Montag, 5. Juni 2017

The Book Of Eli (2010)

http://www.imdb.com/title/tt1037705/

Im Jahr 2044 ist die Erde nicht mehr das, was sie heute noch ausmacht. Kriegerische Auseinandersetzungen haben einen Hort der Zerstörung hinterlassen. Der einsame Kämpfer Eli (Denzel Washington) wandert durch die Vereinigten Staaten, wobei er eine wertvolle Fracht mit sich trägt. Er ist im Besitz eines begehrten Buches, dem große Macht zugeschrieben wird. Deswegen muss sich Eli vor dem brutalen Carneggie (Gary Oldman) in Acht nehmen, der schon lange hinter einem Exemplar des Buches her ist. Mit seinen Schergen hat Carneggie in einer heruntergekommenen Wüstenstadt ein kleines Reich aufgebaut, über das er mit erbarmungsloser Härte herrscht. Eli gerät aufgrund eines Streits mit Carneggies Männern aneinander, als er sich in dessen Stadt aufhält. Das bringt ihm einen Aufenthalt in einer von Carneggies Zellen ein. Nachdem sich Eli dem Bestreben Carneggies widersetzt hat, auf die Seite des gewalttätigen Anführers zu wechseln, entwickelt sich zwischen Eli und seinem Gegner ein Kampf bis aufs Blut.

"The Book Of Eli" beginnt als ein wunderbar dystopischer Actionfilm mit Denzel Washington und Gary Oldman in den Hauptrollen. Der Stil und die Ausstattung des Films sind wirklich gut gemacht; visuell wird man sofort in die verdorrte Wüste einer Welt nach der Apokalypse versetzt. Eli (Washington), der einsame Wanderer, der mit einem geheimnisvollen Buch im Gepäck durch die Landschaft zieht und Carnegie (Oldman), der Boss einer Straßenbande, auf der Suche nach noch mehr Macht und Kontrolle.

Optisch weiß der Film also ganz ausgezeichnet gefallen, die Handlung offenbart sich aber mit fortschreitender Weite als etwas schwach. Denn das titelgebende Buch verkommt in dieser kargen Landschaft recht bald zu einem religiösem Schatz. Kein Mysterium, kein großes Geheimnis, keine "Waffe", wie sie sich doch immer von Carnegie herbeigesehnt wird - und das ist der einzige große Pferdefuß des Films. Die zunächst mysteriöse und unnahbare Figur des Eli fällt in dem Moment in sich zusammen, indem er seine Motivationen offenbart. Anfangs vermittelt der Film wunderbar seine düstere Atmosphäre, gleitet dann aber immer mehr Richtung Religionsdrama ab. Das Buch bzw. eine Stimme, die durch ihn spricht, bewahrt Eli vor dem Tod und lenkt ihn zur Küste, wo er auf einen Stützpunkt trifft, in dem wertvolle Artefakte der "alten (unserer) Welt" gesammelt werden.

Oberflächlich betrachtet ist der Film also sogar großartig. Setting, Stimmung, Action, Gut und Böse, das passt. Jedoch ist der religiöse Hintergrund, auf den viel zu sehr abgezielt wird zu abgedroschen und platt und zieht den Film auf B-Movie-Niveau herab. Die Schauspieler wiederum überzeugen durch ihr authentisches Spiel, was dem Film trotz allem noch eine gewisse Tiefe verleiht. Immerhin.

6,5/10