Montag, 3. März 2014

The Island - Die Insel (2005)

http://www.imdb.com/title/tt0399201/

Lincoln Six-Echo (Ewan McGregor) ist ein Bewohner einer futuristischen aber in sich abgeriegelten Fabrik in der Mitte des 21. Jahrhunderts. Wie alle Insassen träumt er davon, dass er auserwählt und somit auf ‘Die Insel’ geschickt wird – angeblich der letzte Ort auf dem Planeten, der nicht verseucht ist. Doch dann findet Lincoln heraus, dass seine ganze Existenz auf einer Lüge basiert. Er und seine Mitbewohner in der Fabrik sind menschliche Klone, deren einziger Zweck es ist, für die richtigen Menschen als Ersatzteillager zu dienen. Als er schliesslich das Alter erreicht hat, in dem er ‘geerntet’ werden soll, bricht er mit der hübschen Jordan Two-Delta (Scarlett Johansson) aus dem Gefängnis aus, und es folgt eine lebensgefährliche Flucht vor den Handlangern der Fabrik...

Dieser Film war für mich der Beweis, dass Michael Bay - zumindest in Ansätzen - auch etwas anderes kann als nur Daueraction mit lahmen Storyversatzstücken dazwischen. Und das liegt an drei relativ einfachen Dingen:

Punkt 1: die Optik: Was man zuerst besonders beachten sollte, ist die durchaus kalte, sterile Ästhetik die vor allem in der ersten Hälfte gut rüber kommt. Zwar werden die Bilder im Verlauf zunehmend dreckiger, aber verlieren nie vollkommen den kalten Sci-Fi-Look. Die Kamera ist meistens auch wirklich hervorragend, mit sehr schönen Aufnahmen und bei der Action kracht es meistens richtig, mit viel splitterndem Glas, Metall oder Stein.
Punkt 2: die Musik: die eindringliche Melodie des Soundtracks - insbesondere des Hauptthemes - ist so wunderbar passend, dass man mit Freude zuhört. Oft elektronisch, aber immer mit einem mechanisch-stilvollen Klang, der perfekt mit den Bildern harmoniert.
Punkt 3: der Inhalt: Wie man sehen kann, ist die Präsentation auf einem sehr hohen Level. Trotz aller bösen Kritik an dem Regisseur an sich muss man Michael Bay einfach zugestehen, dass er sauber und gut Inszenieren kann. Hier hat er meiner Meinung in dem Bereich einen seiner Höhepunkte erreicht.

Und die Geschichte an sich, wie sieht die Story aus? Flach oder auf hohem Niveau? Ganz genau kann man das nicht beantworten, aber hier ist Bay immerhin auf dem richtigen Weg. Auch wenn er bei vielen anderen Sci-Fi-Werken etwas geklaut hat, so ist besonders der Anfang mit der abgeriegelten Kolonie hervorragend. Auch sorgt Steve Buscemi wie immer für einige Lacher und einen Haufen cooler und teils sogar philosophischer Dialoge gibt es auch noch obendrauf. Das damals wie heute aktuelle Thema Klonen, Menschlichkeit und Recht auf Leben sind zwar nicht neu, aber im Film dennoch ordentlich aufbereitet. Leider verliert sich dies dann in der zweiten Hälfte, denn da jagt dann eine Actionszene die nächste und jegliche Handlung geht in zermalmten Fahrzeugen und Explosionen unter. Zwei der Actionszenen wurden sogar später für "Transformers 3" recycled:


Aber immerhin sieht das Ganze gut aus und macht Laune. Ein zwar erwartetes, aber dennoch schönes Ende gibt es dann auch noch, wie schön.

Auch wenn es also nicht unbedingt sehr tief in die Materie geht und man durchaus mehr aus der Handlung hätte herausholen können, ist dies wohl sicher der bisher am besten durchdachteste Michael Bay-Film. Auf jeden Fall ist es einer der etwas besseren Action-Unterhaltungsfilme. Allerdings sollte man immun gegen allzu offensichtliche Schleichwerbung sein.

7,5/10