Mittwoch, 22. Februar 2023

Fatal Attraction - Eine verhängnisvolle Affäre (1987)

https://www.imdb.com/title/tt0093010/

Der New Yorker Anwalt Dan Gallagher (Michael Douglas) führt ein traumhaftes Leben. Er ist beruflich sehr erfolgreich, hat eine wunderhübsche Frau und eine reizende Tochter. Als er eines Tages die verführerische Alex (Glenn Close) kennenlernt, setzt er sein perfektes Familienleben leichtsinnig auf's Spiel. Für Dan entwickelt sich eine verhängnisvolle Affäre. Während der Anwalt das Verhältnis zu Alex nur als kurzes Intermezzo begreift, kann sie diese Grenze nicht akzeptieren und setzt Dan auf immer perfidere Weise unter Druck, dem Dan schon bald kaum mehr standhalten kann...

Einen Hauch zu zeitaufwendig kommt "Eine verhängnisvolle Affäre" erst auf Hochtouren, wenn die Geschichte des Films eigentlich schon fast zu Ende erzählt ist - wo er melancholisch beginnt, endet er mit einem ungewöhnlichen Ende. Doch die Mischung aus Liebesdrama und Psychothriller ist hochexplosiv und kann so schon nach einigen Minuten hochgehen ohne das der wahre Filmkern vom Zuschauer erfasst werden kann. Es hätte für Freunde eines echten Psychothrillers mehr spannende Momente gebraucht (das machte "Basic Instinct" etwas besser), die von Beginn an reizen können, zudem mehr Psychoschocker und eindeutig mehr Szenen, die demonstrieren wie sich aus (krankhafter) Liebe ganz schnell Bösartigkeit entwickeln kann. 

Ein gekochtes Kaninchen, halbherziges Kidnapping und am Ende erst die richtigen Schockmomente, "Eine verhängnisvolle Affäre" kommt eindeutig zu spät erst richtig in Fahrt. Dier behäbige Aufbau atmet zwar vollständig den Geist der 80er Jahre, doch aus heutiger Sicht hätte man hier eher auf den Punkt kommen können. Dennoch ist "Eine verhängnisvolle Affäre" spannend. und bekommt gerade noch rechtzeitig die Kehrtwende ins Abscheuliche hin. Die psychisch angespannten Momente dagegen wirken etwas zu blass um den Zuschauer (heutzutage) noch schocken zu können, da nach einer gewissen Spanne keine besonderen Überraschungseffekte mehr vorlagen, sondern die ganze Handlung vorhersehbar wird, was für einen Hochspannungsthriller fatal ist. Der Psychokrieg steigert sich von Minute zu Minute, aber die wirklichen Schocker kommen erst ganz am Schluss. "Eine verhängnisvolle Affäre" arbeitet sich fieberhaft zum großen blutigen Finale vor, vergisst aber dabei, dass der Weg das Ziel ist und so muss man warten, bis die Charaktere wirklich erst Momente erfahren, die wirklich einem Psychothriller würdig sind. Ist Michael Douglas schauspielerische Leistung beachtenswert und über den ganzen Film hinaus solide, ist das Bild der blonden bösen Frau (Glenn Close) nicht so sehr gelungen um aus ihr eine Psychopathin zu formen, da sie ihre eigentliche Verrücktheit viel zu gut durch ihre Mimik, Gestik und Worte zu verdecken weiß. Ihr Charakter ist interessant und abwechslungsreich und auch gut verstellt und undurchsichtig, aber sie gerät nie wirklich in den Fokus der Handlung, sondern ist handlungstechnisch nicht so präsent wie die Familie, die sie terrorisieren will, wobei ihre Motive auch nur teilweise wirklich erklärt werden und so das komplette Bild ins Extreme verzerrt wird, sodass ihr Charakter nicht als besonder real und originell erscheint. Zudem - und das mag ein pesönlicher Gedanke sein - ist Doulas' Film-Ehefrau Beth, gespielt von Anne Archer, wesentlich attraktiver als Glenn Close. Trotzdem ist "Eine verhängnisvolle Affäre" eine Empfehlung wert. Und ein Michael Douglas in seiner Paraderolle macht auch immer Spaß.

7/10

Quellen:
Inhaltsangabe
: Paramount Pictures

Dienstag, 21. Februar 2023

Seven Years In Tibet - Sieben Jahre in Tibet (1997)

https://www.imdb.com/title/tt0120102/

Heinrich Harrer (Brad Pitt) nimmt 1939 an einer Himalaya-Expedition teil, obwohl seine Frau schwanger ist. Am Nanga Parbat gerät der Egomane mit dem Expeditionsleiter Peter Aufschnaiter (David Thewlis) aneinander - doch ihr Konflikt wird unterbrochen. Als der Zweite Weltkrieg ausbricht, lässt die britische Kolonialmacht die Streithähne ins Internierungscamp bringen. Erst 1944 gelingt es ihnen, auszubrechen. Widerwillig raufen Harrer und Aufschnaiter sich zusammen und flüchten gemeinsam ins nahe Tibet. Dort, auf dem Dach der Welt, schließt Harrer Freundschaft mit Tenzin Gyatso (Jamyang Jamtsho Wangchuk), dem 14. Dalai Lama. Eine Beziehung entsteht, die ihn durch und durch verändert... 

Der auf dem - mitunter von anderen Personen übernommene - Erlebnisbericht des österreichischen Bergsteigers Heinrich Harrer Memoiren basierende biografische Abenteuerfilm "Sieben Jahre in Tibet" unter der Regie Jean-Jacques Annauds ist ein opulenter Abenteuerfilm mit spiritueller Note, der atemberaubende Bilder vom wohl abgeschiedensten Ort der Welt mit einer fesselnden Geschichte um Liebe, Freundschaft, Politik und Krieg sowie der allmählichen Läuterung seines Protagonisten zu kombinieren versteht. "Sieben Jahre in Tibet" enthält vor allem in seinem straken Auftakt alle Zutaten eines packenden Abenteuers - von stark inszenierten Bergszenen über Auseinandersetzungen zwischen Tibet und China bis hin zu einem Hauptcharakter, der seine Reise als Egozentriker mit Hang zu Aggressionen beginnt und sich nach und nach zu einem gutherzigen, mitfühlenden Menschen wandelt. Dabei gelingt es Annaud ausgezeichnet, Harrers Horizonterweiterung nicht als Abfolge kitschiger Glückskekssprüche zu präsentieren, sondern seine Läuterung vielmehr ganz im Sinne der buddhistischen Lehre als Summe einzelner Erfahrungen darzustellen.

Dennoch handelt es sich bei "Sieben Jahre in Tibet" um einen zwiespältigen Film, der aus seiner Motivation heraus, die tibetische Theokratie darzustellen und die imperialen Regimes des Nationalsozialimus und des sozialistischen Chinas zu kritisieren, Manches richtig, aber leider auch vieles falsch macht. Der Film nimmt sich ohne Frage die Zeit, um das Dogma des tibetischen Buddhismus zu untergraben, der junge Dalai Lama wird mehr als begeistertes und neugieriges Kind gezeichnet, dem das Dogma und die Rolle des Staatsoberhauptes forciert vom System auferlegt wird. Verstärkt wird das durch die Entwicklung einer Vater-Sohn-Beziehung zwischen Harrer und dem Dalai Lama, Harrer stillt den nicht-theologischen Wissensdurst des Jungen und legt selbst wenig Wert auf die Gepflogenheiten der tibetischen Theokratie. Bemäkeln lässt sich indes nur, dass Annaud einige Momente ruhig noch etwas mehr hätte auskosten dürfen, wirkt sein Film auch aufgrund der vielen Zeitsprünge in der viele Jahre umfassenden Handlung doch zuweilen etwas gehetzt. Zudem drängt sich in manchen Szenen der Verdacht auf, dass David Thewlis vielleicht eine noch bessere Wahl für die Hauptrolle gewesen wäre, stiehlt der Co-Star einem nichtsdestotrotz gut aufgelegten Brad Pitt doch phasenweise etwas die Show. Weiter dringt "Sieben Jahre in Tibet" dahingehend allerdings nicht vor, in welchem Ausmaß die tibetische Bevölkerung durch die Feudalherrschaft der Mönche unterdrückt und ausgebeutet wurde, wird hier bewusst ignoriert. Stattdessen wird Tibet als friedliches, nettes, immer lächelndes, bisweilen auch in seiner Weltentrücktheit als niedliches und unschuldiges Land dargestellt, von Harrers Bergstiegerkollegen Peter Aufschnaiter (David Thewlis) wird es gar als Paradis bezeichnet. Dieser romantisierten und idealisierten Betrachtung steht dann im radikalen Kontrast jene der Chinesen gegenüber. Hinterlistig, propagandistisch, respektlos und gefühllos, die chinesische Invasion wird mit Hilfe harter, einschneidender Schnitte, erschreckender Brutalität und pathetischem Agieren der Tibeter in Szene gesetzt. Kritik am chinesischem Imperialismus ist heutzutage wichtiger denn je, mit dieser zu großen Teilen vorhandenen Schwarz-Weiß-Zeichnnug macht es sich "Sieben Jahre in Tibet" jedoch sehr einfach und wird dem bis heute andauernden Konflikt bei Weitem nicht gerecht.

Dadurch ist der Film zunächst ein Abenteuerstreifen, wird dann später zu einem Politfilm bzw. ein wenig Betrachtung der Historie und mündet in ein sympathisches Drama über eine ungewöhnliche Freundschaft. Ich will gar nicht so tun als würde ich allen historischen Kotext gänzlich kapieren oder könnte hinterher ein Referat darüber halten. Ebenso wenig weiß ich hier was historisch belegt ist und was dramaturgisch angepasst wurde (Pitts Figur wandelt sich schrittweise zum Sympathieträger was die wahre Person so wohl nicht tat), aber in seiner Gesamtheit ergibt der Film durchaus ein Werk daß einen gewissen Klassikerstatus verdient hat: Pitt mit seiner eindringlichen Darstellung, einige sehr sensible Szenen und große Landschaftsaufnahmen die ohne Computer gemacht wurden liefern einen wirklich großen, epischen Film auf den man sich halt einlassen muß. Insgesamt jedoch bietet Harrers Tibetaufenthalt gute zwei Stunden einnehmender Unterhaltung, die Spannung, Action und meditative Szenen nahezu perfekt ausbalanciert.

7/10

Quellen
Inhaltsangabe: Constantin Film

Montag, 20. Februar 2023

Beneath (2013)

https://www.imdb.com/title/tt2325518/

Die sechs Jugendlichen Johnny (Daniel Zovatto), Kitty (Bonnie Dennison), Matt (Chris Conroy), Simon (Jonny Orsini), Zeke (Griffin Newman) und Deb (Mackenzie Rosman) verbringen ein entspanntes Wochenende an einem See. Sie wollen nichts weiter als zu schwimmen und die Sonne zu genießen. Ein älterer Einwohner der Gegend warnt sie zwar davor, in den See zu gehen, doch sie schlagen diese Warnungen in den Wind und fahren mit einem Boot hinaus aufs Wasser. Dort werden sie von einem großen, fleischfressenden Fisch angegriffen. Schnell wird klar, dass sie eine Ablenkung kreieren müssen, um dem Fisch zu entkommen. Einer von ihnen muss ins Wasser springen, um den Fisch vom Boot wegzulocken. Natürlich entbricht ein Streit darüber, wer von den sechs jungen Menschen sein Leben in Gefahr bringen soll, um die anderen zu retten, bis die Situation an Bord des kleinen Bootes zu eskalieren droht.

Gerade wenn man denkt, man hätte schon alles gesehen, kommt ein Film wie "Beneath", dessen Story dem interessierten Zuschauer eigentlich gute, spannende und vielleicht sogar lustige Horror-Unterhaltung verspricht. Leider merkt man bei "Beneath" gleich von Beginn an, wohin die billige Reise gehen wird. Als Fan von Monsterfilmen hätte man ja dem bald auftauchenden Gummi-Seemonster durchaus etwa abgewinnen können, doch all dies wird durch billige Kameraführung, für die der Begriff "TV-Niveau" eine Beleidigung wäre, grottenschlechte Darsteller, Dialoge zum Fremdschämen und billige Effekte zunichte gemacht. Allein die selten dämliche Idee, angesicht der drohenden Gefahr einen Vortrag zu halten, warum denn jetzt derjenige und nicht der andere geopfert werden muss, grenzt an debile Blödheit. Das erwartbare Ende setzt dem ganzen dann noch die Krone der Erniedrigung auf und entlässt den Zuschauer in eine Welt des Schleudertraumas, das man vermutlich inszwischen vom fortwährenden Kopfschütteln erhalten hat.

1,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Netflix

 

Blackout - Blackout: Im Netz des Kartells (2022)

https://www.imdb.com/title/tt8363392/

Nach einem schweren Autounfall wacht John Cain (Josh Duhamel) in einem mexikanischen Krankenhaus auf. An das, was passiert ist, hat er keinerlei Erinnerung. Allerdings ist er sicher, dass die Dinge, die ihm seine angebliche Ehefrau Anna (Abbie Cornish) und sein ihm ebenfalls unbekannter „bester Freund“ Eddie (Omar Chaparro) einreden wollen, nicht stimmen können. Verzweifelt versucht John aus der Klinik zu entkommen, wird dabei allerdings von Eddie und seinen Schergen, die offensichtlich Mitglieder eines Drogenkartells sind, angegriffen. Cain hat Glück und kann sich notdürftig verschanzen. Dabei findet er in seiner Tasche eine Telefonnummer, die einem gewissen McCoy (Nick Nolte), dem leitenden Agenten der US-Anti-Drogenbehörde, gehört. Wie sich herausstellt, arbeitet Cain seit Jahren für ihn als verdeckter Ermittler. Während McCoy alles versucht, seinen besten Undercover-Mann aus dem zur tödlichen Falle gewordenen Krankenhaus zu befreien, kommen Cain langsam wieder erste Details seiner Vergangenheit ins Gedächtni... 

"Blackout" ist ein weiterer Film, der die altbekannte Prämisse "Held mit Amnesie" aufgreift. Altes Muster und so: Der Protagonist wacht auf und weiß nicht mehr, wer er ist. Schon bald liefert er sich eine Schießerei mit einer Bande von Schlägern, die ihn töten wollen, während er versucht, sein Gedächtnis wiederherzustellen. Und diese neueste Variante der Geschichte ist nicht wirklich eine Variante. Aber der sympathische Josh Duhamel spielt die Hauptrolle, und das ist gut so. "Blackout", der denselben Titel mit mindestens 30 anderen Filmen teilt, erzählt eine Geschichte, die genauso uninspiriert ist wie ihr Name. Duhamel spielt John Cain, der nach einem schweren Autounfall in einem Krankenhausbett erwacht. Zufälligerweise hat Cain sein Gedächtnis verloren. Er hat keine Ahnung, wer er ist oder wie er dorthin gekommen ist. An seiner Seite ist Anna (eine unglaublich trockene Abbie Cornish), die sagt, sie sei seine Frau. Später wird er von Eddie (Omar Chaparro) besucht, der behauptet, sein bester Freund zu sein. Aber warum kann er sich an keinen von ihnen erinnern? Es stellt sich heraus, dass Cain eine Aktentasche mit etwas besitzt, das die Drogenkartelle unbedingt in die Finger bekommen wollen. Das Problem ist, dass er sich weder an die Aktentasche noch an den Inhalt erinnern kann. Doch als sein Gedächtnis langsam zurückkehrt, stellt er die Informationen, die ihm verschiedene Leute geben, in Frage. Was sind Lügen? Was ist die Wahrheit? Mehr noch: Wenn Eddie Kains Freund ist, warum versucht er plötzlich, unseren verrückten Protagonisten zu töten? Schon bald kommt es zu einer Schießerei, während das Kartell das Krankenhaus abriegelt und Cain versucht zu entkommen, während er herausfindet, wem er letztendlich vertrauen kann.

