Samstag, 8. August 2015

Predestination (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2397535/

Das Temporal Bureau hat es sich zur Aufgabe gemacht, mittels Zeitreisen, verheerende Verbrechen und Terroranschläge zu verhindern. Einer der besten Zeitreise-Agenten der Behörde (Ethan Hawke) ist mittlerweile jedoch schwer mitgenommen, nachdem es ihm nicht gelungen war, einen Bombenleger zu fassen, der mehrere verlustreiche Anschläge zu verantworten hatte. Dennoch wird er noch einmal in die 1970er Jahre geschickt, um seinen letzten Auftrag zu Ende zu bringen. Getarnt als Barkeeper, lernt er dort eines Nachts einen unscheinbaren Fremden (Sarah Snook) kennen, der ihm eine unglaubliche Geschichte erzählt. Einst geboren als Jane, hat der Mann eine traumatische Kindheit und Jugend hinter sich. Eine verhängnisvolle Schwangerschaft und eine Geschlechtsumwandlung sorgten schließlich endgültig dafür, dass sein Leben nun in Trümmern liegt. Der Barkeeper bietet daraufhin an, gemeinsam eine Zeitreise zu unternehmen, um Rache an jenem Mann zu üben, der für all das verantwortlich ist...

"Predestination" ist ein überraschend guter, kleiner Sci-Fi-Film, der zwischen Unglaubwürdigkeit und Kreativität, zwischen Absurdität und kalkuliertem Wahnsinn und natürlich "Vorbestimmung" schwebt. Der Zuschauer ist wohl oft hin und her gerissen, ob er das Schleifendenken, das achtmal um die Ecke sehen, nur um dann sich selbst zu erblicken, mit einem müde belustigten Lächeln bekunden, oder es einfach schlicht akzeptieren, vielleicht sogar bewundern soll. Die Geschichte ist dabei jetzt nicht übermäßig verzwickt, wie es einem der Film weismachen möchte und auch der finale Twist kündigt sich schon lange vorher an, aber dennoch kann man durchaus Spaß an dem Film haben. Vor allem die originalen Einfälle der Filmemacher und die Art der Heransgehensweise an diesen Stoff wissen zu gefallen.

Dass sich das Storytelling hier auf äußerst verblüffende Weise selbst entlarvt ist eine Tatsache, doch am meisten beeindruckt das kompromisslose Verfolgen des bei jedem Zeitreisefilm aufkommenden Zeitreiseparadoxons. Es wirkt reichlich unklar, ob die für den Streifen verantwortlichen Spierig-Brothers die ganze Chose um das Paradoxon wirklich ernst gemeint haben, oder es einfach ein unheimlich selbstironischer, gar parodistischer, Umgang damit ist. Immerhin: es unterhält und sorgt hier und da für den ein oder anderen positiven Schmunzler. Vorausgesetzt man nimmt das alles nicht bitterernst, denn sonst fällt einem schon sehr auf, dass der ganze Stoff herrlich unlogisch ist. Anderenfalls kann man sich auf einen vergnüglichen Sci-Fi-Film freuen, der offen mit Zeitreisen und Zeitreiseparadoxen spielt und weitaus mehr bietet, als viele, vergleichbare und ernst angelegte Vertreter des Genres, denn so selbstverliebt und manchmal überschätzt die Gedankenwelten dieses Films auch sind, sie sind doch auch etwas (bisher) nie dagewesenes. Großartig.

8/10