Sonntag, 4. März 2018

Время первых - Vremya pervykh - The Age Of Pioneers - Spacewalker 3D (2017)

http://www.imdb.com/title/tt6673840/

Im Zuge des Kalten Krieges entspinnt sich ein Wettrennen zwischen den USA und der UdSSR, den Kosmos zu erschließen. Die UdSSR scheint 1965 ihren Vorsprung weiter auszubauen, doch zwei Wochen vor dem geplanten Start einer Mission für den ersten Weltraumspaziergang eines Menschen in der Geschichte explodiert das Prüfungsschiff. Zeit, die Gründe dafür ausfindig zu machen, gibt es nicht. Das Schicksal der russischen Raumfahrt liegt nun in den Pilotenhänden Pavel Beljajevs (Konstantin Khabenskiy) und seines jüngeren Partners Aleksej Leonov (Evgeniy Mironov). Sie sind bereit, für ihre Nation Heldenstatus zu erringen, doch längst sind noch nicht alle Hürden genommen. Denn die vorangegangene Explosion ist nicht der einzige Rückschlag, den die Verantwortlichen im Zuge dieser Mission einstecken müssen...

Dass auch die Russen in der Lage sind, gute Science-Fiction-Filme zu drehen, haben sie schon desöfteren bewiesen. Doch während die Amerikaner auf zahlreiche positive Ereignisse in ihrer Raumfahrtgeschichte zurückblicken können, muss sich Russland auf einige wenige interessante Ereignisse konzentrieren. Eines davon schildert "Время первых" - "Spacewalker". Das, was für die Amerikaner einst die Mondlandung war, das war für die Sowjetunion die berühmte Mission "Восход 2" (Woschod 2"), deren Ziel es war, als erste unter Beweis zu stellen, dass Menschen in der Lage sind, sich frei im Weltraum zu bewegen, dort zu arbeiten und zu überleben. Und das sogar, frei schwebend ohne sich an der Raumstation festzuhalten. "Spacewalker" schildert dabei die realen historischen Ereignisse der "Восход 2"-Mission, die tatsächlich im Jahre 1965 durchgeführt wurde und beinahe schief gegangen wäre. Mit ein wenig russischem Nationalstolz wird man sich bei "Spacewalker" also anfreunden müssen. Geradezu erstaunlich ist es aber, dass sich der Streifen damit durchaus zurückhält und sich stärker auf die Erlebnisse der beiden Kosmonauten fokussiert - und das sehr zur Freude von Science-Fiction-Fans.

Damit der Streifen dabei emotional gut funktioniert, spielen auch die beiden Kosmonauten als Hauptfiguren eine große Rolle. Bereits zu Beginn des Films geht "Spacewalker" möglichst intensiv auf seine beiden Protagonisten und ihren besonderen Sinn für Humor ein. Man könnte im ersten Drittel sogar beinahe meinen, es handele sich um ein richtiges Buddy-Movie, bei dem wir eine typische Komödie mit zwei besten, aber völlig verschiedenen Freunden sehen. Insgesamt kommt der Streifen aber zunächst etwas langsam in Gang, obwohl die Bindung an die Figuren im späteren Verlauf überaus wichtig ist. Durch die zahlreichen historischen Fakten der sowjetischen Raumfahrtmission macht der Science-Fiction-Film zu Beginn aber leider einen etwas trockenen Eindruck. Die großen Emotionen kommen später. Dafür aber lohnt es sich, am Ball zu bleiben.

Eingefleischte Genrefans werden nämlich trotzdem richtig viel Spaß an diesem Film haben, denn "Spacewalker" legt generell recht hohen Wert auf den Realismus. Das fängt beim Verhalten in der Schwerelosigkeit an und endet bei der glaubhaften physiologischen Verfassung der Kosmonauten während ihrer Mission. Und spätestens im zweiten Drittel darf man sich dann freuen, dass es tatsächlich noch eine recht lange Zeit in den Weltraum geht, wo wir spektakuläre Bilder aus dem Orbit zu sehen bekommen. Inszenatorisch gestaltet sich "Spacewalker" dabei zwar nicht so spektakulär, wie zuletzt "Gravity", doch die brenzlige Situation im Weltraum mit den Problemen in und außerhalb der Raumstation funktioniert dramaturgisch ausgesprochen gut. Stilistisch erinnert "Spacewalker" dabei am ehesten an die Sci-Fi-Filme der 80iger Jahre, wenngleich die optische Qualität deutlich darüber liegt. Für Genrefans also durchaus eine große Empfehlung und auf jeden Fall einen Blick wert.

Zusammenfassend geschrieben ist "Spacewalker" somit ein spannender und dramaturgisch solider russischer Science-Fiction-Film um die berühmte "Woschod 2"-Mission. Obwohl inszenatorisch nicht so stark, wie einst "Gravity" oder "Apollo 13" überzeugt "Spacewalker" mit seinem hohen Realismus und der guten Bindung an die Charaktere. 

7,5/10

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