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Die Stiefgeschwister Kathryn Merteuil (Sarah Michelle Gellar) und Sebastian Valmont (Ryan Phillippe) leben im New Yorker Luxus, finanziert durch ihre abwesenden Eltern. Sebastian ist ein Womanizer, Kathryn verkauft sich am Elite-College als tadellose Schülersprecherin. Darunter tun sich jedoch noch tiefere menschliche Abgründe aus Berechnung und verletzter Eitelkeit auf als bei ihrem Bruder. So bietet sie ihm eine perfide Wette an, um sich über Umwege an einem Ex-Lover zu rächen. Sebastian lässt sich auf den Deal ein und setzt seinen 1956er Jaguar XK 120 gegen die Aussicht auf Sex mit der Stiefschwester. Die Aufgabe des Herzensbrechers ist die Verführung der züchtigen Musterschülerin Annette Hargrove (Reese Witherspoon), die dem Credo "Kein Sex vor der Ehe" folgt. Recht bald kommt ein ungeplantes Element mit ins Spiel: Liebe. Die Beteiligten verstricken sich in ein immer dichteres Netz aus Intrigen, Kathryn und Sebastian nehmen Kollateralschäden billigend in Kauf...
Mit "Eiskalte Engel" gelang Regisseur Roger Kumble Ende der 1990er-Jahre eine der ungewöhnlichsten Literaturadaptionen des Teenagerkinos. Die moderne Verlagerung von Pierre Choderlos de Laclos' "Gefährliche Liebschaften" in die Welt wohlhabender New Yorker Privatschüler funktioniert erstaunlich gut und verbindet scharfe Dialoge, moralische Abgründe und romantisches Drama zu einem Film, der bis heute Kultstatus genießt. Sexy, bösartig, intelligent, intrigant, skrupellos, humorvoll, sinnig, lebendig, dramatisch, ansprechend und wunderschön - und mit der womöglich besten Frau-zu-Frau-Kuss-Szene, die man bis dahin sah! Vor allem das hervorragend aufgelegte Ensemble trägt den Film. Sarah Michelle Gellar brilliert als eiskalt berechnende Kathryn Merteuil und liefert eine ihrer stärksten Leinwandrollen ab. Ryan Phillippe verleiht Sebastian Valmont die nötige Mischung aus Arroganz und Charme, während Reese Witherspoon als Annette den emotionalen Gegenpol bildet. Auch Selma Blair bleibt mit ihrer sympathisch-naiven Darstellung nachhaltig in Erinnerung.
Inszenatorisch überzeugt "Eiskalte Engel" mit stilvoller 90er-Jahre-Ästhetik, pointierten Dialogen und einem bis heute großartigen Soundtrack, der Songs wie "Bittersweet Symphony" von The Verve untrennbar mit dem Film verbindet. Die Verführungsspiele und Intrigen bleiben über weite Strecken fesselnd und entwickeln eine überraschende emotionale Tiefe. Die Neuinterpretation ist also sehr grandios, denn was unterm Strich bleibt ist eine äußerst gelungene Neuauflage des Klassikers, verpackt für Teenager,
versehen mit einem sehr gut ausgewähltem Soundtrack und charismatischen
Darstellern, welche durch die Bank weg zu überzeugen wissen.
"Eiskalte Engel" verbindet scharfzüngige Intrigen, starke Darsteller und stilvolle Inszenierung zu einem der denkwürdigsten Teenagerdramen der 1990er-Jahre. Kleinere erzählerische Schwächen ändern nichts daran, dass der Film bis heute hervorragend unterhält und seinen Kultstatus mehr als verdient hat. Und ein spezielles Lob von mir geht an Sarah Michelle Gellar als intrigante Schlampe, die ich mit Freuden gehasst habe.
8/10
Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Newmarket Capital Group/Original Film/Neal H. Moritz Productions


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