http://www.imdb.com/title/tt0114069/
Der US-Virologe und Militärarzt Sam Daniels (Dustin Hoffman) untersucht
in Afrika einen neuartigen Virus, der innerhalb weniger Tage zum Tod
führt. Es handelt sich um eine aggressive, sich schnell verbreitende
Ebola-Variante. Daniels kann nur ahnen, welche Gefahr von der Seuche
ausgeht und rechnet mit dem Schlimmsten. Zurück in Amerika bittet er
seinen Freund und Vorgesetzten Brig. Gen. Billy Ford (Morgan Freeman)
vorsorglich Katastrophenalarm auszulösen, doch der will davon nichts
wissen. Erst als erste Symptome der todbringenden Infektion in der
amerikanischen Kleinstadt Cedar Creek auftreten, folgt das böse
Erwachen. Daniels ist sich sicher, dass es sich um den afrikanischen
Killervirus handelt und begibt sich mit seinem Team sofort in die
kalifornische Ortschaft. Während sich die Epidemie im ganzen Land
auszubreiten droht, machen sich Daniels und seine Leute auf die Suche
nach dem ursprünglichen Überträger des Virus, um einen Impfstoff
herzustellen und der Seuche Einhalt zu gebieten...
"Outbreak" recycelt alle Kennzeichen, um als actionbestückte Blaupause des
Genrekinos der 90er Jahre durchzugehen. Wenngleich seine oberflächlichen
Diskussionsansätze über den Aktionismus höhergestellter Instanzen
wesentlich geblieben sind, untergräbt der Film seinen epidemiologischen
Inhalt mit hochglänzendem Schauwertcharakter: Dutzendfach schweres Kriegsgerät,
spektakuläre Hubschrauber-Action, spektakuläre Stunts, dazwischen der ein oder andere Oneliner, hektische Raserei, Spannung bis zum
Äußersten und ein sich allem widersetzender Idealist (charmant gespielt von Dustin
Hoffman), der durch die Hölle geht (und fliegt und
springt).
Regisseur Wolfgang Petersens explosiver Seuchenthriller ist eben eine reinrassige
Überladung und Übertreibung. Eine grobschlächtige, naive Zeitreise, an
deren letztem fundamentalem Appell gegen die absurden Paragrafen
militärischer Autorität nicht etwa die gefährdete Evolution der
Menschheit, sondern die Zukunft einer in die Binsen gegangenen Ehe
abhängt. Wunderbar stumpfsinnig, konsequent infantil. Gepaart mit jeder Menge Klischeetypen und Schablonen-Widersachern. Kevin Spacey als blutjunger
Familientherapeut, Cuba Gooding Jr. als unerschrockenes Kämpferherz und
Donald Sutherland als zynisches Überbleibsel jener, die für das eine das
andere opfern. Unter handwerklichen
Aspekten drängt sich indes die Cinematographie von Michael Ballhaus in den
Vordergrund. Keinem festen Halt zugeordnet, tastet sich die Kamera bis
zum Bakterienherd durch Labore, Kammern, Schächte, Ventile, hängt
sich an betriebsame Forscher und emsige Wissenschaftler, die allerhand
unverständliches Zeug bedienen und bearbeiten. Das ist toll, das ist dynamisch und macht "Outbreak" zu einem nostalgischen, sehr
unterhaltsamen Guilty-Pleasure-Spaß.
8,5/10
Freitag, 29. Dezember 2017
Donnerstag, 28. Dezember 2017
Jason X (Unrated Version) (2001)
http://www.imdb.com/title/tt0211443/
Eine nicht weit entfernte Zukunft: Jason Voorhees (Kane Hodder) wird inzwischen vom Militär als "biologische Waffe" eingestuft und soll in ein neues Forschungslabor verlegt werden. Doch der Killer mit der Eishockeymaske kann sich befreien und das tun, was ihm am meisten liegt: töten, bevorzugt mit seiner Machete. Rowan (Lexa Doig), eine Wissenschaftlerin, lockt ihn in eine Kryo-Kammer, wo sie ihn einfrieren will. Kurz bevor sie die Kammer aktiviert, rammt Jason seine Waffe durch die Tür. Die junge Frau wird schwer verletzt und durch den ausströmenden Stickstoff ebenso gefrostet wie Jason.
455 Jahre später: Die Menschheit lebt inzwischen auf der "Erde II". Ein Archäologen-Team untersucht die alte Heimat, wobei es auf das Forschungslabor mit den zwei Tiefgefrorenen stößt. Die Wissenschaftlerin und Jason werden zu Untersuchungszwecken auf ein Raumschiff gebracht - und aufgetaut...
Ein (und das ist selten) Sience-Fiction-Slasher aus dem Jahre 2001, der zunächst mit einer gut ausgedachten Story und humorvoll, witzigen Einlagen punkten kann. Auch Jason ist wieder in Bestform. Egal ob 455 Jahre in die Zukunft, oder gegen holographische Simulationen, Jason ist wütend und sucht seine geliebte Machete. Auf gewohnt brutale Art und Weise dezimiert er einen nach dem anderen, nachdem man ihn aufgetaut hat. Es erinnert ein wenig an "Alien vs. Predator" und nach der Beschreibung rechnet man mit einem früheren und spektakuläreren Kampf von Roboterfrau Kay-Em 14 gegen Jason. Aber bis dahin ist alles in Ordnung, die Atmosphäre stimmt, die Kills sind gut (z. B. übergroßer Korkenöffner), die Spannung ist trotz der üppigen Sience-Fiction-Elemente durchaus in Ordnung, bis dann Jason zum zweiten Mal "aufersteht".
Ab dem Zeitpunkt driftet der Gesamtkonstrukt viel zu sehr ins Komödienhafte ab und wirkt zudem viel zu hektisch. Hier verscherzt es sich der Film gewaltig und man kann verstehen, wenn einige Fans des "Freitag der 13."-Franchises zurecht enttäuscht waren. Jasons Ruf, die Ikone und das Bild was man von ihm hat, wird hier schwer geschädigt.Kann man davon Abstand nehmen und sich berieseln lassen, bekommt man harte Kills und eine nette Story, also alles im Rahmen.
5,5/10
Von WARNER Home Entertainment kommt der Film auch im wattierten und auf 1.000 Stück limitierten Mediabook. Es enthält die Unrated Version auf Blu-ray in HD.
Eine nicht weit entfernte Zukunft: Jason Voorhees (Kane Hodder) wird inzwischen vom Militär als "biologische Waffe" eingestuft und soll in ein neues Forschungslabor verlegt werden. Doch der Killer mit der Eishockeymaske kann sich befreien und das tun, was ihm am meisten liegt: töten, bevorzugt mit seiner Machete. Rowan (Lexa Doig), eine Wissenschaftlerin, lockt ihn in eine Kryo-Kammer, wo sie ihn einfrieren will. Kurz bevor sie die Kammer aktiviert, rammt Jason seine Waffe durch die Tür. Die junge Frau wird schwer verletzt und durch den ausströmenden Stickstoff ebenso gefrostet wie Jason.
455 Jahre später: Die Menschheit lebt inzwischen auf der "Erde II". Ein Archäologen-Team untersucht die alte Heimat, wobei es auf das Forschungslabor mit den zwei Tiefgefrorenen stößt. Die Wissenschaftlerin und Jason werden zu Untersuchungszwecken auf ein Raumschiff gebracht - und aufgetaut...
Ein (und das ist selten) Sience-Fiction-Slasher aus dem Jahre 2001, der zunächst mit einer gut ausgedachten Story und humorvoll, witzigen Einlagen punkten kann. Auch Jason ist wieder in Bestform. Egal ob 455 Jahre in die Zukunft, oder gegen holographische Simulationen, Jason ist wütend und sucht seine geliebte Machete. Auf gewohnt brutale Art und Weise dezimiert er einen nach dem anderen, nachdem man ihn aufgetaut hat. Es erinnert ein wenig an "Alien vs. Predator" und nach der Beschreibung rechnet man mit einem früheren und spektakuläreren Kampf von Roboterfrau Kay-Em 14 gegen Jason. Aber bis dahin ist alles in Ordnung, die Atmosphäre stimmt, die Kills sind gut (z. B. übergroßer Korkenöffner), die Spannung ist trotz der üppigen Sience-Fiction-Elemente durchaus in Ordnung, bis dann Jason zum zweiten Mal "aufersteht".
Ab dem Zeitpunkt driftet der Gesamtkonstrukt viel zu sehr ins Komödienhafte ab und wirkt zudem viel zu hektisch. Hier verscherzt es sich der Film gewaltig und man kann verstehen, wenn einige Fans des "Freitag der 13."-Franchises zurecht enttäuscht waren. Jasons Ruf, die Ikone und das Bild was man von ihm hat, wird hier schwer geschädigt.Kann man davon Abstand nehmen und sich berieseln lassen, bekommt man harte Kills und eine nette Story, also alles im Rahmen.
5,5/10
Von WARNER Home Entertainment kommt der Film auch im wattierten und auf 1.000 Stück limitierten Mediabook. Es enthält die Unrated Version auf Blu-ray in HD.
Conquest Of The Planet Of The Apes - Eroberung vom Planet der Affen (Unrated Director's Cut) (1972)
http://www.imdb.com/title/tt0068408/
https://letterboxd.com/film/conquest-of-the-planet-of-the-apes/
Im Jahr 1991 wächst der Schimpansen Cäsar (Roddy McDowall) bei einem Zirkusdirektor auf, nachdem ihn seine Eltern Cornelius und Zira vor ihrem Tod noch in Sicherheit gebracht haben. Cäsar ist inzwischen zu einem prächtigen Affen herangewachsen, der sich aber verstellen muss, da die übrigen Affen nicht sprechen können und auch nicht so intelligent sind wie er. Wenn jemand außerhalb des Zirkus' von Direktor Armando (Ricardo Montalban) mitbekommen würde, über welche Fähigkeiten Cäsar verfügt, dann müsste er um sein Leben fürchten. Eines Tages kommt es jedoch zu einem schicksalshaften Ereignis, weil Cäsar nicht ertragen kann, wie die Menschen ihre zu Sklaven erzogenen Hausaffen behandeln, die an die Stelle früherer Haustiere getreten sind. Ein Virus hat dafür gesorgt, dass Hunde und Katzen ausgestorben sind. Cäsar spricht voller Wut in der Öffentlichkeit und kann gerade noch von Armando versteckt werden. Während Armando verhört wird, plant Cäsar einen Aufstand der Affen...
"Eroberung vom Planet der Affen" setzt zeitlich nicht lange nach "Flucht vom Planet der Affen" ein, schlägt aber schon wieder einen ganz anderen Ton an. Es ist der düsterste Teil der Reihe. Man könnte ihn überflüssig nennen, schildert er doch nur, was in den anderen Filmen bereits berichtet wurde. Allerdings sticht dieser vierte Streich mit ganz eigenen Schauwerten und einer zuweilen dichten, finsteren Atmosphäre heraus. Vor allem lässt er sich als tatsächlicher Beginn des "Planeten der Affen" sehen, wodurch eine gewisse Magie von ihm ausgeht und sein Dasein wenigstens ein Stück weit gerechtfertigt ist.
In "Rückkehr zum Planet der Affen" war es der Atomkrieg, "Flucht vom Planet der Affen" kommentiert die Medienlandschaft und "Eroberung vom Planet der Affen" funktioniert als Paraphrase der Sklavenhaltung während der Kolonialisierung Amerikas, die sich bis heute auf US-amerikanisches Gedankengut auswirkt. Als Nachteil gegenüber dem Vorgänger tut sich die eher schwer zugängliche Zukunftsvision des Jahres 1991 aus der Sicht des Produktionsjahres 1972 hervor. Zudem wirkt die Versklavung der Affen etwas weit hergeholt, da zwar ihre Ursache genannt wird, jedoch keine wirklich schlüssige Begründung vorliegt.
Dem gegenüber steht ein verhältnismäßig furioses Finale der bisherigen Reihe. Selbst wenn das Budget ganz offensichtlich schmal ausfiel, ist die Affenrevolution spektakulär anzusehen. Zudem machen die flammenden Reden von Caesar (leidenschaftlich gespielt von Roddy McDowall, der zuvor Cornelius, also quasi seinen eigenen Vater verkörperte und damit als einziger Schauspieler in allen Teilen der Reihe zu sehen ist) wirklich etwas her.
Vergleicht man mit dem 2011er Prequel "Planet der Affen: Prevolution", das ebenfalls den Aufstand der Affen gegen die Menschen herbeiführt, allerdings nicht als Remake von "Eroberung vom Planet der Affen" gesehen werden will, verfolgt nur der neuere der beiden Filme einen durchweg schlüssigen Handlungsverlauf vom Haustier-Affen bis zum Revoluzzer-Affen. Dennoch punktet "Eroberung vom Planet der Affen" mit Atmosphäre und Härte und bleibt als solider Teil der originalen Reihe zurück.
6/10
Als "Limited Edition" in der "40 Jahre Evolution"-Blu-ray-Box als DigiPak erschienen, die alle 5 Klassiker um den "Planet der Affen" enthält, inkl. eines 200-seitigem Buch mit allen Infos zu den Filmen:
Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: APJAC Productions/20th Century Fox
https://letterboxd.com/film/conquest-of-the-planet-of-the-apes/
Im Jahr 1991 wächst der Schimpansen Cäsar (Roddy McDowall) bei einem Zirkusdirektor auf, nachdem ihn seine Eltern Cornelius und Zira vor ihrem Tod noch in Sicherheit gebracht haben. Cäsar ist inzwischen zu einem prächtigen Affen herangewachsen, der sich aber verstellen muss, da die übrigen Affen nicht sprechen können und auch nicht so intelligent sind wie er. Wenn jemand außerhalb des Zirkus' von Direktor Armando (Ricardo Montalban) mitbekommen würde, über welche Fähigkeiten Cäsar verfügt, dann müsste er um sein Leben fürchten. Eines Tages kommt es jedoch zu einem schicksalshaften Ereignis, weil Cäsar nicht ertragen kann, wie die Menschen ihre zu Sklaven erzogenen Hausaffen behandeln, die an die Stelle früherer Haustiere getreten sind. Ein Virus hat dafür gesorgt, dass Hunde und Katzen ausgestorben sind. Cäsar spricht voller Wut in der Öffentlichkeit und kann gerade noch von Armando versteckt werden. Während Armando verhört wird, plant Cäsar einen Aufstand der Affen...
"Eroberung vom Planet der Affen" setzt zeitlich nicht lange nach "Flucht vom Planet der Affen" ein, schlägt aber schon wieder einen ganz anderen Ton an. Es ist der düsterste Teil der Reihe. Man könnte ihn überflüssig nennen, schildert er doch nur, was in den anderen Filmen bereits berichtet wurde. Allerdings sticht dieser vierte Streich mit ganz eigenen Schauwerten und einer zuweilen dichten, finsteren Atmosphäre heraus. Vor allem lässt er sich als tatsächlicher Beginn des "Planeten der Affen" sehen, wodurch eine gewisse Magie von ihm ausgeht und sein Dasein wenigstens ein Stück weit gerechtfertigt ist.
In "Rückkehr zum Planet der Affen" war es der Atomkrieg, "Flucht vom Planet der Affen" kommentiert die Medienlandschaft und "Eroberung vom Planet der Affen" funktioniert als Paraphrase der Sklavenhaltung während der Kolonialisierung Amerikas, die sich bis heute auf US-amerikanisches Gedankengut auswirkt. Als Nachteil gegenüber dem Vorgänger tut sich die eher schwer zugängliche Zukunftsvision des Jahres 1991 aus der Sicht des Produktionsjahres 1972 hervor. Zudem wirkt die Versklavung der Affen etwas weit hergeholt, da zwar ihre Ursache genannt wird, jedoch keine wirklich schlüssige Begründung vorliegt.
Dem gegenüber steht ein verhältnismäßig furioses Finale der bisherigen Reihe. Selbst wenn das Budget ganz offensichtlich schmal ausfiel, ist die Affenrevolution spektakulär anzusehen. Zudem machen die flammenden Reden von Caesar (leidenschaftlich gespielt von Roddy McDowall, der zuvor Cornelius, also quasi seinen eigenen Vater verkörperte und damit als einziger Schauspieler in allen Teilen der Reihe zu sehen ist) wirklich etwas her.Vergleicht man mit dem 2011er Prequel "Planet der Affen: Prevolution", das ebenfalls den Aufstand der Affen gegen die Menschen herbeiführt, allerdings nicht als Remake von "Eroberung vom Planet der Affen" gesehen werden will, verfolgt nur der neuere der beiden Filme einen durchweg schlüssigen Handlungsverlauf vom Haustier-Affen bis zum Revoluzzer-Affen. Dennoch punktet "Eroberung vom Planet der Affen" mit Atmosphäre und Härte und bleibt als solider Teil der originalen Reihe zurück.
6/10
Als "Limited Edition" in der "40 Jahre Evolution"-Blu-ray-Box als DigiPak erschienen, die alle 5 Klassiker um den "Planet der Affen" enthält, inkl. eines 200-seitigem Buch mit allen Infos zu den Filmen:
Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: APJAC Productions/20th Century Fox
Escape From The Planet Of The Apes - Flucht vom Planet der Affen (1971)
http://www.imdb.com/title/tt0067065/
https://letterboxd.com/film/escape-from-the-planet-of-the-apes/
Als der amerikanische Astronaut Taylor mit seinem Raumschiff auf dem Planet der Affen landete, geriet sein Raumschiff in Vergessenheit. Aber nun steht der Planet kurz vor seiner Zerstörung und nur durch eine Menge Glück können sich die drei Affen-Wissenschaftler Dr. Cornelius (Roddy McDowall), Dr. Zira (Kim Hunter) und Milo (Sal Mineo) noch rechtzeitig in das interstellare Gefährt retten. Ohne zu wissen, wie sie dieses Gerät steuern, reisen die drei hochintelligenten Primaten durch Raum und Zeit und landen auf einem Planeten, der ihnen vertraut ist, aber doch ganz anders, als sie ihn in Erinnerung haben. Denn sie sind im Jahr 1972 auf der Erde gelandet, aber dort haben nicht die Affen die Kontrolle, sondern die Menschen sind die dominierende Spezies. Die drei werden natürlich voller Sensationsgier gejagt und müssen um ihr Leben fürchten...
Drehbuchautor Paul Dehn, auf dessen Mist bereits die fragwürdige "Rückkehr zum Planet der Affen" gewachsen war, verpasst dem vermeintlich abgeschlossenen Affenmenschenkosmos eine unerwartete Frischzellenkur, indem er den Spieß ganz einfach umdreht. Durch die witzige Idee wird die nunmehr alte Geschichte vom Absturz auf einem unbekannten Planeten in ein neues Gewand gepackt und mit ganz eigenen Reizen versehen. Schauplatz ist diesmal die Erde, wie wir sie kennen. "Flucht vom Planet der Affen" ist das Heimspiel der Reihe. Zum einen fällt die Gesellschaftskritik auf diese Weise expliziter statt nur verallgemeinert aus, zum anderen findet das Publikum leichter einen Draht zur Geschichte, auch weil die 'affigen' Hauptfiguren bereits in den Vorgängerfilmen ins Herz geschlossen wurden.
Nicht nur Jerry Goldsmiths Musikuntermalung ist plötzlich angenehmer geworden; "Flucht vom Planet der Affen" ist im Allgemeinen auf Sympathie ausgelegt, gerät zuweilen gar zur Komödie. Es sind einige Situationen zum Schmunzeln untergebracht, die überdies dazu anregen, verschiedene menschliche Gewohnheiten mal von einem anderen Standpunkt aus zu betrachten. Leider treibt die Handlung das Konzept achtlos zu weit, driftet ins Alberne und baut zu Belustigungszwecken zu viel Abwegiges ein. Das fällt glücklicherweise aber nicht sehr ins Gewicht. Denn letztendlich stellt sich "Flucht vom Planet der Affen" als Schlüsselteil der Reihe heraus, da einige wichtige Informationen gegeben werden, die die Entwicklung vom Affen zur in der Zukunft dominierenden Spezies erklären.
Etwas schwer im Magen liegt dann nur noch das erschreckend tragische Ende. Zwar schließt der Film mit einem Aha-Effekt als Happy End, doch die Charaktere zahlen einen hohen Preis dafür. Alles in allem ist dieser Teil der Saga eher seichte und nicht ganz stilsichere Unterhaltung, dafür aber informativ.
6,5/10
Als "Limited Edition" in der "40 Jahre Evolution"-Blu-ray-Box als DigiPak erschienen, die alle 5 Klassiker um den "Planet der Affen" enthält, inkl. eines 200-seitigem Buch mit allen Infos zu den Filmen:
Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: APJAC Productions/20th Century Fox
https://letterboxd.com/film/escape-from-the-planet-of-the-apes/
Als der amerikanische Astronaut Taylor mit seinem Raumschiff auf dem Planet der Affen landete, geriet sein Raumschiff in Vergessenheit. Aber nun steht der Planet kurz vor seiner Zerstörung und nur durch eine Menge Glück können sich die drei Affen-Wissenschaftler Dr. Cornelius (Roddy McDowall), Dr. Zira (Kim Hunter) und Milo (Sal Mineo) noch rechtzeitig in das interstellare Gefährt retten. Ohne zu wissen, wie sie dieses Gerät steuern, reisen die drei hochintelligenten Primaten durch Raum und Zeit und landen auf einem Planeten, der ihnen vertraut ist, aber doch ganz anders, als sie ihn in Erinnerung haben. Denn sie sind im Jahr 1972 auf der Erde gelandet, aber dort haben nicht die Affen die Kontrolle, sondern die Menschen sind die dominierende Spezies. Die drei werden natürlich voller Sensationsgier gejagt und müssen um ihr Leben fürchten...
Drehbuchautor Paul Dehn, auf dessen Mist bereits die fragwürdige "Rückkehr zum Planet der Affen" gewachsen war, verpasst dem vermeintlich abgeschlossenen Affenmenschenkosmos eine unerwartete Frischzellenkur, indem er den Spieß ganz einfach umdreht. Durch die witzige Idee wird die nunmehr alte Geschichte vom Absturz auf einem unbekannten Planeten in ein neues Gewand gepackt und mit ganz eigenen Reizen versehen. Schauplatz ist diesmal die Erde, wie wir sie kennen. "Flucht vom Planet der Affen" ist das Heimspiel der Reihe. Zum einen fällt die Gesellschaftskritik auf diese Weise expliziter statt nur verallgemeinert aus, zum anderen findet das Publikum leichter einen Draht zur Geschichte, auch weil die 'affigen' Hauptfiguren bereits in den Vorgängerfilmen ins Herz geschlossen wurden.
Nicht nur Jerry Goldsmiths Musikuntermalung ist plötzlich angenehmer geworden; "Flucht vom Planet der Affen" ist im Allgemeinen auf Sympathie ausgelegt, gerät zuweilen gar zur Komödie. Es sind einige Situationen zum Schmunzeln untergebracht, die überdies dazu anregen, verschiedene menschliche Gewohnheiten mal von einem anderen Standpunkt aus zu betrachten. Leider treibt die Handlung das Konzept achtlos zu weit, driftet ins Alberne und baut zu Belustigungszwecken zu viel Abwegiges ein. Das fällt glücklicherweise aber nicht sehr ins Gewicht. Denn letztendlich stellt sich "Flucht vom Planet der Affen" als Schlüsselteil der Reihe heraus, da einige wichtige Informationen gegeben werden, die die Entwicklung vom Affen zur in der Zukunft dominierenden Spezies erklären.
Etwas schwer im Magen liegt dann nur noch das erschreckend tragische Ende. Zwar schließt der Film mit einem Aha-Effekt als Happy End, doch die Charaktere zahlen einen hohen Preis dafür. Alles in allem ist dieser Teil der Saga eher seichte und nicht ganz stilsichere Unterhaltung, dafür aber informativ.
6,5/10
Als "Limited Edition" in der "40 Jahre Evolution"-Blu-ray-Box als DigiPak erschienen, die alle 5 Klassiker um den "Planet der Affen" enthält, inkl. eines 200-seitigem Buch mit allen Infos zu den Filmen:
Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: APJAC Productions/20th Century Fox
Babylon A.D. (2008)
http://www.imdb.com/title/tt0364970/
Die Menschheit hat sich in der nahen Zukunft durch unzählige Kriege und andere Katastrophen ins Chaos gestürzt. Toorop (Vin Diesel), hünenhafter Kriegsveteran und Söldner, lebt in Kasachstan und muss täglich um sein Überleben kämpfen. Einsam haust er in einem heruntergekommenen Appartement und hält sich nur mühsam über Wasser. Da macht ihm der einflussreiche Mafia-Pate Gorsky (Gérard Depardieu) ein verlockendes Angebot. Toorop soll die bildhübsche Aurora (Mélanie Thierry), die hinter Klostermauern aufwuchs, unbeschadet nach New York bringen. Als Belohnung steht ein Neuanfang in Amerika in Aussicht. Zunächst betrachtet der desillusionierte Einzelgänger den Auftrag noch als reinen Routinejob, den er schnell hinter sich bringen möchte. Doch schon bald häufen sich die Merkwürdigkeiten: Auf einem Markplatz kommt es zu einer fatalen Explosion, vor der das Mädchen kurz zuvor gewarnt hatte. Toorop erfährt, dass Aurora in New York einer mysteriösen Sekte übergeben werden soll und zweifelt daher zunehmend an seiner Aufgabe...
Die Welt ist geteilt in eine wohlhabende, zivilisierte UN-Zone und das ungleich heruntergekommenere Osteuropa, das hauptsächlich von Mafia-Banden kontrolliert wird. Der Söldner Toorop wird von Mafia-Boss Gorsky beauftragt, ein geheimnisvolles Mädchen von Russland über die Beringstrasse und die schwer bewachte Todeszone nach New York zu schmuggeln. Als Lohn winkt ihm ein neues Leben. Bis hier wirkt die Story wie eine typische, amerikanische Zukunftsvision (USA als Mittelpunkt der Welt). Doch einerseits ist das Ganze wirklich gut umgesetzt worden und zweitens wartet die Geschichte vor allem im letzten Drittel des Films mit einigen interessanten Thematiken wie Glaubenskritik oder Menschlichkeit auf, die den Film von einer gut inszenierten Action-Geschichte in eine interessantere Thematik überführen.
Dies und die den ganzen Film beherrschende Ungewissheit über den "Nutzen" von Aurora (die durch Spekulationen gekonnt angeheizt wird) heben das Niveau der Story deutlich an. Besonders stilistisch und optisch vermag der Film zu überzeugen, das heruntergekommene Osteuropa ist toll in Szene gesetzt und die Action-Sequenzen sind gut choreographiert. Schauspielerisch überzeugt vor allem Vin Diesel in seiner typischen Rolle als egozentrischer Söldner Toorop und Gérard Dépardieu als Mafiaboss Gorsky. Die anderen Charaktere sind zwar u.a. mit Michelle Yeoh hervorragend besetzt, liefern aber im Vergleich nur eine durchschnittliche bis gute Leistung ab. Mélanie Thierry als Aurora ist hingegen ein größerer Störfaktor, da sie irgendetwas Undefinierbares an sich hat, das nicht zu 100% in diesen Film passt. Zusammengefasst ist "Babylon A.D." ein guter, dystopischer Science-Fiction-Thriller vom französischen Regie-Star Mathieu Kassovitz mit interessanter Thematik und toller Optik, der durchaus einen Blick wert ist.
6,5/10
Die Menschheit hat sich in der nahen Zukunft durch unzählige Kriege und andere Katastrophen ins Chaos gestürzt. Toorop (Vin Diesel), hünenhafter Kriegsveteran und Söldner, lebt in Kasachstan und muss täglich um sein Überleben kämpfen. Einsam haust er in einem heruntergekommenen Appartement und hält sich nur mühsam über Wasser. Da macht ihm der einflussreiche Mafia-Pate Gorsky (Gérard Depardieu) ein verlockendes Angebot. Toorop soll die bildhübsche Aurora (Mélanie Thierry), die hinter Klostermauern aufwuchs, unbeschadet nach New York bringen. Als Belohnung steht ein Neuanfang in Amerika in Aussicht. Zunächst betrachtet der desillusionierte Einzelgänger den Auftrag noch als reinen Routinejob, den er schnell hinter sich bringen möchte. Doch schon bald häufen sich die Merkwürdigkeiten: Auf einem Markplatz kommt es zu einer fatalen Explosion, vor der das Mädchen kurz zuvor gewarnt hatte. Toorop erfährt, dass Aurora in New York einer mysteriösen Sekte übergeben werden soll und zweifelt daher zunehmend an seiner Aufgabe...
Die Welt ist geteilt in eine wohlhabende, zivilisierte UN-Zone und das ungleich heruntergekommenere Osteuropa, das hauptsächlich von Mafia-Banden kontrolliert wird. Der Söldner Toorop wird von Mafia-Boss Gorsky beauftragt, ein geheimnisvolles Mädchen von Russland über die Beringstrasse und die schwer bewachte Todeszone nach New York zu schmuggeln. Als Lohn winkt ihm ein neues Leben. Bis hier wirkt die Story wie eine typische, amerikanische Zukunftsvision (USA als Mittelpunkt der Welt). Doch einerseits ist das Ganze wirklich gut umgesetzt worden und zweitens wartet die Geschichte vor allem im letzten Drittel des Films mit einigen interessanten Thematiken wie Glaubenskritik oder Menschlichkeit auf, die den Film von einer gut inszenierten Action-Geschichte in eine interessantere Thematik überführen.
Dies und die den ganzen Film beherrschende Ungewissheit über den "Nutzen" von Aurora (die durch Spekulationen gekonnt angeheizt wird) heben das Niveau der Story deutlich an. Besonders stilistisch und optisch vermag der Film zu überzeugen, das heruntergekommene Osteuropa ist toll in Szene gesetzt und die Action-Sequenzen sind gut choreographiert. Schauspielerisch überzeugt vor allem Vin Diesel in seiner typischen Rolle als egozentrischer Söldner Toorop und Gérard Dépardieu als Mafiaboss Gorsky. Die anderen Charaktere sind zwar u.a. mit Michelle Yeoh hervorragend besetzt, liefern aber im Vergleich nur eine durchschnittliche bis gute Leistung ab. Mélanie Thierry als Aurora ist hingegen ein größerer Störfaktor, da sie irgendetwas Undefinierbares an sich hat, das nicht zu 100% in diesen Film passt. Zusammengefasst ist "Babylon A.D." ein guter, dystopischer Science-Fiction-Thriller vom französischen Regie-Star Mathieu Kassovitz mit interessanter Thematik und toller Optik, der durchaus einen Blick wert ist.
