Donnerstag, 24. März 2016

The Hunger Games - Die Tribute von Panem: The Hunger Games (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1392170/

In der nahen Zukunft ist die USA zusammengebrochen. Kriege und Naturkatastrophen haben das Land zerstört. Aus den Trümmern ist Panem entstanden, geführt von einer unerbittlichen Regierung, die jedes Jahr grausame Gladiatorenspiele veranstaltet, bei der nur eine einzige Person überlebt. 24 Jugendliche aus 12 verschiedenen Distrikten nehmen an den Spielen teil. Als die kleine Schwester der sechzehnjährigen Katniss (Jennifer Lawrence) antreten soll, nimmt Katniss ihren Platz ein. Ebenfalls ausgewählt wurde der Junge Peeta (Josh Hutcherson), den sie seit ihrer frühesten Jugend kennt. Obwohl sie befreundet sind und Peeta ihr vor Turnierbeginn sogar seine Liebe gesteht, verlangen die Regeln des Spiels, dass sie von nun an Feinde auf Leben und Tod sein müssen. Zusammen versuchen sie, die Regeln zu umgehen und gemeinsam lebend dem perfiden Spiel zu entkommen...

Der Auftakt zur "Hunger Games"-Trilogie ist eine clevere Mischung von bekannten Details aus Geschichte, Literatur, Manga und Comic, die geschickt zusammengefügt nur ein Ziel verfolgen: den Erfolg an der Kinokasse. Und der ist sicher, denn der Film bietet anregende Unterhaltung. Ein wenig durchgeknallt, ein bisschen schrill, eine Lovestory und manche unerklärbare Absonderlichkeit. Manche Figuren stammen direkt aus "Alice im Wunderland" (z.B. Elizabeth Banks), Urwaldfallen aus dem Überlebenskampf von "Rambo" und die Kämpfe selbst erinnern ein ums andere Mal an den bis heute berüchtigten "Battle Royale". Man merkt schon: Besonders neu ist die Prämisse von "Die Tribute von Panem" nicht. Durch die klar definierten Regeln der Spiele und die lange Vorbereitungsphase, die den Zuschauer etwas hinter die Kulissen blicken lässt, ist die Idee aber trotzdem interessant. Durch einige Twists und häufige Blicke zu den Koordinatoren der "Hunger Games" bekommt das Ganze einen Hauch von "Die Truman Show" und geht damit vielleicht sogar als etwas plattere, oberflächliche Mediensatire durch.

Ein totalitärer Staat in der Zukunft, dessen Bewohner in mittelalterlichen Verhältnissen leben, weckt zunächst das Interesse der Zuschauer. Die soziale Diskrepanz wird noch durch einen Klassengegensatz verstärkt: die Regierenden sind fies, grausam und lieben makabre Scherze. Die verdummte Masse des Volkes scheint leicht manipulierbar durch die Allgegenwart der Medien. Ausgesuchte Gladiatoren kämpfen nach dem Highlander-Prinzip gegeneinander. Auch eine Liebespaar findet sich: Katniss (Jennifer Lawrence) und Peeta (Josh Hutcherson). Sehr seltsam ist dazu die Gewaltdarstellung und die damit verbundene Freigabe. Kinder, die sich unter Zwang gegenseitig töten... was für eine grausame, unmenschliche Vorstellung. Trotzdem fällt den Protagonisten das Töten erschreckend leicht, wird kaum hinterfragt und geschieht oft fast schon beiläufig. Hier mal ein Pfeil in den Bauch, hier mal jemanden lebendig von Hunden zerfleischen lassen. Dadurch, das die Figuren ziemlich unbeeindruckt von der Gewalt scheinen und der Zuschauer auch nicht die Konsequenzen der Tötungen sieht, etwa beim Hundeangriff, wirkt die Darstellung schon fast verharmlosend. Sicher nicht die Intention des Films. In den Kämpfen aber auch in Alltagssituationen wird leider viel zu oft eine extrem nervige Wackelkamera eingesetzt, die oftmals nichts mehr erkennen lässt, was als sehr störend empfunden werden kann.

Und dann schleicht sich in der Mitte ein Hänger ein. Die Stunts wiederholen sich, alles verläuft zu glatt. Auch die anfangs und am Ende emotionale Schiene wird im Breitformat gefahren nutzt sich etwas ab, was der Zielgruppe auf die das Spektakel abzielt offenbar nichts ausmacht. Beeindruckend die Kunstfigur des Moderators Caesar Flickerman (Stanley Tucci), neben dem selbstzerstörerischen Exhelden und Säufer Haymitch (Woody Harrelson). Da ist von Vielem so viel drin, dass man manches gut findet, weil der Unterhaltungseffekt stimmt. Insgesamt unterhaltsamer Sci-Fi-Streifen mit interessantem Szenario und guter Besetzung, der zu sehr an seiner Teenie-Zielgruppe und der etwas planlosen Inszenierung leidet, um in die wirklich hohen Bewertungsbereiche vorzustoßen.

7/10

Die "Hunger Games"-Trilogie gibt es in einer schicken Box. Diese beinhaltet als einzige "Mockingjay, Pt. 1" in 3D, verfügt über einen ausführlichen Buchteil und ist optisch ein kleiner Leckerbissen.