Donnerstag, 12. Dezember 2013

[KINO] The Hobbit: The Desolation Of Smaug 3D - Der Hobbit: Smaugs Einöde 3D (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1170358/

Nachdem der Hobbit Bilbo Beutlin (Martin Freeman), Inbegriff der Gemütlichkeit, in "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" seine warme Stube im Auenland gegen Widrigkeiten und Fährnisse aller Art eintauschte, indem er Gandalf dem Grauen (Ian McKellen) und den 13 Zwergen Balin (Ken Stott), Dwalin (Graham McTavish), Bifur (William Kircher), Bofur (James Nesbitt), Bombur (Stephen Hunter), Fili (Dean O’Gorman), Kili (Aidan Turner), Oin (John Callen), Gloin (Peter Hambleton), Nori (Jed Brophy), Dori (Mark Hadlow) und Ori (Adam Brown) unter Führung von Thorin Eichenschild (Richard Armitage) eher widerwillig folgte, um ihnen als Dieb zu helfen, den Schatz der Zwerge zurückzuerlangen, den der Drache Smaug (im Original gesprochen von Benedict Cumberbatch) einst raubte und nun im Berg Erebor bewacht, konnte er sich mittlerweile nach anfänglicher Skepsis seitens der Zwerge mehrfach beweisen. Mit List und Geschick hat Bilbo Gollum (im Original gesprochen von Andy Serkis) den Einen Ring entwendet und mit dessen Hilfe tödliche Gefahr abwenden können. Nun ist das Nebelgebirge überwunden und die Orcs durch das plötzliche Erscheinen gewaltiger Adler außer Zugriffsweite. Ohne Gandalf, der Wichtiges im Süden zu erledigen hat, machen sich der Halbling und die Zwerge weiter auf den Weg. Vor ihnen liegt der finstere Düsterwald, in dem sie unliebsame Bekanntschaft mit Riesenspinnen machen, die sie gefangen nehmen, und denen sie beinahe zum Opfer fallen. Wieder ist es an Bilbo, den Retter zu geben. Auch andere Bewohner des Düsterwaldes, die Waldelben, sind ihnen nicht unbedingt wohl gesonnen, und Bilbo muss ein weiteres mal mithilfe des Ringes eingreifen. Nach weiteren Abenteuern gelangen sie über die Seestadt Esgaroth nach Erebor. Hier nun muss Bilbo beweisen, ob es ihm gelingt, die geheime Tür ins Innere des Einsamen Berges zu finden, um Smaugs Einöde ein Ende zu bereiten...

Wie im (Drachen-)Flug vergingen knapp 3 Stunden feinste Mittelerde-Unterhaltung. Wobei die Pause im Kino relativ ungeschickt gesetzt war und die zweite Hälfte des Film mit wesentlich mehr Rasanz aufwartete. Doch von Anfang an.

Es ist schwierig den Film ohne allzu viele Spoiler zu rezensieren, aber ich will es versuchen. Wir starten nicht exakt dort, wo wir im ersten Teil unsere 15 Freunde (die 13 Zwerge, Bilbo und Gandalf) verlassen haben, sondern werden mitten ins Geschehen geworfen. Unsere Freuden befinden sich bereits - auf dem Weg in Richtung Erebor, dem Berg unter dem der Drache Smaug seinen Schatz - und den Arkenstein - bewacht. Die Zeit ist knapp, sie müssen sich beeilen und so führt sie der Weg durch den Düsterwald über Seestadt nach Erebor. Und es gibt auch hier wieder einmal genug Unterschiede und Erweiterungen zum Buch, die die ganze Story künstlich aufblähen, aber erstaunlicherweise nie in die Länge ziehen. Die Reise wirkt wie aus einem Guss, wie, als wäre es schon immer so gewesen und gewollt. Es ist natürlich der Phantasie der Autoren zu verdanken, dass man ein knapp 300-Seiten starkes Buch auf 3 von geradezu epischer Länge gestreckte Fime aufteilen kann, normalerweise wird ja eher gekürzt (ich denke da besonders an die Verfilmungen von "Harry Potter", die viele interessante Stellen aus den Büchern schmerzlich vermissen liessen). Aber man merkt auch, dass allesamt Fans von Mittelerde sind; mit so viel Liebe und Hingabe wurde eine tatsächlich glaubhafte Welt geschaffen, die zwar mit Magie und Mysterien aufwartet, aber nie zu übertrieben oder kitschig wirkt.

Dazu gibt es aber auch zuviele kurzweilige Szenen im Film; die wohl markanteste ist die Flucht der Zwerge aus der Stadt der Waldelben, die mit einer der coolsten Szenen des Films aufwartet und in der Zwerg Bombur zeigen kann, was er trotz seiner Körperfülle so alles drauf hat. Das Kino hat vor Begeisterung geklatscht - und selbst ich hatte kurz den Gedanken, mit einzustimmen. Das Wiedersehen mit Legolas (Orlando Bloom) geschieht hier zwar in einer Form etwas herzerwärmend, ist aber eher beiläufig; wird beinahe mit einem Achselzucken abgetan. Und das ist gar nicht schlecht. Es ist nett, ihn wieder zu sehen. Mehr aber auch nicht. Im Buch hingegen existiert Legolas nicht, auch die Flucht aus der Waldelbenfestung ist wesentlich zahmer und nicht so actiongeladen und dynamisch. Dafür ist aber Seestadt genauso wie ich es immer immer vorgestellt hatte. Gut, hier kann man - mit Freudentränen in den Augen - leicht geblendet werden, aber das Design trifft zumindest den Punkt. Es ist dreckig, düster, trist. Bard (Luke Evans) ist ein sehr cooler Charakter und wird ebenso gut gespielt. Er erinnert mich - vom Stil her - ein wenig an Legolas, hat aber eine wesentlich gefestigter Ausstrahlung. Das überzeugt! Überhaupt spiegelt beinahe der ganze Film von der Farbgebung her den Titel wieder: alles ist irgendwie grau, selbst die Elben sind nicht bunt und schillernd wie in Bruchtal, aher zurückhaltend und zweckmässig gekleidet. Visuelle Perfektion, tolle Landschaftsaufnahmen und Settings und spannende Unterhaltung stehen eindeutig im Vordergrund.

Auch die Besetzung von Lee Pace als überirdisch schöner und schwer zu durchschauender Elbenkönig Thranduil erweist sich als richtige Entscheidung, denn obwohl die Figur verhältnismäßig wenig Screentime hat, vermag sie den Zuschauer doch in ihren Bann zu ziehen. Gandalf indess ist wieder einmal der Charakter der am meisten zu leiden hat - so macht es jedenfalls den Anschein. Er hat wenig Screentime in diesem Teil, dafür hat er aber auch ein paar der interessantesten Szenen, auch wenn  eine davon, auf den eigentlichen Nachfolger ("The Lord Of The Rings") hinzuarbeiten, als Verknüpfungslement zwar keine allzu blöde Idee ist, aber eher unpassend wirkt. Natürlich trifft man auch Radagast den Braunen wieder; aber auch er hat nur zwei kurze Szenen. Das Hauptaugenmerk - und so sollte es ja auch sein - liegt auf den 13 Zwergen und unserem Hobbit Bilbo - und das kommt wesentlich besser rüber als noch im Vorgänger.

Und dann... ja und dann kommen die Zwerge am Durinstag doch endlich noch am Erebor an (im Buch wären wir jetzt gerade mal auf Seite 218) und treffen ihn: Smaug! Zum ersten Mal sieht man den Drachen in seiner ganzen Pracht und was jetzt los bricht ist großartig. Genau so muss nämlich Fantasy aussehen! Action, Spannung, Unterhaltung, Choreografie, Setting: hier stimmt einfach alles bis auf das i-Tüpfelchen. Die Frage nach einigen Logikelementen keimt zwar ab und zu auf (Warum nochmal bauen Zwerge(!) riesige Hallen, durch die locker 3 Drachen übereinander gestapelt passen?), wird aber aufgrund der enormen Bildübermacht gleich wieder erstickt. So ist der "Kampf" zwischen Smaug (im Original mit der Stimme von Benedict Cumberbatch) und den Zwergen und Bilbo wohl eine der besten Sequenzen. Und man denkt "sieht nach Endkampf aus" und "wie will er das denn im dritten Teil toppen?"... und mit einem Schlag ist der Film aus und lässt einen ungläubig mit geöffnetem Mund zurück, das großartige Lied von Ed Sheeran "I See Fire" erklingt und der Abspann läuft - und man weiß mit einem überglücklichen, aber gleichzeitig traurigen Gedanken, dass es jetzt heißt wieder ein ganzen Jahr zu warten, bis die Reise in "There And Back Again" seinen Abschluss findet.

Das 3D ist wieder einmal in 48fps (HFR - High Frame Rate) und damit sehr gewöhnungsbedürftig - zu Beginn. Dann - zumindest ging es mir so - hat man sich daran gewöhnt und der Film wirkt unglaublich realistisch und plastisch. Es gibt wenige Pop-Outs aber dafür eine tolle Tiefenschärfe über den ganzen Film hinweg. Nötig oder nicht, darüber lässt sich wie immer streiten. Aber gerade in Erebors Schatzkammer und der darauffolgenden Szenen hat es mir besonders gut gefallen.

"Smaugs Einöde" ist grandios, noch ein wenig besser als der erste Teil, weitaus dynamischer, actionreicher und einfach interessanter. Eigentlich kann man sich vor Herrn Jackson nur verneigen. Aber auch vor Howard Shore, der wieder einmal eindringliche Themen geschaffen hat, die mir sicher noch lange im Ohr und Gedächtnis bleiben werden.

8,5/10

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