Donnerstag, 14. November 2013

Machete Kills (2013)

http://www.imdb.com/title/tt2002718/

Voz hat Raketen, aber wir haben Machete: In der Fortsetzung von "Machete", wird der Ex-Bundesagent Machete Cortez (Danny Trejo) von dem US-Präsidenten (Charlie Sheen alias Carlos Estevez) angeheuert, um eine Mission in Angriff zu nehmen, die kein anderer Sterblicher sonst übernehmen könnte. Machete soll den mexikanischen Waffenhändler Luther Voz (Mel Gibson) ausschalten. Voz plant nichts Geringeres als einen Weltkrieg mithilfe einer Vernichtungswaffe im All anzuzetteln. Unterstützung bekommt Voz dabei von einem wahnsinnigen Drogenboss, der Machete seine Privatarmee entgegenstellt. Kann der unglaubliche Machete die Welt vor der Apokalypse bewahren?

Also ich habe noch nie einen so unrealistischen, geilen, blöden, witzigen und  gleichzeitig belanglosen Film gesehen. Zumindest nicht auf einmal. "Machete Kills" war für mich einer der mit am meisten erwarteten Filme des Jahres, hatte doch der Vorgänger so viele geniale Ideen, so viel Witz und so viel Charme - auf seine eigene Art. Klar, "Machete" ist sicher kein Film für jeden; es ist aneinandergereihte, möglichst unrealistische Action, die durch Story gerade so aufgefüllt wird. Mit dem zweiten Teil hat sich Regisseur Robert Rodriguez allerdings keine Krone aufgesetzt. Leider ist hier nämlich storytechnisch nicht mal mehr ein Grundgerüst vorhanden. Kurz zusammengefasst ist der Film eine bloße Zusammenreihung von möglichst noch unrealistischeren Actionszenen, die durch eine nun auch noch an den Haaren herbeigezogene und willenlos zusammengequetschte Handlung aufgefüllt wird.

"Machete Kills" geht gleich von Anfang an voll zur Sache und macht keinen Hehl daraus, mehr sein zu wollen als ein Actionfilm. Mit einem Cast, der sich gewaschen hat: neben dem titelgebenden Hauptdarsteller Danny Trejo (sein wievielter Film ist das nochmal - in diesem Jahr?) spielen Jessica Alba, Mel Gibson, Michelle Rodriguez, Amber Heard, Charlie Sheen, Antonio Banderas, Cuba Gooding jr., Lady Gaga, Tom Savini (der typischerweise von einem "Molekular Disruptor" regelrecht von innen nach außen gekehrt wird), William Sadler und, und, und mit. Mit so einem Star-Aufgebot kann das doch gar nicht schief gehen? Doch, es kann. Der Film will nämlich auf seiner ganzen Länge zu cool sein und das nervt nach einiger Zeit. Anfangs sind die Actionszenen richtig witzig, wenn beispielsweise Machete sich einen Kerl am Hals greift, seine Machete in eine Hochspannungsleitung hält, den Kerl dadurch elektrifiziert, ihn tot zu Boden fallen lässt, sich kurz schüttelt und weitergeht. Aber zu viel wurde es mir dann, als immer und immer wieder dieselbe Idee aus dem Vorgänger aufgewärmt wurde - man hat das "alles schon mal gesehen"-Gefühl - hier sei die "Gedärm-Szene 2.0" genannt. Auch wirklich keiner der Guards, Soldaten, Polizisten oder Grenzer (also alle Nebenfiguren) hat jemals eine Schußwaffe in der Hand gehabt - sonst wüssten die, wie man zielt. Wenn selbst eine M16 Automatik unter Dauerfeuer oder eine BH-Gatling Gun nicht einmal ins Ziel trifft bekommen ich ein leichtes Stirnrunzeln. Logik und Charaktere my ass!

Wo man beim ersten Teil noch den Eindruck hatte, dass alles in etwa geradlienig auf ein Ende hinausläuft ist hier nur Wirrwar und Murks in der Geschichte. Aber damit noch nicht genug, denn Gegenspieler Voz (Mel Gibson) ist neben seiner Wahnsinnigkeit auch noch ein Seher, der das Ende der Welt und eine blühende neue Zivilisation (unter seiner Herrschaft) im All gesehen hat. Es ist also wahr: der zweite Teil arbeitet straight an einem dritte Teil und Finale, was tatsächlich "Machete Kills Again ... In Space" heißen soll. Man bekommt sogar noch einen Ausblick auf den dritten Teil, der mir persönlich schon wieder viel zu viel "Star Wars"-Flair verbreitet, möge er noch so witzig gemeint sein. Eine Machete ist eben kein Lichtschwert! Die Cameos von Justin Bieber und Leonardo DiCaprio als "Mann in der eisernen Maske" trieb mir dann aber doch einen Lacher aus dem Hals.

Dutzende andere Anspielungen auf Filme (hier seien vor allem "From Dusk Till Dawn" (das Haus des Drogenbosses und Handlangers Mendez (Demian Bechir) sieht äusserlich "zufällig" so aus wie der "Titty Twister" und Desdemona (Sofia Vegara) hat dieselbe "Strap-on-Pistole" wie Sex Pistol) und "Star Wars" (Voz fährt einen Landspeeder) genannt) lockeren dazwischen die Stimmung immer wieder auf und bringen den Fanboy in mir zum Lächeln. Ja, "Machete Kills" ist stupider Fan-Service, wenn man die nötige Affinität zu diesem Stoff mitbringt. Besser als der Vorgänger ist er auf keinen Fall.

5,5/10

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