Samstag, 25. Mai 2013

Green Lantern (Extended Cut) (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1133985/

Im ebenso endlosen wie geheimnisvollen Universum existiert seit Jahrhunderten eine kleine, aber schlagkräftige Einheit, die für Gesetz und Gerechtigkeit eintritt: das Green Lantern Corps. Jeder Green Lantern wird durch einen Eid auf die Bruderschaft der Krieger dazu verpflichtet, in der Galaxis Recht und Ordnung aufrecht zu erhalten, alle tragen einen Ring, der ihnen übernatürliche Kräfte verleiht. Doch als ein neuer Gegner namens Parallax das Gleichgewicht der Kräfte im Universum auszuhebeln droht, liegt das Schicksal der Green Lanterns und der gesamten Erde in der Hand ihres jüngsten Rekruten: Er ist der erste Mensch, der in ihre Reihen aufgenommen wurde - Hal Jordan (Ryan Reynolds). Hal ist zwar ein begabter und ziemlich großspuriger Testpilot, doch die Green Lanterns haben für Menschen wenig übrig, weil sie im Umgang mit den unermesslichen Möglichkeiten des Rings keinerlei Erfahrung mitbringen. Dennoch ist Hal ganz offensichtlich das fehlende Teil im Puzzle, denn neben seiner Hartnäckigkeit und Willensstärke ist er den anderen Mitgliedern des Corps in einem Aspekt überlegen: in seiner Menschlichkeit. Mit Unterstützung seiner Pilotenkollegin und Sandkastenfreundin Carol Ferris (Blake Lively) könnte Hal eine Schlüsselrolle im Kampf gegen Parallax einnehmen, wenn er nur schnell genug seine neuen Fähigkeiten anzuwenden lernt und den Mut aufbringt, seine Angst zu überwinden. Vielleicht bewährt er sich dann sogar als größter Green Lantern aller Zeiten.


Die massive negative Kritik, die dieser Film erfuhr, kann ich persönlich nicht gänzlich nachvollziehen. Aber vermutlich hat Christopher Nolan mit seinem ganz dem Realismus und dem Düsteren verschriebenen "Batman"-Stil das Genre "Superhelden-Verfilmung" zuletzt einfach zu sehr geprägt, ohne dass danach Abweichungen von dieser "Formel" vom Publikum noch ohne Weiteres akzeptiert werden würden. Erschwerend kommt hinzu, dass "The Green Lantern", vor allem hierzulande, sicher nicht so Populär ist, wie beispielsweise die "Batman"- oder "X-Men"-Charaktere.

"Green Lantern" hingegen ist opulent, verspielt, voller phantastischer Elemente und das einfach mit der großen Kelle angerührt. Dabei nimmt der Humor, entgegen den Erwartungen, keine dominierende Rolle ein, hier herrscht durchaus ein ernsthafter Unterton: das Bild ist durchwegs dunkel gehalten, zentrale Themen wie Angstüberwindung oder Willensstärke werden ordentlich behandelt, die Antagonisten-Figur Parallax ist allemal ein ernstzunehmender Charakter, und der mutierende Helfer-Bösewicht Hector erreicht letztendlich sogar gruselige Züge.



Dazu ist die Action nicht übermässig, aber wohldosiert eingesetzt, und dass man die Special Effects nicht ganz vom Vorwurf einer comichaften Übertreibung freisprechen kann, liegt natürlich in der Waffe dieses Helden begründet - denn wie sonst kann ein sich materialisierender grün-leuchtender Willen dargestellt werden, als trashig? Ryan Reynolds ist ein charismatischer Held, dem der Schalk im Nacken sitzt, was zwangsläufig auf seine gespielten Figuren abfärbt, hier aber durchaus in einem vertretbaren Rahmen (im Gegensatz zu "Blade: Trinity"). Vorhalten kann man dem Film nur die etwas dünne Story, die im Grunde schon aus jeder anderen beliebigen Superheldenverfilmung hätte kommen können - ohne neue Wege, ohne zuviel Innovation, ohne den Sprung ins kalte Wasser. Und gerade angesichts einer langen Einleitung kommen die Entwicklung der an sich interessanten Nebenfiguren sowie das Finale im Kampf gegen Parallax etwas zu kurz.

6,5/10