Unter der Regie von Sam Macaroni und dem Drehbuch von Van B. Nguyen geht es in "Blackout" recht zügig voran, nachdem der Aufbau gemeistert ist. Der überwiegend alleinstehende Schauplatz ist eine überzeugende Wahl und Macaroni hat ein gutes Auge für Action. Die Faustkämpfe und Schießereien ergeben nicht immer einen Sinn und einige sind einfach nur albern. Aber sie sind stilvoll gefilmt, und Duhamel hat die nötige Körperlichkeit, um sie durchzuziehen. Leider ist das Drehbuch von Nguyen Kernschrott. Zunächst einmal ist es an eine ziemlich müde Prämisse gebunden und bietet der alten Formel nicht wirklich etwas Neues. Was die Spannung angeht, so versucht Nguyen, den Zuschauer mit gerade genügend Informationen zu versorgen, um einen im Ungewissen zu lassen. Aber es gibt nicht wirklich viele Überraschungen, und alles spielt sich auf eine Art und Weise ab, die die Meisten schon vor der nicht ganz so großen Enthüllung herausgefunden haben werden. Der Film wird auch durch einige ziemlich abgedroschene Dialoge beeinträchtigt, vor allem, wenn Nick Nolte auftaucht. Er spielt den DEA-Agenten Ethan McCoy, einen alten Freund von Cain, der versucht, ihm von außen zu helfen. Es ist toll, Nolte wieder auf der Leinwand zu sehen. Aber der 81-jährige Leinwandveteran hat es schwer, und es hilft ihm auch nicht, dass er ein paar wirklich lahme Sprüche abliefert. So endet "Blackout" als ziemlich generischer Action-Thriller, der ein paar anständige Schießereien und ein paar gute Kampfszenen hat - das reicht aber nicht, um dieses Ding zum Laufen zu bringen. Es ist einfach zu sehr nach Schema F und selbst der charmante Josh Duhamel kann den Film nicht beleben oder ihm den nötigen Kick geben.Nee, das war nichts.

3/10

Quellen
Inhaltsangabe: Capelight

Sonntag, 19. Februar 2023

Better Call Saul, Season 02 (2017)

https://www.imdb.com/title/tt3032476/

Jimmy arbeitet nun bei der Kanzlei Davis & Main, die mit der Kanzlei HHM im Fall "Sandpiper Crossing" kooperiert. Nach und nach bemerkt Jimmy, unter anderem aufgrund einer Auseinandersetzung mit seinem Chef Clifford Main bezüglich eines von Jimmy regierten Werbespots, dass ihm die Arbeit dort missfällt. Anschließend bedient sich Jimmy ausgefallener Methoden, um aus der Kanzlei entlassen zu werden, um seinen Bonus zu behalten, der bei eigenwilliger Kündigung entfallen würde. Schließlich gründen Jimmy und Kim jeweils ihre eigene Kanzlei unter einem gemeinsamen Dach. Jimmy will Kim einen Gefallen tun und manipuliert heimlich die Dokumente der Bank Mesa-Verde, die von Kim zuvor zu HHM geholt worden sind, in Chucks Wohnung, was bei der nächsten Verhandlung für Verwirrungen sorgt und zu einer längeren Verzögerung führt. Mesa Verde nimmt die Kanzlei HHM als inkompetent wahr und entscheidet sich stattdessen für Kims neu gegründete Kanzlei. Chuck findet daraufhin heraus, dass Jimmy die Dokumente manipuliert hat und nimmt dessen Geständnis mit einem Diktiergerät auf. Mike befindet sich nach einer Auseinandersetzung mit Tuco Salamanca im Krieg mit dem Salamanca-Kartell. Aus Angst um seine Enkeltochter sabotiert er eine Drogenlieferung aus Mexiko, ein geplantes Attentat auf Hector Salamanca bricht er jedoch ab, nachdem er einen geheimnisvollen Zettel mit der Aufschrift "TU'S NICHT" auf seinem Auto fand.

