Sonntag, 6. Mai 2018

Revenge (2017)

http://www.imdb.com/title/tt6738136/

Unmenschlich heiß ist die flirrende Wüste, in die sich das mörderische Katz- und Mausspiel der Protagonisten entspinnt. Heiß und begehrenswert der makellose Körper der lasziv am Lollypop lutschenden Gespielin Jen (Matilda Lutz), die sich von ihrem reichen Lover Richard (Kevin Janssens) in ein paradiesisches Hideaway einladen lässt und die im Laufe der für alle sehr schmerzhaften Entwicklungen von den Männern im Bunde bodenlos unterschätzt wird. Denn sobald die Protagonistin Jen Stans (Vincent Colombe) Annäherungsversuche ablehnt, wird damit eine Reihe von Ereignissen in Gang gesetzt, die viele Vergewaltigungs- und Rachethrillern gemeinsam haben: ein von einem Mann ausgelöster Angriff, ein Beinahe-Tod und eine Wiedergeburt als Racheengel. Und dieses Mal haben die Täter die Erfahrung der Jagd, sodass Jen, unbewaffnet und stark blutend, ihre Vergeltung aus einem schwerwiegenden Nachteil heraus starten muss. Sie hat nur ihren Verstand, ihre Entschlossenheit und das Element der Überraschung...

Es gibt kaum ein heimtückischeres Horror-Subgenre als den Rape & Revenge-Rachethriller, weil dieses die schlimmsten Beispiele von Erniedrigung beinhaltet, indem er grafische Szenen sexuellen Missbrauchs mit einer grausamen Parade brutaler Kills beantwortet. Das kleine Wunder von "Revenge", einem äußerst potenten Erstlingswerk der französischen Schriftstellerin und Regisseurin Coralie Fargeat, ist, dass sie dieser altbekannten Formel entspricht, diese sich aber belebend und neu anfühlt, eine stilistische Tour-De-Force, die auch die sexuelle Sichtweise ein Stück weit auf sinnvolle Weise verändert. Fargeat bringt zum einen eine seltene Frauenperspektive auf den Tisch, aber sie liefert auch die erwarteten Werte aus und operiert letztlich am oberen Ende extremer französischer Horrorfilme wie "High Tension", "Martyrs" und vor allem "Inside".

Die frühen Szenen in "Revenge" haben sogar etwas Sinnliches, wenn Robrecht Heyvaerts Kamera die Wüstenlandschaften und das Exterieur mit der sexuellen Dekadenz der beiden Liebenden auf ihrem Ausflug verschmilzt. Fargeat liefert pflichtbewusst Low-Angle-Aufnahmen von Jens Körper, aber sie zieht eine scharfe Linie zwischen Jen, die sich dafür entscheidet, sich nur zur Schau zu stellen, und ein paar grinsenden Idioten, die das als offene Einladung interpretieren. Die Vergewaltigung geschieht, weil sich Jen nämlich laut Aussage von Stan angeboten hat, was den Vorfall als solchen mit subtilen sozialen Kommentaren über die Art und Weise, was Frauen in solchen Aufzügen denn erwarten würden und die daraus resultierenden, schwerwiegenden Konsequenzen für das Überschreiten von Grenzen, sehr düster einfärbt. Beweise müssen entsorgt werden und nachdem Jen für tot erklärt wurde, könnte ihr Wiedererscheinen durchaus als absurd abgetan werden, aber die schiere Unwahrscheinlichkeit gibt ihr eine fast übernatürliche Qualität, als wäre sie von den Seelen geschundener Frauen aus der Vergangenheit wiederbelebt worden. Als sie ihre Wut auf ihre Widersacher entkorkt, verwandelt Fargeat "Revenge" in ein angespanntes, extremst blutiges und fesselndes Katz-und-Maus-Spiel, das die verrückten Kamerafahrten und Over-the-Top-Boshaftigkeit, die die französische Horrormarke definieren, einschließt.

Die Situation könnte nicht zudem kaum roher sein - Jen will Rache; die Männer wollen sie töten - aber das befreit nur Fargeat und ihre Schauspieler, vor allem Matilda Lutz, um ihre Rollen mit Hartnäckigkeit und Mut zu spielen. Vor den sterilen weißen Wänden und Teppichen von Richards Ferienhaus würde ein Tropfen Blut herausstechen, aber Fargeat entscheidet sich stattdessen für Gallonen der roten Flüssigkeit und verwandelt die Marmorflure in ein höllisches Slip-N-Slide. Lutz erschien vor kurzem in der Hauptrolle in dem fehlgeschlagenen "Rings" und ersetzte Naomi Watts, aber "Revenge" fordert emotional mehr von ihr und gibt ihr eine körperliche Präsenz, die unbezwingbar ist, wie eine im Feuer geschmiedete Klinge. Fargeat bewegt sich also im Thema einer feministischen Vergewaltigungsrache wie in Abel Ferraras "Ms.45", aber sie hat nicht das gleiche Straßenniveau und dieselbe Psychose. "Revenge" ist ganz klar überzeichnet, anders ist der Film kaum zu erklären, anders sind die zahllosen Anschlussfehler oder offensichtlichen Goofs nicht erklärbar. Aber "Revenge" ist auch eine pure gewalttätige Fantasie, eine fiese Unterhaltung, die darauf vorbereitet ist, den Zuschauer an Grenzen zu bringen. Die redaktionelle Agenda des Films ist dabei weniger neu, dafür aber die Ausführung. Gefällt.

7/10 

Von KOCH Films erschien der Film im limitierten Mediabook. Dieses beinhaltet den ungeschnittenen Film auf Blu-ray und DVD, sowie die Soundtrack-CD und jede Menge Bonusmaterial.

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Charades/MED Productions/Monkey Pack Films

Samstag, 5. Mai 2018

The Strangers: Prey At Night - The Strangers: Opfernacht (2018)

http://www.imdb.com/title/tt1285009/

Kurz bevor die rebellische Tochter Kinsey (Bailee Madison) aufs Internat geschickt wird, möchte die Familie - neben Kinsey noch Mutter Cindy (Christina Hendricks) und Vater Mike (Martin Henderson) - einen gemeinsamen Urlaub im Wohnwagenpark des Onkels verbringen. Der als Versöhnungsurlaub geplante Trip endet jedoch im ultimativen Horror, als sie bei ihrer Ankunft die Leichen des Onkels und der Tante entdecken. Die hatten nämlich Besuch von den "Strangers", und die maskierten Psychopathen werden auch die drei Gäste des Nachts besuchen...

Inspiriert durch die Morde der Manson-Familie, nahm der 2008er Low-Budget-House-Invasion-Horror "The Strangers" ein bekanntes Horrorfilmgerüst, formte es und machte es zu etwas Grimmig-effektivem und furchtbar Einprägsamen. Es war ein knapp 85-minütiger Schocker über ein Paar, gespielt von den namhaften Schauspielern Liv Tyler und Scott Speedman, die von drei maskierten Mördern gequält wurden. Aber die gruseligste Sache an diesem Film war nicht die intelligente Aufbau oder der Goreanteil im dritten Akt, sondern ein einfacher, abschreckender, wenngleich kurzer Dialog, der ebenfalls in der Marketingkampagne des Streifens weit verbreitet war. Während des Höhepunkts fragt Tylers Charakter, während sie gefesselt ist, ihre Angreifer, warum sie sie foltern. Dann folgt eine emotionslose Antwort: "Weil du zu Hause warst." Und genau dieses Fehlen einer vielleicht verschachtelten Motivation der Angreifer empfand man als viel erschreckender als alles andere, als jeglicher Grund für einen solchen Terror. Das funktionierte, weil den Zuschauer die wahllose Natur der Gewalt unsicher macht und vielleicht, weil, wie viele klassische Horrorfilme gezeigt haben, umso weniger man weiß, desto erschreckender kann alles werden. Mit der Fortsetzung zu "The Strangers" wagte sich Regisseur Johannes Roberts nun an eine etwas vom Vorgänger losgelöste Fortsetzung und bringt mit "The Strangers: Prey At Night" erneut die Killer mit den Gruselmasken zurück auf die Leinwand.

Die Entwicklung der Fortsetzung von "The Strangers" (der Film erzielte 82 Millionen US-$ aus einem Budget von 9 Millionen US-$) wurde jedoch von  Rückschlägen geplagt und jetzt, 10 Jahre später, schleicht er sich beinahe unbemerkt in die Kinos, vermarktet als "The Strangers", aber agierend als völlig eigenständiger Film. Er ist eine Art Runderneuerung, strukturell sehr ähnlich, die Elemente sind alle vorhanden, aber beim zweiten Mal fehlt etwas ganz Wichtiges: die Angst, die der erste Teil viel viel besser erzeugen konnte. "The Strangers" ist zu einem Slasher geworden. Das ist nicht unbedingt schlecht, man kommt aber nicht umhin sich zu fragen, warum man ihn dann an "The Strangers" anknüpfte. Kinsey (Bailee Madison), ein offensichtlich rebellischer Teenager, hat es mit ihren genervten Eltern, Cindy (Christina Hendricks) und Mike (Martin Henderson) zu weit getrieben und diese nehmen drastische Maßnahmen vor. Doch bevor ihre Tochter ins Internat geschickt wird, beschließt die Familie, zusammen mit  ihr und ihrem Sohn Luke (Lewis Pullman) einen kurzen Wochenendurlaub zu machen, um doch noch ein wenig Zeit miteinander zu verbringen. Dies erfährt man in dankenswert kurzen Minuten, während sich die Familie auf den Trailerpark zu bewegt. Sie fahren also in einen abgelegenen Wohnmobilpark und innerhalb weniger Minuten nach Ankunft wird ihr friedliches Wochenende durch ein Klopfen an der Tür unterbrochen. Wer sich nun noch daran erinnern kann, was nach dem schicksalhaften Anklopfen im ersten Film passiert ist, wird eine ziemlich starke Vorstellung davon haben, was kommen wird und ob es eine Erfahrung ist, die man wieder ertragen möchte. Im Gegensatz zu Franchises, die bis zum Bruch überfordert sind, wiederholt die Fortsetzung die Handlung des ersten Ausflugs ohne weitere Tiefe - was bedeutet, dass hier vor allem der Goreanteil im Film als Motor funktionieren muss, um den Zuschauer in Angst und Schrecken zu versetzen. Und das tut er auch. Gerade weil auch hier auf die Frage, "Why are you doing this to us?" mit einem blutverschmierten und schulterzuckenden Grinsen geantwortet wird: "Why not?"


