Sonntag, 16. April 2017

Wishmaster (1997)

http://www.imdb.com/title/tt0120524/

Als Sammler antiker Kunst ist Beaumont (Robert Englund) stolz auf seinen neuen Schatz Eine Statuette des persischen Gottes Ahura Mazda. Leider geht diese bei einem Unfall in die Brüche und zum Vorschein kommt ein blutrotes Juwel, das die Mineralogin Alexandra (Tammy Lauren) sehr interessiert. Was sie nicht ahnt ist, daß ein Djinn (Andrew Divoff) seit Jahrhunderten in dem Stein gefangen ist. Bald bricht der Dämon aus, erfüllt als perfekter Verführer seinen Opfern jeden Wunsch - und raubt so die Seele. Sein Ziel ist aber ein größeres: Die Herrschaft seiner alten Rasse über die Welt!

Sei sorgfältig mit der Wahl deiner Wünsche! "Wishmaster" ist ein absolut cooles Beispiel für einen kurzweiligen Horror aus den Neunziger Jahren. Regisseur Robert Kurtzman inszenierten diesen bitterbösen und streckenweise auch ziemlich blutigen/grotesken Film, dessen handgemachte Effekte noch heute überzeugen. Wes Craven, der in Verbindung mit "Wishmaster" immer wieder genannt wird, war hier lediglich als Produzent tätig. Der Streifen ist sicherlich kein ewig leuchtender Stern am Genre-Himmel und dennoch ist dieses B-Movie erstaunlich gut ausgefallen. Wer hier die "Aladdin und die Wunderlampe" erwartet, liegt völlig daneben, denn dieser Djinn ist abgrundtief böse und hat es faustdick hinter den Ohren. Die hinterlistige Art dieses Dämons und die Umsetzung seiner Wunscherfüllungen sind sehr kreativ und stellenweise nichts für seichte Gemüter. Kurzum: der Film enthält derbe Splatter-Kost, die stellenweise sogar an den Genrebruder "Hellraiser" erinnern. Allerdings beweist "Wishmaster" gerade im Mittelteil, das weniger oftmals mehr ist, denn dort kommt er auch sehr gut ohne derbe Effekte zurecht. Dies wird mit teils tiefschwarzem Humor untermahlt, jedoch so gehalten, das der Djinn nie zum Kasper mutiert sondern seine List unterstreicht und ein mulmiges Gefühl beim Zuseher erzeugt. Andrew Divoff, der das Böse in Person hier wiederspiegelt, macht seine Sache ausgezeichnet und trägt dazu bei, das "Wishmaster" zu keinem Zeitpunk unfreiwillig komisch oder gar kitschig wird. Der Film trägt vom Start weg einen bitterbösen Unterton mit sich, nicht zu bierernst aber auch nie wirklich zu witzig. Und diese Mischung funktioniert hier wirklich hervorragend und macht "Wishmaster" zu einem kleinen, aber feinen Filmchen, den man sich immer mal wieder gern ansieht.

Auch erwähnenswert, das einige Genre-Berühmtheiten hier ihren Gastauftritt haben, Robert Englund, Tony Todd, Ted Raimi oder auch Kane Hodder, der hier kurz durchs Bild huscht.

7/10

Von NSM Records kommt der Film hierzulande ungeschnitten und in HD auch im auf 999 Stück limitierten und nummerierten Mediabook: