Montag, 10. August 2015

The Sixth Sense (1999)

http://www.imdb.com/title/tt0167404/

Malcolm Crow (Bruce Willis) ist Kinderpsychologe und bekommt eine für ihn bedeutende Auszeichnung verliehen, die er mit seiner Ehefrau Anna (Olivia Williams) Abends feiert. Als plötzlich mit Vincent Grey (Donnie Wahlberg) ein ehemliger jedoch nicht geheilter Patient ins Haus eindringt, kommt es zur Katastrophe. Crow wird angeschossen und der Täter begeht Selbstmord. Ein Jahr später kümmert sich der Psychologe um den verhaltensgestörten Jungen Cole (Haley Joel Osment). Malcolm beschäftigt sich dabei so intensiv mit dem Fall, dass sich seine Frau dadurch vernachlässigt fühlt. Trotz allem möchte der ehrgeizige Seelenklempner nicht aufgeben, und schließlich wird Malcolms Zuneigung zum Jungen belohnt. Er erfährt, was Cole peinigt: Der Junge sieht tote Menschen. Er begreift, dass auch Vincent diese "Gabe" besaß und rät dem Jungen, vor den Verstorbenen keine Angst mehr zu haben, sondern ihnen zuzuhören.

"The Sixth Sense" ist einer der Filme, die einen richtig schön überraschen können - zumindest wenn man ihn zum allerersten Mal schaut. Die Story ist geschickt aufgebaut und von Anfang an sehr interessant. Sie beschäftigt so sehr, dass es trotz der durchweg ruhigen Inszenierung selten langweilig wird, nur hier und da ist die ein oder andere Sequenz etwas langatmig geraten. Nichtsdestotrotz gelingt Regisseur und Autor M. Night Shyamalan mit diesem Werk eine wirklich sehenswerte Mischung aus Psychothriller und Geisterhorror. Mit seiner einfachen, unspektakulären Inszenierung schafft der indische Regisseur eine trügerisch-ruhige, genreuntypische Atmosphäre, nur um diese immer wieder mit Schockerelementen zu zerschlagen. Shyamalan zeigt, dass man Horror auch in beängstigender Art und Weise in einer kleinen Räumlichkeit darstellen kann, indem man eine schreckliche Enge erzeugt und auf Spezialeffekte und CGI-Orgien verzichtet. Auch die gute Dosierung dieser Szenen verleiht ihnen noch mehr Wirkung. Dadurch, dass die Handlung immer auf die zu nächste Horrorszene hinarbeitet, ist besonders das zweite Drittel des Films unglaublich spannend.

Den Protagonisten spielt hierbei Bruce Willis in diesem Mystery-Drama der Extraklasse und zeigt, dass er außer dem stahlharten Actionhelden auch noch tiefgründigere Charaktere spielen kann. Charismatisch und sympathisch kommt er in "The Sixth Sense" rüber. Sein Klient, gespielt vom damals 11-jährigen Haley Joel Osment, steht ihm jedoch in Nichts nach, doch wenn man ehrlich ist dann kommt die tragende Leistung von ihm, für die er zurecht als zweitjüngster Schauspieler eine Oscar-Nominierung bekam.

Es macht auch beim zweiten oder dritten Mal sehen noch Laune, dem kleinen Jungen in seine Welt zu folgen und die Puzzelstücke zur Lösung des Bildes langsam zusammenzusetzen. Hinzu kommt dann ein völlig überraschendes Ende und hier ist es wirklich besser, man liest sich nur spoilerfreie Kritiken vor dem Film oder allumfassend bewertende Kommentare erst nach der Sichtung durch, dann kann man auch völlig unbefangen in die Geschichte eintauchen. Denn für den Ahnungslosen ist das Ende ganz großes Kino und hinterlässt einen rundum positiven Eindruck von einem zweifelsohne sehr gelungenen und durch seine auf Einfachheit beschränkte Inszenierung bestechenden Psychothriller. Großartig!

9/10