Als eine Journalistin des Boston Globes in einem Artikel einen Missbrauchsfall in den Reihen der katholischen Kirche aufbereitet, der direkt in Boston geschah, weckt sie damit das Interesse des neuen Chefredakteurs Marty Baron (Liev Schreiber). Dieser ahnt, dass hinter der Geschichte mehr steckt und setzt das Spotlight-Team auf die Angelegenheit an, deren Recherche Schreckliches zutage fördert. Denn Spotlight-Chef Walter "Robby" Robinson (Michael Keaton) und seine Mitarbeiter Michael Rezendes (Mark Ruffalo), Sacha Pfeiffer (Rachel McAdams) und Matt Carroll (Brian D’Arcy James) stellen fest, dass weit mehr Priester in den Missbrauch von Kindern verwickelt sind als bislang angenommen. Doch die akribischen Ermittlungen der Journalisten werden durch das Schweigen der verängstigten Opfer und gut bezahlte Anwälte zunehmend erschwert. Der Film basiert auf wahren Begebenheiten.
Den Oscar in der Kategorie "Bester Film" hat "Spotlight" sicher nur aufgrund seines fairen und verantwortungsbewusstem Umgang mit dem heiklen Thema Kindesmissbrauch und Kirche von der Academy bekommen. Denn filmtechnisch ist der Film weder herausragend packend, noch bemerkenswert stilistisch inszeniert. Dennoch ist "Spotlight" einer der Filme, die den Zuschauer sowohl begeistert als auch enttäuscht zurücklassen. Begeistert aufgrund seiner Qualität und wieder einmal enttäuscht darüber, dass dies alles etwas zu fade präsentiert wird.

Dabei leistet das komplette Schauspielensemble einen hervorragenden Job und es ist faszinierend, der Entwicklung dieser immer größer werdenden Zeitungsstory zuzusehen. In sehr gut geschriebenen Dialogen und genauso eindringlich inszenierten Szenen, bekommt der Zuschauer einen recht authentischen Einblick in die Welt des Journalismus vermittelt. Es ist Journalismus in einer seiner Sternstunden und für den Zuschauer begreifbar inszeniert. Die Charaktere vermitteln Authentizität und machen so das Gezeigte noch einmal wesentlich intensiver. Am Ende sitzt man da und ist einfach nur sprachlos, ja regelrecht fassungslos angesichts der Thematik, die einem (zumindest in diesem Ausmaß) nicht so recht bewusst gewesen sein mochte.

7,5/10
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen