Sonntag, 16. November 2014

The Hobbit: The Desolation Of Smaug - Der Hobbit: Smaugs Einöde (Extended Edition) (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1170358/

Fast ein Jahr ist es her, dass ich im Kino saß, voller Erwartungen auf den zweiten Teil der Saga um den Hobbit Bilbo Beutlin. Nun ist wieder beinahe Weihnactszeit und es ist wieder Zeit für einen Besuch in Mittelerde. Die erweiterte Fassung des Films, mit der man nun schon fest rechnet, ist endlich da und zeigt noch etwas mehr von Mittelerde - und ich bin - wie schon die Jahre zuvor - völlig fasziniertund verweile gespannt stolze 186 Minuten bei den Halblingen und Elben.

Nachdem der Hobbit Bilbo Beutlin (Martin Freeman), Inbegriff der Gemütlichkeit, in "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" seine warme Stube im Auenland gegen Widrigkeiten und Fährnisse aller Art eintauschte, indem er Gandalf dem Grauen (Ian McKellen) und den 13 Zwergen Balin (Ken Stott), Dwalin (Graham McTavish), Bifur (William Kircher), Bofur (James Nesbitt), Bombur (Stephen Hunter), Fili (Dean O’Gorman), Kili (Aidan Turner), Oin (John Callen), Gloin (Peter Hambleton), Nori (Jed Brophy), Dori (Mark Hadlow) und Ori (Adam Brown) unter Führung von Thorin Eichenschild (Richard Armitage) eher widerwillig folgte, um ihnen als Dieb zu helfen, den Schatz der Zwerge zurückzuerlangen, den der Drache Smaug (im Original gesprochen von Benedict Cumberbatch) einst raubte und nun im Berg Erebor bewacht, konnte er sich mittlerweile nach anfänglicher Skepsis seitens der Zwerge mehrfach beweisen. Mit List und Geschick hat Bilbo Gollum (im Original gesprochen von Andy Serkis) den Einen Ring entwendet und mit dessen Hilfe tödliche Gefahr abwenden können. Nun ist das Nebelgebirge überwunden und die Orcs durch das plötzliche Erscheinen gewaltiger Adler außer Zugriffsweite. Ohne Gandalf, der Wichtiges im Süden zu erledigen hat, machen sich der Halbling und die Zwerge weiter auf den Weg. Vor ihnen liegt der finstere Düsterwald, in dem sie unliebsame Bekanntschaft mit Riesenspinnen machen, die sie gefangen nehmen, und denen sie beinahe zum Opfer fallen. Wieder ist es an Bilbo, den Retter zu geben. Auch andere Bewohner des Düsterwaldes, die Waldelben, sind ihnen nicht unbedingt wohl gesonnen, und Bilbo muss ein weiteres mal mithilfe des Ringes eingreifen. Nach weiteren Abenteuern gelangen sie über die Seestadt Esgaroth nach Erebor. Hier nun muss Bilbo beweisen, ob es ihm gelingt, die geheime Tür ins Innere des Einsamen Berges zu finden, um Smaugs Einöde ein Ende zu bereiten...


Bei einer Differenz von rund 25 Minuten bekommt man diesmal jede Menge an Zusatzmaterial zu sehen und tatsächlich wertet die "Extended Version" den Film noch viel deutlicher auf, als es beim Vorgänger der Fall war. Die tatsächliche Dauer der neuen Szenen ist sogar etwas länger, denn es wurden - was ungewöhnlich ist - auch ein paar wenige kurze Szenen der Kinofassung entfernt. Diese Fehlmomente sind eben aufgrund der sinnvollen Handlungserweiterungen zu verkraften und eher darauf zurück zu führen, dass das Thema der jeweiligen Szene in den Zusatzszenen ausführlicher aufgegriffen wurde.

Am auffälligsten sind wohl die Stellen, durch welche Nebenfiguren deutlich mehr Charaktertiefe bekommen. Der in der Kinofassung zu Beginn nur am Rande vorkommende Beorn kommt in zwei längeren Erweiterungen vor, welche vorwiegend seine Stärke demonstrieren. Außerdem erfährt man in seinem Gespräch noch etwas mehr über die Machtspielereien in Mittelerde und allgemein sind die in der Landschaft von Neuseeland gedrehten Szenen schön anzusehen. Gleich mehrere längere Gespräche zwischen Alfrid und seinem Meister sind in Laketown dazu gekommen, auch hier werden die politischen Interessen einzelner Parteien schön herausgearbeitet. Zudem fallen schon von Beginn an diverse Flashback-Sequenzen auf, welche ebenfalls eine viel bessere Einordnung in den Gesamtkontext der epischen Geschichte ermöglichen. Die Beerdigung des Nazgul-Anführers wird gezeigt und der den Vorgänger einleitende Kampf, bei dem Thorins Vater Thrain mutmaßlich gefallen ist, wird mehrfach referenziert.


Letzteres hat auch einen anderen Grund, womit man zu dem kuriosen Punkt digitaler Bearbeitungen kommt: Nur in der "Extended Version" findet Gandalf in Dol Guldur Thrain, der überlebt hat und scheinbar verrückt geworden ist. Als Azog dann angreift, sind vereinzelt die gleichen Einstellungen zu sehen, aber eben einmal mit (Extended Fassung) und einmal ohne Thrain (Kinofassung) im Bild. So sehr es grundsätzlich schon ganz nett ist, dass dieser Handlungsstrang auch zu Ende geführt wird, aber man kann man leider auch attestieren, dass dies letztendlich auch etwas hastig abgehandelt wird. Hinzu kommen zuletzt noch ein paar sonstige Erweiterungen drumherum, zu denen man kurze zusätzliche Sätze hier und da, aber eben auch die Einführung von Thrain in Dol Guldur zählen kann. Besonders hervorzuheben ist in jedem Fall die zusätzliche Sequenz im Mirkwood-Wald, bei der die psychedelische Atmosphäre, welche auch bei der Buchvorlage ausführlich beschrieben wird, sehr schön zur Geltung gebracht wurde. Hier taucht dann auch die Szene mit dem weißen Hirsch wieder auf.

Den kompletten Schnittbericht gibt es wie immer hier: schnittberichte.com. Aber die erweiterte Fassung ist in jedem Fall einen Kauf oder zumindest Blick wert. Denn zumindest ich kann nie genug oder zuviel von der grandiosen Welt Mittelerdes sehen.

9/10

Von WARNER BROS. erschienen die 3 Teile in einer stark limitierten Edition, welche die Kinofassungen und die Extended Versions in 4K Ultra-HD beinhalten.


Quellen
Inhaltsangabe: Warner Bros.

 

Predator (1987)

http://www.imdb.com/title/tt0093773/

Tief im Dschungel Mittelamerikas entdeckt Major Dutch (Arnold Schwarzenegger) mit seinem Elite-Trupp grausam verstümmelte Leichen, die an Bäumen herunterhängen. Mit diesem Fund beginnt für die Gruppe ein blutiger Albtraum, denn ein unsichtbarer Angreifer tötet mühelos einen schwer bewaffneten Mann nach dem anderen. Als nur noch Major Dutch übrig ist, muss er sich allein dem unheimlichen Jäger stellen ...

"Predator" habe ich bereits vor einigen Monaten hier besprochen und nun wird die 3D-Fassung des Films unter die Lupe genommen. Und man muß schon zugeben: der nachträglich ins Dreidimensionale konvertierte Film weist tatsächlich einen netten sichtbaren Effekt auf. Im Dschungel entsteht dadurch in der Tat Tiefe und Stechpalmenblätter ragen teilweise deutlich aus dem Vordergrund heraus. Allerdings sind gerade die feinen Strukturen der Palmen sehr schwierig und kommen nicht ohne leichte Doppelkonturen oder Unruhen aus. Zu Beginn in der Basisstation gesellen sich auch noch deutliche Unschärfen (was mit Sicherheit am Material liegt) und Wachseffekte durch zu hohe Filterung auf Carl Weathers' Gesicht hinzu. Der Dschungel dagegen ist oft knackscharf und gut umrissen, machmal vielleicht sogar etwas zu überschärft um Köpfe und Figuren herum. Zooms und Schwenks leiden oft unter Ruckeln und Unruhen. Schön fies hingegen schält sich das echte Antlitz des Predatoren aus dem Hintergrund heraus.

Ob man nun die 3D-Fassung des Streifens braucht oder nicht muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich bin positiv überrascht, was für eine Aufwertung der 3D-Effekt für diesen Film ist. Die angesprochenen Mängel sind für mich kaum der Rede wert gewesen, den Filmgenuss stören sie keinesfalls. Auch Pop-Out-Effekte sind tatsächlich keine vorhanden, dafür brilliert das Bild aber mit einer ganz tollen Tiefe in balkenfreiem 1,78:1. Und spätestens bei der Szene, in der der Predator des Nachts Arnie jagt und ein regelrechtes Funken-Feuerwerk veranstaltet, merkt man wie gut der 3D-Effekt dem Film tut. Die Wertung für den Film bleibt aber bei

9/10

Wie bei den 3D-Filmen von FOX gewohnt, gab es auch hier wieder MediaMarkt-exklusiv eine limitierte Steelbook Edition mit Lenticular-Magnetcover, welches einen echt coolen Wackelbild-Effekt hat: es zeigt Schwarzenegger einmal in Normalsicht und einmal aus der Perspektiv des Predators: als Infrarot-Aufnahme.


Quellen:
InhaltsangabeTwentieth Century Fox
Poster/ArtworkTwentieth Century Fox

The Hangover Part II - Hangover 2 (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1411697/

Was zur Hölle ist letzte Nacht passiert? – Den Satz wird man wohl auch in Hangover 2 (OT: The Hangover 2) wieder zu hören bekommen. Ein Tiger im Badezimmer, ein nackter Asiate im Kofferraum und ein Anruf für Dr. Schwuchtel, mit solchen Szenen begeisterte der erste Teil Hangover im Jahr 2010 Millionen von Zuschauern weltweit. Eine wunderschöne Frau, die sich bei genauerer Betrachtung als Mann entpuppt, mit Drogen versetzte Glückskekse oder ein nackter Asiate mit einer Godzilla-Maske, das hingegen könnten die bizarren Erlebnisse des Hangover-Casts in der Fortsetzung Hangover 2 sein. Phil (Bradley Cooper), Alan (Zach Galifianakis) und Stu (Ed Helms) erwartet diesmal ein wildes Abenteuer in den Wirren Bangkoks. Der Tiger des ersten Teils wurde durch ein nicht minder gefährliches Kapuzineräffchen ersetzt. Man sollte die kleinen Biester keinesfalls unterschätzen.

"Hangover 2" kopiert nahezu die Handlung aus dem großartigen (und damals innovativem) Vorgänger 1:1. Warum sollte man sich auch was Neues ausdenken, wenn das Altbewährte immer noch wirkt? Denn mit einigen Abstrichen funktioniert dieses System auch gut, die Gagdichte ist ähnlich hoch und die Pointen sind gleich gegattet. Es ist alles nur noch ein wenig derber, ein wenig perverser... wie das halt so bei Fortsetzungen ist, man muss immer noch einen drauf setzen.


Ob man das Ganze hätte fortsetzen müssen, ist sicher fragwürdig, denn Teil zwei reicht nicht an den ersten Teil heran.  Trotzdem würde ich "Hangover 2" als eine durchaus gelungene Fortsetzung bezeichnen, denn man hat  immer noch jede Menge zu lachen und man wird über die gesamte Laufzeit prächtig unterhalten. Aus Doug, der verschwunden war, wurde Teddy, aus einem Baby ein alter Mann, aus einem Tiger ein Affe, aus Las Vegas Bangkok und so weiter und so fort. Trotzdem funktioniert "Hangover 2" (mit ein paar Abstrichen) ebenso gut wie der erste Teil, einfach weil das Zusammenspielt von Galifianakis, Helms und Cooper perfekt harmoniert.


Es macht richtig Spaß den dreien zuzusehen, wie sie sich durch die ganzen Probleme arbeiten, auf der Suche nach Teddy. Zum Ende hin wird der Film zwar ein klei wenig langatmig, aber das lässt sich noch aushalten.

Insgesamt ist es so, der Film ist meiner Meinung nach als Komödie klasse und so sollte er auch gesehen werden, als Komödie. Nicht als Film von dem man eine hochanspruchsvolle Story erwartet, sondern lediglich als Film der Spaß macht. Nichtsdestotrotz kann man die "Storykopie" nicht belohnen und deshalb gibts im Vergleich zum ersten Teil ein wenig Abzug. Es ist dennoch einmal mehr schön mit anzusehen, wie sich das Wolfsrudel von einer in die nächste ungewöhnliche Situation bringt. Und natürlich sind die Fotos der Nacht am Ende des Films noch einmal ein kleines Highlight.

7/10

Exklusiv bei amazon.de gab es die "The Hangover"-Trilogie im limitierten Steelbook im Schuber, inkl. Alans Tagebuch, ein 52-seitiges Fotobuch mit Bildern aus dem Film:

Samstag, 15. November 2014

Contact (1997)

http://www.imdb.com/title/tt0118884/

Nach dem frühen Tod ihrer Eltern hat sich die Funkamateurin Dr. Eleanor ‘Ellie’ Arroway (Jodie Foster) voll und ganz der Wissenschaft verschrieben. Seit Jahren ist sie auf der Suche nach Beweisen für die Existenz intelligenter außerirdischer Lebensformen. Eines Tages empfängt Ellie ein verschlüsseltes Radiosignal aus dem Sternsystem Wega, das versteckt den Bauplan für eine Transport-Kapsel zur Kontaktaufnahme enthält. Absender der Botschaft: eine unbekannte außerirdische Kultur. Nachdem die amerikanische Kapsel bei einem Testlauf von einem religiösen Fanatiker zerstört wurde, erfährt Ellie, dass zeitgleich eine weitere in Japan gebaut wurde. Und diesmal ist es Ellie, die dazu auserwählt wurde, den ersten Kontakt aufzunehmen.

Etwas langatmig ist dieser Film von Robert Zemeckis - vor allem für verwöhnte Trekkies und sicherlich ist die ganze Story nix für Leute, die keinerlei Interesse daran haben und niemals verstehen würden, dass es tatsächlich Menschen gibt, die jede Nacht den Sternenhimmel mit Teleskopen absuchen, die stundenlang nach Geräuschen suchen, ohne allzu große Aussichten auf Erfolg. Und genau das ist es, was den Film für mich so spannend macht. Robert Zemeckis erzählt hier eher eine sehr wissenschaftliche Geschichte (nämlich die des SETI-Programms), die als Hauptaussage alsbald den Konflikt zwischen Wissenschaft und Religion aufwirft. Das führt zwangsweise zu den angesprochenen langen Passagen im Film, die leider weitgehendste die Oberhand während der gesamten Laufzeit haben. Natürlich ist der Streifen durch seine recht bekannte Besetzung sehr ansehnlich. Durch Jodi Fosters schauspielerische Leistung könnte man fast meinen, es handelt sich hier um eine One-Woman-Show. Der Streifen ist sicher einer von wenigen, der dieses gewisse Gefühl von wegen "wir sind nicht allein" sehr gut herüberbringt, was nicht zuletzt daran liegt, dass die meisten Filme des 20. Jahrhunderts einfach mehr Tiefgang hatten. Auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

7,5/10

Freitag, 14. November 2014

Grudge Match - Zwei vom alten Schlag (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1661382/

Billy ‘The Kid’ McDonnen (Robert De Niro) und Henry ‘Razor’ Sharp (Sylvester Stallone) waren in ihren besten Jahren als Boxer erbitterte Rivalen. Zwei Mal standen sie bereits zusammen im Ring und beide konnten ein Mal den Sieg davon tragen. Zu einem dritten, alles entscheidenden Kampf kam es nicht, da Razor im letzten Moment alles absagte und seine Karriere ohne jegliche Begründung beendete. Dies ist nun schon 30 Jahre her und beide befinden sich schon lange im wohlverdienten Ruhestand. Trotzdem wittert der Boxpromoter Dante Slate (Kevin Hart) ein großes Geschäft, denn er hat eine Idee. Ihm gelingt es, die beiden rüstigen Rentner zu einem letzten Entscheidungskampf zu überreden, der ein für alle Mal klären soll, welcher der beiden Boxer der wahre Champ ist. Für die nötige Promo sorgen die beiden Streithähne selbst, als sie bei einem Treffen in eine spontane Prügelei verfallen, die sich rasant auf YouTube verbreitet. So sind am Abend ihres großen Finales alle Augen auf den Kampf Razor vs. The Kid gerichtet.

Rocky Balboa trifft auf Jake LaMotta? Dass ich das noch erleben darf! Als grosser Fan der "Rocky" Serie und "Wie ein wilder Stier", war ich natürlich erfreut dass die beiden Ihre Handschuhe noch einmal schnüren und zusammen auf die Leinwand gehen. Gleichzeitig hatte ich aber auch gemischte Gefühle. Robert de Niro (71 Jahre alt) konnte ich mir einfach nicht mehr als Boxer vorstellen. Bei Stallone ist es umgekehrt ja gar noch nicht so lange her als der letzte "Rocky" über den Bildschirm flatterte, und da er sich nach wie vor als Action-Star gibt, sollte er die nötige physische Präsenz von Anfang an mitbringen.

 
Dem Film tut es jedenfalls gut dass er sich oft selber nicht ganz ernst nimmt, denn beide Schauspieler wirken einfach nicht mehr ganz taufrisch, und vor allem De Niro nimmt man es einfach nicht mehr ab dass er einen Boxkampf bestreitet. So schwingt sich der Film durch eine mehr oder weniger klischeehafte Story um im grossen Finale, dem Boxkapf der beiden zu enden.

Vor allem "Rocky"-Fans werden ganz herrvorragend auf Ihre Kosten kommen, denn man findet im ganzen Film einige Anspielungen und sarkastische Bemerkungen zu dem Thema. Aber auch Robert De Niro macht seine Sache, dem Film entsprechend, ordentlich. Die beiden Figuren nehmen sich oft sehr gut auf die Schippe, manche Szenen sind für meinen Geschmack schon fast Kultverdächtig. Ja, das Drehbuch ist nicht so prall und diese ganzen Familien und Ex-Geliebte-Geschichten tun dem Streifen auch nicht wirklich gut. Und doch, wenn man sich darauf einlässt, bietet der Film durchaus auch Zeit für Gefühle die nicht unbedingt deplatziert wirken.


Die Highlights sind die gut verteilten flockigen Sprüche, die Trainingseinheiten der beiden Rentner und natürlich das große Finale. Stallone und De Niro haben auch genügen Erfahrung im Komödiengenre, um so einen Film locker wegzuspielen. Natürlich kommen beide nicht an Ihre Topform heran was dieses Genre angeht, was ich aber dem Drehbuch zuschreiben würde und auch dem Alter der beiden. Man darf diesen Film nur nicht zu ernst nehmen, da da er auch einfach unterhalten soll und wie oben erwähnt, herrlich selbstironisch auf die Boxfilme beider Darsteller eingeht.

7,5/10

Interstellar (2014)

http://www.imdb.com/title/tt0816692/

Seit Menschengedenken haben wir immer nach den Sternen gegriffen, danach gestrebt, den Planeten zu verlassen und neue Welten zu entdecken. Dieses Streben nahm ernsthafte Züge an, als die Amerikaner im Wettlauf mit den Russen zunächst ins All vordrangen, den Mond betraten und Sonden in die Weiten unseres Sonnensystems entsandten. Bislang scheiterten Versuche, in bemannten Missionen die Weite des Raumes zu durchschreiten, an der Zeit, die dafür benötigt wird. Nun aber scheint der Durchbruch nahe: Die Theorie der Existenz von Wurmlöchern wurde durch die Praxis bestätigt, und so begibt sich eine Gruppe von Wissenschaftlern (darunter Matthew McConaughey und Anne Hathaway) auf eine phantastische Reise durch Raum und Zeit...

Geflasht? Definitv ja. Aber irgendwo in dieser Geschichte fehlt etwas. "Interstellar" bleibt trotz seiner geradezu epischen Laufzeit von knapp 169 Minuten einfach zu wenig Zeit, um seine ausführliche und wohldurchdachte Geschichte auch in vollem Umfang zu erzählen. Ja, die Handlung ist komplex, wer ihr jedoch aufmerksam folgt, wird sie zu großen Teilen verstehen, auch wenn Grundkenntnisse in moderner Physik sicher sehr nützlich sind.

"Interstellar" ist dabei sowohl erzählerisch, als auch visuell sehr viel zurückhaltender als nach Sichtung des Trailers gedacht und definitiv nicht das Bombastfeuerwerk und Science-Fiction-Epos, welches ich irgendwie im Vorfeld erwartet hatte. So stehen trotz ambitionierter Themen (Fortbestand der Menschheit und intergalaktische Reisen) stets die Charaktere und ihre Gefühle im Vordergrund. Demzufolge bleibt die Kamera auch immer nah an den Personen und es gibt nur wenige (aber dafür umso effektivere) Panoramaaufnahmen. Selbst in den Einstellungen im Weltraum ist die Kamera oft fest auf der Außenhülle des Raumschiffs montiert, was teilweise (gerade bei den Drehungen) gewöhnungsbedürftig ist, diesen Szenen jedoch (trotz der Endlosigkeit des Alls) etwas unglaublich Faszinierendes verleiht.

Dass "Interstellar" da auch nur selten wirklich episch ist, fällt gar nicht negativ auf, sondern passt zum aussichtslosen Grundton des Filmes. Visuell bietet "Interstellar" trotzdem einige sehr beeindruckende Einfälle. Vor allem in der zweiten Hälfte bekommt man immer öfter Bilder zu sehen, die es so im Kino noch nicht zu bestaunen gab, seien es die (wissenschaftlich korrekten) Aufnahmen des Schwarzen Lochs oder die kreativen Planeten des fremden Sonnensystems. Äußerst lobenswert ist dabei, dass das Ausmaß der Computereffekte dabei erstaunlich gering bleibt. So wurde bei den Dreharbeiten kein einziger Greenscreen verwendet. Was also durch die Fenster der Raumfähre zu sehen ist, war dank Projektion auch für die Schauspieler sichtbar. Bei den Aufnahmen der Shuttles hingegen kamen in vielen Fällen Modelle zum Einsatz, was dem auf Film gedrehten Streifen (das wird am Ende der Credits extra erwähnt!) einen angenehm greifbaren und irgendwie auch zeitlosen Look verleiht.


Im Erzählrhythmus offenbart sich jedoch ein klitzekleiner Schwachpunkt von "Interstellar". Während der Film sich in einzelnen Szenen (zurecht) Zeit lässt und dabei sogar leicht ausufert, wirken andere Abschnitte (wie zum Beispiel die Landung auf dem ersten Planeten) sehr überhastet. In Anbetracht der Laufzeit klingt es zwar ironisch, aber tatsächlich hätten dem Film an mehreren Stellen (vor allem im ersten Drittel) einige zusätzliche Minuten nur gut getan, um Unstimmigkeiten zu beseitigen oder bereits eindrucksvolle Szenen noch intensiver umzusetzen. So verschenkt Nolan durch die teilweise sehr sprunghafte Erzählweise leider eine Winzigkeit an Potential.

Positiv hervorzuheben ist der grandiose Soundtrack von Nolans (mittlerweile offensichtlichen) Lieblingskomponisten Hans Zimmer, der hier einen etwas ungewohnten Beitrag im Vergleich zu seinen übrigen Werken abliefert. Stellenweise ruhig, dann wieder ehrfürchtig oder pompös scheinbar ins Unendliche anschwellend, schafft er es, die entsprechende Stimmungen auch akustisch perfekt zu übertragen. Vor allem in der zweiten Hälfte erzeugen die dröhnenden Sounds eine teilweise äußerst unangenehme Stimmung, die überraschend gut zur Handlungsentwicklung passt, wenn man bedenkt, dass Zimmer zur Komposition gar kein Skript (sondern nur Textpassagen) erhalten hatte.

