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Sonntag, 15. September 2013

From Beyond - Aliens des Grauens (1986)

http://www.imdb.com/title/tt0091083/

Mit "From Beyond" nahm sich der bei Fans bestens bekannte Genreregisseur Stuart Gordon wieder einmal  einer Geschichte von H.P. Lovecraft an, die in ihrer filmischen Umsetzung wieder für einen gepflegten 80er-Jahre-style Ekelfaktor sorgt.

Ein Wissenschaftlerteam experimentiert mit einem sogenannten Resonator, der die Zirbeldrüse im Gehirn anregen soll, um verborgene psychische Kräfte zu fördern. Dabei entsteht jedoch eine Art Riss in ein anderes Universum, aus dem fremde Wesen in unseres eindringen. Nachdem der Leiter des Projektes getötet wurde, hält man sich an den Assistenten Tillinghast, um mit ihm die Vorgänge in dem Haus zu untersuchen. Es stellt sich jedoch heraus, dass die Wesen und die Maschine nicht mehr zu kontrollieren sind. Auch mit Tillinghast, dessen Zirbeldrüse ihn allmählich mutieren läßt, geht eine schreckliche Veränderung vor…

Schon mit der Verfilmung von "Re-Animator" bewies Gordon, dass er in der Lage ist, die Lovecraft-Geschichten für den härtern Horrorfan salonfähig zu machen. "From Beyond“ ist da keine Ausnahme. Die irre Geschichte, in der ein Wissenschaftler mit seinem Assistenten einen sogenannten Resonator herstellt, mit dem es gelingt, mittels bestimmter Frequenzen die Zwirbeldrüsen des Gehirns anzuregen, steigert sich im Verlauf des Films zu einem richtig schön ekelhaften, schleimigen und durchaus spannenden Horrorsplatterfilm. Ab dem Moment, wo das Tor zu einer anderen Dimension aufgestoßen wird und die fremden Wesen in unsere Welt eindringen, weiß man wieder, was das Horrorkino der 80er Jahre so alles zu bieten hatte. Der dreckige Look und die unangenehme Atmosphäre sind ununterbrochen präsent und gehen mit den hervorragenden handgemachten Spezial Effekten Hand in Hand. Gordon treibt hier wie gewohnt die Gewaltspitzen auf einen Level, der für zartbesaitete Gemüter sicher nicht geeignet ist. Blut, Schleim und kranke Kreaturen dominieren das Geschehen und sehen in ihrer Umsetzung richtig klasse aus. Für den Splatterfan ist also reichlich geboten.

Auch schauspieltechnisch weiß der Film zu gefallen. Bekannte Genregesichter wie Jeffrey Combs oder Ken Foree leisten bei diesem Gruselkabinett ihren soliden Beitrag und lassen den Streifen nicht zu einer typischen B-Movie Party verkommen. Insgesamt kann man guten Gewissens behaupten, dass Stuart Gordon’s "From Beyond" bis heute zu den richtig kleinen Horrorschätzen zählt, die es verdient haben entdeckt zu werden. Effekttechnisch überzeugt der Film auch heute noch und lässt doch irgendwie die gute alte Zeit des 80er Jahre Horror- Kinos vermissen.

8/10

Von OfDb Filmworks erschien der Film als ungeprüfte und ungeschnittene Fassung als "Collector's Edition" im DigiPak. Allerdings ist die Auflage stark limitiert.


Donnerstag, 1. September 2016

Ash vs Evil Dead, Season 01 (2015)

http://www.imdb.com/title/tt4189022/

"Ash vs Evil Dead" setzt rund drei Dekaden nach den Ereignissen der "Evil Dead"-Trilogie ein. Die grausamen und abenteuerlichen Ereignisse haben bei Ashs (Bruce Campbell) Gemüt anscheinend allerdings kaum Spuren hinterlassen: er ist zwar ein wenig aufgedunsen und muss sich nach wie vor mit seiner Handprothese arrangieren, aber der Supermarktangestellte nimmt das Leben locker. Er hat es seit dreißig Jahren nicht mehr mit blutrünstigen Dämonen zu tun gehabt und mit seinem Charme und einer erdachten Geschichte kann er bei seiner abendlichen Sauftour immerhin Eindruck beim weiblichen Geschlecht schinden. Als Ash und seine Eroberung das dreckige Kneipenklo als Hort der Liebe missbrauchen, kippt die Stimmung plötzlich von einen Moment auf den anderen und Ash hat eine erschreckende Vision, die ihn und den Zuschauer ganz bleich werden lässt. Die Libido gewinnt zwar letztendlich die Oberhand und Ash lässt sich nicht das körperliche Vergnügen verderben, aber das Erlebnis gibt ihm keine Ruhe und so wird zuhause nach langer Zeit wieder das alte Necronomicon aka Das Buch der Toten aus der Schublade gekramt. Dabei macht Ash eine erschreckende Entdeckung und ihm wird bewusst, dass die Geister seiner Vergangenheit ihm wieder auf den Fersen sind und dass eine erneute Konfrontation mit höllenhaften Kreaturen bevorsteht. Nun muss sich der Held seiner Verantwortung stellen und die bösen Dämonen ein weiteres Mal in ihre Schranken weisen – unwichtig zu erwähnen, dass er selbst für das Unheil verantwortlich ist, da er unter Einfluss von Drogen und Alkohol munter aus dem Necronomicon Ex-Mortis zitierte und so erneut das Böse frei lies. Nur Ash ist in der Lage, diese Bedrohung zu stoppen. Unterstützung erhält er dabei von seinem liebsten Kollegen Pablo (Ray Santiago) und dessen Schwarm Kelly (Dana Delorenzo). Darüber hinaus trifft das Trio auf die tapferer Polizistin Amanda Fisher (Jill Marie Jones) und die geheimnisvolle Ruby Knowby (Lucy Lawless)...

http://www.imdb.com/title/tt4427980/
1.1. El Jefe (El Jefe)
Ash (Bruce Campbell) ist zurüüück! 30 Jahren nach seinem letzten Kampf gegen die Untoten entlässt der hammerharte Monsterjäger Ash Williams das Böse in einem Moment der Unachtsamkeit wieder in die Welt. Nun mischen die Untoten wieder sein Leben auf... - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt4466474/
1.2. Köder (Bait)
Special Agent Fisher ist hinter Ash (Bruce Campbell) her. Pablo (Ray Santiago) lässt bei einem heftigen Showdown erstmals Blut spritzen, und eine bittere Offenbarung verändert Kellys (Dana Delorenzo) Leben für immer. -8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt4632962/
1.3 Bücher aus dem Jenseits (Books From Beyond)
Eine rätselhafte Frau entdeckt die Zerstörung in Kellys Elternhaus. Während setzen Ash(Bruce Campbell) , Pablo (Ray Santiago) und Kelly (Dana Delorenzo) ihre Reise mit den Necronomicon fort, und Fisher (Jill Marie Jones) findet sich in der nächsten ebenso unerklärlichen wie entsetzlichen Lage wieder. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt4696468/
1.4 Brujo (Brujo)
Ein unheiliges Bündnis wird geschmiedet. Ash (Bruce Campbell) und sein Team folgen einem neuen Hinweis, aber Kelly (Dana Delorenzo) bezahlt dafür einen Preis. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt4713110/
1.5 Besessen (The Host)
Kelly (Dana Delorenzo) bringt das Team in Gefahr. Pablo (Ray Santiago) ist zu einer mutigen Tat gezwungen und Ash (Bruce Campbell) überrascht mit einem neuen Charakterzug. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt4713114/
1.6 Fünf-Sterne-Service (The Killer Of Killers)
Ash (Bruce Campbell) hat einen Moment der Erkenntnis. Pablo (Ray Santiago) und Kelly (Dana Delorenzo) machen eine ominöse Entdeckung. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt4713116/
1.7 Die Bürgerwehr (Fire In The Hole)
Das Team muss extreme Maßnahmen ergreifen, um aus einer tödlichen Klemme zu entfliehen. Währenddessen erfahren wir mehr über Rubys (Lucy Lawless) Mission. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt4713122/
1.8 Ash vs. Ash (Ashes To Ashes)
Ash (Bruce Campbell) versucht, das Böse zu vernichten, doch zunächst muss er sich anderen, deutlich greifbareren Albträumen aus seiner Vergangenheit stellen. Fisher (Jill Marie Jones) stellt eine grauenhafte Veränderung an Ash fest. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt4713126/
1.9 In Fleisch gebunden (Bound In Flesh)
Ash (Bruce Campbell) findet sich in einem tödlichen Duell mit seinem größten Gegner wieder. Kelly (Dana Delorenzo) und Pablo (Ray Santiago) müssen entscheiden, wem sie vertrauen. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt4427982/
1.10 Die Dunkle (The Dark One)
Ash (Bruce Campbell) will ich in letzter Sekunde auf monumentale Weise die Welt vom Bösen befreien. Doch die Gegenseite bietet ihm einen Handel ein, der ihn für immer verändern könnte... die Menschheit allerdings auch. - 9,5/10

