Donnerstag, 8. Juni 2017

Fanboys (2009)

http://www.imdb.com/title/tt0489049/

1998: Der Kinostart von "Star Wars: Episode I: Die dunkle Bedrohung", liegt noch sechs Monate entfernt. Für Fans ist das, worauf sie sehnsüchtig warten, viel mehr als bloß ein Film. Es ist ein Wendepunkt des Lebens, an dem sie endlich wieder in die von Jedi-Rittern und exotischen Aliens bevölkerte, weit, weit entfernte Galaxis eintauchen dürfen. Linus (Chris Marquette), Windows (Jay Baruchel) und Hutch (Dan Fogler) sind die größten Krieg der Sterne-Fans unter der Sonne. Eric (Sam Huntington) gehörte einst zu ihnen, verkauft aber mittlerweile lieber Autos in der Firma seines Vaters. Als er jedoch erfährt, dass Linus bald sterben und deshalb die Premiere des neuen "Star Wars"-Films nicht mehr miterleben wird, zaubert er einen wagemutigen Plan aus der Schublade: Es gilt, 2.000 Meilen nach Texas fahren, um dort in die Ranch von "Star Wars"-Schöpfer George Lucas einzubrechen und eine Kopie des Films zu stehlen. Doch das ist einfacher gesagt als getan: "Star Trek"-Fans, schwule Biker und die Internet-Ikone Harry Knowles (Ethan Suplee) drohen, der Mission ein vorzeitiges Ende zu bereiten. Mit der handfesten Unterstützung von Fangirl Zoe (Kristen Bell) gelingt es dem Quartett schließlich, bis vor die Tore der legendären Skywalker-Ranch zu gelangen...

"Fanboys" bietet waschechten "Star Wars"- Fans eine herrliche Story, die durchaus auch im dramatischen Aspekt eine nicht zu verleugnende Qualität besitzt und neben vielen grandiosen Gastauftritten auch ein Gespür für die passenden humoristische Untermalung hat. Besonders schön und witzig ist die uralte Rivalität zwischen "Star Wars" und "Star Trek" die hier in einigen saukomischen Momenten thematisiert wird. Wenn man die Fanbrille einmal abnimmt fällt es durchaus negativ ins Gewicht dass nicht alle Gags besonders hochwertig oder originell sind und so einige Hampeleien des Darstellers Dan Fogler wirken sehr antiquiert. Auch die ganz großen Seitenhiebe gegen die neue "Star Wars"-Trilogie bleiben aus (bis auf ein bissiges „What if the movie sucks?“ am Ende). Der Konflikt mit den Trekkies wirkt nur trotz der Gags gezwungen lustig, die Charaktere bleiben klischeehafte Stereotypen, und als Road Movie taugt "Fanboys" auch nicht so richtig.

Aber was soll's: Sobald Carrie Fisher und Billy Dee Williams ihre Cameos haben, ist das alles egal. Einige Anspielungen erfreuen dann doch noch die Fanboy-Seele, und spätestens, wenn einer der Charaktere gefragt wird, wer denn in "Episode V" Regie geführt hat und der Zuschauer synchron mit den Fanboys "Irvin Kershner" antworten, weiß man: das ist ein Film für Fans. Denn selbst mit den oben beschriebenen Makeln ist "Fanboys" für "Star Wars"-Neulinge ein großer Spaß, nur wer überhaupt keine Ahnung vom Sternenkrieg hat oder sich komplett der Crew der Enterprise verschworen hat, sollte mit diesem Film für Fans von Fans nicht viel anfangen können. Als Fan von Han Solo, Luke Skywalker und Darth Vader bleibt letztlich nur noch eines zu sagen: vielen Dank für einen wirklich herzigen, erfrischenden und witzigen Film. 

7,5/10

Von CAPELIGHT PICTURES kommt der Film in deutscher Erstveröffentlichung in HD im Mediabook mit 24-seitigem Booklet: