Dienstag, 18. März 2014

Lo Imposible - The Impossible: Nichts ist stärker als der Wille, zu überleben (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1649419/

Es sollte Weihnachten einmal anders werden, doch das Urlaubsvergnügen vor exotischer Kulisse wurde der pure Überlebenskampf: Wir schreiben den 26. Dezember 2004. Das Ehepaar Henry (Ewan McGregor) und Maria (Naomi Watts) verbringen mit ihren drei Kindern den Weihnachtstrubel in der idyllischen Inselwelt Thailands am Hotelpool, als die Katastrophe unvermittelt über sie hereinbricht: Ein Seebeben vor der Westküste Sumatras löst einen Tsunami aus, und eine gewaltige meterhohe Welle trifft auf die angrenzenden Landmassen. Ohne Vorwarnung haben die Menschen nicht den Hauch einer Chance sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Die Familie wird förmlich auseinandergerissen. Maria und der älteste Sohn Lucas (Tom Holland) werden weggespült, während Henry zumindest mit den beiden jüngeren Kindern Thomas (Samuel Joslin) und Simon (Oaklee Pendergast) vereint bleibt. Die Urgewalt der Welle hinterlässt eine Welt in Trümmern. Verzweifelt versuchen Henry und Maria im Chaos der Welt, ihre Familie wieder zusammenzuführen.

Der Film beschäftigt sich fast ausschließlich mit einer Familie und behandelt mehr oder weniger die Art, wie sie mit der Katastrophe umgehen und weniger die Katastrophe an sich. Diese - der Tsunami von 2004 - wird nur als "Opener" verwendet - und das mit brachialer Wucht! Es ist absolut packend inszeniert worden, denn als die Fluten das Hotel und den Pool überrollen und die Eltern samt Kindern von den Wassermassen verschlungen werden, stehen einem die Haare wortwörtlich zu Berge! Und ganz nebenbei: was hier (FSK12) sehr offen (und das ist durchaus wortwörtlich zu nehmen!) an Verletzungen gezeigt wird, sieht man kaum in FSK18-Streifen!

Alles Darauffolgende ist genauso nervenaufreibend wie es schmalzig ist, wozu insbesondere die eklig rührselige Musik von Fernando Velázquez beiträgt. Großartig, langsam, ruhig gefilmt und klasse Kamerafahrten, die den Zuschauer mitten in die schwere Zeit nach der Katastrophe befördern. Dort wird man mit richtig harten und heftigen Szenen des Leids, Elends, Terrors und Verzweiflung konfrontiert, die so bitter, schrecklich und herzzerreißend anzusehen waren, dass es nicht nur einmal heftig auf den Magen schlägt und man den Tränen nahe ist... und froh ist, daheim auf der trockenen und sicheren Couch zu sitzen. Mit einer amerikanischen Familie, die von der Welle auseindergerissen wurde, durchlebt man das ganze Elend und die verzweifelte Suche nach Hoffnung, und das sehr intensiv und ergreifend. Naomi Watts spielt absolut genial, aber auch Ewan McGregor und die Kids spielen das wirklich hervorragend, bis an die Gänsehautebene, und das durchgehend.

Dem Film vorzuwerfen, dass er die dramatischen Ereignisse vor, während und nach der Katastrophe nur von einer begrenzten Sichtweise betrachtet halte ich durchaus für legitim und es gab Phasen, da habe ich das auch so gesehen. Aber da das hier keine Doku ist, sondern ein Kinofilm muss es halt Protagonisten geben, aus deren Sicht die Ereignisse erzählt werden.

7,5/10