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Samstag, 4. Januar 2020

Goldene Zeiten (2006)

https://www.imdb.com/title/tt0418657/

Der Eventmanager-Assistent Ingo Schmitz (Wotan Wilke Möhring) hat durch Betrug einen vielversprechenden Job an Bord gezogen: Er soll für einen Golf-Club im Ruhrpott ein Charity-Event organisieren. Also lässt er den Hollywood-Star Douglas Burnett (Dirk Benedict) einfliegen, der auf dem Event für gute Stimmung soll. Doch das Event droht zu einer Katastrophe zu werden. Was Ingo nicht ahnt: Seine Freundin Bianca (Sabrina White) vergnügt sich derweil mit seinem Chef Charly (Uwe Fellensiek) auf Ibiza...

In Peter Thorwarths Abschluss der famosen Unna-Trilogie "Goldene Zeiten", begleiten wir den etwas in Liebesnöten steckenden Partykönig-Referendar Ingo der ein Charity-Event für die golfende Unnaer High-Society planen muss ("Is da was am planen dran..."). Zu diesem Zweck fliegt er einen ausrangierten Ami-Serien-Star ein, der bei vielen Ruhrpottlern allerdings Kultstatus genießt und dementsprechend gefeiert wird, auch wenn es sich tatsächlich um einen Laien-Doppelgänger-Darsteller handelt, der seine größte Rolle performt.Und so entwickelt sich eine grandiose Verwechselungs-Krimi-Komödie mit den schrulligen, ehrlichen und teilweise total gestörten Charakteren, die wir aus Unna kennen und lieben, wenn auch ohne Schlucke, Keek, Andi, Willi und Kampmann Sr. mit ihrem prägnanten Ruhrpott-Proll-Charme, der diesmal nicht ganz so prägnant zelebriert wird. Stattdessen werden aus angeheuerten Provinzschauspielern, größenwahnsinnige Egomanen, aus dem klammen Golf-Clup-Präsident im Koks- und Blutrausch ein eifersüchtiger Psychopath und natürlich hat auch Onkel Harry Grabowski seine Fäuste mit im Spiel. Und inmitten all dem Trubel, toten Bauern und Nutten, dämlichen Russen-Killern, dem One-Hit-Wonder Melanie steht unser Ingo... verschuldet, erpresst und verarscht aber dennoch recht froh.

Handwerklich einfach Top, mit schönen Referenzen zu seinem direkten Vorgänger und sogar "Lammbock" und ausgestattet mit Super-Darstellern, insbesondere die kleineren Rollen von Ludger Pistor und Gedeon Burkhard, mit einem schönen Finale, Warsteiner-Dosen und vielen absurden Entwicklungen, zwar nicht das krönende Ende der Trilogie denn dafür ist "Bang Boom Bang" einfach zu kultig, daneben und gut, aber trotzdem ein todsicheres Ding.

7,5/10

Als Teil der "Unna Trilogie" erschien der Film in einer schicken 4-Disc Deluxe Edition von TURBINE Medien.

Freitag, 21. April 2023

[MEET&GREET] Peter Thorwarth, Robert Maaser, Marie Hacke, Florian Schmidtke, Cast & Crew

Bei der Premiere seines Films "Blood & Gold" waren regisseur Peter Thorwarth, sowie Hauptdarsteller Robert Maaser, Marie Hacke und Florian Schmidtke und viele weitere Personen aus Cast & Crew zu Gast. Bei einem kurzen Q&A wurden ein paar Fragen beantwortet, wichtiger waren aber die Unterschriften, die man am Ausgang ergattern konnte.

Und so kam es, dass neben diversen Filmplakaten und Autogrammkarten, nun auch die "Unna-Trilogie" nun die originale Unterschrift von Peter Thorwarth ziert:

Freitag, 3. November 2017

Bang Boom Bang - Ein todsicheres Ding (1999)

http://www.imdb.com/title/tt0135790/

Der Kleinganove Keek (Oliver Korittke) hat ein großes Problem, als sein Komplize Kalle Grabowski (Ralf Richter) plötzlich vor der Tür steht, obwohl der eigentlich im Gefängnis sein sollte. Grabowski hat in einem Pornofilm jedoch seine Frau wiedererkannt und daraufhin die Haftanstalt in Wut verlassen. Da Keek Grabowskis Anteil an dem gemeinsamen Bruch verspielt hat, für den Grabowski im Gefängnis war, muss Keek nun alles daran setzen, um diskret das Geld zu beschaffen, dass er Grabowski schuldet. Keeks Kumpel Schlucke (Martin Semmelrogge) soll im Auftrag seines Chefs Werner Kampmann (Dieter Krebs) in dessen Firma einbrechen, damit Kampann die Versicherung übers Ohr hauen kann. Das scheint für Keek die ideale Gelegenheit zu sein, um an Geld für Grabowski zu kommen. Aber das todsichere Ding entpuppt sich als Reinfall mit ungeahnten Folgen.

