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Montag, 7. September 2015

A Nightmare On Elm Street Part 2: Freddy's Revenge - Nightmare 2: Die Rache (1985)

http://www.imdb.com/title/tt0089686/

Fünf Jahre sind vergangen, seit Nancy Thompson (Heather Langenkamp) in der Elm Street gegen den mörderischen Freddy Krüger (Robert Englund) kämpfte und dabei einen Freund nach dem anderen verlor. Nun zieht Familie Walsh in das Grusel-Haus mit der Nummer 1428 ein. Und schon bald wird auch der Sohn der Familie, der siebzehnjährige Jesse (Mark Patton), von schaurigen Albträumen geplagt. Um gegen das Böse ankommen zu können, nimmt der Teenager gemeinsam mit seiner Freundin Lisa (Kim Myers) den Kampf auf. Doch Freddy ergreift immer mehr Besitz von Jesse und tötet sowohl dessen besten Freund, als auch sämtliche Gäste einer Poolparty. Können Jesse und Lisa ihn aufhalten, bevor es einsam wird im Freundeskreis? Oder fällt auch das junge Glück Freddys Krallen zum Opfer? Fest steht: Es ist besser, wach zu bleiben...

Den erste Teil der "A Nightmare On Elm Street"-Reihe ist mehr als unterhaltsam, ein Meilenstein der (Horrorfilm-)Geschichte und auch durchaus gruselig. In seiner Fortsetzung "A Nightmare On Elm Street 2: Freddy's Revenge" merkt man schon an der Eröffnungsszene, wo hier der Hase lang laufen wird, denn es wird deutlich mehr Wert auf Effekte gelegt. Die schlecht eingeführten und dadurch total belanglosen Charaktere geraten im Verlauf des Streifens zunehmend in den Hintergrund. Selbst die Figur des Freddy Krueger, der plötzlich nicht nur in Träumen, sondern auch in der Realität agiert, stört sehr den Gesamteindruck, da dies das Grundprinzip ("Du darfst nicht schlafen gehen!"), beinahe komplett aus den Angeln hebt und damit auch irgendwo zunichte machte.

Auch die schauspielerische Leistung lässt sehr zu wünschen übrig, nicht einmal Robert Englund schafft es mehr den Film zu retten, wobei die Spitze des Eisbergs ist, dass fast alle Kills von Freddy extrem lächerlich erscheinen und so der ursprüngliche düstere und böse Killer somit auch immer weniger ernst zu nehmen ist. Sicher, die Kills und (teils extrem blutigen) Effekte haben einen gewissen Reiz und sind durch die Bank weg auch handwerklich gut gemacht, aber letztlich ist der zweite Teil der Kultserie nicht nur ein schwacher bis mittelmäßiger Horrorfilm mit fast keinen Schockeffekten und einem Spannungsbogen wie ein EKG, sondern auch eine echte Enttäuschung als Fortsetzung eines Kult-Horrors.

5/10

Von WARNER Home Entertainment kommt der Film auch im wattierten und auf 1.000 Stück limitierten Mediabook. Es enthält die ungeschnittene Kinoversion auf Blu-ray in HD.


Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts/Warner Bros.
Poster/Artwork: Warner Bros./New Line Cinema

Samstag, 12. September 2015

A Nightmare On Elm Street 3: Dream Warriors - Nightmare 3: Freddy lebt (1987)

http://www.imdb.com/title/tt0093629/

Sechs Jahre ist es her, dass Freddy Krueger (Robert Englund) in der Elmstreet sein Unwesen getrieben hat. Noch heute träumen die Kinder von ihm. Wie es scheint, hat Freddy es ganz besonders auf die Insassen einer Anstalt für schwererziehbare und selbstmordgefährdete Jugendliche abgesehen. Die junge Kristen Parker (Patricia Arquette) hat schon seit längerer Zeit Albträume, was auch der Grund dafür ist, dass ihre Mutter sie in die Anstalt brachte. Zusammen mit dem Arzt Dr. Gordon (Craig Wasson), dem Krankenpfleger Max Daniels (Laurence Fishburne) und den Kindern Roland Kincaid (Ken Sagoes), Joey Crusel (Rodney Eastman), Taryn White (Jennifer Rubin) und Elaine Parker (Brooke Bundy) versuchen Nancy (Heather Langenkamp) und Kristen, den Mann im gestreiften Pullover aufzuhalten. Als Nancy herausfindet, dass Kristen die Gabe hat, andere Menschen in ihre Träume mitzunehmen, entwickelt sie einen Plan. Unterdessen versuchen Dr. Gordon und Lt. Thompson (John Saxon), Nancys Vater, die sterblichen Überresten von Krueger zu finden, um diese zu verbrennen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Der dritte Teil der "A Nightmare On Elm Street"-Reihe hat einen sehr starken Anfang. Im Gegensatz zum direkten Vorgänger besinnt man sich auf die Stärken des ersten Teils und greift gekonnt darauf zurück. Dadurch wird hier sehr schnell eine wirklich bemerkenswert gruselige Atmosphäre erzeugt, die, gepaart mit viel Kreativität im Erscheinen und Handeln Freddys, einen richtig starken Horrorfilm im weiteren Verlauf vermuten lässt. Leider kann der Film dieses anfänglich gesetzte hohe Niveau leider nicht komplett bis zum Schluss halten, was vor allem daran liegt, dass Freddy Anfangs nicht wirklich im Traum tötet, sondern Illusionen im Kopf der Träumenden erzeugt, sodass es in der realen Welt wie Selbstmord aussieht.

Zudem wird die recht überflüssige Thematik um Schwester Mary Helena und Freddys Herkunft eingeführt, was reichlich ideenlos erscheint und der diabolischen Figur des Freddy Krueger sämtliche Bösartigkeit nimmt. Das damit einhergehende Finale fälllt auch dementsprechend schwach aus. Dennoch setzt der Film zwischendurch immer wieder kleine und große Höhepunkte und macht ihn deswegen zu einem der besseren Vertreter des Franchises. Die kreativen Special Effects verdienen besondere Anerkennung und auch wer Blut sehen will, bekommt dieses auch reichlich geboten.

Gut ist dann auch die Idee, den Träumenden einige besondere Fähigkeiten zu geben, schließlich spielt sich eben das ganze Szenario in Träumen ab und lässt so die Realität weit hinter sich. Und damit lässt sich letztendlich sagen, dass "A Nightmare On Elm Street 3" (trotz der erwähnten Storyschwäche und einiger Widersprüchlichkeiten zum ersten Teil, z. B. dass sich verbrennen nicht zum Aufwachen führt) doch ein kleines Highlight der bisherigen Reihe ist, aber eben auch nicht an den grandiosen ersten Teil heranreicht.

6,5/10


Von WARNER Home Entertainment kommt der Film auch im wattierten und auf 1.000 Stück limitierten Mediabook. Es enthält die ungeschnittene Kinoversion auf Blu-ray in HD.


Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts/Warner Bros.
Poster/Artwork: Warner Bros./New Line Cinema

Montag, 31. August 2015

A Nightmare On Elm Street - Nightmare: Mörderische Träume (1984)

http://www.imdb.com/title/tt0087800/

Nancy (Heather Langenkamp) wird in ihren Träumen immer wieder von einem Mann heimgesucht, dessen Gesicht von hässlichen Narben entstellt ist. Eines Tages erwacht sie und ihr Nachthemd ist zerschnitten. Sie erfährt, dass ihre Freunde auch von dem Mann mit den stählernen Klauen, dem rot-grün gestreiften Pullover und dem dunklen Hut mit breiter Krempe träumen, der sich Freddy Krueger (Robert Englund) nennt. Eines Tages fällt ihre beste Freundin dem Monster zum Opfer und wird bestialisch ermordet. Und während ein Freund nach dem anderen in den Augen der hilflosen Polizei tödliche Unfälle erleidet, beginnt Nancys verzweifelter Versuch, diesem Albtraum zu entkommen...

Heute Nacht verstarb Wes Craven im Alter von 76 Jahren. Ein Grund mehr, "seine" Klassiker aus dem Regal zu holen und sich zu gruseln. "A Nightmare On Elm Street", sein siebter abendfüllender Spielfilm, ist ein Meilenstein des Horrorfilms, ohne wenn und aber. Es ist eine düstere Wolke aus Atmosphäre, ein Himmel des Grusels, eine Hölle auf Erden. Wes Craven legt mit diesem Streifen eine bis dahin nicht dagewesene Kreativität an den Tag, die einen fesselt, die einen - teilweise noch heute und nicht nur junge Erwachsene - ängstigt und sogar bis in die eigenen Träume verfolgen kann. Ob es jetzt nur das Metaspiel zwischen Traum und Wirklichkeit ist, oder die hinterhältigen Erscheinungsformen, in denen die Kultfigur Freddy Krueger seine Opfer heimsucht. Ob es der subtil die Wand durchbrechende Humor, oder die kleinen unerwarteten Schockmomente sind. In jedem Moment ist das großartig umgesetzte Genrekunst.

Durch die grandiosen Jugenddarsteller (unter anderem Johnny Depp in seiner ersten großen Rolle), einem zeitgemäßen rockigen, psychedelischen Soundtrack und angenehm lockeren Dialogen entsteht immer wieder so ein heimeliges Gefühl der Sicherheit, dass man ironischerweise auch nur aus Horrorfilmen kennt. Aber wenn die Sicherheit einmal gestört wird, wenn der Zuschauer schockiert werden soll, dann ist das hier bis ins letzte Detail durchdacht. Wann, wo und vor allem wie der Schreck auftaucht, ob man mal in eine 'Point-of-View'-Perspektive wechselt oder schlicht beobachtet, nichts ist dem Zufall überlassen. Diese einzigartige Stilsicherheit und Charaktertiefe ist der erzählerische Rahmen für eine bemerkenswert konsequente und augenzwinkernde Geschichte voller Skurrilität und Einfallsreichtum. Voller Unabhängigkeit und Perfektion. Hier betritt der Horror ein neues Feld: Während andere Killer weit weg in abgelegenen Einöden morden, so ist Freddy immer ganz nahe. Das wahrhaftige Genie Cravens besticht vor allem in der zweiten Hälfte des Films, wenn der Schlafentzug zur Qual wird. Dann wenn die Augen schwer werden und das Gehirn seine Ruhe einfordert, dann führt Craven den Zuschauer in eine Grauzone, in der man nie weiß, ob man im Traum oder in der Realität ist. Dieses perfide Spiel treibt Craven fort und fort, den Spannungsbogen bis ins Unermessliche ausdehnend zum Finale.