https://www.imdb.com/title/tt3824148/
2.1 Wechsel (Switch)
Nachdem Jimmy das Jobangebot der Kanzlei Davis & Main ablehnt, will er nach seinen eigenen Regeln leben. Mike trifft sich mit Pryce für ein weiteren Auftrag. Als Pryce mit einem auffälligen Hummer ankommt, warnt Mike ihn vor möglichen Folgen. Doch Pryce nimmt Mike nicht ernst und fährt allein zum Deal mit Nacho. Dabei gelingt es Nacho, Pryces wahren Namen und Adresse herauszufinden. Daraufhin wird Pryces Haus auf den Kopf gestellt und ausgeraubt. In der Zwischenzeit kommen sich Jimmy und Kim näher, nachdem sie gemeinsam einen Trick ausführen. Schließlich nimmt Jimmy das Angebot bei Davis & Main an und lernt dort seinen neuen Assistenten Omar kennen. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt4462674/
2.2 Kuchen (Cobbler)
Chuck erfährt, dass Jimmy nun als Anwalt bei Davis & Main arbeitet. Die Kanzlei hat sich für den Sandpiper Crossing-Fall mit HHM zusammengeschlossen. Bei einem Meeting stößt auch Chuck dazu, was Jimmy sehr überrascht. Doch Kim ist in der Lage, ihn zu beruhigen. Derweilen kümmert sich Mike darum, Pryces gestohlene Sammlung von Baseball-Karten wiederzubekommen. Dafür schließt er einen Deal mit Nacho ab. Da die Polizei aber auf Pryce aufmerksam geworden ist, fordert Mike die Hilfe von Jimmy an, um Pryce zu verteidigen. Dabei erfindet Jimmy ein Szenario, um Pryces Drogenversteck zu erklären. Kim ist schockiert über Jimmys Methoden und fordert, dass er ihr nichts mehr über seine Schwindeleien erzählt. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt4462676/
2.3 Amarillo (Amarillo)
In der texanischen Stadt Amarillo fängt Jimmy einen Reisebus mit Senioren, die in einem Sandpiper Crossing-Heim wohnen, ab. Er überzeugt sie, sich der Sammelklage gegen das Seniorenheim anzuschließen. Seine Kollegen sind von Jimmy nicht begeistert, da diese Art von Kundengewinnung verboten sei. Auf die per Post zugesendeten Anfragen reagiert aber niemand: Jimmy verdächtigt, dass die Mitarbeiter im Heim den Bewohnern die Briefe vorenthalten. Cliff ist an Jimmys Idee interessiert, ein Werbevideo zu produzieren. Daraufhin lässt es Jimmy sofort drehen und sendet es direkt an die Fernsehsender, ohne das finale Einverständnis von Cliff einzuholen, was zu Ärger führt. In der Zwischenzeit macht sich Mike Sorgen um seine Schwiegertochter Stacey: Sie glaubt, nachts Schüsse zu hören. Um einen Umzug in eine bessere Gegend zu ermöglichen, will er zwar besser bezahlte, aber keine gefährlicheren Jobs annehmen. Schließlich wird er von Nacho angeheuert. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt4462678/
2.4 Harte Bandagen (Gloves Off)
Jimmy wird von den Partnern der Kanzlei Davis & Main für sein Handeln, ohne ihr Einverständnis das Werbevideo ausgestrahlt zu haben, getadelt. Trotzdem will Cliff ihm eine weitere Chance geben. Derweilen wird Kim von ihren Chefs bei HHM bestraft, weil sie Jimmy nicht richtig eingeschätzt und die Kanzlei nicht vorgewarnt hat. Daraufhin stattet Jimmy Chuck einen Besuch ab, um ihn davon zu überzeugen, Kim aus dem Archiv wieder zurück in ihr Büro zu versetzen. Währenddessen offenbart Nacho, dass er Mike dafür angeheuert hat, seinen Partner Tuco zu töten. Stattdessen schlägt Mike ihm einen anderen Plan vor, den sie gemeinsam ausführen und der mit Tucos Verhaftung endet. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt4462682/
2.5 Rebecca (Rebecca)
In einem Rückblick lernt Chucks damalige Ehefrau Rebecca Jimmy kennen. Sie haben Spaß und amüsieren sich, was in Chuck Neid erweckt. In der Gegenwart bemüht sich Jimmy, Kim aus ihrer Situation bei HHM herauszuhelfen. Er selbst wird von einer Kollegin bei Davis & Main betreut, damit er von seinen Tricks und Maschen absieht. Kim versucht, neue Kunden an Land zu ziehen und damit Howard und Chuck zu beeindrucken. Obwohl ihr ein großer Coup gelingt, hält Howard sie weiterhin auf Abstand. In einem persönlichen Gespräch sichert Chuck Kim zu, sie unterstützen zu wollen. In der Zwischenzeit hat Mike seine Schwiegertochter und seine Enkelin in einem Hotel untergebracht. Er hält sich nach seiner Schlägerei mit Tuco noch bedeckt. Schließlich unterbreitet ihm Tucos Onkel, Hector Salamanca, ein Angebot: Im Gegenzug für eine Geldbelohnung soll Mike durch eine falsche Behauptung Tuco entlasten. - 8/10

https://www.imdb.com/title/tt4462680/
2.6 Bali Ha'i (Bali Ha'i)
Jimmy ist unzufrieden damit, dass er von einer Kollegin betreut werden muss. Währenddessen bekommt Kim durch Chucks Hilfe ihr Büro zurück und darf sich um ihren neuen Kunden kümmern, allerdings zeigt Howard ihr immer noch die kalte Schulter. Als Kim ein Jobangebot bekommt, erwägt sie mit Jimmy, es anzunehmen, da sie bei HHM nicht geschätzt wird. Zudem führen die beiden erneut einen Trick aus. Unterdessen wird Mike von Hectors Handlanger verfolgt und dazu genötigt, Hectors Angebot anzunehmen. Um seine Familie zu beschützen, stimmt Mike zu, fordert aber eine höhere Belohnung. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt4462684/
2.7 Aufgebläht (Inflatable)
Jimmy begleitet Mike zum Staatsanwalt: Dort behauptet Mike, dass Tucos Waffe eigentlich ihm gehöre, damit Tucos Haftstrafe verkürzt wird. Zurück bei Davis & Main plant Jimmy, zu kündigen. Um sich seinen Bonus zu sichern, muss er allerdings gefeuert werden. Indem er alle seine Kollegen durch sein Verhalten aufregt, wird er schließlich von Cliff entlassen. Daraufhin schlägt er Kim vor, dass sie zusammen eine Kanzlei eröffnen. Sie befürchtet, dass er weiterhin seine Tricks nutzen wird, was für sie ein zu hohes Risiko darstellt. Nach ihrem Vorstellungsgespräch bei einer anderen Kanzlei beschließt sie, Jimmy aufzusuchen und ihm ein alternatives Angebot zu machen: Sie teilen sich zwar die Büros, führen aber eigenständige Firmen. Mike ermöglicht es Stacey, ein Haus in einem guten Viertel zu kaufen. Zudem beginnt er, Hector und seine Handlanger zu beobachten. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt4462686/
2.8 Fifi (Fifi)
Kim überbringt Howard die Neuigkeiten, dass sie ihre eigene Firma gründet. Im Anschluss bemüht sie sich, einen Kunden, den sie für HHM gewinnen konnte, zu ihrer eigenen Firma zu lotsen. Jimmy findet eine ehemalige Zahnarztpraxis, in der Jimmy und Kim mit ihren separaten Büros einziehen könnten. Derweilen gelingt es Chuck, Kims Kunden zu überzeugen, weiterhin bei HHM zu bleiben. Daraufhin erleidet Chuck wegen seiner Elektrosensibilität einen Zusammenbruch. Während er sich Zuhause ausruht, entwendet Jimmy einige Dokumente zum Kunden und nimmt kleine Änderungen vor, bevor er diese unbemerkt zurücklegt. Außerdem arbeitet er an einem neuen Werbevideo. Mike beobachtet weiterhin Hector und notiert seine Schmuggel-Methoden. Zudem scheint Mike eine Falle zu planen. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt4462688/
2.9 Nägel mit Köpfen (Nailed)
Mit Hilfe einer selbstgebauten Nagelsperre lässt Mike einen von Hectors Trucks mit dem Geld eines Drogendeals von der Straße abkommen. Er überwältigt den Fahrer und flieht mit der Beute. Etwas später trifft er auf Nacho, der ihm erzählt, dass Hectors Truppe den Retter des Fahrers tötete, um keine Zeugen zu hinterlassen. Das schockiert Mike. Unterdessenn bekommt Chuck vor Gericht die Folgen von Jimmys Racheakt zu spüren: Sein Kunde wechselt zu Kim. Daraufhin konfrontiert Chuck Jimmy und Kim und verdächtigt Jimmy, zu Recht, die Dokumente verfälscht zu haben. Kim verteidigt Jimmy vor Chuck, fordert aber in Anschluss von Jimmy, dass er seine Spuren verwischt. Kurz bevor Chuck eintrifft, besticht Jimmy den Mitarbeiter im Copy-Shop. Aufgrund seiner Elektrosensibilität bricht Chuck aber zusammen und schlägt sich den Kopf an. Jimmy muss der Szene aus seinem Versteck zusehen. - 9,5/10

https://www.imdb.com/title/tt4462690/
2.10 Klick (Klick)
Ein Rückblick offenbart, dass Chuck Jimmy verschwiegen hat, dass ihre im Sterben liegende Mutter in ihren letzten Sekunden nach Jimmy fragte. In der Gegenwart eilt Jimmy Chuck nach seinem Zusammenbruch im Copy-Shop zur Hilfe, obwohl er damit riskiert, aufzufliegen. Tatsächlich verdächtigt Chuck sofort Jimmy, aber ein Kollege nimmt Jimmy in Schutz. Um sicherzugehen, dass Chuck keine Verletzungen hat, lässt Jimmy ihn in ein Krankenhaus einliefern. Danach bringt er ihn zurück Nachhause. Währenddessen beobachtet Mike, wie Hector, Nacho und seine Handlanger planen, den Fahrer des Trucks zu töten. Mike will Hector erschießen – allerdings steht Nacho stets in der Schusslinie. Danach entdeckt Mike durch eine in seinem Wagen hinterlegte Nachricht, dass jemand von seinem Plan wusste. Jimmy erfährt, dass Chuck aufgrund seiner jüngsten Zusammenbrüche und mentalen Instabilität vorhat, in den Ruhestand zu gehen. Deshalb beichtet er Chuck, dass er die Dokumente verfälscht und den Mitarbeiter im Copy-Shop bestochen hat. Schließlich stellt sich heraus, dass Chuck bei dem Gespräch insgeheim ein Aufnahmegerät benutzte. - 9/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Netflix
Poster/Artwork: Sony Pictures

Samstag, 18. Februar 2023

Toolbox Murders - The Toolbox Murders (2004)

https://www.imdb.com/title/tt0367153/

Nell (Angela Bettis) hat gerade in Los Angeles eine Stelle als Lehrerin angetreten und ist deswegen mit ihrem Mann Steven (Brent Roam) in die Stadt der Engel gezogen. Sie haben eine Wohnung in einem alten, baufälligen Apartmentkomplex bekommen, welches momentan renoviert wird. Es ist dreckig und laut, aber zumindest bezahlbar. Doch irgendetwas macht Nell in ihrer neuen Umgebung unruhig. Nachts hört sie Geräusche, die sie aufschrecken und nicht schlafen lassen. Als sie dann noch menschliche Haare und Zähne findet und zwei ihrer Nachbarn auf mysteriöse Weise verschwinden, ruft sie die Polizei. Doch niemand, nicht einmal Steve, möchte ihr glauben. Also muss sie ihre eigenen Nachforschungen anstellen und dabei stößt sie auf ein uraltes und tödliches Geheimnis, was nicht von menschlicher Natur zu sein scheint...

Das Remake des Films "Der Bohrmaschinenkiller" aus dem Jahre 2004 ist ein Totalausfall, der extrem langweilig und unspektakulär geraten ist. Kult-Regisseur Tobe Hooper inszenierte diesen dreckigen, düsteren Streifen und macht bei der Regie leider den Fehler, den Spannungsbogen immer auf einem niedrigen Level zu lassen. Er lässt den Film vor sich hin plätschern, ohne dass irgendwas besonderes passiert. Das einzige, was für den Film spricht, ist der handwerkliche Stil der Effekte. Der Mörder benutzt zudem immer ein anderes Werkzeug und die einzige Spannung, die in diesem Film herrscht, ist immer nur die, dass man total neugierig ist, welches Instrument er als nächstes benutzt. Ansonsten setzt der Film keine markanten Akzente und hat eine komplett bescheuerte - anders kann man das leider nicht schrieben - Auflösung.

Die Schauspieler sind alle aus dem Standard-Billig-Regal. Man weiß einfach wer stirbt, man weiß wer überlebt und man weiß, wer verletzt wird und am Ende noch zum Helden wird. Allerdings muss man an dieser Stelle ebenso konstatieren, dass im bereich Horror durchaus noch schlechtere Darsteller zu finden sind. Hauptfigur Nell wirkt hier und da etwas zu schlau und es wird leider zu keinem Zeitpunkt erklärt, wie sie auf manche Lösungen beim Rätsel überhaupt gekommen ist. Ein kleines Lob gebührt hingegen dem Darsteller des Killers. Zwar ist seine wahre Identität ein absoluter Witz, aber er hat zumindest schauspielerisch einiges rein gepackt. Der ganze Rest besteht, wie bereits erwähnt, aus Standard-Charakteren, die die Ausstrahlung eines Statisten haben.

Unterm Strich muss man sich hier nichts vormachen. "The Toolbox Murders" ist ein sehr schlechter Horrorfilm, der eine grottenschlechte Story, mit übertrieben alberner Auflösung hat. Tobe Hooper wäre besser dran gewesen, auf Nummer sicher zu gehen und eine klassische "Whodunnit"-Geschichte zu erzählen. Handwerklich zwar völlig in Ordnung ist und gut gemachte Tötungsszenen, aber ansonsten nur langweilig und zum Wegschalten.

3/10

Von Eightyfour Entertainment kommt der Film, zusammen mit dem Remake von 2004, auch im limitierten Mediabook.

Quellen:
Inhaltsangabe: Eightyfour Entertainment

Freitag, 17. Februar 2023

신세계 - Sinsegye - New World: Zwischen den Fronten (2013)

https://www.imdb.com/title/tt2625030/

Ja-seong (Lee Jeong-jae) ist ein Mann der Prinzipien: Als Mitglied der Polizei setzt er sich für Recht und Ordnung ein. Doch seine Prinzipientreue führt ihn in so manchen Gewissenskonflikt und wurde schon häufig auf die Probe gestellt, denn er arbeitet schon seit Jahren undercover in einem der größten Verbrechersyndikate von Südkorea. Als der Kopf von "Goldmoon" stirbt und die Nachfolge diskutiert wird, sieht die Sondereinheit der Polizei unter Führung von Kang (Min-sik Choi) ihre Chance gekommen, ihren Einfluss mittels Ja-seong noch einmal deutlich zu verstärken. Doch dieser will seine wachsende Familie nicht gefährden, steht er doch sowieso schon unter dem ständigen Druck der Enttarnung. Ja-seong gerät zunehmend in einen Konflikt zwischen Loyalität und Selbsterhaltungstrieb...

Obwohl der südkoreanische Film mit einer ganzen Reihe brutaler Gangster, in schwarzen Anzügen gekleideter Ganoven, moralisch kompromittierter Menschen, explosiven Actionsequenzen und einem engmaschigen, unvorhersehbaren Drehbuch aufwartet, ist es vor allem Hwang Jeong-min, der Regisseur Hoon-jung Parks "New World" weit über ähnlich gelungene koreanische Actionfilme hinaushebt, mit seiner hochoktanigen Darstellung eines unberechenbaren Konkurrenten in einem dreifachen Machtkampf um die Kontrolle des größten koreanischen Verbrechersyndikats. Und Parks zweite Regiearbeit beweist ein starkes Händchen für die Inszenierung. 

Nach dem Tod des Chefs des "Goldmoon"-Verbrechersyndikats wetteifern zerstrittene Fraktionen um die Nachfolge. Zwei polare Gegensätze, die in gegenseitigem Hass verstrickt sind - der kontrollierte, rücksichtslose Lee Jeong-gu (Park Seong-ung), der für die Geschäfte in Seoul zuständig ist, und der psychotische Amokläufer Jeong Cheong (Hwang), der sich um die Interessen außerhalb Koreas kümmert - kristallisieren sich als die offensichtlichen Kandidaten heraus. Jeong-gu ist aufgrund seines kühlen Auftretens und seiner festen Verwurzelung in der Unternehmenshierarchie der Favorit, während Jeongs Extravaganz und seine chinesische Abstammung gegen seine Fähigkeiten sprechen, die Firmenkasse zu füllen. Doch es kommen noch andere Personen ins Spiel: der zynische Polizeichef Kang (Choi Min-sik) und sein tief verwurzelter Maulwurf Lee Jeong-jae (Lee Ja-seng), der seit langem als Vertrauter und Stellvertreter von Jeong fungiert. Kang will die Nachfolge im Rahmen der geheimen Operation "New World" der Abteilung manipulieren und weigert sich, Jeong-jae den Plan zu verraten, obwohl er ihm die versprochene Entlassung aus seiner Undercoverrolle verweigert. Doch die Machenschaften von niemandem verlaufen wie geplant.

"New World" nimmt größtenteils den Blickwinkel des zunehmend erschöpften Jeong-jae ein, dem der Schweiß von seiner teilnahmslosen Gesichtsmaske herunterläuft, während seine Tarnung immer mehr zu bröckeln droht. In seiner angenommenen Gangsterrolle fungiert er als nüchterner Ballast für den sprunghaften Jeong, dessen vulgäre Launen er mit sorgfältiger Berechnung kontert.

Doch als die Wahl eines neuen Vorsitzenden bevorsteht, eskalieren Jeong-gu's sanfte Drohungen, die Macht zu festigen. Jeong versteckt seine Gegenmaßnahmen unter einer dünnen Schicht von Possenreißern, importiert chinesische Killer für weitere verdeckte Operationen und hackt sich in Regierungsakten ein, um den Verräter in seiner Mitte zu finden. Der Polizeichef Kang hält geheime Treffen mit dem einen Fraktionsführer ab, während er den anderen verhaftet. Jeong-jae, der von verschiedenen Seiten des Gesetzes unter Druck gesetzt wird, erwartet die Geburt seines ersten Kindes, ohne zu wissen, dass seine Frau (Park Seo-yeon) ihn offiziell für Kang überwacht.

In diesem Strudel aus wechselnden Loyalitäten und ständiger Ungewissheit herrscht Gewalt direkt unter der makellosen Unternehmensoberfläche. Der Film beginnt mit einer Szene blutiger Vergeltung, in der ein mutmaßlicher Maulwurf zu Brei geschlagen, in einen Container gestopft, gezwungen wird, Beton zu schlucken und dann ins Meer gerollt wird. Park inszeniert seine großen Actionszenen mit ungewöhnlicher Klarheit: Die schiere Uniformität der Designer-gekleideten Schergen beider Seiten, die effizient mit Messern und Stahlschlägern hantieren, bietet eine faszinierende Mischung aus eleganter Abstraktion und viszeraler Wirkung. In einer beeindruckenden Szene in einem Aufzug kämpfen Jeong und ein paar seiner Schläger gegen die feindlichen Truppen auf Leben und Tod.

Park lässt die meisten Konfrontationen in weiten, kalten Räumen stattfinden - in Konferenzräumen von Unternehmen, Lagerhäusern, Flughäfen, Baustellen und Parkplätzen. Die Kompositionen (von Park Chan-wooks regelmäßigem Kameramann Chung Chung-hoon) haben eine entmenschlichende Wirkung, da die Figuren vor dem kalten Stahl und der Leere des Produktionsdesigns von Jo Hwa-seong entweder in den Schatten gestellt werden oder groß herausragen.

Letztendlich dominieren jedoch die Figuren, die den sich entfaltenden Wendungen der Handlung Gewicht, Erstaunen und beträchtliche Emotionen verleihen. Lee Jeong-jes mürrischer Unwille und kaum kontrollierte Nervosität steigern die Spannung beträchtlich, während Chois wunderbar weltmüder Cop - für den jeder, auch er selbst, entbehrlich wird - einen faszinierenden Kontrapunkt zum Ehrgeiz der Gangster setzt. Und in dieser rücksichtslosen Unterdrückung jeglicher Wärme und Höflichkeit erstrahlt Hwangs zugegebenermaßen psychotische, aber charismatische Vulgarität auf der Leinwand.

8/10

Quellen
Inhaltsangabe: MFA+ Filmdistribution