Um die Jahrtausendwende hatte Quentin Tarantino schon drei Filme rausgehauen, die man als Gauner-Komödien bezeichnen könnte. Guy Ritchie hatte bereits "Bube Dame König grAs" abgeliefert und stand im Begriff, "Snatch" nachzureichen – ebenfalls zwei (überaus sehenswerte) Gauner-Komödien. Diese Welle aus dem anglo-amerikanischen Raum schwappte damals so langsam auch zu uns rüber, was dann wohl auch der Anlass gewesen sein dürfte, "Bang Boom Bang" zu drehen. Nun kann ein deutscher Film, der (zumindest) britische Gauner-Komödien imitieren will, eigentlich nur voll in die Hosen gehen.
Würde man meinen. Thorwarth und seine Crew haben es aber wider Erwarten geschafft, was überaus Vorzeigbares abzuliefern. Dabei spielt natürlich eine Rolle, dass das Identifikationspotential unweit größer als bei ausländischen Filmen ist und dass sich zahlreiche bekannte Gesichter Deutschlands ein Stelldichein gegeben haben. Das ist aber nicht alles, denn die Figuren sind herrlich skurril, die Witze zünden auch Jahre später noch und die Handlungsstränge werden geschickt zusammengeführt und mit ein, zwei netten Wendungen serviert.

Die Charaktere erzielen ihre Wirkung, was neben deren überspitzten Profil vor allem an dem hingabevollen Spiel der Darsteller liegt. Martin Semmelrogge - hier wahrscheinlich in der Rolle seines Lebens - als Schlucke, Oliver Korittke als Kek und selbstredend Diether Krebs als Kampmann sind nur der Gipfel des Eisbergs. Die Dialoge und atmosphärischen Kulissen wissen zu überzeugen. Zwischendurch verliert der turbulente Kleinganovenklamauk leider etwas an Fahrt und verheddert sich im Geflecht der Beziehung zwischen seinen zahlreichn Akteuren. Ein solides Buch, gelungener Witz und für 1999 hervorragende Kameraarbeit machen "Bang Boom Bang" zu einem der deutsche Filme, die sich jeder anschauen kann und sollte. Was sich allerdings jeder mal reinziehen sollte, sind die ersten zehn, fünfzehn Minuten. Das genügt nämlich, um Ralf Richter und Til Schweiger in den Rollen ihres Lebens zu sehen. Tils Auftritt passt hier wie die Faust aufs Auge zu seiner Bedeutung als Schauspieler und Filmemacher.

8/10

Als Teil der "Unna Trilogie" erschien der Film in einer schicken 4-Disc Deluxe Edition von TURBINE Medien.

Sonntag, 13. September 2015

Was nicht passt, wird passend gemacht (2002)

http://www.imdb.com/title/tt0278815/

Eine Baustelle mitten im Pott. Polier Horst, Kalle und Kümmel sind die besten Kumpel. Probleme haben sie eigentlich keine, denn "was nicht passt, wird passend gemacht". Und so eine Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg stellt ja auch nicht wirklich eine Gefahrenquelle dar. Doch dann kündigt der Architekt überraschend seinen Besuch an, der Besitzer taucht aus dem Nichts auf und ihnen wird auch noch ein Praktikant an die Seite gestellt. Die drei geraten in Bedrängnis. Satire im Ruhrgebietsstil.

Eine richtig gute Komödie aus deutschen Landen mit vielen satirischen Seitenhieben  von und mit Peter Thorwarth, der hier, nach "Bang Boom Bang", seinen zweiten Kinofilm präsentiert. Wieder ein Treffer. Der dreiste Spaß reicht zwar nicht an seinen Debütfilm heran, aber die Geschichte macht einfach Laune. Herrlich politisch unkorrekt und doch irgendwie "typisch deutsch". Die Figuren besitzen Charme und die Besetzung überzeugt. Neben Ralf Richter, Willi Thomczyk, Hilmi Sözer und Alexandra Maria Lara überzeugt vor allem Dietmar Bär, der in der Rolle des Bauunternehmers Wiesenkamp in grosse Fußstapfen treten musste. Schließlich spielte der inzwischen verstorbene Diether Krebs diese Rolle in dem ursprünglichen Kurzfilm. Doch Dietmar Bär macht seinen Job hervorragend.

Zahlreiche Gastauftritte machen das Ganze zu einem besonderen Schmankerl. Unter anderem sind Markus Knüfken, Heinrich Schafmeister, Stefan Jürgens und Uwe Lyko alias Herbert Knebel zu entdecken. Lediglich das zu surreale Ende nimmt gibt einen faden Beigeschmack. Trotzdem ein charmanter Spaß dem man sich nur schwer entziehen kann.

7/10

Als Teil der "Unna Trilogie" erschien der Film in einer schicken 4-Disc Deluxe Edition von TURBINE Medien.