"A Nightmare On Elm Street" ist ein gleichzeitig genialer wie grausamer Horrorfilm, ein schweißtreibend spannender Genrestreifen, der genau weiß, wann er seine Regeln brechen muss. Kein Wunder, dass er zum Klassiker avancierte und ihm 6 Fortsetzungen und auch ein Remake folgten.

8/10

Von WARNER Home Entertainment kommt der Film auch im wattierten und auf 1.000 Stück limitierten Mediabook. Es enthält die ungeschnittene Kinoversion auf Blu-ray in HD.  


Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts/Warner Bros.
Poster/Artwork: Warner Bros./New Line Cinema

Sonntag, 20. September 2015

A Nightmare On Elm Street 4: The Dream Master - Nightmare On Elm Street 4 (1988)

http://www.imdb.com/title/tt0095742/

Im vierten Teil wird die Geschichte von Kristen Parker (Tuesday Knight) weitererzählt, die Freddy (Robert Englund) unbeabsichtigt befreit. Der kehrt sofort zu seiner alten Leidenschaft zurück - dem Töten! Bei einem Kampf mit dem Mörder überträgt Kristen ihrer Freundin Alice (Lisa Wilcox) ihre Traum-Kräfte. Allerdings versorgt das Mädchen Freddy versehentlich mit weiteren Opfern, als sie andere Kinder in ihre eigenen Träume hineinzieht. Doch mithilfe ihrer besonderen Kräfte kann Alice die Fähigkeiten der ermordeten Kinder übernehmen und stellt sich dem Killer mit der Klingenhand in einem finalen Kampf entgegen...

"A Nightmare On Elm Street 4" kann zwar kaum noch als wirklicher Horror bezeichnet werden, einen gewissen Unterhaltungsfaktor und trashigen Charme hat er aber auf jeden Fall aufzuweisen. Immerhin bleibt der Humor und der unvergessliche Robert Englund als Ikone Freddy Krueger im Gedächtnis, außerdem sind die Traumweltszenen und die (auch sehr blutigen) Effekte visuell einmal mehr beeindruckend gut gemacht und sehen teilweise selbst aus heutiger Sicht noch echt gut aus. Die Story ist ein dafür leider sehr unsinnig und im Gesamtkontext der Reihe nicht wirklich stimmig aber jedem sollte klar sein, dass diese, so wie es auch schon andere Horrorikonen zur Genüge über sich ergehen lassen mussten, eigentlich nur konstruiert wurde um Freddy ein weiteres Mal auf die Leinwände zu schicken. Dafür wird man aber mit einem schönen 80er Jahre-Rock-Soundtrack entschädigt. Man sollte sich aber dennoch bewusst sein, das man es mit einen nicht all zu ernst zu nehmenden Film zu tun hat, der mit dem Original nicht mehr so viel zu tun hat. Wenn man damit leben kann, wird man recht gut unterhalten.

6/10

Von WARNER Home Entertainment kommt der Film auch im wattierten und auf 1.000 Stück limitierten Mediabook. Es enthält die ungeschnittene Kinoversion auf Blu-ray in HD.


Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts/Warner Bros.
Poster/Artwork: Warner Bros./New Line Cinema

Samstag, 25. Februar 2017

Freddy's Dead: The Final Nightmare - Freddys Finale: A Nightmare On Elm Street 6 (1991)

http://www.imdb.com/title/tt0101917/

Zehn Jahre, nachdem Alice und Jacob Freddy abgewehrt haben und in eine andere Stadt umgezogen sind, hat Freddy (Robert Englund) es doch noch geschafft, nahezu jedes Kind in Springwood zu töten. Die einzige Ausnahme bildet John Doe (Shon Greenblatt), der aus Springwood fliehen konnte, dabei aber sein Gedächtnis verloren hat. Er wird in einem Heim für Straßenkinder aufgenommen. Die Pädagogin Maggie (Lisa Zane) hält es für eine gute Idee, nach Springwood zurückzukehren, um Johns Erinnerungen auf die Sprünge zu helfen. Begleitet werden der Junge und die Frau dabei von den Kindern Tracy (Lezlie Deane), Carlos (Ricky Dean Logan) und Spencer (Breckin Meyer). In Springwood beginnt John zu glauben, dass er Freddy Kruegers Sohn sein könnte, dies erweist sich allerdings als falsch, als Freddy ihn im Schlaf ermordet. Als die Pädagogin Maggie anfängt, in ihrer Familiengeschichte nachzuforschen, findet sie heraus, dass sie selbst das Kind von Krueger ist. Dank der Hilfe von Doc (Yaphet Kotto) erfährt sie, dass es möglich ist, Freddy Krueger in der realen Welt zu töten. Auf diese Weise kann er nicht mehr von den Traumdämonen wiederbelebt werden. Als Maggie es schafft, Freddy in die reale Welt zu ziehen, kommt es zum entscheidenen Showdown...

Der Trashfaktor, der in "Dream Warriors" langsam Einzug hielt (man erinnere sich nur an den "Wizard Master") und in "The Dream Master" und "The Dream Child" schon deutlich spürbar war wurde im sechsten Teil der Reihe noch eine Spur verschärft. Wenn man sich ein wenig darauf einlassen konnte, waren all diese genannten Teile sogar noch erträglich, obwohl aus der überbösen Figur des Freddy Krueger aus "A Nightmare On Elm Street" mittlerweile eine wahre Witzfigur geworden war, der sich nicht mehr auf das Töten von Kindern konzentrierte, sondern darauf, dass dies alles möglichst absurd und spaßig war. Das ist einerseits etwas schade, da man hier tatsächlich den Humor über den blanken Horror stellte, andererseits ist gerade dies so seltsam unterhaltsam und skurril, dass man diese Teile als Horror-Trash einfach irgendwie lieben muss.

Denn auch im sechsten Teil der Reihe setzt sich dieser Trash-Trend leider fort, verfällt hier aber zusehends in Albernheiten und schlechten Witz, der der ehemaligen Horrorikone Freddy Krueger sämtliche angsteinflössende Macht nimmt. Wie schon die drei Vorgänger ist "Freddy's Dead" nur noch Mittelmaß und das obwohl die Kills recht kreativ sind. Die Story selbst ist dermaßen übel an den Haaren herbei gezogen, dass es einem schlecht wird, die Charaktere sind - bis auf Englund, dem seine Rolle als Krueger offenbar noch immer und auch angesichts solcher Absurditäten Spaß macht - maximal durchschnittlich bis nervig und auch der Blutfaktor ist in Teil 6 eher mager. Er macht auf seiner Art irgendwie immer noch Spaß und unterhält von Anfang bis Ende, als sechster Nachfolger des großartigen Erstlings versagt er aber auf ganzer Linie.

5,5/10

Von WARNER Home Entertainment kommt der Film auch im wattierten und auf 1.000 Stück limitierten Mediabook. Es enthält die ungeschnittene Kinoversion auf Blu-ray in HD. 


Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts/Warner Bros.
Poster/Artwork: Warner Bros./New Line Cinema

Dienstag, 2. Juni 2020

Deadly Blessing - Tödlicher Segen (1981)

https://www.imdb.com/title/tt0082245/

In einer abgeschiedenen Idylle Amerikas lebt die sittenstrenge & okkulte Farmersekte der Hittites, die alle Erzeugnisse der modernen Technik ablehnen. Als Martha Schmidts (Maren Jensen) Ehemann eines Tages der Sekte entfliehen will, kommt er kurz darauf bei einem grauenvollen Unfall ums Leben. Als Marens beste Freundinnen Lana (Sharon Stone) und Vicky (Susan Buckner) ihr zu Hilfe eilen wollen, geraten die Frauen in einen tödlichen Alptraum. Ein geheimnisvoller Dämon sucht die Freundinnen heim und hinterlässt seinen blutigen und tödlichen Segen. Langsam verwandelt sich die malerische Farm in eine Hölle voller Brutalität und Angst...

Mit "The Last House On The Left" verstörte Wes Craven nachhaltig die Filmzuschauer. Das brutale Folter- und Rachedrama rief rund um den Globus Zensoren und Sittenwächter auf den Plan. 1977 schuf er "The Hills Have Eyes" – auch diese Regiearbeit blieb nicht von erhobenen Zeigefingern und Beschränkungen verschont. Cravens erstmals 1984 in "A Nightmare On Elm Street" in Erscheinung getretener Albtraum-Schlitzer Freddy Krueger avancierte zur Ikone der Horrorfans. 1996 verabreichte der Regisseur dem Slasherfilm mit "Scream" dringend benötigte Impulse. Keine Frage – die Welt des Horrorfilms wäre ohne Wes Craven um einiges ärmer. Sein "Deadly Blessing" von 1981 zeigt die damals 23-jährige Sharon Stone in einer ihrer ersten Rollen. Die Handlung ist angesiedelt in einer ländlichen Gemeinde, die von der asketisch lebenden, strenggläubigen Sekte der Hittites (Hethiter) dominiert wird, die moderne Errungenschaften ablehnt – ein Schelm, wer Amische dabei denkt. Religiöser Fanatismus und Wahn eignen sich ganz vortrefflich zum Erzeugen einer verstörenden Horror-Atmosphäre. Das weiß auch Wes Craven in "Tödlicher Segen" zu nutzen, unterstützt vom angenehm zurückhaltend eingesetzten Score von James Horner, der stimmig zwischen leichten, geradezu romantischen Klängen und bedrohlichen Tönen schwankt. Einstellungen mit subjektiver Kamera erzeugen zudem reichlich Suspense. Eine Badewannenszene erinnert gar frappierend an eine ebensolche im drei Jahre später entstandenen "A Nightmare On Elm Street". Dabei ist "Tödlicher Segen" weniger brutal und blutig als andere Regiearbeiten Cravens, obgleich die eine oder andere Messerszene sogar an einen Giallo erinnert.

