Als der Top-Auftragskiller Joe Flood (Dave Bautista) mit einer unheilbaren Krankheit diagnostiziert wird, beschließt er, die Sache selbst in die Hand zu nehmen - indem er einen Auftragsmord auf sich selbst veranlasst. Aber als die Auftragskiller, die er engagiert hat, auch seine Ex-Freundin (Sofia Boutella) ins Visier nehmen, muss er sich gegen eine Armee von Kollegen behaupten und die Liebe seines Lebens zurückgewinnen, bevor es zu spät ist.
Es gibt eine bestimmte Art von Filmen, die in den letzten Jahren auf Streaming-Dienste verdrängt wurde. So gelten mittelklassige Actionfilme mit Comedy-Elementen nicht mehr als lohnende Kinoinvestition und Filme, die unsere Generation als "der großartige Film, den man gesehen haben muss" bezeichneten, feiern auf Netflix und amazon Video Premieren. "The Killer’s Game" landete immerhin noch im US-Kino, doch bald darauf auch bei letzterem Anbieter. Das lässt hoffen, denn Bautista ist bekannt für seine interessanten Rollen. Trotzdem bekommt man nur einen generischen Actionfilm geboten, der so oft die Richtung wechselt, dass er nicht weiß, was er sein will. Und der beweist, warum man diese Filme besser streamen sollte.
Das Konzept von "The Killer's Game" ist trotzdem ziemlich faszinierend: Der erfahrene Auftragsmörder Joe Flood erfährt, dass er nur noch sechs Monate zu leben hat. Nachdem er gerade die Liebe seines Lebens kennengelernt hat, möchte er, dass seine Lebensversicherung an sie übergeht, also lässt er sich selbst töten. Nur um herauszufinden, dass der Arzt seine Unterlagen vertauscht hat und er nicht wirklich stirbt. Leider erfährt er auch, dass der Vertrag nicht gekündigt werden kann. Während nun also eine Armee von Auftragsmördern auf ihn zukommt, muss Joe um sein Leben kämpfen, um endlich das Leben führen zu können, das er sich immer gewünscht hat. Die Geschichte fühlt sich fast wie aus den 90ern an und ist sehr charmant. Leider wird sie so generisch und stereotyp, dass man fast jeden einzelnen Handlungsstrang erraten kann.
Als Dave-Bautista-Fan muss ich leider sagen, dass er hier eher mittelmäßig ist. Er spielt im Grunde nur einen langweiligen Auftragskiller mit Herz, und viel mehr geht es nicht. Selbst seine Textführung wirkt, als würde er die Rolle schlafwandeln. Mir gefiel jedoch die Chemie mit Sofia Boutella, die mich mit ihrer Verletzlichkeit in den romantischeren Momenten überraschte. Als jemand, der dazu neigt, die Augen zu verdrehen, wenn sie in einem Film auftaucht, ist das für mich ein großer Schritt. Terry Crews hat auch eine witzige Rolle als einer der Auftragskiller, die Joe auf den Fersen sind.
"The Killer's Game" hat die üble Angewohnheit, den Auftragskillern große Auftritte zu geben, nur um sie dann blitzschnell wieder auszuschalten. Das wäre kein Problem, wenn es nur einmal passierte, aber es passiert immer wieder, was die Wirkung jedes Auftritts mindert. Der Film will "Smokin Aces" sein, hat aber vergessen, wirklich interessante Charaktere einzuführen, von denen das Publikum mehr sehen möchte. Stattdessen verschwimmen all diese Auftragskiller einfach miteinander und wirken gleich generisch. Die einzigen, die wirklich herausstechen, sind Crews, der im Grunde nur denselben Typen spielt, den er immer in Actionfilmen spielt, und WWEs Drew McIntyre, ein unsinniger Schotte, der sich in die Hose macht. Pom Klementieff fühlt sich stark unterfordert, und ihr Action-Talent wird nicht wirklich ausgenutzt. Es gibt ein paar witzige Action-Momente, aber die meisten enden in einer explodierenden Granate und herumfliegenden Körpern. Eine Jiu-Jitsu-Szene wirkt wie eine lustige kleine Schachpartie. Ansonsten wirkt die Action so überchoreografiert, dass sie jeglichen Realismus und damit auch ihre Wirkung verliert. Natürlich braucht man hier auch keinen absolut bodenständigen Film, aber jeder Stuntman wartet nur darauf, vermöbelt zu werden. Zudem ist das CGI-Blut völlig außer Kontrolle. Es wäre ja schön, wenn es wirklich gut aussehen würde, aber meistens sieht es einfach nur nach Erdbeermarmelade aus.Trotz Bautistas großartiger dramatischer Erfolgsbilanz scheint er bei Action, die nicht Marvel-mäßig ist, einfach nicht aufs Treppchen zu kommen. Das liegt vermutlich daran, dass er offensichtlich in einer romantischen Komödie mitspielen will und deshalb jede Rolle annimmt, die auch nur ansatzweise daran erinnert. Aber dieses Drehbuch ist so schwach, dass er das Material nicht wirklich aufwerten kann. Es gibt zwar ein paar lustige Momente, aber alles an "The Killer's Game" schreit geradezu nach Standard und Durchschnitt. Und da Bautista seine Zeit als Actionstar scheinbar beendet, kann man wirklich nur hoffen, dass er es schafft, bevor es zu spät ist. Denn der Mann kann durchaus spielen.
5/10
Quellen:
Inhaltsangabe: amazon Video
Poster/Artwork: Lionsgate/Endurance Media/Mad Chance