Montag, 16. Mai 2016

3000 Miles To Graceland - Crime Is King (2001)

http://www.imdb.com/title/tt0233142/

Da in Las Vegas gerade ein Treffen von Elvis-Imitatoren stattfindet, glauben die beiden Gangster Michael Zane (Kurt Russell) und Thomas J. Murphy (Kevin Kostner), dass die Gelegenheit günstig ist, um mit ihren Spießgesellen in Elvis-Verkleidung ein Casino zu überfallen. Mit von der Partie sind auch Cybil Waingrow (Courtney Cox) und ihr Sohn Jesse (David Kaye), die Zane kennengelernt hatte. Sie nehmen aber nicht am Überfall teil, sondern warten auf die Gangster. Der Coup verläuft nicht ganz nach Plan, aber die meisten der Räuber entgehen dem Kugelhagel der Sicherheitsleute und können fliehen. Mit der Teamfähigkeit ist es aber vorbei, als es um die Aufteilung der Beute geht. Während des Streites entpuppt sich Murphy als unberechenbarer Geselle, der vor nichts zurückschreckt, um seine Ziele durchzusetzen.

"Crime Is King" bietet zwar nur niveaulose Action-Unterhaltung, jedoch kann der Streifen durch seine abgedrehten Figuren durchaus Spaß bereiten. Kevin Costner spielt den Fiesling scheinbar mit Genuss und lässt sich zumindest in der ungewohnten "Bad Ass"-Rolle etwas Spielfreude ansehen. Courteney Cox ist als Femme Fatale ebenfalls sehr schön anzusehen und Kurt Russell geht auch immer, auch wenn er hier etwas unterfordert und teilweise sogar lustlos wirkt. Jedoch sind auch die kleinen Nebenrollen mit Stars wie Christian Slater, David Arquette oder Ice-T außergewöhnlich stark besetzt. Es stört etwas, dass Arquette leider die Rolle des nervenden Sprücheklopfers abbekommen hat. Immerhin hat sich dies aber recht schnell erledigt. Das was "Crime Is King" darüber hinaus bietet ist Action pur, die ein wenig trashig wirkt, es aber nie wird. Man kann es einfach nicht anders schreiben, denn allein die "Opening Sequence" vermittelt schon die passende Stimmung für den Film und der gleich darauf folgende Story-Opener im Casino ist ein brutales Actionfeuerwerk.

Ja, "Crime Is King" ist selbstverständlich Männerkino, in welchem es vor Machosprüchen, dummen Fraunwitzchen und lässigen Onelinern nur so wimmelt und in welchem die Logik einmal mehr völlig egal ist. Selbst die eingestreuten Roadmovie-Elemente wissen zu gefallen. Alles erinnert mal wieder sehr an "U-Turn", "Kalifornia" oder sogar "Natural Born Killers". Hoch anzurechnen ist auch, dass das Kind nur einen sehr geringen Nerv-Faktor hat. Ein guter Thriller, leider aber auch ein stark unterschätzter Film.

6,5/10