Die Klasse von Wes Cravens Großtaten erreicht "Deadly Blessing" nicht. Der Kontrast zwischen den drei modernen jungen Frauen und der altertümlich lebenden Sekte wird nicht ganz ausgereizt. Ein Flirt zwischen Isaiahs anderem Sohn John (Jeff East) und der stets leicht bekleideten Vicky ist da schon das Höchste der Gefühle. Nicht ganz im Klaren ist man über die schauspielerische Leistung des großen Ernest Borgnine. Betreibt er mit starrer Mimik und herrischem Gestus Overacting? Oder ist das genau die Darstellungsform, die sein Isaiah Schmidt braucht? Die Kritikpunkte an "Tödlicher Segen" ändern aber nichts daran, dass die diversen Spannungssequenzen mit gutem Timing, famoser Kameraarbeit und Horners effektivem Score überaus fesselnd geraten sind. Das macht den Horrorfilm dann doch wieder sehr sehenswert, auch wenn das Potenzial des "Incubus" überhaupt nicht zum Tragen kommt. Lange Zeit scheint es sich dabei nur um ein Hirngespinst der Hittites zu handeln. Ob er tatsächlich existiert und die Gegend heimsucht – die Frage stellt man sich als Zuschauer überhaupt nicht. Bis er ganz am Ende wie Kai aus der Kiste doch zum Vorschein kommt – ein Gimmick als immerhin effektvoller Schlussgag, mehr nicht, von den Produzenten gegen Wes Cravens Willen durchgesetzt. Dieser finale Twist gibt der inneren Logik von "Tödlicher Segen" den Rest.

5,5/10

Von KOCH Films erschien der Film im limitierten Mediabook. Dieses beinhaltet den ungeschnittenen Film auf Blu-ray und DVD, sowie jede Menge Bonusmaterial.

Quellen
Inhaltsangabe: Koch Films

Samstag, 13. April 2013

A Nightmare On Elm Street (2010)

http://www.imdb.com/title/tt1179056/

Freddy Krueger (Jackie Earle Haley) hat eine besonders perfide Methode, seine Opfer zu töten - er sucht sie in ihren Träumen heim. Nach und nach ermordet er die Jugend von Springwood. Als erstes trifft es Dean (Kellan Lutz), der sich vor den Augen seiner Freundin Kris (Katie Cassidy) die Kehle aufschlitzt. Kris und ein paar andere Jugendliche nehmen den Vorfall sehr ernst, da sie seit einiger Zeit Albträume haben. Doch gerade als Kris, ihr Ex-Freund Jesse (Thomas Dekker), Nancy (Rooney Mara) und Quentin Smith (Kyle Gallner) erkennen, dass sie im Schlaf alle von demselben narbengesichtigen Mann verfolgt werden, tötet er wieder. Bloß nicht einschlafen, lautet fortan die Devise...

Nicht ohne Grund zählt der Kindermörder Freddy Krueger zu den beliebtesten und gleichzeitg gefürchtetsten Figuren des Horrorkinos. Mit dem Remake des Klassikers von 1982 versucht man der Figur neues Leben einzuhauchen, aber ein Remake ist und bleibt eben ein Remake. Die gute Sache zu erst: es hätte schlimmer kommen können. Viel schlimmer. Auch wenn der neue "A Nightmare On Elm Street" zuweilen etwas blutarm daher kommt und die (zum Glück sehr seltenen) Computereffekte arg künstlich wirken, geht das Remake in die richtige Richtung: Weg vom Sprüche klopfenden Cartoon-Killer und hin zum Furcht einflößenden Killer. Freddy-Darsteller Jackie Earle Haley erweist sich als diabolischer Glücksgriff und würdiger Nachfolger von Robert Englund. Das muss man wirklich sagen.

Leider ist die Story beinahe 1:1 am 1982er Original abgekupfert, hier wäre - trotz der Tatsache, das es ein Remake ist - ein wenig mehr Kreativität gefragt gewesen. Es liegt an der unspektakulären Inszenierung, denn trotz moderner Möglichkeiten wurden die Traumsequenzen erschreckend eintönig und wenig surreal gestaltet. Lediglich in einer Szene wird das Verschmelzen von Traumwelt und Realität gekonnt in Szene gesetzt. Schade, das hätte ein schöner Reboot werden können.

5,5/10 


Von WARNER Home Entertainment kommt der Film auch im wattierten und auf 1.000 Stück limitierten Mediabook. Es enthält die ungeschnittene Kinoversion auf Blu-ray in HD. 


Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts/Warner Bros.
Poster/Artwork: Warner Bros./New Line Cinema

Montag, 29. August 2016

A Nightmare On Elm Street: The Dream Child - Nightmare on Elm Street 5: Das Trauma (Unrated) (1989)

http://www.imdb.com/title/tt0097981/

Freddy will sein blutiges Werk fortsetzen und benutzt deswegen Alice' (Lisa Wilcox) ungeborenes Kind, um wiederaufzuerstehen und neue Opfer zu finden. Alice ist nun mit Dan Jordan (Danny Hassel) zusammen und will sich ihr neues Leben nicht wieder kaputtmachen lassen. Im Traum trifft sie Krueger und Jacob (Whit Hertford), ihren Sohn im Alter eines Kindes. Der Killer mit den Krallen setzt alles daran, Jacob für sich zu gewinnen. Dabei stellt sich heraus, wie Freddy einst entstand: Der Geist von Amanda Krueger (Beatrice Boepple) kehrt zurück und offenbart, dass sie, als sie als Nonne in einer Psychatrie gearbeitet hat, eines Tages von vielen Verrückten mehrmals vergewaltigt wurde. Das Kind, das sie infolgedessen zur Welt brachte, war Freddy...

"The Dream Child" ist ziemlich schwer zu bewerten, obwohl er als direkter Nachfolger von "The Dream Master" direkt an diesen anknüpft und dessen Story weiterspinnen möchte. Neben der starken Anfangssequenz, die direkt mit einem Alptraum startet, sind ansonsten aber erstaunlich wenig Innovationen dabei. Das muss eigentlich auch nicht sein, sofern es gelingt, wieder qualitativ an den ersten Teil anzuknüpfen und die Story authentisch weiter zu erzählen. Doch genau da bröckelt der Film auseinander. Man hatte einen perfekten Einstieg und hätte aus der Geschichte um Freddys Geburt/Zeugung so viel mehr machen können. Leider wird diese Thematik aber in den Hintergrund geschoben und der Zuschauer muss sich mit der etwas altbackenen Alice/Kind-Geschichte begnügen. Hier wird die Geschichte auch etwas dünnhäutig und weiß nie so richtig was sie im Grunde erzählen will.

Allerdings sind die Effekte wieder sehr nett anzuschauen. Es gibt in diesem Teil eher wenige Splattereinlagen, aber zwei der etwas blutigeren und effektvolleren Kills sind nur in der Unrated-Fassung in voller Länge zu "genießen". Vor allem der Tod von Dan auf dem Motorrad wurde in fast jeder Einstellung zensiert. Ansonsten sind die Ideen leider nicht mehr so kreativ wie in den Teilen davor, handwerklich aber immer noch sehr gut gemacht. Leider mangelt es an der Hauptfigur. Freddy (Robert Englund) ist längst nicht mehr so wahnsinnig und böse, obgleich er seine makaberen Spielchen in diesem Teil beinahe noch übler treibt. Aber eben auf sarkastischere Art, was allem Horror die Würze nimmt. Das man somit keine richtigen Grusel-Schocks mehr bekommt ist daher etwas schade. Immerhin ist Teil 5 dann aber gerade noch unterhaltsam und am Ende bekommt man als Belohnung fürs Durchhalten doch noch einmal guten, handgemachten Bodyhorror zu sehen.

Obwohl die Story also etwas mehr als nur humpelt und teilweise sogar uninteressant ist, kann man also mit Teil 5 der Reihe durchaus seinen Spaß haben. Aber man bemerkt langsam wirklich Abnutzungserscheinungen.

5,5/10

Von WARNER Home Entertainment kommt der Film auch im wattierten und auf 1.000 Stück limitierten Mediabook. Es enthält die ungeschnittene Kinoversion auf Blu-ray in HD. 


Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts/Warner Bros.
Poster/Artwork: Warner Bros./New Line Cinema

Freitag, 11. November 2016

Hellraiser III: Hell On Earth - Hellraiser 3: Hell On Earth (Unrated) (1992)

http://www.imdb.com/title/tt0104409/
https://letterboxd.com/film/hellraiser-iii-hell-on-earth/

Die von schrecklichen Alpträumen geplagte Fernsehreporterin Joey Summerskill (Terry Farrell) wird im Krankenhaus zufällig Zeugin eines grausamen Todesfalls: Ein junger Mann wird von unzähligen Widerhaken durchbohrt und von einer unsichtbaren Macht in tausend Stücke gerissen. Die junge Journalistin wittert die Story ihres Lebens und geht der Sache nach. Die Spur führt sie geradewegs in den geheimnisvollen Nachtclub "The Boiler Room", wo sie auf die Tänzerin Terri (Paula Marshall) trifft und mit ihrer Hilfe dem Geheimnis von Pinhead (Doug Bradley) und den Zenobiten auf die Spur kommt. Der Eigentümer des Nachtclubs, der kriminelle Monroe (Kevin Bernhardt), ist im Besitz der "Säule der Seelen" und ahnt nicht, dass in der abscheulichen Skulptur die Dämonen aus der Hölle gefangen sind und nur auf ihre Befreiung warten...

Nach dem nochmal um einiges undurchsichtigeren zweiten Teil ist die britische Horror-Reihe mit "Hellraiser III: Hell On Earth" im Jahre 1992 nun im amerikanischen Popcorn-Kino angekommen. Das bedeutet in diesem Fall ein noch ausufernderes Effekte-Spektakel, jedoch zugunsten der Mystik und der Atmosphäre. Der übergehende Handlungsstrang der beiden Vorgänger findet nun nur noch am Rande Erwähnung, auch wenn die Handlung auf dem Cliffhanger von Teil zwei aufbaut. Waren Pinhead und die anderen Cenobiten in den Vorgängern noch stoisch im Raum stehende, mysteriöse Wesen, degenerieren sie in dieser Fortsetzung zu Sprüche klopfenden Killern und erinnern dabei nicht selten an einen Freddy Kruger aus der "A Nightmare On Elm Street"-Reihe. Zugegeben, die Designs sind abermals großartig und Doug Bradleys Performance als bösartiger Anführer der Cenobiten macht sehr viel Spaß. Trotzdem geht von den Kreaturen mittlerweile nur noch eine sehr comichafte Bedrohung aus.

Eingeladen zu einer entarteten Party im Neonflutlicht unweit von allerlei verschrobenen Objekten, die für einen ebenso entarteten Kunst- und Kulturgeschmack stehen, bläht sich "Hellraiser III" zum Abzählreim herunterbetenden, die meiste Zeit über jedoch wirklich sehr pseudo-hippen Rockerlaufsteg auf, der seine missgestalteten Spielzeug-Zenobiten und seinen angestauten Höllenlärm in der menschenleeren Tristesse von Manhattans Innenstadt als karikatureskes Actionspektakel verkauft, das mit der Grundidee subtiler, spiritueller Urbegierde nicht mehr viel gemein hat. Überrascht wird man da noch von dem gemächlichen Einstieg des Films, welcher sich doch tatsächlich die Zeit nimmt, seine Figuren einzuführen. Die sind jetzt nicht die Krone der kreativen Charakter-Schöpfung, aber trotzdem irgendwie sympathisch. Die Atmosphäre ist nicht mehr so dicht wie bei den Vorgängern, was vor allem an dem grellen Effekte-Inferno liegt, welches hier in den ausufernden Splatterszenen zelebriert wird. Wie gesagt, es ist halt alles amerikanisiert worden: lauter, bunter, blutiger und leider auch stumpfer. Trotzdem hat man seinen Spaß damit, spätestens wenn im Abspann "Hellraiser" von Motörhead aufgrölt. Als unterhaltsamer Popcorn-Horror angesiedelter dritter Teil des "Hellraiser"-Franchises, welcher sich von den mysteriösen Wurzeln der Reihe entfernt hat und nun noch mehr auf comichafte Splatterszenen und schrille Effekte setzt. Von der surrealen Atmosphäre ist nicht viel geblieben, unterhaltsam ist der Film aber durchaus.

6,5/10

Von TURBINE MEDIEN erschien der Film Remastered, Uncut und Unrated in HD im Rahmen der "CLIVE BARKERS HELLRAISER TRILOGY" im Mediabook mit dem klassischen VHS-Cover. Die Edition ist auf 2.000 Stück limitiert und umfasst weiterhin das 160-seitige Buch "Beyond Hellraiser" und die Dokumentation "Leviathan: Die Geschichte von Hellraiser".


Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkDimension Films/Fifth Avenue Entertainment/Trans Atlantic Entertainment/Lakeshore International

Freitag, 25. März 2016

The Final Girls (2015)

http://www.imdb.com/title/tt2118624/

Max Cartwright (Taissa Farmiga) betrauert noch immer den Tod ihrer Mutter Amanda (Malin Akerman), einer Scream-Queen aus den 1980ern. Gemeinsam mit ihren Freunden Gertie (Alia Shawkat), Vicki (Nina Dobrev), Duncan (Thomas Middleditch) und Chris (Alexander Ludwig) schaut sie im Kino einen berühmten Slasher-Horrorfilm der Verstorbenen: „Camp Bloodbath: Cruel Sommer 2“. So kann sie auf eine ungewöhnliche Art ihrer Mutter gedenken, auch wenn diese zu den Opfern des psychopathischen Killers zählt. Plötzlich bricht im Saal ein Feuer aus und die Zuschauer geraten in Panik. Max und ihre Freunde entdecken einen Ausweg aus der Gluthölle, doch finden sich die jungen Leute nicht außerhalb des Kinosaals wieder, sondern inmitten der Filmhandlung. Es dauert nicht lange, bis sie begreifen, dass hier nicht mit Kunstblut hantiert wird, denn die Morde sind echt. Mutter, Tochter und Clique bekommen es mit einem Killer zu tun, der ein Sommercamp ordentlich aufmischt - doch sie geben nicht so schnell auf und holen zur Gegenattacke aus.

Zwar sind die großen Zeiten der klassischen Slasherfilme mittlerweile vorbei, doch trotzdem erinnert man sich gerne an eine etwas einfachere Zeit, in der es lediglich einen übermenschlich starken Massenmörder und ein paar feierwütige, halbnackte Teenies gebraucht hat um einen Horrorklassiker zu erzeugen. Filme wie "Freitag der 13." oder "A Nightmare On Elm Street" erfreuen sich auch heute noch großem Zuspruch und werden immer noch fleißig zitiert. Die wirklich guten modernen Horrorfilme funktionieren nur nicht mehr ganz so gut nach Schema F und bedienen sich, wie z.B. bei "Cabin in The Woods" einem Ansatz, welcher bekannte Horrorthematiken eher kommentiert und mit vorhandenen Erwartungen spielt. Genau in diese Kategorie passt auch "The Final Girls".

Der Streifen ist feinstes Popcornkino, nimmt sich selber nie wirklich ernst und hat einen Charme, der zwar nicht ganz so durchdacht ist, wie beispielsweise "It Follows" oder "Cabin In The Woods", doch trotzdem liebenswert und mit niedlichen Ideen unterfüttert ist. Die Idee, einen Film im Film zu machen ist zwar auch nicht neu, führt aber hier genau zum Ergebnis. Die Horrorelemente stehen auch eindeutig hinter dem humoristischen Aufeinandertreffen der Generationen und vor allem der Mutter-Tochter Beziehung der beiden Hauptcharaktere. Ein paar mehr Wendungen und Irreführungen hätte man sich vlt. einfallen lassen können, doch trotzdem punktet "The Final Girls" mit seiner Kreativität und einer unglaublich liebevollen Umsetzung.

7/10

Montag, 27. März 2017

Friday The 13th Part VII: The New Blood - Freitag, der 13. Teil 7: Jason im Blutrausch (1988)

http://www.imdb.com/title/tt0095179/

Tina (Lar Park-Lincoln) war ein ganz normales zehnjähriges Mädchen, bis sie auf unerklärliche Weise ihren eigenen Vater tötete und im Crystal Lake versenkte. Zu diesem Zeitpunkt bemerkte Tina, dass sie scheinbar telekinetische Fähigkeiten besitzt. 10 Jahre später ist Tina noch immer nicht darüber hinweg, dass sie ihren eigenen Vater (John Otrin) auf dem Gewissen hat. Ihre Mutter (Susan Blu) und der Arzt Dr. Crews (Terry Kiser) halten es für eine gute Idee, mit Tina am Crystal Lake Urlaub zu machen, damit sie endlich mit ihrem Trauma abschließen kann. Tina ist allerdings fest entschlossen, mit ihren Vater mithilfe ihrer Fähigkeiten aus dem See auferstehen zu lassen. Was sie nicht weiß: Auch Jason Voorhees (Kane Hodder) liegt im See begraben. Durch eine Verwechslung erweckt Tina nicht etwa ihren Vater zum Leben, sondern Jason. Für diesen ist die Gruppe Jugendlicher, welche gerade nicht weit entfernt Urlaub macht, natürlich perfekt. Nach und nach werden die Teenager von Jason dezimiert. Tina ist fest entschlossen, mithilfe ihrer telekinetischen Fähigkeiten, den Fehler zu korrigieren und Jason zurück in sein nasses Grab zu treiben...

Nachdem die Reihe den eigentlich dringend benötigten Neustart verpasst hatte und sich langsam aber sicher der Bedeutungslosigkeit entgegenschlachtete, bringt Regisseur Buechler für den siebten Teil mit Kane Hodder nicht nur einen anderen Jason-Darsteller sondern auch neuen Elan ins Franchise. Den bereits im Vorgänger angeklungenen Hokuspokus integriert er dabei ebenso planlos wie auch höchst amüsant ins bisherige Camp-Setting, und lässt seine Hauptdarstellerin dem sich abermals auf Rachefeldzug befindlichen Killer nunmehr munter -irgendwo zwischen "Carrie", "Phenomena" und "A Nightmare On Elm Street" - via Telepathie allerlei Gegenstände vor die mittlerweile lädierte Maske knallen. Und zumindest ist da die rein handwerkliche Inszenierung von John Carl Buechler recht solide.

Der Rest von "The New Blood" ist leider dieselbe Geschichte neu aufgewärmt. Das Drehbuch ist viel zu schwach und bietet kaum etwas, was nicht schon zur Genüge in den Vorgängern ausgelatscht wurde. Von dem selbstironischen Witz, mit dem Tom McLoughlin "Jason lebt!" gekonnt wiederbelebte, ist wenig übrig. Stattdessen versuchten die Macher wieder einen härteren und gröberen Terrorslasher zu machen. Dazwischen gibt es die üblichen Teenies in der Waldhütte, wieder mehr nackte Haut als beim direkten Vorgänger, aber im Endeffekt erneut dasselbe Spiel. Da muss einfach mehr kommen. Die hilflos als letzte Idee eingestreute Telekinese-Geschichte ist an der Stelle total belanglos. Sie spielt effektiv nur am Anfang und im Finale eine Rolle und selbst da wäre sie verzichtbar, denn ob Jason nun dadurch oder irgend einen anderen Krams aufersteht oder stirbt macht den Kohl nun wirklich nicht fett. Aber über den Punkt von "sinnvollen" Erklärungen ist man als Fan sowieso schon lange hinaus. Wie Jason am Schluss vom "Final Girl" gerichtet wird, ist genau so zweitrangig. Dafür ist Pointe immerhin so herrlich doof, sie könnte einem fast ein Schmunzeln bescheren.

6/10

Von Eightyfour Entertainment kommt der Film auch im wattierten und limitierten Mediabook als 3-Disc Special Edition. Komplett ungeschnitten und in HD.