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Samstag, 8. August 2026

Cruel Intentions 3 - Eiskalte Engel 3 (2004)

https://www.imdb.com/de/title/tt0391891/
https://letterboxd.com/film/cruel-intentions-3/

Cassidy Merteuil (Kristina Anapau), die Cousine von Kathryn Merteuil aus den vorangegangenen Teilen, ist eine verdorbene, aber harte Nuss. Nur dem versierten Verführer kann es gelingen, die College-Studentin ins Bett zu bekommen. Jason Argyle (Kerr Smith) scheitert immer wieder an dieser Aufgabe, hat aber keine Lust klein beizugeben. Zusammen mit Patrick Bales (Nathan Wetherington) will er Cassidy zeigen, wo der Hammer hängt. Aber die junge Frau ist mit allen Wassern gewaschen und kennt sich mit dem Spinnen perfider Intrigen aus. So gelingt es ihr, die Einigkeit von Patrick und Jason zu spalten, indem sie beide zu einem Wettstreit auffordert. Während Patrick die mit einem anderen Studenten verlobte Alison Lebray (Melissa Yvonne Lewis) sexuell beglücken will, versucht Jason, die ebenfalls anderweitig liierte Sheila Wright (Natalie Ramsey) von seinen Qualitäten im Bett zu überzeugen. Aber lassen sich Jason und Patrick so einfach auseinanderbringen?

Mit "Eiskalte Engel 3" erreicht die Reihe ihren qualitativen Tiefpunkt. Der Direct-to-Video-Nachfolger versucht zwar, den Mix aus Verführung, Intrigen und moralischen Spielchen des Originals wieder aufzugreifen, wirkt dabei jedoch wie eine blasse Kopie ohne dessen Eleganz oder Biss. Zwar überzeugt die Produktion mit einer gepflegten Optik und einem attraktiven Ensemble um Kerr Smith und Kristina Anapau, doch das reicht nicht aus, um die offensichtlichen Schwächen zu kaschieren. Die Figuren bleiben oberflächlich, die Dialoge klingen häufig künstlich und die Handlung folgt bekannten Mustern, ohne nennenswerte Spannung oder überraschende Wendungen zu entwickeln. Statt cleverer Psychospielchen dominieren vorhersehbare Konflikte und ein Drehbuch, das den Charme des ersten Films nie erreicht.

Auch inszenatorisch bleibt "Eiskalte Engel 3" weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Regisseur Scott Ziehl setzt zwar auf ein zügiges Erzähltempo und eine freizügigere Ausrichtung, doch weder die Atmosphäre noch die emotionale Fallhöhe können mit dem Kultfilm von 1999 mithalten. Damit bietet "Eiskalte Engel 3" allenfalls unkomplizierte Unterhaltung für Komplettisten. Trotz solider Darsteller und einer ordentlichen Inszenierung fehlt es dem Film an Originalität, Spannung und der cleveren Boshaftigkeit, die den ersten Teil so erfolgreich gemacht haben. Am Ende bleibt ein weitgehend belangloser Erotikthriller, der den Namen "Eiskalte Engel" eigentlich nicht verdient.

4/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkOriginal Film/Columbia TriStar Home Entertainment/Newmarket Films

Donnerstag, 23. Juli 2026

Cruel Intentions 2 - Eiskalte Engel 2 (2000)

https://www.imdb.com/de/title/tt0196267/
https://letterboxd.com/film/cruel-intentions-2/

Sebastian Valmont (Robin Dunne) zieht zu seinem Vater Edward (David Mcllwraith) nach New York, der dort die vermögende Tiffany Merteuil (Mimi Rogers) geheiratet hat. Gemeinsam mit Tiffanys Tochter Kathryn (Amy Adams) wird Sebastian eine elitäre Schule besuchen. Während er sich dort sehr gut einlebt, ist das Verhältnis zwischen ihm und Kathryn angespannt, weil seine Stiefschwester ständig ihre arrogante Art heraushängen lässt. So kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden, die oft mit einem Punktsieg für Sebastian enden. Aber Kathryn gibt nicht auf und will unbedingt die Oberhand gewinnen, um ihren Einfluss, den sie aufgrund zahlreicher Intrigen bereits in der Schule besitzt, auch auf Sebastian ausdehnen zu können. Der gefällt sich hingegen als neuer Freund von Danielle Sherman (Sarah Thompson), der Tochter des Schuldirektors, um so seinerseits Einfluss zu gewinnen...

Prequels haben es oft schwer - besonders dann, wenn sie einem Kultfilm wie "Eiskalte Engel" folgen. "Eiskalte Engel 2" erzählt die Vorgeschichte von Sebastian Valmont und Kathryn Merteuil, erreicht dabei jedoch nie die Raffinesse, den Biss oder die elegante Boshaftigkeit des Originals. Immerhin gelingt es Regisseur Roger Kumble, die luxuriöse Welt der reichen Privatschüler erneut stilvoll in Szene zu setzen. Amy Adams sticht als junge Kathryn hervor und verleiht ihrer Figur bereits jene manipulative Kälte, die später von Sarah Michelle Gellar ikonisch verkörpert wurde. Auch Robin Dunne schlägt sich als jüngerer Sebastian ordentlich, wenngleich ihm das Charisma von Ryan Phillippe fehlt.

Die größten Schwächen liegen im Drehbuch. Viele Dialoge wirken bemüht provokant, die Figuren bleiben oberflächlich und die Handlung hangelt sich von Intrige zu Intrige, ohne dabei echte Spannung oder emotionale Fallhöhe zu entwickeln. Hinzu kommt, dass der episodische Ursprung des Films jederzeit spürbar bleibt: Die Geschichte wirkt sprunghaft und verliert im Mittelteil deutlich an Tempo. "Eiskalte Engel 2" bietet damit zwar einen interessanten Blick auf die Anfänge seiner Hauptfiguren und profitiert von einer frühen, überzeugenden Performance von Amy Adams; als eigenständiges Drama fehlt es dem Film jedoch an Esprit, erzählerischer Geschlossenheit und der provokanten Eleganz, die den ersten Teil so unterhaltsam gemacht haben. Solide Genrekost für Komplettisten - mehr aber auch nicht.

5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkNewmarket Capital Group/Original Film/Columbia TriStar Television

Sonntag, 29. Dezember 2013

Dangerous Liaisons - Gefährliche Liebschaften (1988)

http://www.imdb.com/title/tt0094947/

Frankreich gegen Ende des 18. Jahrhunderts: Vicomte de Valmont soll Madame de Tourvel, die kurz vor ihrer Hochzeit steht, noch vor der Hochzeitsnacht verführen, um damit der Marquise de Merteuil einen Gefallen zu tun, und sich gleichzeitig eine Nacht mit ihr zu verdienen. Alles geht gut, bis Valmont sich tatsächlich in sein Opfer verliebt, was der Marquise gar nicht gefällt. Sie will sich nun an ihm rächen...

Da ist er nun also: das Original zum Film "Eiskalte Engel". Glenn Close (Marquise de Merteuil) und John Malkovich (Vicomte de Valmont) brillieren in dieser Romanverfilmung des französischen Bühnenstücks "Dangerous Liaisons" von Christopher Hampton, das wiederum auf einem gleichnamigen Briefroman von Choderlos Laclos beruht. John Malkovich und Glenn Close spielen sich herrlich bösartig die Bälle zu. Wie Marionetten bestimmen sie die Geschicke der verwitweten Madame de Tourvel (Michelle Pfeiffer), Cécile de Volanges (Uma Thurman) und Chevalier Danceny (Keanu Reeves). Zuerst ist es ein Spiel um Liebe, der Wetteinsatz ist eine gemeinsame Liebesnacht. Doch nach und nach verändert sich die Situation und aus gegenseitiger Liebe wird Hass, sie bekämpfen sich bis aufs Blut und wieder benutzen sie die vorgenannten Personen zu ihrem Vorteil. Wundervoll gesponnnene Intrigen.

John Malkovich in einer seiner besten Rollen, da er die ganze Zeit so wunderbar herrlich böse spielte, fast nur mit verschlagener, ginsender Miene agiert und verführt. Doch auch sonst wird hier großes Kino gezeigt, die gefährlichen Liebschaften des französischen Adels im 18. Jahrhundert aufgezeigt, die Dekadenz dieses Zeitalters schonungslos aufgezeigt. Das einzige, was ich anzweifele, ist die Sicherheit, mit der die Personen davon ausgehen, "jeden zu bekommen, den sie wollen", als hätten diese keinen eigenen Willen und würden sofort dem ihrer Jäger erliegen und was letztendlich die Höchstwertung verwehrt. Wunderbares Kostümkino im passenden Ambiente, wunderbare Dialoge mit Witz, Bösartigkeit, Raffinesse und Eleganz, passende Musiken und Bauten geben der Handlung einen passenden Rahmen. Und besonders der Schluss geht mir immer wieder unter die Haut. "Gefährliche Liebschaften" ist ein absolut sehenswerter Film! Einfach Ausgezeichnet.

9/10

Samstag, 21. September 2013

Cruel Intentions - Eiskalte Engel (1999)

http://www.imdb.com/title/tt0139134/
https://letterboxd.com/film/cruel-intentions/

Die Stiefgeschwister Kathryn Merteuil (Sarah Michelle Gellar) und Sebastian Valmont (Ryan Phillippe) leben im New Yorker Luxus, finanziert durch ihre abwesenden Eltern. Sebastian ist ein Womanizer, Kathryn verkauft sich am Elite-College als tadellose Schülersprecherin. Darunter tun sich jedoch noch tiefere menschliche Abgründe aus Berechnung und verletzter Eitelkeit auf als bei ihrem Bruder. So bietet sie ihm eine perfide Wette an, um sich über Umwege an einem Ex-Lover zu rächen. Sebastian lässt sich auf den Deal ein und setzt seinen 1956er Jaguar XK 120 gegen die Aussicht auf Sex mit der Stiefschwester. Die Aufgabe des Herzensbrechers ist die Verführung der züchtigen Musterschülerin Annette Hargrove (Reese Witherspoon), die dem Credo "Kein Sex vor der Ehe" folgt. Recht bald kommt ein ungeplantes Element mit ins Spiel: Liebe. Die Beteiligten verstricken sich in ein immer dichteres Netz aus Intrigen, Kathryn und Sebastian nehmen Kollateralschäden billigend in Kauf...

Mit "Eiskalte Engel" gelang Regisseur Roger Kumble Ende der 1990er-Jahre eine der ungewöhnlichsten Literaturadaptionen des Teenagerkinos. Die moderne Verlagerung von Pierre Choderlos de Laclos' "Gefährliche Liebschaften" in die Welt wohlhabender New Yorker Privatschüler funktioniert erstaunlich gut und verbindet scharfe Dialoge, moralische Abgründe und romantisches Drama zu einem Film, der bis heute Kultstatus genießt. Sexy, bösartig, intelligent, intrigant, skrupellos, humorvoll, sinnig, lebendig, dramatisch, ansprechend und wunderschön - und mit der womöglich besten Frau-zu-Frau-Kuss-Szene, die man bis dahin sah! Vor allem das hervorragend aufgelegte Ensemble trägt den Film. Sarah Michelle Gellar brilliert als eiskalt berechnende Kathryn Merteuil und liefert eine ihrer stärksten Leinwandrollen ab. Ryan Phillippe verleiht Sebastian Valmont die nötige Mischung aus Arroganz und Charme, während Reese Witherspoon als Annette den emotionalen Gegenpol bildet. Auch Selma Blair bleibt mit ihrer sympathisch-naiven Darstellung nachhaltig in Erinnerung.

Inszenatorisch überzeugt "Eiskalte Engel" mit stilvoller 90er-Jahre-Ästhetik, pointierten Dialogen und einem bis heute großartigen Soundtrack, der Songs wie "Bittersweet Symphony" von The Verve untrennbar mit dem Film verbindet. Die Verführungsspiele und Intrigen bleiben über weite Strecken fesselnd und entwickeln eine überraschende emotionale Tiefe. Die Neuinterpretation ist also sehr grandios, denn was unterm Strich bleibt ist eine äußerst gelungene Neuauflage des Klassikers, verpackt für Teenager, versehen mit einem sehr gut ausgewähltem Soundtrack und charismatischen Darstellern, welche durch die Bank weg zu überzeugen wissen. 

"Eiskalte Engel" verbindet scharfzüngige Intrigen, starke Darsteller und stilvolle Inszenierung zu einem der denkwürdigsten Teenagerdramen der 1990er-Jahre. Kleinere erzählerische Schwächen ändern nichts daran, dass der Film bis heute hervorragend unterhält und seinen Kultstatus mehr als verdient hat. Und ein spezielles Lob von mir geht an Sarah Michelle Gellar als intrigante Schlampe, die ich mit Freuden gehasst habe. 

8/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkNewmarket Capital Group/Original Film/Neal H. Moritz Productions