Sonntag, 3. November 2013

Sushi Girl (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1606339/

Sechs Jahre hat Fish (Noah Hathaway) im Gefängnis verbracht. Sechs Jahre, in denen er völlig auf sich allein gestellt war. Sechs Jahre, in denen er sein Maul gehalten hat, über den Überfall und die anderen Männer, die beteiligt waren. Jetzt ist Fish wieder auf freiem Fuß. Sein ehrenwertes Schweigen feiern die anderen Vier mit einem extravaganten Bankett: Auf dem nackten Körper einer schönen, jungen Frau wird Sushi gereicht. Ihr wurde beigebracht, völlig teilnahmslos zu bleiben. Das erweist sich zunehmend als schwierig, denn je weiter der Abend voranschreitet, desto mehr schlägt die Stimmung um, Aggression macht sich breit: Denn die vier Männer können einfach nicht anders, als alte Wunden zu öffnen, um herauszufinden, wo die Beute des Überfalls versteckt ist...

Das bei dem Film das Vorbild Quentin Tarantino war, ist glasklar zu erkennen: schon der Anfang, als Sonny Chiba zur Hintergrundmusik von "Diamonds Are Forever" die junge als Tablettagierende Dame mit Sushi belegt spricht Bände. Darüber hinaus ist die "Reservoir Dogs"-Anspielung kaum zu übersehen. Besonders gefreut hat es mich, Mark Hamill zu sehen und ich hatte in einem früheren Review schon erwähnt, dass Danny Trejo in letzter Zeit in fast jedem Film zu sehen ist?

Aber zur Geschichte, mir gefällt einfach diese Art der Erzählung, die völlig Losgelöstheit von einem eindeutigen Protagonisten, alle Figuren sind mehr oder weniger gleichrangig. Dazu sind diese auch noch wunderbar grotesk ausgemalt und die Idee mit dem Sushi Girl und den vielen Asiaanspielungen gefällt mirim Besonderen. Die fast ausschließlich in einem Raum stattfindete Story wirkt durch die gute schauspielerische Leistung und die Dialoge sehr gut. Langweilig wird einem hier in keiner Minute, da doch recht harte Szenen den Zuschauer immer wieder aufrütteln. Die eigentlich interessante Wendung lässt nicht nur ein halbes Dutzend Fragen zu viel offen, sie nimmt der zuvor gezeigten, deftigen Gewalt jegliche Grundlage und drückt dem Film quasi im Abgang doch noch den unangenehmen "Torture Porn"-Stempel auf, den man nach Trailer und dem Großteil des Geschehens nicht unbedingt gezückt hätte. Dafür - und damit erlangt der Film letzten Endes doch das gewisse Smarte, was man sich erhofft hat - zieht sie eine interessante Konsequenz aus dem, was in den meisten Gangsterfilmen für gewöhnlich niemals beachtet wird.

Was wirklich interessant gelungen ist, ist die schöne Verwickelung der Charaktere, auch wenn es hier etwas stereotypisch zugeht, so hat mich der Film großartig unterhalten. Die Atmosphäre ist dicht und stimmig, sofern man bei Grotesken von Stimmigkeit reden kann. Mir hat die gesamte Show jedenfalls gut gefallen und ich hoffe noch mehr vom Regisseur Kern Saxton zu sehen.

7,5/10