Freitag, 28. Juni 2013

Ted (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1637725/

Kann ein Teddy von schlechten Einfluss auf das menschliche Verhalten sein? Wenn er auf den Namen Ted hört, schon. Denn Ted (im Original gesprochen von Seth MacFarlane) ist nach einem von John (Mark Wahlberg) zu Kindeszeiten ausgesprochenen Wunsch zum Leben erwacht und weicht ihm seitdem nicht mehr von der Seite. Nun ist John mittlerweile erwachsen und der Flausch gewordene Kindheitstraum Johns Buddy, mit dem er gerne auch mal einen Bong durchzieht. So weit, so relaxt. Doch Johns Freundin Lori (Mila Kunis) geht das zu weit. Lange genug hatte sie stillschweigend akzeptiert, dass ihr Freund einen lebendigen Teddybär zum besten Kumpel hat. Sie möchte mit John eine neue Stufe in ihrer gemeinsamen Beziehung erreichen, und ein Teddy ist keineswegs Bestandteil dieses Plans. Schweren Herzens teilt John Ted seine Entscheidung mit, dass sie beide einander mehr Freiraum geben müssen. Doch ein Ted gibt sich so leicht nicht geschlagen…

Ein lebendiges Kuscheltier also? Auf diese abgedrehte Idee muss man sich wirklich einlassen. "Ted" ist nicht nur der beste Freund eines Kind gebliebenen Mittdreißigers, dem diese Liaison reichlich Probleme mit seiner heißen Freundin beschert. Nein, er ist ein scheinbar normaler Bestandteil der Gesellschaft, wird von seiner Umwelt absolut ernst genommen. Er kauft sich Nutten, besorgt sich Pot bei einem Dealer und geht zu einem Bewerbungsgespräch - im Anzug! Nichtsdestotrotz hat der Film eben dank seiner Story einen ganz eigenen Charme und macht in der ersten Stunde wirklich ziemlich Spaß. Wahlberg und Kunis geben ein tolles harmonisches Duo vor der Kamera ab, der Humor ist trotz gelegentlicher Plätte abwechlungsreich, fäkal, infantil, auch ab und zu schwarz und spätestens beim Donnersong kann man nicht anders als herzhaft zu Schmunzeln und diesen liebenswerten, kiffenden Teddy in sein Herz zu schließen.

"Ted" ist also schon ganz witzig. Der ein oder andere Gag zündet nicht oder ist übertrieben, aber ansonsten hab ich auch nicht viel mehr erwartet - und das war gut so. Eine Komödie, klar. Und wenn man den dafür nötigen Humor und Verständnis für McFarlanes zotige Art mitbringt, klappt diese auch und bringt neben Anspielungen auf zahlreiche Filme und derben Sprüchen eine kurzweilige Story mit sich. Eine der besten Szenen ist die Hommage an das Zucker/Abrahams/Zucker-Gespann, dem wir Filme wie "Die nackte Kanone" oder "Top Secret!" zu verdanken haben und spielt die Disco-Szene aus "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" perfekt nach. Autor und Regisseur Seth MacFarlane, dem Schöpfer der TV-Serie "Family Guy", gelingt bei seinem Kinodebüt das Kunststück, trotz hohem Zoten-Faktor eine liebenswerte Geschichte zu erzählen, auch wenn der Spaß sehr oft weit unter der Gürtellinie angesiedelt ist und bestimmt nicht jedermanns Geschmack trifft. Aber am Ende hat es mich vor Lachen regelrecht geschüttelt.

7/10

Auch im limitierten und geprägten Steelbook erhältlich: