Sonntag, 6. Mai 2018

[KINO FFFnights] Downrange - Downrange: Die Zielscheibe bist du! (2017)

http://www.imdb.com/title/tt6138228/

Sechs Freunde machen einen entspannten Road Trip durch die Prärie, als sie plötzlich eine Reifenpanne haben und ihren Ausflug unterbrechen müssen. Für Fahrer Jeff (Jason Tobias) ist das aber kein Problem und so macht er sich an den Reifenwechsel, während die anderen Freunde wie Keren (Stephanie Pearson) und Jodi (Kelly Connaire) entspannt in der Sonne auf die erfolgreiche Reparatur warten. Doch plötzlich wird Jeff in den Kopf geschossen und die Situation eskaliert. Ein Scharfschütze hat es auf die Reisetruppe abgesehen und eröffnet auf die restlichen fünf Freunde das Feuer. Offenbar war auch der Reifenplatzer kein Unfall. Keren und Co. können nun nicht von der Stelle weichen, während der Wagen als sichere Deckung dient. Doch der Scharfschütze gibt so schnell auch nicht auf...

Der Film beginnt meinem Knall. Ein geplatzter Hinterreifen und schon ist der Zuschauer mitten im Geschehen. Der Autor und Regisseur Ryûhei Kitamura stellt den Zuschauer zusammen mit dem Co-Autor Joey O'Bryan mitten in die sengende Weite einer verlassenen Straße, die meilenweit von jeglicher Hilfe entfernt ist und von toten Zonen durchsetzt ist. Der Zuschauer wird schnell ein Teil dieser kleinen Gruppe an Leuten, die kaum die Namen der anderen kennen - das perfekte Futter für Drehungen und Wendungen, warum sie hier gelandet sind. Man wird in eine Art paranoiden Zustand gezwungen, der ihren Charakteren ähnlich ist, ohne die Schwere der Situation oder die Motivation anderer zu kennen. Ein Projektil ist der Beweis dafür, dass ihr Reifen nicht einfach platzen konnte und mit der stillen Erkenntnis ist rasch das Sextett auf vier reduziert. Jemand spielt mit ihnen und holt sie nach seinen persönlichen Launen ab. Ist er allein? Hat er einen Komplizen unter unseren Opfern? Was ist hier los und warum?

Dies ist die einfache Prämisse hinter "Downrange", einem Low-Budget-Horror, der sich auf Ängste und Ungeduld von ein paar Zwanzigjährigen konzentriert, die in einer verzweifelten Situation stecken. Einer ist bald hinter einem Baumstumpf gefangen und drei hyperventilieren auf der dem Angreifer abgewandten Seite des Autos. Die Hoffnung ist, dass der Angreifer, der mit tödlicher Präzision feuert, irgendwann aufgibt. Können sie das Auto bewegen, ohne erschossen zu werden? Können sie die schwächsten Mobilfunktsignale finden, um 911 anzurufen? Gelangt man vielleicht doch zur Baumgrenze und aus der Sichtweite des Shooters? Man könnte auch auf ein anderes Auto warten, aber wie hoch sind die Chancen, dass in dieser Einöde eines kommt? Das minimalistische Grundgerüst ist straff gespannt, so dass sich die Spannung trotz offensichtlicher Mängel in der Produktion gerade gut genug halten kann. Mit etwas mittelmäßiger Schauspielerei aller Protagonisten kann man leben, auch mit dem gut gestreuten, plötzlichen und blutigen Einschlägen. Hier muss Kitamura alles nutzen, um den Zuschauer in die High Stakes-Arena von Raubtier und Beute zu führen. Emotionen und Instinkt ersetzen die unbeholfene Jovialität der Lust und die kunstvollen Darstellungen von Gewalt werden im Laufe des Films brutaler und schneller. Körperteile explodieren und Blut fließt, während der Shooter sicherstellt, dass alle genau dort bleiben, wo er sie haben will.

Mit viel Blut und Gekröse hat dieser mit knapp 90 Minuten recht straffe Film, alles was man braucht, um eine spannende Abendunterhaltung zu bekommen. Einzig die recht blöden und noch dazu offensichtlichen Filmfehler stören etwas beim Genuß, denn man fragt sich das eine ums andere Mal, ob da wirklich nur ein Sniper sitzt, denn Kitamura lässt nach "No One Lives" seinen Angreifer immer genau dahin ballern, wo es gerade passt - da sind Winkel und Deckung das ein ums andere Mal egal. Sei's drum, der Film macht Spaß und eben weil er sich nicht mit Details zurückhält ist er ab und zu auch ekelig. Bis zum Finale ist es ein dann doch recht spannender Weg und Kitamura entlässt uns mit einer schwarzen, bitterbösen letzten Szene in die Endcredits. Ja, unterhaltsam.

6,5/10