Samstag, 22. April 2017

[KINO FFFnights] Seuls - Alone (2017)

http://www.imdb.com/title/tt3838034/

Auf einmal ist Leila (Sofia Lesaffre) ganz allein. Gerade noch hat sie auf dem Rummelplatz die Übergriffe der Schulbullys hinter sich gelassen, nun findet sie sich verlassen in den menschenleeren Straßen der französischen Großstadt Fortville wieder. Selbst ihr komatöser Bruder ist aus dem Krankenhausbett verschwunden. Wo sind die 500.000 Einwohner so plötzlich hin? Evakuiert? Unwahrscheinlich. Von einer Seuche dahin gerafft? Dann müssten überall Leichen herumliegen. Bevor sie beginnt, an ihrem Verstand zu zweifeln, trifft Leila auf vier weitere jugendliche Gestrandete, unter ihnen die junge Camille (Kim Lockhart) und Terry (Jean-Stan Du Pac) der Milliardärssprössling Yvan (Paul Scarfoglio) und der Kleinganove Dodji (Stéphane Bak). Der ungleiche Trupp macht sich auf, das Geheimnis der verlassenen Stadt zu ergründen. Und das des maskierten Attentäters, der mit Flugdrohne, Messer und Armbrust Jagd auf sie macht. Doch dann kommt der Nebel...

"Seuls" ist ein Fim, dessen Story erst einmal sehr interessant klingt. Eine komplett verlassene, verwaiste Stadt, dazu ein mysteriöser, bis an die Zähne mit Messern bewaffneter Fremder mit Maske und 5 Kids, die in alldem auf der Suche nach Antworten sind. Antworten, wie es sein kann, dass sie von jetzt auf gleich allein aufwachten und alle anderen Menschen verschwunden sind. Ja, "Seuls" verspricht anfänglich viel. Zu viel. Denn wenn schon nach zehn Minuten klar ist, worauf das alles hier am Ende hinauslaufen muss, dann rettet auch ein eingestreuter (aber immerhin angsteinflössender) Attentäter, der noch dazu und erst einmal offensichtlich völlig grundlos Jagd auf das ungleiche Team macht, auch keine Situation mehr.


Das ist etwas schade, denn das Team und damit die Kinder-/Jugenddarsteller(innen) sind in ihren Rollen durchweg überzeugend und teilweise sogar sympathisch, sodass man gern mit ihnen mitfiebern möchte. Allen voran Protagonisten und Anführerin Leila, gespielt von Sofie Lesaffre. Jedoch kopiert Regisseur David Moreau, der 2006 mit seinem Streifen "Ils"/"Them" auf sich aufmerksam machte, viel zu viel Auflösungsentscheidentes aus anderen Filmen und Serien (vor allem einer bestimmten Serie), sodass schon gleich zu Beginn die Luft raus ist. Gepaart mit einigen hässlichen Filmfehlern und Blödheiten seitens des Verhaltens der Figuren, erliegt der Streifen spätestens ab der Hälfte seinem eigenen Konzept. Begann "Seuls" noch interessant und ansprechend wird es im Mittelteil dröge und teils auch etwas zu langatmig, gegen Ende abstrus und fragwürdig und alles in allem nur schmerzhaft (Kopf->Tisch) blöde.


Nein, "Seuls" ist leider nicht der große Wurf geworden. Zu viel Kopie, zu wenig Eigeninitiative und zu wenig Mut, mal etwas ganz anderes zu machen. Und - das soll nicht unerwähnt bleiben - leider auch zu wenig inszenatorisches Geschick, den Zuschauer zumindest über weite Strecken im Dunkeln über das Warum und Wieso zu lassen. Dazu kommen reichlich lahme CGI-Effekte und ein Ende, was einem die Haare zu bergen stehen lässt - im negativen Sinne. Wenn man nach so einem Film beim Finale angesichts der Szenerie schon fast lachen muss, dann war das erst recht nix. Da muss ein Vorschlaghammer her, der dem Zuschauer in den Magen gedrückt wird. Hätte man mehr in die dystopische, graue Betonwelt der Großstadt investiert, um dort vielleicht nach und nach das Mysterium aufzulösen ohne das noch unbedingt ein Killer auftaucht, dann wäre der Film noch eine Spur besser geworden. Aber so...

4/10