6,5/10
Freitag, 22. Dezember 2017
How The West Was Won - Das war der wilde Westen (1962)
http://www.imdb.com/title/tt0056085/
Die Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika beginnt mit der Besiedlung der Ostküste. Angetrieben von den Gerüchten um den großen Goldrausch zieht es daraufhin viele Menschen Richtung Westen, wo sie hoffen, ihr persönliches Glück und eine goldene Zukunft zu finden. So auch Familie Prescott, die in ihrer Familien-Karawane im Jahr 1830 aufbricht, um in den Westen zu siedeln. Doch bald müssen sie erkennen, dass die Reise alles andere als ungefährlich ist, so zeigen ihnen nicht nur Naturkatastrophen ihre Grenzen auf, sondern auch Überfälle von Indianern und verfeindeten Siedlern. Doch trotz aller Widrigkeiten findet Tochter Eve (Carroll Baker) in dem Trapper Rawlings (Lee J. Cobb) ihre große Liebe und schon bald erblickt ihr gemeinsamer Sohn Zeb (George Peppard) das Licht der Welt. Zeb spielt auch im späteren Sezessionskrieg eine entscheidende Rolle. Die gesamte Familie ist an allen Stationen der Entstehung der USA beteiligt...
Es gibt wirklich kein passenderes Wort für die in den 40er-Jahren entwickelte Technik des Cinerama als "Gigantisch". In dieser Zeit eroberten kleine Flimmerkisten die Wohnzimmer in den USA. Gleichzeitig gingen die Besucherzahlen der Kinos zwischen 1948 und 1952 von 90 auf 56 Millionen pro Woche zurück. Die Hollywood-Studios ließen sich trotzdem nicht von der Entwicklung von Fred Waller beeindrucken. So brachte er die Technik zusammen mit Merian C. Cooper ("King Kong" (1933)) zur Markttauglichkeit und zeigte in seinen Kinos überwältigende Reisefilme. Denn "Das war der wilde Westen" ist einer der wenigen Filme, die in diesem seltenen Cinerama-Format gedreht wurden. Dies bedeutet, das 3 Kameras parallel montiert wurden, um ein extrabreites, sehr fein aufgelöstes Bild zu bekommen. Dadurch übertrifft die Bildqualität jegliche Erwartungen und bildet eine Quasireferenz, mit der sie viele moderne Produktionen in die Tasche steckt. Der Erfolg der Produktionen führte dazu, dass 1962 doch noch zwei Spielfilme in diesem Verfahren entstanden sind. Das 165-minütige Epos "Das war der wilde Westen" ist einer davon. Für das in fünf Episoden unterteilte Western-Epos wurden gleich drei angesehene Regisseure und vier ausgezeichnete Kameramänner verpflichtet.
Der Film ist jedoch auch durch seine Kameraführungen und seine Aufnahmen mit zig Details, geradezu für das neue Medium prädestiniert. Da fällt eine objektive Kritik wirklich schwer, da es wirklich permanent viel zu schauen gibt. Immer wieder erwischt man sich, wie man in die Tiefe der Hintergründe blickt und dort nach weiteren Details Auschau hält.Gewaltig war auch das Staraufgebot Vor der Kamera: Henry Fonda, Gregory Peck, Debbie Reynolds, James Stewart, John Wayne und Richard Widmark sind die ganz grossen Kaliber. Erzählt wird die Eroberung des Wilden Westens zwischen 1838 und 1898. Im Gegensatz zu anderen Western, in denen die verschiedenen Epochen wenig historisch vermischt werden, sind in "How The West Was Won" die einzelnen Abschnitte chronologisch aneinandergereiht. Im Zentrum stehen die Schwestern Eve (Carroll Baker) und Lilith Prescott (Reynolds), deren Familie als Siedler von der Ostküste aufbrechen, um ihr Glück im Westen zu finden. Sehr weit kommen sie allerdings nicht, denn in Ohio sterben die Eltern in einer Stromschnelle. Eve bleibt an der Grabstätte zurück, während Lilith in der zweiten Episode dem Ruf des Goldrauschs folgt und den beschwerlichen Weg über die Ebenen des mittleren Westen auf sich nimmt. In der dritten Episode kämpft der älteste Sohn von Eve im Bürgerkrieg (1861~1865). Als er auf die Farm zurückkehrt ist seine Mutter gestorben, so bricht auch er in den Westen auf, wo gerade die Eisenbahnen gebaut werden. In der letzten Episode wird er zum Gesetzeshüter im Kampf gegen Outlaws.
Die Handlung ist nicht ganz so überwältigend wie die Landschaftsaufnahmen, bietet aber schwelgerische Emotionen und auch ausreichend Humor. Kennzeichen von "How The West Was Won" sind aber sowieso die Cinerama-spezifischen Erlebnismomente; eine Fahrt auf einem reissenden Fluss, die meisterhafte Verfolgung durch Indianer, eine durch ein Zeltdorf trampelnde Büffelherde und das Finale bei einem Überfall auf eine Eisenbahn. Diese Szenen machen den Film unvergesslich.
Die Nachteile des Streifens liegen aber ebenso klar auf der Hand. Der Film ist einfach ein Kind seiner Zeit.Man muss solche Filme, solche epischen Geschichten, mögen und darin aufgehen. Denn wie das damals eben so war ist die Handlung teilweise naiv und trotzdem geschönt. So ist es beispielsweise nur schwer vorstellbar, dass Jimmy Stewart als Trapper nach Wochen oder gar Monaten in denen er in den Bergen war, so schön frisch frisiert und rasiert sein kann. Oder auch, das so ein raubeiniger Trapper sich Hals über Kopf verliebt, nur weil er mal einen Kuss bekommen hat.
Trotz der beträchtlichen Laufzeit sind die einzelnen Kapitel teilweise zu schnell abgehandelt. Besonders die Schlacht in der Episode vom Bürgerkrieg (von John Ford gedreht) ist wirklich absolut beeindruckend. Aber eben leider auch wirklich nur sehr sehr kurz, man bekommt allenfalls ein paar Eindrücke. Der Film hat, entsprechend der Defintion solcher Monumentalfilme, auch eine lange Ouvertüre, Pausen und Epiloge, die lediglich durch Tafeln, unterlegt mit Musik bestimmt sind. Die Musik ist allerdings schön stimmig, genau passend und daher kontextuell perfekt. Für Westernfreunde der "guten alten Zeit" ist dieser Film ein unumstößliches Muss. Nicht nur, das sich praktisch alle Stars der damaligen Zeit in dem Film wieder finden und auch John Ford beteiligt war. Nein, so ist auch einfach die heute noch luxuriöse Optik und die daraus resultierende Wirkung so berauschend, das man sich einfach nicht satt sehen kann.
8/10
Die Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika beginnt mit der Besiedlung der Ostküste. Angetrieben von den Gerüchten um den großen Goldrausch zieht es daraufhin viele Menschen Richtung Westen, wo sie hoffen, ihr persönliches Glück und eine goldene Zukunft zu finden. So auch Familie Prescott, die in ihrer Familien-Karawane im Jahr 1830 aufbricht, um in den Westen zu siedeln. Doch bald müssen sie erkennen, dass die Reise alles andere als ungefährlich ist, so zeigen ihnen nicht nur Naturkatastrophen ihre Grenzen auf, sondern auch Überfälle von Indianern und verfeindeten Siedlern. Doch trotz aller Widrigkeiten findet Tochter Eve (Carroll Baker) in dem Trapper Rawlings (Lee J. Cobb) ihre große Liebe und schon bald erblickt ihr gemeinsamer Sohn Zeb (George Peppard) das Licht der Welt. Zeb spielt auch im späteren Sezessionskrieg eine entscheidende Rolle. Die gesamte Familie ist an allen Stationen der Entstehung der USA beteiligt...
Es gibt wirklich kein passenderes Wort für die in den 40er-Jahren entwickelte Technik des Cinerama als "Gigantisch". In dieser Zeit eroberten kleine Flimmerkisten die Wohnzimmer in den USA. Gleichzeitig gingen die Besucherzahlen der Kinos zwischen 1948 und 1952 von 90 auf 56 Millionen pro Woche zurück. Die Hollywood-Studios ließen sich trotzdem nicht von der Entwicklung von Fred Waller beeindrucken. So brachte er die Technik zusammen mit Merian C. Cooper ("King Kong" (1933)) zur Markttauglichkeit und zeigte in seinen Kinos überwältigende Reisefilme. Denn "Das war der wilde Westen" ist einer der wenigen Filme, die in diesem seltenen Cinerama-Format gedreht wurden. Dies bedeutet, das 3 Kameras parallel montiert wurden, um ein extrabreites, sehr fein aufgelöstes Bild zu bekommen. Dadurch übertrifft die Bildqualität jegliche Erwartungen und bildet eine Quasireferenz, mit der sie viele moderne Produktionen in die Tasche steckt. Der Erfolg der Produktionen führte dazu, dass 1962 doch noch zwei Spielfilme in diesem Verfahren entstanden sind. Das 165-minütige Epos "Das war der wilde Westen" ist einer davon. Für das in fünf Episoden unterteilte Western-Epos wurden gleich drei angesehene Regisseure und vier ausgezeichnete Kameramänner verpflichtet.
Der Film ist jedoch auch durch seine Kameraführungen und seine Aufnahmen mit zig Details, geradezu für das neue Medium prädestiniert. Da fällt eine objektive Kritik wirklich schwer, da es wirklich permanent viel zu schauen gibt. Immer wieder erwischt man sich, wie man in die Tiefe der Hintergründe blickt und dort nach weiteren Details Auschau hält.Gewaltig war auch das Staraufgebot Vor der Kamera: Henry Fonda, Gregory Peck, Debbie Reynolds, James Stewart, John Wayne und Richard Widmark sind die ganz grossen Kaliber. Erzählt wird die Eroberung des Wilden Westens zwischen 1838 und 1898. Im Gegensatz zu anderen Western, in denen die verschiedenen Epochen wenig historisch vermischt werden, sind in "How The West Was Won" die einzelnen Abschnitte chronologisch aneinandergereiht. Im Zentrum stehen die Schwestern Eve (Carroll Baker) und Lilith Prescott (Reynolds), deren Familie als Siedler von der Ostküste aufbrechen, um ihr Glück im Westen zu finden. Sehr weit kommen sie allerdings nicht, denn in Ohio sterben die Eltern in einer Stromschnelle. Eve bleibt an der Grabstätte zurück, während Lilith in der zweiten Episode dem Ruf des Goldrauschs folgt und den beschwerlichen Weg über die Ebenen des mittleren Westen auf sich nimmt. In der dritten Episode kämpft der älteste Sohn von Eve im Bürgerkrieg (1861~1865). Als er auf die Farm zurückkehrt ist seine Mutter gestorben, so bricht auch er in den Westen auf, wo gerade die Eisenbahnen gebaut werden. In der letzten Episode wird er zum Gesetzeshüter im Kampf gegen Outlaws.Die Handlung ist nicht ganz so überwältigend wie die Landschaftsaufnahmen, bietet aber schwelgerische Emotionen und auch ausreichend Humor. Kennzeichen von "How The West Was Won" sind aber sowieso die Cinerama-spezifischen Erlebnismomente; eine Fahrt auf einem reissenden Fluss, die meisterhafte Verfolgung durch Indianer, eine durch ein Zeltdorf trampelnde Büffelherde und das Finale bei einem Überfall auf eine Eisenbahn. Diese Szenen machen den Film unvergesslich.
Die Nachteile des Streifens liegen aber ebenso klar auf der Hand. Der Film ist einfach ein Kind seiner Zeit.Man muss solche Filme, solche epischen Geschichten, mögen und darin aufgehen. Denn wie das damals eben so war ist die Handlung teilweise naiv und trotzdem geschönt. So ist es beispielsweise nur schwer vorstellbar, dass Jimmy Stewart als Trapper nach Wochen oder gar Monaten in denen er in den Bergen war, so schön frisch frisiert und rasiert sein kann. Oder auch, das so ein raubeiniger Trapper sich Hals über Kopf verliebt, nur weil er mal einen Kuss bekommen hat.Trotz der beträchtlichen Laufzeit sind die einzelnen Kapitel teilweise zu schnell abgehandelt. Besonders die Schlacht in der Episode vom Bürgerkrieg (von John Ford gedreht) ist wirklich absolut beeindruckend. Aber eben leider auch wirklich nur sehr sehr kurz, man bekommt allenfalls ein paar Eindrücke. Der Film hat, entsprechend der Defintion solcher Monumentalfilme, auch eine lange Ouvertüre, Pausen und Epiloge, die lediglich durch Tafeln, unterlegt mit Musik bestimmt sind. Die Musik ist allerdings schön stimmig, genau passend und daher kontextuell perfekt. Für Westernfreunde der "guten alten Zeit" ist dieser Film ein unumstößliches Muss. Nicht nur, das sich praktisch alle Stars der damaligen Zeit in dem Film wieder finden und auch John Ford beteiligt war. Nein, so ist auch einfach die heute noch luxuriöse Optik und die daraus resultierende Wirkung so berauschend, das man sich einfach nicht satt sehen kann.
8/10
Jason Goes To Hell: The Final Friday - Jason Goes To Hell: Die Endabrechnung (Unrated Version) (1993)
http://www.imdb.com/title/tt0107254/
Das FBI nimmt sich des wiederkehrenden Serienmörders Jason Voorhees (Kane Hodder) an. Ihr Plan: Er soll in 1000 Teile zersprengt werden. Gesagt, getan, doch irgendetwas scheint nicht ganz funktioniert zu haben, wie Kopfgeldjäger Creighton Duke (Steven Williams) bemerkt. Sein Verdacht bestätigt sich, als man bei der Obduktioon von Jasons Überreste nur noch tote Ärzte aufgefunden werden. Creighton geht davon aus, dass sich Jason nun in andere hineinversetzen kann, indem er als Wurm in die Körper seiner Opfer eindringt. Seinen eigenen Körper kann er jedoch nur wieder bekommen, wenn er einen Verwandten findet. Ebenso kann nur ein Verwandter Jason endgültig den Garaus machen. Die einzig lebende Verwandte ist Jessica Kimble (Kari Keegan), die Tochter von Jasons Schwester. Doch bis sie ihn findet, wird Jason eine blutige Spur hinterlassen.
Im neunten Teil der Serie sind den Machern wohl ein wenig die Ideen ausgegangen weshalb sie sich prompt beim Genrekollegen "The Hidden" was abgeguckt haben – und nachdem Jason in der Anfangssequenz vom FBI spektakulär pulverisiert wurde, beginnt einfach ein völlig belangloser, x-beliebiger "Monster tauscht Körper"-Schocker, der sich von anderen Werken nur dadurch unterscheidet dass er deutlich(!) brutaler ist und eben dass der böse Körpertausch-Wurm kein Alien sondern eben Jasons Geist ist. Trotzdem ist die folgende Mord- und Metzeltortur für Fans der Reihe sicher einen Blick wert. Wenn man davon absehen kann, dass man von dem einen Jason nur in wenigen Einstellungen und dann wieder im Finale etwas zu sehen bekommt, ist "Jason Goes To Hell" im Prinzip nicht viel anders als all seine Vorgänger.
Zudem muss man einfach einen ganzen Punkt für die Schlussszene geben, in der die Hockeymaske auf einem Feld liegt – dann schießt die Kralle von Freddy Krüger aus dem Boden und greift sie. Da wurde bereits das Duell "Freddy vs. Jason" angekündigt, auch wenn es dann noch ganze elf Jahre bis zu diesem Event daueren sollte. Unterm Strich hat "Jason Goes To Hell" seine guten und seine schlechten Momente. Was Splatter betrifft kann der Film auf jeden Fall punkten, doch mehr als ein dröger Horrorfilm bleibt am Ende nicht übrig. Das letzte Drittel zieht den Film zwar noch etwas hoch, dennoch bleibt er mit etwas Abstand zu anderen Teilen der Reihe leicht unterdurchschnittlich.
4,5/10
Von WARNER Home Entertainment kommt der Film auch im wattierten und auf 1.000 Stück limitierten Mediabook. Es enthält die komplett ungeschnittene Kinofassung auf Blu-ray in HD und die "Unrated Version", welche leider nur auf DVD in (erstaunlich guter) SD vorliegt.
Das FBI nimmt sich des wiederkehrenden Serienmörders Jason Voorhees (Kane Hodder) an. Ihr Plan: Er soll in 1000 Teile zersprengt werden. Gesagt, getan, doch irgendetwas scheint nicht ganz funktioniert zu haben, wie Kopfgeldjäger Creighton Duke (Steven Williams) bemerkt. Sein Verdacht bestätigt sich, als man bei der Obduktioon von Jasons Überreste nur noch tote Ärzte aufgefunden werden. Creighton geht davon aus, dass sich Jason nun in andere hineinversetzen kann, indem er als Wurm in die Körper seiner Opfer eindringt. Seinen eigenen Körper kann er jedoch nur wieder bekommen, wenn er einen Verwandten findet. Ebenso kann nur ein Verwandter Jason endgültig den Garaus machen. Die einzig lebende Verwandte ist Jessica Kimble (Kari Keegan), die Tochter von Jasons Schwester. Doch bis sie ihn findet, wird Jason eine blutige Spur hinterlassen.
Im neunten Teil der Serie sind den Machern wohl ein wenig die Ideen ausgegangen weshalb sie sich prompt beim Genrekollegen "The Hidden" was abgeguckt haben – und nachdem Jason in der Anfangssequenz vom FBI spektakulär pulverisiert wurde, beginnt einfach ein völlig belangloser, x-beliebiger "Monster tauscht Körper"-Schocker, der sich von anderen Werken nur dadurch unterscheidet dass er deutlich(!) brutaler ist und eben dass der böse Körpertausch-Wurm kein Alien sondern eben Jasons Geist ist. Trotzdem ist die folgende Mord- und Metzeltortur für Fans der Reihe sicher einen Blick wert. Wenn man davon absehen kann, dass man von dem einen Jason nur in wenigen Einstellungen und dann wieder im Finale etwas zu sehen bekommt, ist "Jason Goes To Hell" im Prinzip nicht viel anders als all seine Vorgänger.
Zudem muss man einfach einen ganzen Punkt für die Schlussszene geben, in der die Hockeymaske auf einem Feld liegt – dann schießt die Kralle von Freddy Krüger aus dem Boden und greift sie. Da wurde bereits das Duell "Freddy vs. Jason" angekündigt, auch wenn es dann noch ganze elf Jahre bis zu diesem Event daueren sollte. Unterm Strich hat "Jason Goes To Hell" seine guten und seine schlechten Momente. Was Splatter betrifft kann der Film auf jeden Fall punkten, doch mehr als ein dröger Horrorfilm bleibt am Ende nicht übrig. Das letzte Drittel zieht den Film zwar noch etwas hoch, dennoch bleibt er mit etwas Abstand zu anderen Teilen der Reihe leicht unterdurchschnittlich.
4,5/10
Von WARNER Home Entertainment kommt der Film auch im wattierten und auf 1.000 Stück limitierten Mediabook. Es enthält die komplett ungeschnittene Kinofassung auf Blu-ray in HD und die "Unrated Version", welche leider nur auf DVD in (erstaunlich guter) SD vorliegt.
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