Die Repo Men gehen einer unappetitlichen Aufgabe nach: Es ist an ihnen, künstliche Organe wieder aus den Körpern ihrer Träger herauszuschneiden, sofern letztere ihre Schulden nicht beglichen haben. Die Kumpels Remy (Jude Law) und Jake (Forest Whitaker) zählen zu den Stars ihres Berufsstandes. Für ihren kühl kalkulierenden Boss Frank (Liev Schreiber) operieren sie selbst Kindern noch vor Ort die metallenen Nieren aus dem Körper. Wenigsten müssen sie von Gesetz wegen ihre Kunden vorher fragen, ob diese möchten, dass ein Krankenwagen für die erste Hilfe nach dem Eingriff bereitsteht. Ein schwacher Trost! Als Remy von seiner Frau Carol (Carice Van Houten) wegen seines Jobs verlassen wird, bekommt der Berufszyniker plötzlich Gewissensbisse. Er will aussteigen. Aber ein Unfall macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Remy benötigt ein künstliches Herz, für das er die Raten nur aufbringen kann, wenn er weiterhin als Repo Man arbeitet. Doch Remy will sich nicht mehr verbiegen. Gemeinsam mit der exotischen Sängerin Beth (Alice Braga) taucht er unter und wird nun selbst zum Gejagten...
"Repo Men" klingt vom Klappentext her wie ein simpler und reichlich banaler Actionfilm, ist aber in Wirklickeit ein grandios besetzter SciFi-Thriller, der sich noch dazu deutlich von anderen Genrebeiträgen abhebt. Grund dafür ist die außergewöhnliche Idee bzw. die Story des Films, welche eine ausgezeichnete, melancholisch-düstere, dystopische Satire auf das amerikanische Gesundheitssystem ist, einen fantastischen dritten Akt mit Cronenberg'schen Highlights besitzt, einen bitter-süßen Twist bereit hält und sich noch dazu über weite Strecken nach Philip K. Dick anfühlt. Die suggerierte Erwartungshaltung ist aber auch der vermutete Grund, warum Miguel Sapochniks "Repo Men" oft unterschätzt und missverstanden wird.
Daberi ist die Darstellerwahl mit Jude Law, Forest Whitaker und Liev Schreiber eine äußerst glückliche, wohingegen die weiteren Figuren ein wenig gegenüber der Leinwandpräsenz dieser Drei abfallen und dementsprechend blass bleiben. Doch auch Law, Whitaker und Schreiber vermögen es nicht, der genialen Grundidee des Films so etwas wie Substanz beizumischen, sind ihre Charaktere dafür doch zu stereotyp, als dass ihre darstellerischen Fähigkeiten sich voll entfalten könnten.
Dazu gesellen sich ein fabelhafter Soundtrack mit einer genialen Songauswahl, das ein oder andere Tribut an "Robocop" in Form des künstlichen Herzens, tolle Dialoge und wie es sich für eine Satire gehört, ab und zu ein deutlich überspitztes Ausspielen so mancher Szene, eine teils sehr graphische Gewaltdarstellung, schräger Humor und ein so böser Unterton, dass man unwillkürlich lachen muss.

Deutlich unterbewertet und trotzdem perfekt.
8,5/10
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