Regisseur Johannes Roberts, der letztes Jahr mit dem Hai-Thriller "47 Meters Down" einen Überraschungshit erzielte, zeigt sich vom ersten Frame an mit dem Genre vertraut. Er ist zwar weit entfernt von der Fortsetzung, die man erwarten könnte, und wenn überhaupt, gibt es hier nur eine glanzvollere Optik als beim Original. Ansonsten sollte man "The Strangers: Prey At Night" immer als eigenständigen Film betrachten. Der Film ist jederzeit darauf bedacht ein gewisses Spannungsniveau zu halten - was man für so viele gruselige Filme heutzutage nicht gerade behaupten kann - und Roberts versucht, die Schlüsselsequenzen des Films mit kunstvollem Auge zu inszenieren. Dafür nutzt er auch herrliche 80er-Jahre Musik mit Hits von Bonnie Tyler, Tiffany oder Kim Wilde, die sich dank der Intensität mancher Begegnungen ins Hirn brennen und den Zuschauer nicht kalt lassen können. Der Film hat also einen Genreüblichen strikten Aufbau, der den Zuschauer jederzeit bei der Stange hält und die Laufzeit von erneut nur 85 Minuten reicht auch völlig aus, um zu zeigen was zu zeigen ist. Leider muss der Film mit zahlreichen Goofs (und einmal sogar einem recht dummen Filmfehler) kämpfen, die man mit einem Augenrollen aber gerade noch hinnehmen kann.

Nicht erst seit 2008 ist Horror wieder profitabel geworden, es ist ein Freitagnacht-Grundnahrungsmittel geworden, welches man ab und zu gern konsumiert, und während hier den Fans des Originals ein wenig mehr von den Maskenkillern gegeben wird, so fühlt sich die Fortsetzung doch auf ein jüngeres, blutrünstiges Publikum zugeschnitten an. Die immer noch sehr blutige Gewalt beginnt früher, es gibt etwas mehr redundante Jumpscares und die Erweiterung des Fokus von einem Paar auf eine vierköpfige Familie und ein Wohnmobilpark nimmt ein klein wenig die Spannung raus. Zudem versucht der Streifen den bizarren Versuch, den letzten Rest 80er-Jahre-Nostalgie eines damals üblichen Horrorstreifens zu entlocken, was nicht zur Gänze funktionieren will. Die Darsteller liefern aber allesamt eine angemessene, ordentliche Leistung, vor allem Christina Hendricks erweist sich als effektiv. Es dauert aber leider auch nicht lange, bis alle Charaktere die üblichen, klischeehaften Horrorfilmentscheidungen treffen, und es gibt keine neuen, überraschenden oder effektiven Kniffe am Aufbau oder an der Inszenierung, die diese Dummheiten dem Publikum verkaufen könnte. Letztendlich ist "The Strangers: Prey At Night" ein ordentlicher, gut gelungener Horrorfilm, der eigentlich nur mit dem Problem zu kämpfen hat, dass er sich am ersten Teil messen lassen muss und "The Strangers" heißt. Kann man gut sehen.

6,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Rogue Pictures/Relativity Media/Intrepid Pictures

Brawl In Cell Block 99 (2017)

http://www.imdb.com/title/tt5657856/

Der ehemalige Boxer Bradley verliert seinen Job als Auto-Mechaniker und steht vor den Trümmern seiner turbulenten Ehe. Jetzt ist es auch egal was er macht und fängt als Drogenkurier für einen alten Freund an. Schnell verbessert sich bei der guten Bezahlung seine Lebenssituation. Bis zu dem Tag als er in eine Schießereí zwischen der Polizei und seinen eigenen Leuten gerät. Bradley wird schwer verletzt und kommt auch noch ins Gefängnis. Für ehemalige Feinde aus der Freiheit soll er nun einige sehr gewalttätige Aufträge erledigen und verwandelt das Gefängnis fortan in ein gewalttätiges Schlachtfeld.

