Sonntag, 29. Mai 2016

He Never Died (2015)

http://www.imdb.com/title/tt2386404/

Jack (Henry Rollins) ist depressiv und dank seines anti-soziales Verhaltens verbringt er seine Tage nur noch mit Schlafen und Fernsehen. Sein Leben ist kurz gesagt die Hölle. Für ihn wird Alltagstrott neu definiert, denn er wandelt schon seit Tausenden von Jahren auf der Erde. Doch als ihn dann plötzlich seine Vergangenheit in Gestalt seiner 19-jährigen Tochter wieder einholt, wird er aus seiner Lethargie gerissen. Andrea (Jordan Todosey) taucht auf seiner Türschwelle auf, um ihren Vater besser kennenzulernen. Doch die glückliche Familienzusammenführung währt nicht lange, denn finstere Gesellen entführen die junge Frau. Doch die haben die Rechnung ohne Jack gemacht, der sich bestens damit auskennt, dem Bösen den Garaus zu machen.

Henry Rollins, ehemaliger Sänger der guten alten Hardcore-Band "Black Flag", ist Jack. Jack, ein einfacher wortkarger Typ mittleren Alters, der in seinem mittelmäßigem Appartement ein Dasein von scheinbar unsterblicher Langeweile frönt. Zwischen Bett, Couch, ominösen Treffen auf öffentlichen Parkplätzen und regelmäßigen Besuchen in einem Diner, samt vegetarischem Essen und Tee besticht unser irgendwie sympathischer, stoischer, stumpfer und stressresistenter Eigenbrödler durch One-Liner und einer eindrucksvollen "Fuck it Dude, lets do Bingo"- Attitüde der selbst Brad Pitt in "True Romance" nicht gewachsen wäre.

Das plötzliche, ungewollte und unliebsam spontane Aufeinandertreffen von Jack und seiner Tochter das selbstverständlich unter keinem sehr kommunikativem Stern stand, bringt die sehr langsame Bestandsaufnahme gemächlich in Fahrt und selbst bei Jack regen sich alte Emotionen, die möglicherweise etwas mit den Blutkonserven in seinem Kühlschrank oder auch mit der nächstliegenden Entführung seiner Tochter zu tun hat. So macht sich Jack, der zwischenzeitlich Anflüge in Punkto Stärke und Resistenz zeigt, die einem Jack der Tekken-Reihe in nichts nachstehen, mithilfe der netten Diner-Dame, derer Flirt-Versuche natürlich auf taube Ohren stoßen, auf die Suche. Der Suche nach seiner Tochter und macht dem Zuschauer im gleichen Atemzug seine mysteriöse Herkunft Schritt für Schritt deutlicher, auch wenn trotzdem einiges irgendwie, irgendwo einfach auf einem irrelevantem Bingo-Zettel abgestempelt wird.

Insgesamt ein ziemlich nettes naturalistisches, leicht mystisches Kleinod mit einem komatös coolem Hauptdarsteller, spaßigen Situationskomiken die so einfach wie genial sind und lässigen Sprüchen, das sich leider, wie unter mir schon vermerkt, teilweise etwas zu sehr zieht und in Sachen Gore durchaus etwas expliziter hätte sein können. Trotzdem, ein ansprechendes kleines Filmchen.

7/10

Von I-On Media kommt der Film auch im auf 1500 Stück limitierten Mediabook: