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Samstag, 17. Dezember 2016

The Chronicles Of Narnia: The Lion, The Witch And The Wardrobe - Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia (2005)

http://www.imdb.com/title/tt0363771/

Keiner will Lucy (Georgie Henley) glauben, dass sie durch den Wandschrank im Haus des Professors in einen verschneiten Wald gelangt ist, wo sie ein ziegenbeiniger Faun zum Tee eingeladen hat. Aber als sich Peter (William Moseley), Susan (Anna Popplewell) und Edmund (Skandar Keynes) in dem Schrank verstecken, betreten auch sie das rätselhafte Land Narnia. Viel Zeit, ihren Ausflug in die unbekannte neue Welt zu genießen, bleibt den Dreien jedoch nicht. In Narnia hat die Weiße Hexe (Tilda Swinton) die Macht ergriffen und dafür gesorgt, dass ewiger Winter herrscht. Jeden, der sich ihr widersetzt, verwandelt sie in Stein. Eine uralte Prophezeiung besagt allerdings, dass zwei Söhne Adams und zwei Töchter Evas (so die Bezeichnung für Menschen in Narnia) kommen und das Land den Klauen der Hexe entreißen werden...

Die phantastische Welt rund um das von C. S Lewis erschaffene Universum "Narnia" ist leider viel zu wenig bekannt. Zusammengefasst erzählen seine "Chroniken von Narnia" die Abenteuer verschiedener Kinder und einiger weniger Erwachsener, die eine zentrale Rolle in der Entwicklung der magischen Welt von "Narnia" spielen und obwohl "The Lion, The Witch And The Wardrobe" nicht der erste Teil des sieben Bücher umfassenden Werkes darstellt, entschied sich Disney/Walden Media 2005 in der Veröffentlichungsreihenfolge der Bücher vorzugehen und eben mit "The Lion, The Witch And The Wardrobe" den Anfang zu machen.

Nun muss man sagen, dass "Der König von Narnia", so der deutsche Titel, ein recht düsteres Werk ist, gerade wenn man die Ziegruppe bedenkt. Anfänglich geprägt durch (kurz gehaltene) Szenen des zweiten Weltkrieges, fallenden Bomben, Zerstörung und Eltern, die ihre Kinder aus ebendiesen Gründen fortschicken müssen, stimmt dies den Zuschauer fast schon unendlich traurig. Danach aber beginnt ein Fantasymärchen für Kinder das mit guten Effekten, schönen Kulissen, nettem Kreaturendesign, einer herrlich fiesen Tilda Swinton und einem ganz brauchbar animierten Löwen punkten kann. Was aber dem Film schon von Anfang an die Höchstwertung verwehrt, sind die unsympathischen Kinderdarsteller (mit Ausnahme von Georgie Henley, die Lucy Pevensie spielt) mit denen man kaum warm wird. Selten hat man so farblose, blasse und irgendwie lustlos wirkende Leistungen von Kinderdarstellern gesehen, wobei besonders Skandar Keynes (Edmund) der Unsympath schlechthin ist.

Einige kleinere Längen hat der "König von Narnia" auch noch, aber ansonsten weiß die Dramaturgie des Films, sein Pacing und seine Ideen gut zu gefallen. Einige gestalterische Unfälle sind da glücklicherweise eher die Ausnahme, aber auch der düstere Unterton wird nicht bis zur völligen Konsequenz verfolgt. So ist die finale Schlacht am Ende trotz des Grundtons eher blutarm, auch die Opferung von Aslan wirkt unpassend und auch sonst hat man eher das Gefühl, dass die Macher selbst nicht wussten wie weit sie hier gehen können und dann immer im letzten Moment die Reißleine gezogen haben. Auch ist der religiöse Touch irgendwie deplatziert in einem Familienfilm. Will man die Kinder unterhalten oder will man sie heimlich bekehren?

Hingegen ist der Soundtrack wieder ganz große Klasse und vor allem Alanis Morissettes "Wunderkind" Beitrag gilt es hervorzuheben, während Harry Gregson-Williams einen rein akustisch auf eine schöne Reise mitnimmt. Damit schafft es der Film, das einem neben Mittelerde auch eine andere Fantasywelt aufnimmt und über die Laufzeit von gut zweieinhalb Stunden hinweg gefangen nimmt. Auch macht der Film technisch eine ausgezeichnete und überzeugende Figur. Die Aufmachung und die Effekte sind (zeitgemäß) absolut sehenswert. Sprechende Tiere über Fuchs und Wolf, Biber und Fantasy-Figuren wie den Faun (der von einem sehr jungen James McAvoy gespielt wird) sind toll und schaffen es die Stimmung zu übertragen. Wo der Film dann wieder Pluspunkte sammeln kann ist dann die finale Endschlacht, welche trotz Blutarmut und daher Unglaubwürdigkeit recht imposant in Szene gesetzt wurde, an deren Ende sich aber gleich der nächste Faupax einschleicht, denn die Guten überleben und die Bösen sterben alle. Dabei hätte man gerade hier den Kindern es durchaus auch mal zumuten können das in so einer Schlacht, im Krieg es halt auch mal die Guten erwischen kann und nicht nur die Bösen. Man hätte ihnen mal so das Thema 'Krieg' behutsam etwas näher bringen können und was sich daraus auch für Konsequenzen bilden können egal ob man gut oder böse bist.

Aber insgesamt durchaus ein netter Auftakt zur Trilogie und für Kinder eine bombige überlange Unterhaltung. Aus Erwachsenensicht viel zu geleckt, kalkuliert und auf letztlich heile Welt produziert. Nett und mit einigen Schwächen behaftet, dennoch irgendwie auch seltsam wunderschön.

7/10

Samstag, 9. März 2019

The Maze Runner - Maze Runner: Die Auserwählten im Labyrinth (2014)

https://www.imdb.com/title/tt1790864/

Eines Tages wacht Thomas (Dylan O'Brien) in einem Aufzug auf, aber das einzige, woran er sich erinnern kann, ist sein Vorname. Seine gesamten restlichen Erinnerungen sind verschwunden. Er stellt fest, dass er nicht allein ist: Als sich die Aufzugtür öffnet, strömen weitere Teenager-Jungs auf ihn zu und begrüßen ihn. Der Ort, an dem er angekommen ist, nennt sich „die Lichtung“ und wird von einer großen Steinwand umschlossen. Genau wie Thomas wissen auch die anderen nicht, warum sie dort sind und wie sie dorthin gelangt sind. Sie wissen nur, dass sich jeden Tag große Türen in der Steinwand zu einem Irrgarten öffnen, der hinter den Mauern liegt. Nachts schließen sich die Türen wieder und alle 30 Tage wird ein neuer Jugendlicher mit dem Aufzug gebracht. Das ist zunächst alles, was Thomas in Erfahrung bringen kann. Als eines Tages ein Mädchen (Kaya Scodelario) den mysteriösen Ort erreicht, ist dies eine Sensation, denn sie ist das erste weibliche Mitglied der aus 60 Personen bestehenden Gruppe. Jeder einzelne hat eine bestimmte Aufgabe - einige werden ausgewählt, durch das Labyrinth zu laufen und den Verlauf der Mauern aufzuzeichnen. Doch im Irrgarten scheinen sie nicht allein zu sein...

Beginnt ganz stark, baut aber zum Ende hin etwas ab und damit blieb diese Science-Fiction-Dystopie letztendlich nach dem großartigen Trailer etwas hinter den hohen Erwartungen zurück, überzeugen konnte der Film trotzdem. Zum Einen zeichnen sich dafür Wes Balls Inszenierungsstil und zum Anderen die Schauspielerleistungen verantwortlich. Wes Ball gelingt es, die dystopische Thematik in beeindruckenden Bildern einzufangen und die Handlung sinnvoll aufzubauen. Zu Beginn wird man als Zuschauer direkt Hals über Kopf in das Filmgeschehen geworfen, zusammen mit dem Hauptcharakter Thomas muss man sich zunächst erstmal orientieren. Danach schildert Ball ausführlich, wie das Leben im Labyrinth aussieht und wie sich aus dem Jungentrupp eine funktionierende Gesellschaft entwickelt hat. Das ist spannend und vor allem interessant. Garniert werden diese Schilderungen durch großartige visuelle Effekte. Die Welt des Labyrinths ist sehr atmosphärisch. Reiz an der Handlung entsteht vor allem aus der Unwissenheit der Protagonisten. Die Unterschiede der Charaktere sorgen für einige gruppendynamische Konfliktsituationen. Durch das Auftreten von Thomas treten schnell die ersten Probleme und Veränderungen auf. Natürlich sind manche Wendungen vorhersehbar, aber nichtsdestotrotz war ich stets aufs neue angefixt, und wollte mehr über die Ereignisse erfahren. Darüberhinaus vermag es Ball, die Renn- und Actionszenen mit solch einer Spannung zu inszenieren, dass dies die paar Vorhersehbarkeiten locker wett macht.


Der Cast von "The Maze Runner" trumpft vor allem deshalb auf, weil er zum Großteil mehr oder weniger unbekannt ist. Thomas Sangster kennt man schon aus der Erfolgsserie "Game of Thrones" und Will Poulter hat sich hier vom großartig-nervigen Eustachius Knilch aus dem dritten "Die Chroniken von Narnia"-Teil zu einem fiesen und bulligen Antagonisten gemausert. Der Rest des Casts ist (noch) unbekannt, macht seinen Job aber genauso gut (vor allem Dylan OBrien als Thomas). Die Chemie in der Truppe stimmt einfach und gerade für solch eine Thematik ist das sehr wichtig.



Als dystopischer Science-Fiction-Film für Jugendliche muss sich "The Maze Runner" zwangsläufig den Vergleich mit der "Tribute von Panem"-Reihe gefallen lassen und hier zeigen sich dann klar die Schwächen des Films. Die "Tribute von Panem"-Reihe wirken von ihrer Machtart her reifer, düsterer und brutaler. Sicherlich bietet "The Maze Runner" die ein oder andere Gewalt- oder Horrorszene, im Großen und Ganzen bleibt der Film jedoch eher harmlos. In der "Tribute von Panem"-Reihe wurde ja wirklich der letzte mögliche Krümel aus der PG13-Beschränkung herausgepresst. Des Weiteren hapert es an der emotionalen Bindung zu den Charakteren. Direkt egal sind einem die Figuren zwar nicht, aber wirklich mitfühlen kann man nur mit wenigen Charakteren. Da war die emotionale Bindung in der "Tribute von Panem"-Reihe bedeutend stärker ausgeprägt. Eindringliche Musikuntermalung war in "The Maze Runner" mit Ausnahme der Endszene ebenfalls kaum vorhanden.

Als sich die Handlung zum Ende hin etwas auflöst verliert der Film etwas am Reiz. Die Logiklöcher darf man nicht allzu sehr hinterfragen. Dann ist man am Ende selber in einem Labyrinth aus Widersprüchen gefangen. Die Jungdarsteller machen ihren Job gut. Die CGI-Monster sind nicht immer gut getroffen. Das Lösen des Rätsels war dann doch etwas unlogisch. Der Film macht zumindest Lust auf die weiteren Teile inklusive Cliffhanger am Ende.

7/10

Donnerstag, 8. Dezember 2022

The Golden Compass - Der goldene Kompass (2007)

https://www.imdb.com/title/tt0385752/

"Der Goldene Kompass" spielt in einer Parallelwelt, in der jeder Mensch von einem tierischen Dæmon beschützt wird. Die zwölfjährige Lyra Belacqua (Dakota Blue Richards) hat auch einen Dæmon. Er heißt Pantalaimon, und beide wohnen im Jordan College in Oxford. Dort rettet das Mädchen ihrem Onkel, Lord Asriel (Daniel Craig), das Leben, der vom Magisterium (der allgegenwärtigen Verwaltungsmacht) vergiftet werden soll. Der eigenwillige Forscher interessiert sich hingegen zu sehr für das Phänomen des kosmischen Staubes, das er am Polarkreis erkunden will. Dies soll die Verbindung zu Parallelwelten öffnen. Dass Lyra etwas Besonderes ist, weiß auch Mrs. Coulter (Nicole Kidman). Die weltbekannte Wissenschaftlerin nimmt sie mit auf eine Forschungsreise, doch Lyras Begeisterung für ihre neue Mentorin legt sich bald, als sie zu spüren bekommt, wie Mrs. Coulter wirklich denkt. In Wahrheit ist sie hinter dem Alethiometer her, ein goldener Kompass, der dem Mythos nach immer die Wahrheit sagt – allerdings nur der auserwählten Besitzerin: Lyra. Doch die ist in Aufruhr. Nicht nur, weil sie eine Welle von Kindesentführungen beunruhigt, sondern vor allem, weil auch ihr bester Freund Roger (Ben Walker) verschwunden ist. Gerüchten zufolge sollen die bösen "Gobbler" die Kinder im hohen Norden zu Experimenten missbrauchen...

"Der Goldene Kompass" ist die Verfilmung des gleichnamigen ersten Teils der "His Dark Materials"-Trilogie von Philip Pullman. Die gleichnamige filmische Adaption "Der goldene Kompass" war nun ein weiterer Versuch der Warner Bros. Studios , neben "Eragon" oder "Die Chroniken von Narnia", eine weitere Buchreihe in eine eigene, mehrteilige Spielfilmserie zu verwandeln - leider wurde daraus nichts. Der optisch zwar durchaus ansprechende Film krankt als Auftakt einer zu erwartenden Trilogie gleich an mehren Faktoren, die sich dem Zuschauer oft nur dann erschließen, wenn man die Buchreihe wirklich schon einmal komplett gelesen und verstanden hat. So wird man hier beispielsweise mit einem ominösen "Staub" konfrontiert, dessen Bedeutung sich dem Zuschauer gar nicht erschließt. Was hier vergessen wurde, ist, eine Vorgeschichte zu etablieren, eine Art Worldbuilding. Es kann nicht sein, dass dies, wie hier, in zwei Sätzen abgehandelt wird. Kann man darüber großzügig hinwegsehen bekommt man immerhin optisch einiges geboten: Aufwand und Effekte sind wirklich ansehnlich, wenngleich der Zahn der Zeit seine Spuren an beispielsweise den CGI-generierten Tieren hinterlassen hat.

Doch das womit sich der Film dann besonders verkauft ist seine Besetzung: Daniel Craig und Eva Green, Nicole Kidman oder Sam Elliott stehen auf der Besetzungsliste - leider sind alle ihre Figuren oft nur in Nebenrollen besetzt.

Das Hauptproblem ist die zusammengeschnipselte Handlung des Films, die wirkt, als hätte man das Buch genommen, die wichtigsten Plot-Punkte herausgerissen und alles mit Mühe und Not in einen Zwei-Stunden-Film gequetscht. Die Folge: Der Film kommt so gut wie nie zur Ruhe. Sicherlich ist auch das Buch ein oftmals wildes Abenteuer, aber Pullman nimmt sich dabei immer Zeit für die Charaktere und für geschickte Beschreibungen bzw. Erklärungen der Welt. Die Verfilmung besteht dagegen nur aus einer dünnen (wenn auch oft stimmungsvoll aufgemachten) Oberfläche, aus ein paar hingeworfenen Orten und davor ihre Handlung herunterspulenden Charakteren - und kaum hat man sich an einen Plot-Abschnitt gewöhnt, springt der Film schon wieder zu nächsten Station. Gerade der so wichtige Aspekt der Dæmons bzw. ihrer Beziehung zu ihren "Besitzern" kann so nicht einmal annähernd den Grad der Emotionalität, wie das Buch es tut, entwickeln, alles wirkt lediglich gezwungen, weil schnell abgehandelt und alles andere wird kurz erklärt und zwar auf oftmals sehr ungeschickte Art und Weise. 

Dass die interessante Welt, in der "Der Goldene Kompass" spielt, natürlich ebenfalls nur angedeutet wird, sollte klar sein. Insgesamt bleibt das Gefühl des Gezwungenen - nichts im Film kann richtig atmen, nichts wirkt natürlich, alles wird nur dargestellt und lieblos erklärt. Da war der Stoff für einen Film definitiv zu komplex, bzw. zu vielschichtig. Der Film muss jedem, der das Buch nicht kennt, sehr wirr und künstlich vorkommen - dann aber bleibt einem wenigstens der Ärger über einige ungestüme Änderungen am Handlungsverlauf und der einfach abgeschnittene Schluss des Ganzen erspart. Die unglaublich typische Hollywood-Machart samt komplett austauschbarer Kitsch-Musik aus der Dose dürften aber auch in dem Fall nerven. Rein technisch bzw. optisch ist "Der Goldene Kompass" wirklich gut gelungen und auch wenn man den Dæmons sofort ihre CGI-Herkunft ansieht, sind sie dennoch nett anzusehen und wirken keinesfalls billig. Positiv überrascht auch die Darstellung von Iorek Byrnison, die wirklich (im Rahmen der damaligen technischen Möglichkeiten) überzeugend gemacht wurde. Auch schauspielerisch wird einiges geboten, natürlich aber stark eingeschränkt durch die große Unruhe des Drehbuchs. Es ist letztlich sehr schade dass "Der Goldene Kompass" nicht mit dem nötigen Fingerspitzengefühl angefasst wurde, wo das Buch doch so viele Möglichkeiten bot.

5,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Warner Bros.

Sonntag, 5. Februar 2017

Bridge To Terabithia - Brücke nach Terabithia (2007)

http://www.imdb.com/title/tt0398808/

Beim Wettrennen kann es niemand in der Klasse mit Jess (Josh Hutcherson) aufnehmen, ansonsten aber hat der arme Bauernjunge einen schweren Stand unter seinen Schulkameraden. Dann muss er auch noch im Wettlaufen eine Schlappe hinnehmen - die neu zugezogene Leslie (AnnaSophia Robb) ist schneller als er. Doch schnell entpuppt sich das Mädchen als wahrer Glücksfall für Jess. Beide haben mit ähnlichen Problemen zu kämpfen und könnten einen besten Freund gut gebrauchen. Von nun an flüchten die zwei jeden Nachmittag vor den Eltern, der Schule und gemeinen Achtklässlern in das geheimnisvolle Fantasiereich Terabithia, das hinter ihren Häusern im Wald verborgen liegt, und kämpfen gegen gefährliche Rieseneichhörnchen und schwarze Schatten...

"Brücke nach Terabithia" hat vom Studio Walden Media ein hundsmiserables Marketing bekommen. Wollte man dem Zuschauer den Film doch als ein weiteres Fantasyspektakel á la "Die Chroniken von Narnia" verkaufen - und dabei ist der Film doch weit davon entfernt, so viel mehr und hat wesentlich besseres zu bieten hat als nur das. "Brücke nach Terabithia" ist ein sensibles, glaubwürdiges und berührendes und bewegendes Kinder-/Jugendrama, dessen Fantasyelemente zwar einen Kernpunkt bilden, dass Geschehen des Films aber niemals dominieren und nur punktuell eingesetzt werden um die Fantasiewelt die sich die Kinder hier zusammenerfinden für den Zuschauer nachvollziehbar und verständlich zu visualisieren. Dadurch ist der Film auch eine kleine Ode an die (kindliche) Fantasie. Der Film dreht sich aber nicht alleinig darum. Primär geht es um die wunderbare Freundschaft zweier Außenseiter die aus zwei völlig unterschiedlichen Welten kommen und doch so viel gemeinsam haben.

Jess, der aus eher ärmlichen Verhältnissen stammt, dessen Familie im Grunde täglich um Geld und ihre Existenz kämpft und von der Jess sehr vernachlässigt wird. Als wäre dieser Umstand für ihn nicht schon schlimm genug ist er in der Schule ein Einzelgänger und wird von seinen Mitschülern gehänselt und gemobbt. Auf der anderen Seite ist Leslie die aus gutem Elternhaus stammt, fürsorgliche und erfolgreiche Eltern hat, aber aufgrund ihrer immer fröhlichen und positiven und somit speziellen Art als auch ihrer überschäumenden Fantasie genauso ein Außenseiterdasein fristet wie Jess. Sie freunden sich an und erschaffen sich in einem Waldstück ihr eigenes, imaginäres Fantasierreich das sie Terabithia nennen, in dem sie viele aufregende Abenteuer erleben und ihre Ängste und Sorgen des Alltags vergessen.

Ein ganz großes Lob muss man hier einmal den Jungschauspielern aussprechen. Sind Kinderdarsteller oft eher nervig, sind sie hier das Salz in der Suppe. AnnaSophia Robb und Josh Hutcherson spielen ihre schwierigen Rollen glaubwürdig und absolut fabelhaft und man fühlt und fiebert mit ihnen und freut sich sogar richtig über ihre Freundschaft zueinander. Aber auch die andren Darsteller spielen allesamt toll. Vor allem Robert Patrick überrascht mit seiner Darstellung als ständig gestresster/besorgter und strenger Vater von Jess mit einer sensiblen und subtilen Darstellung, die man ihm so vielleicht gar nicht zugetraut hätte. Aber auch Zooey Deschanel als Lehrerin Mrs. Edmunds bringt mit ihrem Charme und ihrer Art ein gutes Feeling herüber.

Die punktuell eingestreuten CGI-Effekte sind vielleicht jetzt nicht mehr so ganz auf der Höhe der zeit, vielleicht sind diese auch dem Budget geschuldet, aber sie überzeugen dennoch, sind im Großen und Ganzen ordentlich gemacht und erfüllen ihren Zweck, das Land Terabithia zum Leben zu erwecken und gut zu visualisieren. Die Fantasyanteil ist es aber auch nicht was den Film stark macht. Es ist wie in dem Film mit den Stolpersteinen zum Erwachsenwerden umgegangen und das Thema Verlust behandelt wird - und wie man als Kind so eine Situation verarbeitet. Dies geschieht nicht unnötig kitschig, es geschieht glaubwürdig und äusserst bewegend und kann in der letzten halben Stunde auch jedem noch so großen Gefühlskrüppel die eine oder andere Träne entlocken. Auch das jeder sein Kreuz im Leben irgendwie zu schleppen hat wie z.B. der Rowdy aus der 8. Klasse, welche unter einem prügelnden Vater leidet, wurde gut transportiert.

"Brücke nach Terabithia" ist ein schöner und bewegender Film mit dem (abgesehen vom Marketing) selbst die Autorin des zugrundeliegenden Kinderbuches sehr zufrieden sein soll, weshalb davon auszugehen ist, das dessen Adaptierung auch recht adäquat ausgefallen ist. Hätte man den Film nicht so mies vermarktet und den Leuten etwas anderes suggeriert und den Film einfach als das beworben was er ist - er wäre weitaus erfolgreicher im Kino gelaufen. "Brücke nach Terabithia" ist ein absolut sehenswerter Film den man zwar den ganz Kleinen (ungeachtet der Freigabe "ohne Altersbeschränkung") vielleicht aufgrund der unerwartet schockierenden und traurigen zweiten Hälfte jetzt noch nicht zumuten würde, aber allen anderen bedenkenlos empfehlen kann, wenn sie mal wieder ein ernstzunehmendes Jugenddrama sehen wollen.

9,5/10

Montag, 19. Juni 2017

Epic Movie - Fantastic Movie (2007)

http://www.imdb.com/title/tt0799949/

Durch einen magischen Kleiderschrank gelangen Lucy (Jayma Mays), Susan (Faune Chambers), Peter (Adam Campbell) und Edward (Kal Penn) in das Königreich von Gnarnia (mit stummem G). Schnell vergessen die vier ihr hartes Schicksal. Doch dann erscheint nicht nur die Weiße Schlampe von Gnarnia (Jennifer Coolidge), die mit allen Mitteln die Macht an sich reißen will. Auch der versoffene Piratenkapitän Jack Swallows (Darrell Hammond), der Langzeitstudent Harry Plotter (Kevin McDonald) und ein notgeiler Mensch-Löwe machen aus dem Abenteuer einen unvergesslichen Trip.

"Epic Movie" ist eine weitere dieser furchtbaren Filmparodien, die die Welt nicht braucht. Eigentlich weiß man ja, worauf man sich einlässt, wenn man sich einmal anschaut wer das Drehbuch verfasst hat. Und wie bei allen anderen Friedberg/Seltzer-Filmen bekommt man auch hier typischen Unter-der-Gürtellinie-Humor mit billigen Fäkal- und Kotzwitzen und pubertären Sexanspielungen. Das Ganze ist so dermaßen infantil, dass es selbst dem dümmsten Zuschauer weh tun müsste. Hier zog man es wohl vor, die immer selben Witzschablonen zu nehmen und über Rollen wie "X-Men", "Charlie und die Schokoladenfabrik", "Die Chroniken von Narnia", "Fluch der Karibik", uva. zu drücken, sodass man besagte Filme nicht gesehen haben muss, um die 'Gags' zu verstehen. Es sind simple Aneinanderreihungen loser Pseudoparodie-Schnippel, die an Peinlichkeit kaum zu übertreffen sind. Höchstens noch von der unglaublichen Dreistigkeit der Macher. Immerhin gibt es ein oder zwei Witzchen, die einen zumindest zum schmunzeln bringen können, aber damit hat es sich auch schon. "Fantastic Movie" ist einfach nur unnötiger Schund.

2/10

Quellen
Inhaltsangabe: Kinowelt