Mit "Tanz der Teufel", "Tanz der Teufel 2" und dem dritten Film "Armee der Finsternis" schuf Regisseur Sam Raimi eine kultige Trilogie, die nun im Serienformat wieder von den Toten aufersteht. "Ash vs Evil Dead" soll das alte Feeling ins Wohnzimmer transportieren und hat neben dem alten Hauptdarsteller Bruce Campbell eine Menge Humor und eine Riesenportion Blut zu bieten. Bereits zu Anfang der Pilotepisode "El Jefe" präsentiert sich Hauptcharakter Ash (Bruce Campbell) gewohnt selbstironisch. Das Ganze hört sich dramatisch an und das ist es auch, aber der Horror wird immer wieder von so absurden Umständen begleitet, dass das Lachen niemals zu kurz kommt. Beispielsweise hängt die Rückkehr der Dämonen nicht etwa mit einem besonders geheimnisvollen Ereignis zusammen, sondern hat vielmehr mit Ashs Unachtsamkeit zu tun. Noch bevor Ash der Sache ausführlich auf den Grund gehen kann, tauchen die Dämonen relativ schnell auf und sorgen für Unruhe in der Kleinstadt. Auf ihrem Weg zu Ash suchen sie zunächst andere Menschen heim und sorgen dabei meistens für ein ausuferndes Blutbad. Flucht erweist sich für Ash über kurz oder lang als keine Option und er muss den Kampf gegen die sinistren Kreaturen wieder aufnehmen. Zum Glück befinden sich noch die gute alte Schrotflinte und die Kettensäge in seinem Besitz, die er statt der Handprothese an seinem rechten Arm befestigen kann.

Fans von Blut und Splatter werden bei "Ash vs Evil Dead" auf ganzer Linie bedient und von abgehackten Körperteilen bis hin zu explodierenden Köpfen wird hier einiges geboten. "Armee der Finsternis" zeigte sich seinerzeit in Sachen Gewalt gegenüber den ersten beiden "Tanz der Teufel"-Filmen ein wenig massenkompatibler und überzeugte mehr durch kreative Einfälle wie die unvergesslichen Miniatur-Ashs und weniger durch besonders brutale Szenen. "Ash vs. Evil Dead" geht teilweise wieder zurück zu den Anfängen und zeigt schon im Serienauftakt einige rabiate Szenen. Einige Elemente lassen aber durchaus auch Erinnerungen an "Armee der Finsternis" wach werden und sorgen für einen gewissen Wiedererkennungswert, ohne dass es sich nach einer Kopie anfühlt. Die Spezialeffekte wirken zu einem beträchtlichen Teil handgemacht und es wurde viel mit Masken, Kostümen und einer Menge Kunstblut gearbeitet. Dadurch wirkt alles wesentlich authentischer und erinnert angenehm an die Horrorfilme der achtziger Jahre. Allerdings gibt es auch Szenen mit CGI-Effekten und die fallen einem sofort ins Auge, gerade weil so vieles andere mit Hand umgesetzt wurde. Die computergenerierten Elemente sind aber in der Unterzahl und wirken in der Regel nicht deplaziert, sondern können wegen der bewusst trashigen Machart sogar für ein Schmunzeln sorgen.

In Sachen Stimmung und Atmosphäre platziert sich "Ash vs. Evil Dead" zwischen dem zweiten und dritten Teil von "Tanz der Teufel". Während der Erstling seinerzeit noch vergleichsweise ernst daherkam, entwickelte sich die Filmreihe später immer mehr in Richtung Horrorkomödie und spätestens "Armee der Finsternis" sorgte mit grotesken Szenen und Fantasyelementen für mehr Lachen als Gruseln. Als Neuling im "Tanz der Teufel"-Franchise könnte man anfangs durchaus ein wenig überfordert sein, denn der Einstieg gestaltet sich relativ unmittelbar und ohne Kenntnis der Filme weiß man in der ersten Hälfte des Piloten nichts über die Hintergründe. Später gibt Ash allerdings eine kleine Retrospektive zum Besten, bei der sogar kurze Szenen aus den alten Filmen zu sehen sind. Fans erkennen natürlich die Elemente der früheren Filme und diese sind hier nicht nur vorhanden, sondern werden immer wieder in aller Deutlichkeit zelebriert. Schrotflinte und Kettensäge sind nicht einfach nur Ashs Waffen, sondern gehören zu seiner Person wie der Kriegshammer Mjölnir zu Thor. Spätestens wenn man eine namenlose und dämonische Entität aus der Egoperspektive begleitet und sie auf ihre Opfer zurasen sieht, fühlt man sich als "Tanz der Teufel"-Fan zu Hause.


Natürlich lebt "Ash vs Evil Dead" nicht zuletzt von Bruce Campbells Performance und man merkt sofort, dass er Spaß an seiner Rolle hat. Selbstverständlich ist Ash kein komplexer Charakter, aber der Mischung aus unbeholfenem Loser und obercoolem Dämonenvernichter kann man sich kaum entziehen und die Figur besitzt durch ihre ungezwungene Art unheimlich viel Charme. Die erste Staffel ist genial, lässt das alte Feeling wieder aufleben und zelebriert einen Mix aus Splatter, Komödie und Horror - ganz so wie es sein sollte. Da freut man sich auf Staffel 2.

9/10

Von NAMELESS Media kommt der Film in HD im auf 1.500 Stück limitierten Mediabook, welches man nur auf Börsen erhielt. Es enthält Staffel 1 und Staffel 2, sowie einen Platzhalter für Staffel 3:



Quellen
Inhaltsangabe: Warner Bros.
Poster/Artwork: Twentieth Century Fox/Starz

Samstag, 7. Dezember 2019

Dagon (2001)

https://www.imdb.com/title/tt0264508/

Vor der spanischen Atlantikküste kentert eine amerikanische Segelyacht. Paul gelingt es gemeinsam mit seiner Freundin Barbara im Rettungsboot das kleine Fischerdorf Imboca zu erreichen. Dort hoffen sie auf Hilfe, aber das gesamte Städtchen verhält sich den Schiffbrüchigen gegenüber seltsam und regelrecht feindselig. Anfängliche Unhöflichkeiten gipfeln bei Einbruch der Dämmerung ohne Vorwarnung in Mordversuchen. Offenbar hängt die einst friedvolle Bevölkerung einem furchtbaren Kult an und giert nach Menschenopfern für ihren Meeresgott Dagon...

"No one leave Imboca. People come, but no one leave."

Als 2001 "Dagon" auf die Videotheken losgelassen wurde, da war es bereits eine Weile ruhig um die Horrorikonen Brian Yuzna und Stuart Gordon ("Re-Animator", "From Beyond", "Society"), die sich zu der Zeit in Spanien mit der Fantastic Factory ihr eigenes Filmstudio fürs Low Budget-Genrekino aufgebaut haben. H.P. Lovecraft war schon immer mal mehr, mal weniger Teil ihres Schaffens, doch mit "Dagon" kamen sie so nah an den Kern wie kaum jemand anderes, wenn sie hier hauptsächlich dessen Novelle "The Shadow Over Innsmouth" mit Elementen aus "Dagon" vermischen. Nicht selten wird "Dagon" für die selbst zu seiner Zeit schlechten digitalen Effekte kritisiert und das auch vollkommen zu recht, allerdings beschränken sich diese auf nur wenige Minuten zu Beginn und zum Ende hin und es wird im gleichen Atemzug auch gern übersehen, dass die schön schmoddrigen praktischen Effekte dafür - oder vielleicht deswegen - umso besser wirken. Davon ab bezieht der Film seinen Reiz viel lieber überwiegend aus der verwinkelten, unübersichtlichen und geradezu albtraumhaften Architektur des kleinen Fischerdorfes Imboca mit all seinen verwitterten und engen Gassen.

All das strahlt eine enorme wie unheimliche Authentizität aus und gestaltet die lang andauernde Flucht von Paul nur noch intensiver. Die Art, wie dieser ausufernde Teil der Geschichte erzählt wird, ist umwerfend. Paul wird endlos verfolgt von fremdartigen Wesen und hat nirgendwo die Möglichkeit ein sicheres Versteck zu finden, geschweige denn zu entkommen. Dazu verleiht ihm das Drehbuch eine spürbare Menschlichkeit, wie man sie in solchen Genre-Filmen eher selten finden kann: verletzt er sich, dann humpelt er auch für den Rest des Filmes, Türen lassen sich nicht so einfach auftreten, seine Brille will immer wieder zurecht gerückt werden und ein Auto kann auch nicht ohne weiteres kurz geschlossen werden. Das mögen nur Details am Rande sein, aber sie tragen sehr zur eigenwilligen, seltsam unwirklichen und dichten Atmosphäre bei, welche "Dagon" letztlich ausmacht. Auch ist es ein hübscher Kniff, dass Paul sich als Amerikaner in Spanien aufgrund seiner Sprachbarriere nicht verständlich machen kann und so die unheilvolle Konfrontation eines Einzelnen mit einer fremdartigen Überzahl zusätzlich hervorgehoben wird. "Dagon" ist in seiner Gänze sicherlich alles andere als perfekt, aber in seinen Details immer wieder so sehr gelungen, dass ich ihm seine Fehler nur zu gern nachsehe, wenn Yuzna und Gordon das verfallene Fischerdorf Imboca in solch faszinierender Fremdartigkeit als märchenhaften Horror inszenieren.

Fazit: "Dagon" ist ein sehr atmosphärischer Horrorfilm. In dieser Hinsicht ist er sehr gelungen. Leider passiert insgesamt zu wenig und dabei fallen trotz der kurzen Laufzeit ein paar wenige Längen auf. Dennoch ist "Dagon" ein recht sehenswerter Film, wobei man von einer Zusammenarbeit von Brian Yuzna und Stuart Gordon wohl letztlich etwas mehr erwarten durfte.

7/10

Von SHOCK ENTERTAINMENT erschien der ungeschnittene Film in HD in einem limitierten Mediabook:

Samstag, 27. April 2024

Suitable Flesh (2023)

https://www.imdb.com/title/tt21397580/

Die Psychiaterin Dr. Elizabeth Derby (Heather Graham) ist besessen davon, ihrem jungen, rätselhaften Patientin Asa (Judah Lewis) zu helfen. Da hilft es nicht, dass sie sich außerdem noch auf Asa ein wenig zu sehr einlässt. Asa leidet an einer extremen Form multipler Persönlichkeitsstörung, welche laut Elizabeth auf seinen besitzergreifenden Vater Ephraim (Bruce Davison) zurückzuführen sein könnte. Doch die Wahrheit ist viel seltsamer und tödlicher, da Ephraim tatsächlich von einem bösen Wesen besessen ist, das es ihm ermöglicht, in den Körper seines Sohnes zu wechseln. Er hat es sich zum Ziel gesetzt, Elizabeth zu nutzen, um seine Wesen am Leben zu erhalten. Und Elizabeths langjährige Freundin und Kollegin, Dr. Dani Upton (Barbara Crampton), könnte die einzige Hoffnung sein, ihre Seele zu retten...

"Suitable Flesh" ist eine vermutlich letzte Hommage an den im Jahr 2020 verstorbenen Gernespezialisten Stuart Gordon, der sicherlich vermisst wird, insbesondere nachdem man sich dieses kitschige Werk angesehen hat, das sein geliebtes H.P. Lovecraft-Territorium, nämlich groteske Horrorinhalte verbunden mit einem düster-komödiantischen Ton, aufleben lässt. In der sehr lockeren Interpretation der weniger beachteten Kurzgeschichte des Kult-Autors aus dem Jahr 1937 "The Thing On The Doorstep" ("Das Ding an der Schwelle") des Drehbuch-Autoren Dennis Paoli gibt es einiges an blutigen Ekeligkeiten zu sehen. Doch Regisseur Joe Lynch inszeniert einen Großteil dieser übernatürlichen Geschichte unglücklicherweise als Erotikthriller mit einigen unausgereiften Softcore-Albernheiten, und die Unsicherheit der satirischen Absicht lässt seine Schauspieler so manches Mal richtiggehend albern aussehen.

Es ist zwar der Sex, der "Suitable Flesh" hervorhebt, doch dieser gipfelt in einem eher banalen Gefühl versauter Hingabe und etwas offensichtlichen Body-Double-Einsätzen für die Nacktszenen. Das stöhnende Saxophon von Steve Moores Fußgängerzonenmusik, Vorhänge wehen in einer heißen Sommernacht, die obligatorischen Aufnahmen rotierender Ventilatorflügel an der Decke und das langweilige Produktionsdesign von Lily Bolles schwächen leider die makabren Elemente dieser Geschichte ab und verstärken gleichzeitig ihre kitschige Erotik-B-Movie-Niveau der 90er Jahre. Trotz einer sehr spielstarken Darbietung von Heather Graham und dieser eher weniger amüsanter Erotikthriller-Manierismen weiß man nicht so genau, worauf der Regisseur hier eigentlich hinaus will. Das Drehbuch mag dies alles durchaus als ironische Absicht verstehen, aber Lynchs unfeiner Umgang ist eher von schwerfälligen Klischees unterworfen als ironisch verspielt. Seine Schauspieler werden bis zum Äußersten abgehangen und überzeugen weder in dieser knisternden Szenerie noch in ihren eskalierenden multiplen Persönlichkeitsdarbietungen, während der böse Geist zwischen verschiedenen Körpern hin- und herspringt. Graham spielt dabei die etwas unglaubwürdige Psychiaterin Dr. Elizabeth Derby, die beruflich erfüllt und glücklich mit dem hingebungsvollen, gutaussehenden Mann mittleren Alters Edward (Johnathon Schaech) verheiratet ist, der ihr abends Seebarsch zubereitet und viel Zeit mit freiem Oberkörper verbringt. Eines Nachmittags muss Dr. Derby einen verstörten jungen Mann namens Asa (Judah Lewis) behandeln, der offenbar an einer multipler Persönlichkeitsstörung leidet. Doch in Wirklichkeit ist er wirklich von einem bösartigen Dämon besessen, unter dessen Kontrolle es Asa gelingt, Dr. Derby zu verführen und dann beim Sex in ihren Körper einzudringen. Diese verrückten Körperwechselübergänge werden dadurch signalisiert, dass die beteiligten Personen viel zittern und plappern, und Graham spielt in den folgenden Szenen häufig die Rolle einer Person, die die Augen verdreht und an die Dämonen in "Der Exorzist" erinnert. Die Teile der Geschichte, in denen es um Asas Vater (Bruce Davison) geht, dessen Charakter der Auslöser der ganzen Geschichte ist, wirken aufgesetzt und ein wenig befremdlich und, ganz vorsichtig gesagt, lässt sich die darin enthaltene Komödie wahrscheinlich am besten als halbabsichtlich beschreiben.

Wenn Lynch nach etwa 75 Minuten zur Rahmenhandlung zurückkehrt, peitscht sich die gegenwärtige Handlung in der medizinischen Einrichtung der Protagonisten tatsächlich in einen schwindelerregenden Schaum aus blutigen, identitätsverändernden Exzessen. Dennoch ist es frustrierend, dass der Film nicht noch mehr aus diesem bizarren Höhepunkt herausholt; Lynch fehlt das Gespür für eine übertriebene und dennoch prägnante Inszenierung und Tonalität, die Gordon in seinen eigenen Lovecraft-Filmen, insbesondere "Re-Animator" und "From Beyond" so perfekt wie bizarr auslebte. Dieses Projekt stellt trotzdem so etwas wie ein Wiedersehen der Macher dieser Filme dar, an denen auch Paoli, Crampton und der Produzent Brian Yuzna auffällig oft beteiligt waren. Doch auch wenn der Geist Willens war, reicht das zur Verfügung stehende Können nicht aus, um den einzigartigen und extravaganten Tenor dieser Kultklassiker wiederzubeleben. Die Darsteller werden auf Karikaturen reduziert, und der Grad des nachweislich absichtlichen Humors wird leider auch noch durch die Verwendung der Musik im Abspann zunichte gemacht. Ebenso werden die eher halluzinatorischen Aspekte der Geschichte durch so anstrengende, aber einfallslose Geräte wie die Kamera von David Matthews realisiert, die sich wie ein Windrad um 360 Grad dreht. An Anstrengung mangelt es hier nicht, aber allzu oft fühlt sich "Suitable Flesh" einfach nur anstrengend an. "Suitable Flesh" ist daher ein Film, den man letztlich als das betrachten sollte, was er ist: ein mäßig-unterhaltsamer Horrorstreifen, der vielleicht mehr unbeabsichtigte Lacher hervorrufen könnte, als vielleicht ursprünglich geplant.

5,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: RLJE Films
Poster/Artwork: RLJE Films/Shudder

Mittwoch, 9. August 2017

Fortress - Fortress: Die Festung (Unrated) (1992)

http://www.imdb.com/title/tt0106950/

In den Vereinigten Staaten der Zukunft ist es verboten mehr als ein Baby zu bekommen. John (Christopher Lambert) und Karen Brennick (Loryn Locklin) versuchen aus diesem Grund über die Grenze nach Mexiko zu flüchten, denn: Karen ist mit ihrem zweiten Kind schwanger. Sie werden entdeckt und inhaftiert. Das Gefängnis ist eine, unter der Erde errichtete, hochmoderne Verwahrungsanstalt, in der die Gefangenen mit Lasern, Kameras, Gedankenscannern und anderen Methoden kontrolliert werden. Die Kinder, die in Gefangenschaft geboren werden, werden dem High-Tech-Unternehmen MenTel für die Erschaffung von Cyborgs zur Verfügung gestellt. John und Karen wollen diesem Schicksal entgehen und planen eine gewagte Flucht. Doch der sadistische Gefängnisdirektor Poe (Kurtwood Smith) hat sein Auge auf die attraktive Karen geworfen, was die Flucht zusätzlich erschweren könnte...

"Fortress" ist im Kern ein klassischer B-Movie aus den frühen Neunzigern. Christopher Lambert durfte, noch frisch von seinem "Highlander"-Erfolg, zum wiederholten Male den Action-Helden geben. Ob als "Highlander" oder als John Brennick, Lambert kann sein limitiertes Schauspiel-Spektrum nie verstecken, macht aber mit seinem charmanten Accent vieles wieder wett. Regie bei "Fortress" führte kein Geringerer als Stuart Gordon, seines Zeichen Vater von Trash-Perlen wie "Re-Animator", "From Beyond" und "Castle Freak". Und Herr Gordon weiss, wie Filme blutig inszeniert werden. So schmuggelte er diverse hübsche Gore-Effekte in den vermeintlichen Blockbuster. Obwohl der Film absolut keine Genre-Grenzen sprengt, sprengt er so immerhin ein paar Gedärme durch die Luft.

"Fortress" ist natürlich kein cineastischer Meilenstein. Und schon gar nicht besonders originell. Ein bisschen "Gesprengte Ketten", ein Hauch "Flucht von Alcatraz", die Techno-Komponenten werden mit Essenzen aus "Robocop" abgedeckt und dann noch ein bisschen Hau-Ruck-Gefängnis-Action à la "Mit stählerner Faust" reinmixen, kräftig schütteln und fertig ist der Sci-Fi-Action-Kracher. Das tönt jetzt vielleicht gar böse, ist aber nicht böse gemeint. Denn "Fortress" unterhält auch zwanzig Jahre nach seinem Release noch bestens. Die Action kracht, die Story ist einigermassen stringent und bietet sogar ein/zwei nette Einfälle, die Gore-Momente sind hübsch anzusehen und das sympathische Schauspieler-Ensemble trägt den Film locker über die Ziellinie. Kurtwood Smith verkörpert den tyrannischen Gefängnisdirektor schleimig und passiv aggressiv. Loryn Locklin bringt mächtig Eye-Candy auf die Leinwand und Clifton Collins Jr. war schon vor zwanzig Jahren eine sichere Bank, wenn es um kleine, aber feine Nebenrollen ging. "Fortress" ist damit ein kurzweiliges, Action-Sci-Fi-B-Movie, welches sich bei den richtigen Filmen bedient und trotzdem einigermassen eigenständig bleibt.

7,5/10

Von NAMELESS Media kommt der Film erstmalig ungeschnitten/unrated in HD im auf 666 Stück limitierten Mediabook: