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Donnerstag, 1. November 2018

Bridget Jones's Diary - Bridget Jones: Schokolade zum Frühstück (2001)

https://www.imdb.com/title/tt0243155/

Es mag zwar Menschen geben, die aus Überzeugung Single sind, aber Bridget Jones (Renée Zellweger) gehört nicht dazu. Mit mehr als 30 Lenzen möchte sie endlich einen Mann in ihrem Leben begrüßen können. Aber das ist leichter gesagt als getan. Denn angesichts des Übergewichtes und ihres bislang nicht erfolgreichen Liebeslebens hat Bridget kein besonders großes Selbstvertrauen. Also versucht sie ein paar Dinge zu ändern, um endlich den richtigen Mann für sich zu begeistern. Das Übergewicht muss weg und auch der Zigarettenkonsum soll an den Nagel gehängt werden. Zu allem Überfluss möchte ihre Mutter (Gemma Jones), dass sich Bridget und der Anwalt Mark Darcy (Colin Firth) näher kommen. Aber Bridget hat an dem langweilig wirkenden Mann kein Interesse und macht sich stattdessen lieber an ihren Chef, den frech-charmant wirkenden Daniel Cleaver (Hugh Grant), heran.

Vielleicht ist es dann doch etwas zu viel des Guten, die britische Schriftstellerin Helen Fielding mit der großen Feministin der Weltliteratur, Jane Austen, zu vergleichen. Nach der Sichtung von "Bridget Jones: Schokolade zum Frühstück", basierend auf Fieldings Bestseller (sowie Drehbuch) und überaus gekonnt, weil den Geist der Vorlage bewahrend, von Sharon Maguire (Blown Apart) adaptiert, wird einem jedoch klar, was Fielding und Austen gemein haben: Es ist ihre jeweilige Offenherzigkeit Frauen in ihren Stärken und Schwächen zu greifen. Und gerade da liegt der Unterschied zu – auf den ersten Blick – ähnlich gepolter Schleuderware aus dem RomCom-Sektor, die das Kinoprogramm im allmonatlichen Turnus verstopfen darf. Denn "Bridget Jones: Schokolade zum Frühstück" ist nicht daran interessiert, zwei Seelen im Inneren der rosaroten Seifenblase zusammenzuführen – hier darf jene Seifenblase durch das Glimmen des Zigarettenstängels auch mal ruhigen Gewissen zerplatzen.

Es gibt nämlich auch eine Existenz außerhalb der romantischen Wohlfühloase. "Bridget Jones: Schokolade zum Frühstück" lehnt sie ab, die genreimmanente Weltfremdheit, stattdessen verharrt die gleichnamige Protagonistin (famos, weil durchweg aufopferungsvoll: Renée Zellweger, Unterwegs nach Cold Mountain) ganz nah am Puls des modernen, selbstbestimmten Lebens, raucht wie ein Schlot, trinkt gerne mal einen Schluck über den Durst und trägt auch das ein oder andere Pfündchen zu viel auf den Rippen mit sich herum. Der Film verurteilt sie keinesfalls dafür, dass sie nicht um 6 Uhr morgens aufsteht und eine Runde durch den Park joggt, bevor sie sich einen vitaminreichen Eiweißshake in den Rachen kippt. Vielmehr zeigt der Film eine Frau, abseits des langbeinigen Cameron-Diaz-Schönheitsideals, die sich durchaus Gedanken um ihre Zukunft macht, sich letztlich aber zu oft einem extrinisischen, denn einem intrinsischen Druck ausgesetzt sieht.

Und es ist bisweilen wunderbar amüsant mitanzusehen, wie sich das, gerne der Gehässigkeit preisgebende, Narrativ an die Fersen der alleinstehenden Mitdreißigerin heftet und voller  Esprit beschreibt, wie diese emanzipierte Dame ihrem Umfeld kontinuierlich beweisen muss, dass sie doch immer noch am besten weiß, was sie erfüllt und was nicht. Freunde und Verwandten möchten das Gespräch in ihrer Gegenwart gerne mal mahnend in die Richtung einer Sinnkrise verfrachten, was wohl zweifelsohne wunderbar zur Identifikation taugt, während Bridget Jones ins Fadenkreuz der um ihre Gunst buhlenden Streithähne Mark (Colin Firth) und Daniel (Hugh Grant) gerät. Amouröse Verrenkungen gehören zum Leben nun mal zu; und Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück gilt heute vollkommen zu Recht als Klassiker des Genres, formuliert er größtenteils doch ebenfalls eine Geschichte, ganz und gar aus dem Leben gegriffen.

"Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück" ist und bleibt ein echtes Positivbeispiel dahingehend, wie romantische Komödien aussehen können. Sharon Maguire adaptiert Helen Fieldings Bestseller gekonnt als unbeschwerter, liebenswerter und  lebensnaher Schwank über die Irrungen und Wirrungen im Leben einer, von Renée Zellweger wunderbar gespielten, emanzipierten Mitdreißigerin, die ihrem Umfeld wiederholt beweisen muss, dass Perfektion furchtbar langweilig ist.

7/10

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures

Freitag, 4. September 2020

Bridget Jones: The Edge Of Reason - Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns (2004)

https://www.imdb.com/title/tt0317198/

Auf ihrer abenteuerlichen Suche nach dem Selbstwertgefühl über 30 hatte Bridget Jones (Renée Zellweger) den Anwalt Mark Darcy (Colin Firth) schließlich für sich begeistern können. Die beiden bilden nun ein Paar, aber es läuft nicht ganz so wie sich Bridget Jones das vorgestellt hat. Denn als die attraktive Rebecca Gillies (Jacinda Barrett) auftaucht, geht Bridgets Selbstwertgefühl wieder in den Keller. Rebecca scheint einfach mehr Qualitäten aufzuweisen als Bridget. Deswegen zieht die von Zweifeln geplagte Frau die Konsequenzen und verlässt auf Anraten ihrer Freunde Shazzer (Sally Phillips), Jude (Shirley Henderson) und Tom (James Callis) ihren Freund Mark. Das Beziehungsvakuum führt dazu, dass sie sich ausgerechnet wieder ihrem Arbeitskollegen Daniel Claever (Hugh Grant) annähert, der schon im ersten Teil bewiesen hatte, was für ein Hallodri er ist.

Es stellt sich schon zu Beginn die Frage, ob Erfolgsfilme und vor allem RomComs wie "Bridget Jones: Schokolade zum Frühstück" eine Fortsetzung benötigen. Die Antwort ist:  Manchmal. Es gibt immerhin nicht nur eine Episode aus dem Leben zu erzählen, sondern man kann eine Geschichte weiterführen. Doch ebenso groß ist die Chance, mit einem misslungenen Sequel auch dem Ruf des Erstlings erheblich zu schaden. Der zweite Teil um die bezaubernd verzweifelte Bridget kommt nicht an das Erfolgsrezept des Vorgängers heran, ist aber wirklich alles andere als Rufschädigend.

Doch wo "Bridget Jones: Schokolade zum Frühstück" noch ein netter Genre-Vertreter war, der durch seine tollpatschige und Fettnapf-affine Protagonistin recht viele Niedlichkeits-Punkte sammeln konnte, ist hier nur fade Kopie zu erkennen. Die wenigsten Gags zünden, Hugh Grant's TV-Moderationen sind fremdschamfördernd bis zum Abwinken und das Drumherum kann auch nur als zweiter, dementsprechend geschmacksarmer Aufguss angesehen werden. Die Figur der Bridget Jones ist (auch aufgrund ihres Watschelgangs, oder ihrer goldenen Presswurst-Qualitäten) nach wie vor recht putzig und die Chemie mit Colin Firth stimmt - für die oberen Regionen der Skala reicht das aber (trotz einiger, nicht von der Hand zu weisender Lacher) lange noch nicht. "Bridget Jones: Am Rande des Wahnsinns" ist folglich lediglich nur wie ein nettes Wiedersehen mit einer alten Freundin.

6/10

Quellen
Inhaltsangabe: Universal Pictures

Freitag, 15. Januar 2021

Bridget Jones's Baby - Bridget Jones' Baby (2016)

https://www.imdb.com/title/tt1473832/

Ihre Beziehung mit Mark Darcy (Colin Firth) ist längst in die Brüche gegangen. Seither konzentriert sich Bridget Jones (Renée Zellweger) auf ihre Karriere als Produzentin. Sie genießt ihr Singleleben und umgibt sich mit alten wie auch neuen Freunden. Zum ersten Mal in ihrem Leben scheint die Chaotin alles komplett im Griff zu haben – bis sie eine Begegnung mit dem charmanten Amerikaner Jack Qwant (Patrick Dempsey) aus dem Gleichgewicht bringt. Es funkt zwischen ihnen und die beiden verbringen eine Nacht miteinander. Und nur eine Woche später lässt sich Bridget spontan auf ein weiteres Techtelmechtel ein - mit ihrem Ex Mark. Das wäre alles nicht so wild, wenn sie nicht ein paar Monate später feststellen würde, dass sie schwanger ist und ihre Ärztin (Emma Thompson) keinen blassen Schimmer hat, von wem der Nachwuchs stammt. Die jeweils als Papa infrage kommenden Herren stört das nicht, sie buhlen beide um Bridget... 

Kurz und bündig: auch der dritte Teil um Bridget Jones ist irgendwie liebenswert und amüsant, zudem man wird die meiste Zeit gut unterhalten, doch so richtig zünden will der Film einfach nicht. Die Story ist die ewig gleiche: 2 Männer wetteifern (dieses mal aus biologischen Gründen) um die Protagonistin und einer bekommt sie am Ende. Leider ist das dritte Aufeinandertreffen mit Miss Jones bei weitem auch nicht so charmant wie erhofft. Dass Schauspieler in die Jahre kommen und man ihnen das auch offensichtlich ansieht, ist gar nicht mal schlimm - nur dass Maßnahmen dagegen ergriffen wurden und ein Schauspiel gar nicht mehr zu erkennen ist, das irgendwie schon.

Im Endeffekt ist "der dritte Teil ein etwas anstrengender und allzu bemühter Klamauk, bei dem man leider zu vielen Szenen anmerkt, wie verzweifelt die Autoren hier nach irgendetwas "Witzigem" gesucht haben und leider bis weit nach Kinostart auf ihre Inspiration warten mussten. Trotzdem gibt es wunderschöne und herrlich amüsante Nebenrollen: der Pizzamann, Emma Thompsons Gynäkologin, Bridgets Eltern... Und auch Renée Zellweger macht ihren Job mehr als ordentlich, ihre Bridget Jones ist verdammt liebenswert. Am Ende verfängt sich der Film dann leider aber auch noch stark in Kitsch und kokettiert mit einer ärgerlich reaktionären Haltung a la Sie sollte den Mann nehmen, der der biologische Vater ist. Außerdem ist er zu lang dafür, dass er wenig zu sagen hat außer seine (ja tatsächlich auch sehr coole Protagonistin) zu feiern. Wenn man den Tatsachen ins Auge sieht, kommt man nicht umhin zu konstituieren, dass kein Bridget-Jones-Film jemals ein Meisterwerk war. Aber sie machen Spaß, wenn man nicht zu genau drüber nachdenkt. Da reiht sich diese letzte Episode letztlich ganz erwartungsgemäß mit ein.

6/10

Quellen
Inhaltsangabe: Studiocanal