Vince Vaughn zerschmettert Schädel, um Jennifer Carpenter, die Mutter seines ungeborenen Kindes, in Regisseur S. Craig Zahlers visceralem Gefängnis-Thriller zu schützen. Zahler machte 2015 mit der völlig ungewöhnlichen und daher genialen Genre-Fusion "Bone Tomahawk", einem wild-idiosynkratischen Horror-Western, der seinen geschmackvollen Charakteren und Dialogen ebenso viel Aufmerksamkeit schenkte wie den blutrünstigen Gewaltausbrüchen seines wahrhaft genialen Höhepunkts. Der Autor und Regisseur hält sich auch hier erneut an den Slow-Burn-Ansatz und zusammen mit der genialen Vermischung von Genre-Exoten entstand so sein neuer Gefängnis-Thriller "Brawl In Cell Block 99", auch wenn der abseitige Humor des früheren Werkes weitestgehend fehlt. Der Titel ist dabei etwas irreführend, da es weniger eine Schlägerei als eine intermittierende Serie knochenbrechender Scharmützel ist, die aus dem brodelnden Krimi/Drama herausbrechen. Zahler arbeitet effektiv an Vaughns Schauspielerei, indem er ihn als Bradley Thomas ausgibt, einen stoischen Hulk-Verschnitt mit einem auf seinen rasierten Hinterschädel tätowierten Kreuz, einer hohen Toleranz für Schmerz und ein natürliches Gespür dafür, selbiges auch auszuteilen. Bradley beschreibt schon zu Beginn, wie er sich fühlt, wie er sich fühlt: "South of OK. North of cancer."

In der Eröffnungsszene wird Bradley (mit seinem üblichen Hinweis auf die südliche Formalität, korrigiert er regelmäßig Leute, die ihn schlicht 'Brad' nennen - ein Running Gag im Film) von seinem Auto-Abschlepp-Job entlassen und kommt dann nach Hause, um zu entdecken, dass seine Frau Lauren (Jennifer Carpenter) eine Affäre hatte. Bradley bearbeitet seine Wut, indem er ihr Auto mit bloßen Händen ruiniert, bevor er ins Haus tritt, um so völlig gelassen über ihre Zukunft zu diskutieren. Ihre Geschichte aus Alkohol und Drogen ist mit minimalen Details abgefrühstückt, und der Rückgang in ihrer Ehe ist auf Laurens Fehlgeburt zurückzuführen. Bradley hat also durchaus Mitschuld an ihrem Unglück und unternimmt von diesem Moment aus entscheidende Schritte, um ein besseres Leben aufzubauen, während sie wieder versuchen, eine Familie zu gründen. Mit einem 'Flash Forward', ein Trick den erstmals J.J.Abrams in "LOST" anwandte, sind 18 Monate vergangen und das Pärchen ist von ihrem kleinen, klapprigen Vorstadthäuschen in ein Luxushaus umgezogen, Lauren ist wieder schwanger und Bradley ist wieder in das lukrativere Geschäft des Drogenhandels zurückgekehrt, wo er als Kurier Heroin, Crystal und Kokain für seinen alten Chef Gil (Marc Blucas) durch die Stadt fährt. Gegen seinen Gewohnheit geht Bradley mit den Schlägern eines mexikanischen Kartells Eleazar (Dion Mucciacito) dann auf einen etwas größeren Beutezug.

Während Zahler für das bevorstehende Käfiggemetzel immer ein spannendes Gefühl der Angst entwickelt, hat er es aber auch nicht eilig, dorthin zu gelangen. Der Regisseur braucht Zeit, um die Verbindung zwischen Bradley und Lauren zu festigen, bevor diese weggeräumt wird und zufällige Vergnügungen wie eine typisch-drollige Drehung von Fred Melamed als Vollzugsbeamter zu genießen, dessen sanfte Hochnäsigkeit keine Geduld für Unzucht zeigt. Der Zuschauer lernt auch durch einen exzessiven Austausch mit einem Wächter, dass der muskulöse Bradley einst ein Boxer war, der austeilen kann, aber auch einstecken. Der Wendepunkt, wenn die Intensität ansteigt, kommt ungefähr eine Stunde nach dem Film mit einem Gefängnisbesuch von Eleazars eisigem Euro-Trash Handlanger, gespielt von - wem sonst? - Udo Kier. Er informiert Bradley über die kreativen Möglichkeiten, wie er nicht nur Lauren, sondern auch seinem ungeborenen Kind schaden könnten, wenn Bradley nicht in ein Hochsicherheitsgefängnis gebracht wird und einen bestimmten Häftling eliminiert. Bradley hat also keine andere Wahl und er ist ein Mann der Tat, nicht der Worte, hospitalisiert schnell ein paar zufällige Wachen und findet sich bald vor den Toren einer Steinfestung wieder, wo der seidig-sadistische Gefängnischef Warden Tuggs (Don Johnson) sich sehr darüber freut, dass er das Memo über die hiesige Behandlung der Inhaftierten zitieren kann. Aber Bradleys Ziel, den Mann zu identifizieren, erweist sich als komplizierter als er in diesem albtraumhaften Szenario vorausgesehen hat, das mehr und mehr in sich verstrickt wird.

Der Kampfchoreograph Drew Leary inszeniert die Zusammenstöße mit brutaler Effizienz und Zahler verzichtet auf die üblichen frenetischen Schnitttricks, die zu unwiderstehlichen Szenen explosiver Gewalt führen. Und, ganz davon zu schweigen, sind diese auch ziemlich schmerzhaft. Ohne den Martial-Arts-Weg zu wählen, scheint Zahler dem hyper-gewalttätigen koreanischen Kino sowie den "The Raid"-Filmen in Indonesien den Vortritt zu lassen. Der Regisseur bedient sich auch als Co-Komponist mit Jeff Herriott, und die glatten, Ersatz-70er Jahre Soul-Songs, die zur Szenerie beitragen - von Vintage-Künstlern wie The O'Jays und Butch Tavares aufgenommen und sich hauptsächlich so anhört, als würde irgendwo ein Autoradio plärren - unterstreichen das Werk in seiner Gesamtheit. Was Kurt Russell und Matthew Fox für ihre Gesichtsbehaarung in "Bone Tomahawk" getan haben, macht Johnson hier in einer saftigen Rolle als gefühlloser Tyrann mit einem prächtigen silbernen Schnurrbart, der in seinen glatten, schwarzen Outfits wie gemeißelt im Raum steht, während er auf einer Zigarre kaut und sich für die Gefangenen sadistische Strafen ausdenkt. Obwohl Kiers Charakter als "The Placid Man" bezeichnet wird, scheint er doch damit eher die Abtreibungstechniken zu beschreiben, die sein koreanischer Protegé anwenden soll. Aber unglücklicherweise gibt es zwischen den beiden Charakteren kaum ein amüsantes Zusammenspiel, wie das zwischen Russells unerschütterlichem Sheriff und Richard Jenkins' redseligem Stellvertreter in Zahlers vorherigem Film der Fall war.

Während Vaughn nun endlose neue Variationen über Erniedrigung und Grausamkeit zwischen atemberaubenden Vergeltungsschlägen aushält, lässt er keinen Zweifel daran, wie weit Bradley für seine Frau und sein Kind gehen wird. Und obwohl es bedauerlich ist, dass der Patriotismus des Charakters und seine Fähigkeit, schurkische Mexikaner auszutricksen, ihn zu einem Helden für Trump machen könnte (ein Faktor, der wahrscheinlich von Vaughns Casting angeheizt wird), ist Bradleys selbstlose Liebe zu seiner Familie von tragischer Großartigkeit. Carpenter hat nicht viel zu tun, aber sie vermittelt die ausgefransten Kanten von Laurens roher Erfahrung zusammen mit einem erneuten Engagement für ihren Mann gekonnt und bekommt ihren eigenen kurzen, knallharten Moment zu spät im Film. Während "Brawl In Cell Block 99" also durchweg packend und unberechenbar bleibt, fühlt sich die zweieinhalbstündige Laufzeit ein wenig aufgebläht an, und der Film könnte davon profitieren, wenn er zu einem strafferen Schnitt getrimmt würde. Sein flacher Video-Look passt und Kameramann Benji Bakshi darf sich hier für einen billigen Grindhouse-Stil mit vielen düsteren, dunklen Szenen und ausgewaschenen Tönen verantwortlich zeichnen. "Brawl In Cell Block 99" ist langsam, aber nie behäbig, spannend und durchweg interessant. Diesen Film sollte man keinesfalls verpassen.

8,5/10

Von CAPELIGHT PICTURES erschien der Film hierzulande ungeschnitten mit SPIO/KSJ-Siegel in UHD in einem tollen Mediabook:


Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts/Capelight
Poster/Artwork: XYZ Films/Caliber Media

Pyewacket (2017)

http://www.imdb.com/title/tt5119116/

Leah (Nicole Muñoz) leidet unter dem kürzlichen Tod ihres Vaters und dem schlechten Verhältnis zur Mutter (Laurie Holden), die sie schließlich sogar zwingt, mit ihr in ein mitten im Wald gelegenes Haus umzuziehen. Das von Trauer und Wut getriebene Mädchen versucht sich ein wenig an schwarzer Magie. Doch während diese okkulten Rituale zuerst nur ein harmloser Spaß sind, belegt Leah nach einem besonders heftigen Streit ihre Mutter mit einem Todesfluch. Den bereut sie zwar umgehend und versucht ihn zurückzunehmen, doch er ist nicht mehr aufzuhalten. Bald muss Leah erkennen, dass sie etwas in den Wäldern erweckt hat. Sie hat eine böse Präsenz, Pyewacket, heraufbeschwört und diese dunkle Macht scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein. Und bald macht Pyewacket so Jagd auf Mutter und Tochter...