Schauspielerisch gibt es besonders vom Hauptdarsteller McConaughey eine beeindruckende Leistung, dessen Performance wohl die emotionalste ist, die es bisher in einem Nolan-Film zu sehen gab. Aber McConaughey mausert sich immer mehr und mehr zu einem meiner Lieblings-Schaupieler. und das, obwohl ich ihn bis vor ein paar Jahren eher als den arroganten Angeber wahrgenommen hatte. Was vermutlich auch an seinen Rollen lag. Aber hier bringt er die Verzweiflung und Trauer seines Charakters darüber, dass er seine geliebten Kinder auf der sterbenden Erde zurücklassen musste, wirklich meisterhaft rüber. Michael Caines Potential wird diesmal zwar nicht völlig ausgenutzt, einige starke Auftritte hat er dennoch. Vor allem, wenn er Dylan Thomas‘ überwältigendes Gedicht "Do Not Go Gentle Into That Good Night" rezitiert, bekommt man als Zuschauer eine gewaltige Gänsehaut. Wie immer überzeugend ist auch Anne Hathaway, die Prof. Brands Tochter spielt, welche ebenfalls zu den Astronauten der Rettungsmission zählt und von Hathaway schön kaltschnäuzig und unsympathisch gespielt wird. Am meisten beeindruckt war ich jedoch von zwei weiteren Nebendarstellern, zum einen von der (gerade erst dreizehnjährigen) Mackenzie Foy, die McConaugheys Filmtochter Murph überzeugend und überaus ergreifend spielt. Der zweite herausragende Nebendarsteller soll hier nicht genannt werden, da dieser Star nur kurz in den Credits genannt wird und sein Auftreten somit für mich eine große Überraschung war.


"Interstellar" ist, eigentlich typisch für Nolan, ein recht ungewöhnlicher Film. Mit seiner ruhigen Erzählweise (die ein wenig an "2001" erinnert), der komplexen, recht physikalischen Handlung und dem abstrakten Ende hat er mich anfänglich irritiert, bevor ich seine wahre Größe begriff. Man bekommt mit dem Streifen ein so intensives, intellektuell stimulierendes, toll gespieltes, ergreifendes und bildstarkes Werk geboten, wie man es nur selten im Kino erleben darf. Nur im Vergleich zu Nolans noch besseren Werken, fällt der Film, aufgrund einer stellenweise überhasteten und bruchstückhaften Erzählweise, sowie wenige schwach ausgearbeiteten Nebenfiguren leicht ab. Wie fast immer bei solchen Werken ist dies allerdings Jammern auf hohem - unglaublich hohem - Niveau.

9,5/10

Wer fand eigentlich, dass TARS und sein Kollege CASE sehr an  die Monolithen aus "2001" erinnerten? Und wer hat gemerkt, dass die Erklärung der Raumkrümmung ganz schön aus "Event Horizon" abgeschaut wurde? :)

Nur in Großbritannien gab es den Film (inklusive deutschem Ton) als Special Edition mit Bonus-Disc im limitierten 24-seitigen Digibook. Da fiel die Wahl doch relativ leicht...

Dienstag, 11. November 2014

Thale (2012)

http://www.imdb.com/title/tt2112287/

Die Tatortreiniger Leo und Elvis werden zu einer abgelegenen Waldhütte geschickt, wo sie sich um die Leiche des verstorbenen Besitzers kümmern sollen. Zufällig entdecken sie einen verborgenen Keller, vollgestopft mit seltsamen Skizzen und mysteriösen Tonbandaufnahmen. Das Stöbern findet ein abruptes Ende, als sie plötzlich von einer jungen Frau angegriffen werden, die sich hier versteckt hielt! Schnell finden die beiden heraus, dass die stumme Frau namens Thale für Jahrzehnte in diesem Keller vor der Außenwelt abgeschottet wurde! Nach und nach wird ihnen auch der Grund dafür klar. Doch jetzt steht die Kellertür weit offen, und es dauert nicht lang, bis ungebetene Gäste vor der Hütte auftauchen...

Aus Norwegen kommt ja viel gutes Zeug, zuletzt habe ich über "Trollhunter" Tränen gelacht. Der Streifen hier klingt so weit erst einmal recht interessant und er beginnt auch recht vielversprechend, was dann aber bleibt, ist ein recht wortkarger und leider auch etwas handlungsarmer Fantasy-Horror Film, bei dem man irgendwie das Gefühl hat, in gewisser Weise allein gelassen zu werden - zumindest wenn man sich schon selbst zusammenreimen muss, warum und woher und wieso eigentlich. Nervenzerfetzende Spannung wird kaum geboten, es geht eher bedächtig zu; auch märchenhafte Szenen gibt es selten. Ich persönlich hätte gerne mehr von "Thale" und ihre Sippe, den "Hulder" (dt. Holda oder Frau Holle), gesehen und mehr über sie erfahren, denn ich finde, dass ein Teil der Geschichte fehlt und man nicht alles gesehen und erfahren hat. Trotzdem und ganz sicher einen Blick wert.

6,5/10