eine Liste mit allen Namen der auf beiden Seiten Berlins tätigen Spione. Doch die Liste wird bei der Leiche nicht gefunden. Gebrieft von ihrem MI6-Vorgesetzten Gray (Toby Jones) und dem CIA-Chef (John Goodman) wird die erfahrene Spionin Lorraine Broughton (Charlize Theron) in das Pulverfass sozialer Unruhen, Spionageabwehr, gescheiterter Missionen und geheimer Hinrichtungen geschickt, um die streng vertrauliche Liste und damit die Identität britischer Agenten zu sichern, deren Leben davon abhängen. Lorraine trifft den Ex-Geheimdienstler David Percival (James McAvoy), der ein wichtiger Kontaktmann ist – und sie trifft die verführerische französische Agentin Delphine (Sofia Boutella)...

"John Wick"-Regisseur David Leitch verbindet in seinem aktuellen Film "Atomic Blonde" spektakuläre und knallharte Actionszenen, die den Kinobesuch lohnenswert machen, gewürzt mit unerwartet knisternder Erotik und einer starken Besetzung. Insbesondere Charlize Theron gibt physisch offensichtlich ihr Äußerstes und James McAvoy - über den muss man eigentlich gar nichts mehr schreiben, denn der Mann spielt seit längerer Zeit einfach jeden an die Wand. Auf dem Papier sollte also eigentlich alles stimmen. Allerdings sind all diese Elemente in einen unnötig komplizierten und überlangen Plot einbetoniert, der sich kaum oder nur sehr schwerfällig vorwärts bewegt. Der Film basiert auf dem  Comic "The Coldest City" von Antony Johnston und Sam Hart. Der Zuschauer wird vor vollendete Tatsachen gestellt und begibt sich zusammen mit einem Untersuchungsausschuss retrospektiv nach Berlin, um dort zu klären, was in den letzten Tagen vor dem Fall der Mauer geschah. Doch um den Fall der Mauer per se geht es hier gar nicht, Drehbuchator Kurt Johnstad gefiel es wohl besser eine recht konventionelle Agentenstory auf die Leinwand zu bringen.
 

Auch wenn ein paar gelungene Gags eingestreut werden so nimmt sich der Film selbst doch viel zu ernst in seiner unterschwelligen Albernheit und Unlogik, will mehr sein als er ist und lässt - bis auf eine Szene - das "Wow-Feeling" vermissen. Leider passt auch Sofia Boutella als französische Angentin Delphine Lasalle nicht wirklich als Gesicht in das Konzept des Films. Sie wirkt etwas fehlplatziert und wenig erfahren in einer solchen Rolle. Erschwerend kommt hinzu, dass man als Zuschauer schon von Anfang an weiß, wer der gejagte Doppelagent sein muss. Auch das nimmt ein wenig an Spannung und Twist-begeisterte Zuschauer werden wohl auch nur müde lächeln.

Wie schon "John Wick" ist aber auch "Atomic Blonde" unglaublich stylisch inszeniert und mit einer ordentlichen "One-on-One"-Action garniert, inklusive mit einer ohne Schnitt konzipierten Szene, die tatsächlich phantastisch aussieht, gut choreographiert wurde und damit eine der besten Action-Sequenzen des Jahres aufzeigt. Der Neon-Look überzeugt und auch die Kameraführung lässt den Zuschauer immer am Geschehen teilhaben, ohne das er den Überblick verliert. "Atomic Blonde" bietet aufgrund der (leider auch etwas zu spärlich eingesetzten) Action und einer toughen Charlize Theron gute Unterhaltung, auch wenn sich der Film mit der beschriebenen Rahmenhandlung, welche die Heldin nach der Mission zeigt, selbst ein wenig um die Spannung bringt. Da helfen auch die schon reichlich inflationär eingesetzten Musikstücke des aber dennoch extrem coolen achtziger Soundtracks nur bedingt. Dass man aber trotz der halbgaren Story noch durchaus seinen Spaß mit "Atomic Blonde" haben kann, liegt am gelungenen Look des Films und einer stellenweise tollen Inszenierung. Hier kann man durchaus einen Blick riskieren.

6,5/10

Von UNIVERSAL kommt der Film im Steelbook, welches exklusiv im MediaMarkt erhältlich ist und den Film sowohl als 4K Ultra-HD Blu-ray und auch als Blu-ray enthält. 

Death Wish 4: The Crackdown - Death Wish 4: Das Weiße im Auge (1987)

http://www.imdb.com/title/tt0092857/

Paul Kersey (Charles Bronson) lebt seit einiger Zeit mit seiner Freundin Karen Sheldon (Kay Lenz) und deren Tochter Erica (Dana Baron) zusammen und führt sein eigenes Architekturbüro. Doch hinter dieser schönen Fassade brodelt es in dem einstigen Racheengel, der von Alpträumen geplagt wird. Eines Abends geht Erica mit ihrem Freund in eine Disco, wo sie eine sehr hohe Dosis Drogen einnimmt und daran schließlich stirbt. Als ihr Freund den Dealer zur Rede stellen will, wird er von ihm ermordet, woraufhin Kersey den Dealer verfolgt und tötet. Kurz darauf wird Kersey von einem Millionär namens Nathan White (John P. Ryan) kontaktiert, der ihm davon erzählt, dass auch sein Kind an einer Überdosis starb. Er verspricht Kersey eine gute Bezahlung, wenn er die Hintermänner des Drogenhändlerrings, und insbesondere den Drogenboss Zacharias (Perry Lopez), zur Strecke bringt. Während Kersey durch seine Anschläge beinahe eine Fehde zwischen Zacharias und den verfeindeten Romeros auslöst, ist ihm Detective Reiner (George Dickerson) auf den Fersen…

"Death Wish 4" ist eine Fortsetzung dieser Reihe, die man in dieser Qualität eigentlich schon früher erwartet hatte. Man hat dasselbe Storygerüst zwei Teile lang wirklich erstaunlich gut gehalten, aber mittlerweile ist die Luft etwas raus. Bei einer Reihe, die sowieso schon im mittleren Sektor der Unterhaltungsmaschinerie rangiert ist dies ein herber Rückschlag. "Death Wish 4" kann weder von der Story her so richtig überzeugen, noch ist die Inszenierung besonders toll und im Vergleich doch eher gewöhnlich. Charles Bronson operiert diesmal als Auftragskiller und räumt unter den Drogendealern ordentlich auf. Dabei werden natürlich wieder keine Kompromisse gemacht, schwere Geschütze aufgefahren und Gewalt am laufenden Band produziert. Natürlich macht es Spaß Bronson einmal mehr in Aktion zu sehen, es gibt genügend harte Action und man langweilt sich kaum, aber trotzdem sind gewisse Längen vorhanden und es kommt einfach nicht mehr so viel Stimmung auf. Somit agiert "Death Wish 4" zwar immer noch immer über dem Durchschnitt und wer es gerne stumpf hat, wird damit noch seinen Spaß haben können, aber die vorherigen Teile waren dennoch und deutlich besser. Die vierte Runde der "Death Wish"-Saga ist also wieder ein schnörkelloser B-Actionstreifen wie man sie aus den 80ern kennt und liebt.

5,5/10

Von NSM als Mediabook-Collection mit allen fünf Filmen im Leatherbook / Mediabook erschienen. Limitiert auf 500 Stück und komplett ungeschnitten in HD.