Der Regisseur des neuen Horror-Thrillers "Pyewacket", Adam MacDonald, arbeitet seit den späten 90ern als Schauspieler, aber kaum einer kennt den Kanadier als Regisseur. In seinem 2014er abenfüllenden Debütfilm "Backcountry" machte er aber schon auf sich aufmerksam, denn dieser Film avancierte schnell zu einem der besten Survival-Tierfilme, die es in letzter Zeit gab. Natürlich klebt so ein Debüt, bzw. die Art desselben immer ein wenig an einem Regisseur, aber dennoch tauscht MacDonald in seinem zweiten Film den natürlichen Schrecken gegen einen ausgesprochen Übernatürlichen, der aber nicht minder furchteinflössend ist. Denn Autor und Regisseur MacDonald liefert mit "Pyewacket" eine wundervolle schwelende Frage, die die Notwendigkeit und Macht des Glaubens sowie deren Gefahren erforscht. Genauso wie es sein vorheriger Film getan hat, indem er die Zuschauer (für eine Weile) unsicher ließ, ob die Bedrohung tierischer oder menschlicher Natur war, geht das Finale hier mit dem Ursprung der Bedrohung und der damit verbundenen Auflösung in Ordnung. Stellt Leah sich die Dinge vor, die sie sieht und hört? Oder ist da wirklich ein boshafter und mörderischer Geist auf der Suche nach Seelen? Man weiß es nicht so genau.

Die schauspielerischen Leistungen sind durchweg gut, aber Nicole Muñoz beeindruckt am meisten als Protagonisin. Ihre Verwandlung vom ängstlichen Teenager in eine schuldbeladene Tochter zu einem verängstigten Mädchen trägt den Zuschauer mit sich und man kommt nicht umhin, jeden Schritt des Weges der jungen Frau förmlich zu spüren. Wie bei den jüngsten Horrofilmen "Es" oder "The Devil's Candy" legt MacDonalds Film großen Wert darauf, sicherzustellen, dass der Zuschauer mit der Protagonistin mitfühlt, sobald er terrorlastige Szenarien hinzufügt und Situationen eine gefährliche Intensität mitgibt. Und einige dieser Szenen sind tatsähclich spannend/furchterregend. Die Anwesenheit eines "Etwas" macht sich zunächst durch Geräusche im Haus bemerkbar, bevor es schließlich als dunkle Gestalt erscheint, die langsam am Fuß von Leahs Bett aufsteigt. Es sind diese Arten von Schrecken - solche, die auf Atmosphäre, Ton und Momenten aufbauen, die den Zuschauer den Atem anhalten lässt -, die diesen Film antreiben, der kaum Jumpscares oder ähnliches benötigt. Nein, MacDonald nutzt dafür Subtitlität und Geräusche genauso gut und vermeidet jedes lautes Geräusch oder musikalische Spitze, der das Publikum üblicherweise zum Schreien bringt. Er überzeugt mit Regie, Schnitt und Inszenierung.

MacDonalds Drehbuch macht die Geschichte auch realistisch, da Leah und ihre Freunde glaubwürdige Teenager sind, die Heavy-Metal-Band-Aufnäher auf ihren Jacken tragen und gleichzeitig das sinnliche Gesicht des Billy Corgan von 'The Smashing Pumpkins' zu schätzen wissen. Sie versuchen, das Okkulte zu schätzen - sie lesen Bücher, reden darüber, wie cool es ist, und einer von ihnen versucht sich sogar an Beschwörungsformeln, die ihm die "Liebe seines Lebens" bringen soll - aber keiner von ihnen nimmt das jemals wirklich ernst. Das ändert sich erst, sobald Leahs Welt seitwärts kippt. "Pyewacket" hat eine einfache Prämisse, einen stetigen Aufbau und einen guten gruseligen dritten Akt, der mit einem kleinen Schlag in den Bauch finalisiert wird. Nicht umsonst hieß es schon immer: sei vorsichtig mit dem, was du dir wirklich wünschst.

6,5/10

"Pierrot Le Fou UNCUT #13", so lautet der Editionsname des limitierten Mediabooks, welches den Film in der ungeschnittenen Fassung enthält:  


Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Just Believe Productions/JoBor Productions/Cave Painting Pictures

Het Tweede Gelaat - Double Face - Control - Das letzte Opfer (2017)

http://www.imdb.com/title/tt1727497/

Die einst bedingungslose Freundschaft zwischen den Polizeibeamten Vincke und Verstuyft wird auf eine harte Probe gestellt, als in der Nähe von Antwerpen sieben Frauenleichen gefunden werden. Schnell steht fest, dass es sich um ritualisierte Serienmorde handelt. Während Kommissar Vincke und ein Interpol-Profiler die Spur eines Verdächtigen verfolgen, der sich an allen Mordschauplätzen aufgehalten hat, macht sich Inspektor Verstuyft zur Aufgabe, eine junge Frau zu beschützen, die dem Mörder offenbar nur knapp entkommen konnte. Ihre Zeugenaussage ist allerdings wertlos: Rina erinnert sich an nichts. Als erneut eine junge Frau verschwindet, wissen Vincke und Verstuyft, dass es jetzt auf jede Minute ankommt. Aber ist Rina wirklich so unschuldig, wie Verstuyft glaubt?

Wenn man sich die belgischen Beiträge zum Film in den letzten Jahren so ansieht, dann merkt man recht schnell, dass diese sehr oft qualitativ sehr gut abschneiden. Leider hat es sich damit auch, denn der große Weltruhm bleibt meistens aus. Das ist etwas unverständlich, denn es existieren Kleinode, wie dieser hier, der weit mehr Publikum verdient hätte. In "Het Tweede Gelaat" / "Das letzte Opfer", so der deutsche Titel (und das, obwohl die wortwörtliche Übersetzung "Das zweite Gesicht" lautet), folgen der Zuschauer den beiden Protagonisten Inspektor Verstuyft und Kommissar Vincke, die bereits in zwei anderen Filmen "De zaak Alzheimer" / "Mörder ohne Erinnerung" (2003) und "Dossier K." / "Das Recht auf Rache - Im Fadenkreuz des Clans" (2009) zusammen spielten. Man könnte nun also "Het Tweede Gelaat" als dritten Teil einer durchaus sehr erfolgreichen Polizeireihe betrachten. Und so ist es wenig verwunderlich, dass der neue Film mit Spannung erwartet wurde. Regisseur Jan Verheyen, der man als einen der talentiertesten belgischen Filmemacher beszeichnen könnte, präsentiert erneut einen klassischen Polizeithriller, der von Anfang bis Ende mitreißt. Die Story ist geschickt aufgebaut und die Spannung erreicht auch recht schnell ein hohes Niveau, ist aber ab einem gewissen Punkt - und gerade für Cineasten - etwas zu wenig wendungsreich.

Alle Filme der Vincke & Verstuyft-Reihe besitzen zudem eine hervorragend Charakterzeichnung. So werden auch hier glaubwürdige und gut entwickelte Charaktere präsentiert, die dafür sorgen, dass der Zuschauer bei der Stange bleibt und die Geschichte fasziniert verfolgt. Dabei hilft es auch, dass die Schauspieler Koen De Bouw (Vincke) und Werner De Smedt (Verstuyft) eine absolut hervorragende Performance, quasi ein Feuerwerk an Schauspiel auf der Leinwand abliefern. Selbst die nicht minder großartige Sofie Hoflack beeindruckt als die junge Rina. Neben den dreien sind noch Chris Van den Durpel, Marijke Pinoy und Greg Timmermans in ausgezeichneten zusätzlichen Rollen durchaus erwähnenswert.

Nun muss man nicht wirklich viele Worte darüber verlieren, dass "Het Tweede Gelaat" / "Das letzte Opfer" belgisches Spitzenkino ist, welches von der allerersten Sekunde bis zum letzten Bild wirklich hervorragend und spannend unterhält. Jan Verheyen präsentiert einen Polizeithriller nach allen Regeln der Kunst, was aber leider nicht über die etwas vorhersehbare Geschichte hinwegtäuscht, die auch an der Tatsache leidet, dass sie ein wenig zu sehr an "Basic Instinct" erinnert, auch wenn der Vergleich vermutlich etwas weit hergeholt ist. Aber dank der großen Aufmerksamkeit, die für die Entwicklung der Charaktere aufgebracht wurde und der wundervollen Schauspielerei von Koen De Bouw und Werner De Smedt vergisst man dies schnell und man kann nur eines zusammenfassen: man sollte sich "Het Tweede Gelaat" / "Das letzte Opfer" so schnell wie möglich ansehen.

7/10

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Eyeworks Film/Phanta Film/Atlas Film

Freitag, 4. Mai 2018

The Monster Project (2017)

https://www.imdb.com/title/tt4537888/

Die Kumpels Devon (Justin Bruening) und Jamal (Jamal Quezaire) haben gerade auf ihrem YouTube-Kanal einen Hit mit einem gefaketen Video gelandet, das angeblich ein echtes Monster zeigt. Um daran anzuknüpfen, möchten sie mit einer eigenen YouTube-Reality-Sendung nachlegen. In dieser wollen sie Menschen interviewen, die glauben, dass sie selbst Monster, zum Beispiel Vampire oder Werwölfe, sind. Mit einer Anzeige finden sie zahlreiche Bewerber für ihr Monster-Projekt. Als die Dreharbeiten in einem baufälligen alten Anwesen losgehen sollen, rekrutiert Devon noch seine Ex-Freudin Murielle (Murielle Zuker) und deren neuen Freund Bryan (Toby Hemingway) zur Unterstützung. Doch bald muss das Quartett erkennen, dass Monster sehr real sind...

"The Monster Project" ist ein weiterer Vertreter des Found-Footage-Horrors, der dem interessierten Zuschauer illusioniert, dass die gezeigten Aufnahmen echt wären und dass das alles auch genau so passiert ist. Doch leider bringt "The Monster Project" den Zuschauer nicht wirklich zum gruseln, sondern lediglich zu der Erkenntnis, dass Found Footage-Filme out sind, zumindest in dieser Art.

Die erste Hälfte ist beinahe einschläfernd, da sie aus viel zu viel Dialog besteht und man jede Menge Belanglosigkeiten entgengeworfen bekommt. Erst als "The Monster Project" organisiert ist, könnte man davon reden, dass es etwas interessanter wird. Leider ist der Aufbau bis dahin extrem unlogisch und zudem unglaubwürdig, denn wer, bitteschön, krallt sich vor dem Aufwachen(!!!) seine Kamera, drückt auf 'Record' und läuft dann zur Tür?

Gut, ein, zwei nette Ideen kann man "The Monster Project" dabei auch nicht absprechen. Diese retten den Film auch vor der völligen Blamage. Generell hätte man aber aus dem Navajo-Gestaltwandler-Cop, der sexy Blutsaugerin/Tattoo-Künstlerin und dem von einem Dämon besessenen japanischen Mädchen viel herausholen können. Doch in der zweiten Hälfte macht man sich lieber jegliches Horrorfilm-Klischee zu eigen, tischt dem Zuschauer vorhersehbare Jump-Scares aus der Mottenkiste auf und nervt durch nicht unbedingt konsequent nachvollziehbares Verhalten und einer viel zu wackeligen Kamera im Nachtsichtmodus, durch den die Mondfinsternis und das gruselige Haus ihre effektive Wirkung verlieren. Außerhalb des Found-Footage-Formats wäre das Ganze vielleicht besser rübergekommen, aber so rangiert "The Monster Project" nur im Mittelmaß.

5/10

"Pierrot Le Fou UNCUT #12", so lautet der Editionsname des limitierten Mediabooks, welches den Film in der ungeschnittenen Fassung enthält:  


Quellen:
Inhaltsangabe: Pierrot Le Fou
Poster/Artwork: Pierrot Le Fou

Mittwoch, 2. Mai 2018

The Shrine (2010)

https://www.imdb.com/title/tt1341710/

Eine Gruppe junger Journalisten reist nach Polen, um dem Fall eines verschwundenen amerikanischen Rucksacktouristen zu untersuchen. Die Spur des Verschwundenen führt in ein abgelegenes Dorf, welches ein dunkles Geheimnis birgt. Dort wird ein heidnischener Kult von den Dorfbewohnern praktiziert, der in blutigen Zeremonien Menschenopfer darbringt. Als die Journalisten dies bemerken, ist es jedoch bereits zu spät. Sie sind bereits in größter Gefahr und drohen bald, die neuesten Opfer der Sekte zu werden. Die fanatischen Bewohner des Dorfes sind fest entschlossen, keinen der Journalisten lebend entkommen zu lassen...

Zu Beginn wirkt "The Shrine" etwas billig, doch mit der Zeit bekommt der Film es hin, eine gewisse Atmosphäre und sogar Spannung aufzubauen. Die Story hingegen birgt kaum Neuerungen, einzig die Art und Weise sorgt für Interesse. Hat man sich durch den sehr behäbigen ersten Teil durchgekämpft, steigt, wie schon beschrieben, die Spannung dann doch an und fesselt, selbst die Effekte gegen Ende hin können dann doch überzeugen, sodass man sogar Gänsehaut bekommen könnte. Mit nur einer Szene schafft es der Streifen einem einen Schreck einzujagen, leider trieb man es danach unfassbar auf die Spitze und übertreibt maßlos ohne das sich der anfängliche Grusel erneut einstellt. Kurzum: Qualität geht eben immer vor Quantität und gerade diese eine Szene hätte man länger am Leben halten können, nur hat wohl das Budget nicht mehr gereicht nach den wirklich guten, handgemachten Effekten.

Abgesehen davon hätte man echt bessere Schauspieler als Frau Journalistin (Cindy Sampson) und ihre etwas zurückgeblieben wirkende Freundin (Meghan Heffern) nehmen können. Die beiden spielen gelangweilt auf B-Movie-Niveau und ziehen dabei das Niveau des Films leider mit herunter. Jedoch hat Marcus, gespielt von Aaron Ashmore, eine gute Performance abgelegt; auch Trevor Matthews als Henryk spielt herrlich bösartig und fies. Im Großen und Ganzen ist "The Shrine" ein netter, kurzweiliger Horror mit guten Spezialeffekten, einer zum Ende hin spannenden Atmosphäre und einem netten Twist am Ende. Punkteabzug gibt es für die kurze Dauer (der Horror war echt gut aber viel zu kurz), die untalentierten Schauspieler (abgesehen von Aaron Ashmore und Trevor Matthews). Kann man machen.

5,5/10