Samstag, 1. März 2014

The Beach (2000)

http://www.imdb.com/title/tt0163978/

Der junge Amerikaner Richard (Leonardo DiCaprio) kommt nach Thailand, um das große Abenteuer zu entdecken. Von einer duchgeknallten Engländerin erfährt er von einer geheimen Insel, einem entlegene, völlig unbekannten Strand: das Paradies. Mit einer handgezeichneten Karte machen sich Richard und das französische Pärchen Francoise und Etienne auf den Weg, diesen fabelhaften Ort zu finden. Nach zahllosen Abenteuern und Gefahren gelangen sie tatsächlich auf die Insel, doch auf der Anhöhe eines Wasserfalls ist der Weg zu Ende. Sie wagen den Sprung in die Tiefe und ahnen nicht, dass es der Beginn einer Reise ins Herz der Finsternis ist…

Der Stoff von "The Beach" ist wie geschaffen dafür von einem Kinovisionär wie Danny Boyle umgesetzt zu werden. Waren Boyles Filme anfangs schon zynisch, verrückt und wunderbar gefilmt ("Trainspotting" ist das beste Beispiel dafür) wurden seine Filme ab "The Beach" irgendwie immer größer und professioneller.

Der Film verliert sich fast schon etwas in der grandiosen Optik inklusive dem genialen und vor allem so perfekt passendem Soundtrack, der mit Größen wie Moby, Underworld oder Faithless aufzuwarten weiß. Der vollkommene Strand, das Sinnbild für persönliche Freiheit und unfassbare Glückseligkeit. Aber nichts, was viel zu gut ist, um wahr zu sein, währt ewig. Schon gar nicht, wenn ein Haufen Menschen meinen, ihre Auffassung von Spaß und Gemeinschaft über alles stellen, den Status Quo mit fragwürdigen Mitteln beschützen und alles Störende einfach ausschließen zu müssen. Es ist ja schließlich zum Wohl aller. Blöd halt, dass der Mensch überwiegend aus Missgunst, Eifersucht, Hass und vor allem schier grenzenlosen Egoismus besteht mit dem unnachahmlichen Hang nach Zerstörung. Heuchelei nicht zu vergessen.

So wird aus "The Beach" ein klasse Film mit den schon erwähnten beeindruckenden Landschaftsaufnahmen und einer Story, die von der ersten Minute an mitreißt und im Laufe der Zeit immer heftiger, unangenehmer und faszinierender wird... nur um am Ende richtig Psycho zu werden. Da durfte sich dann Boyle nochmal so richtig visuell austoben. Austoben darf man sich auch an den von Leonardo Di Caprio gespielten Charakter. So sehr man seine Freude zu Beginn teilt, desto mehr fängt man an, ihn und seine egoistischen Motive zu verabscheuen. Sympathische Charaktere, die Geschichten aus dem Off erzählen, sehen anders aus. Aber so richtig sympathisch ist hier eh keiner. Weder DiCaprio noch Tilda Swinton (mal wieder herausragend) und schon gar nicht der vollkommene Strand. Aber der Film ist gerade deswegen so faszinierend - auch wenn man ihn schon an die zehn Mal gesehen hat.

8,5/10