Samstag, 9. März 2013

Star Wars: Episode III: Revenge Of The Sith - Star Wars: Episode III: Die Rache der Sith (2005)

http://www.imdb.com/title/tt0121766/

Die Klonkriege haben eine tiefe Kluft zwischen den Kanzler Palpatine (Ian McDiarmid) und dem Jedi-Rat geschlagen. Und mittendrin befindet sich der junge Jedi Anakin Skywalker (Hayden Christensen), der zu einem Vertrauten des Kanzlers wird, nachdem er diesen gemeinsam mit seinem Meister Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) aus den Fängen des bösen Generals Grievous gerettet hat. Bei dieser Konfrontation tötete Anakin den finsteren Sith Lord Count Dooku (Christopher Lee) ohne Gnade. Seine Frau Padme Amidala (Natalie Portman) berichtet ihm, dass sie ein Kind erwartet. Anakin ist derweil hin- und hergerissen und weiß nicht, wem er seine Loyalität schenken soll - dem Jedi-Rat oder Palpatine. Als er auf Druck des Kanzlers in den Rat berufen wird, verweigern die Mitglieder ihm die Ehren eines Jedi-Meisters. Außer sich vor Wut ist dies der Anfang vom Ende des Anakin Skywalker. Er hat böse Albträume, die ihn den Tod Padmes bei der Geburt des Kindes voraussehen lassen. Immer mehr zieht es den angehenden Jedi auf die dunkle Seite der Macht...

Im Fokus des Films steht unangefochten der Weg Anakin Skywalkers zur dunklen Seite der Macht. Wie es dazu kam und vor allem warum, wird vor einem halbwegs plausiblen Hintergrund aufgeklärt - leider geschieht das aber zu plötzlich, zu schnell. Der Film teilt sich daher recht krass in zwei Abschnitte. Im ersten reiht sich eine Schlacht an die nächste, ein Laserschwert-Duell an das andere. Das ist atemberaubend rasant, aber inhaltlich oberflächlich. Die Tiefe baut sich erst in der zweiten Hälfe auf, als Anakin Skywalker mit einem Schwertschwung vom Pfad der Tugend abkommt. Charakterlich ist der Teil hier am interessantesten. Leider begrenzen die schauspielerischen Möglichkeiten von Hayden Christensen ein wenig die Entwicklung. Der Grundton ist im Gegensatz zum Kindertheater von "Episode I" und der romantisch angehauchten "Episode II" deutlich düsterer.

Ebenso beeindruckend ist die Vielfalt der Welten, die der Film hervorbringt. Es macht Spaß, die "alten" Figuren wiederzusehen, allen voran die Wookies, inklusive Chewbacca (Peter Mayhew). 


Sensationelle Panoramen sind grandioses Augenfutter, das den Betrachter staunen lässt, die Raumschlacht zu Beginn ist auch akustisch ein Genuss und die spektakulären Lichtschwert-Duelle sind von enormer Schnelligkeit. Das Problem: Lucas übertreibt es mit der digitalen Herrlichkeit, aber schlimmer wirkt nur noch Lucas’ seltsamer Wahn, digitale Schauspieler zu erschaffen. Einzig General Grievous ist davon noch halbwegs interessant. Als der zum Sith Lord Darth Sideous mutierte Kanzler Palpatine ins Zentrum des Bösen rückt, bekommt der Film wieder mehr emotionale Angriffsfläche. McDiarmid spielt seinen Part ohne Schnörkel und offenbart seine Verschlagenheit erst nach und nach. Vor allem zu Beginn hat auch R2 einige kultverdächtige Einlagen. PS: George Lucas’ Cameoauftritt als blauhäutiger Baron Paranoida ist übrigens der erste überhaupt in einem "Star Wars"-Film.

"Die Rache der Sith" ist keine offensichtliche Enttäuschung - lediglich im Detail verhindern Mängel ein Meisterwerk. Positiv zu vermerken ist die Rückkehr zu mehr Härte. In keinem anderen Teil geht es so schön rustikal zur Sache. Dazu ist die opernhaft inszenierte finale Wandlung von Anakin zu Darth Vader optisch und akustisch eine Augenweise. Ein (unerwartet) guter Abschluß der "neuen" Trilogie.


7,5/10 

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Twentieth Century Fox/Lucasfilm

Freitag, 8. März 2013

Finding Nemo - Findet Nemo (2003)

http://www.imdb.com/title/tt0266543/

Väter werden ja in Filmen sehr selten als Identifikationsfiguren herangezogen, viel öfter sind es Mütter. Das gilt insbesondere für den Trick- und Animationsfilm und insbesondere des als frech und dadurch dankenswerter Weise erfrischend geltenden omputeranimierten Films. Dass nun ausgerechnet das Animationsstudio Disney/Pixar in mustergültiger Manier vorführt, wie ein modernes Abenteuer mit einem Vater als Identifikationsfigur auszusehen hat, ist nicht weiter verwunderlich, war doch Pixar schon immer eine Schmiede für den unterhaltsamen und vor allem schönen Film. Kaum ein Studio kann in seiner kurzen Geschichten auf einen derart überzeugenden künstlerisch wie kommerziellen Erfolg verweisen.

Der Film beginnt vollkommen ruhig, ganz ohne den klamaukigen Humor, der sich bei den bisherigen computergenerierten Filme eingebürgert hat, und setzt damit bereits ein erstes Zeichen: das Genre ist erwachsener und somit reifer geworden. Wo in "Toy Story 2" in der Pre-Credit Sequenz noch ein Gag den nächsten jagte, hat man diese Phase nun hinter sich gelassen und kann abseits technischer Wundertaten wie faszinierender Unterwasserwelten eine berührende Vater-Sohn-Geschichte erzählen: hier wird die liebevolle Geschichte einer unschuldigen Familie erzählt, aber das so subtil und herzallerliebst wie möglich.

Dennoch kommt der Humor natürlich nicht zu kurz und auch wenn im Prinzip alle Gags darauf beruhen, typisch-menschliche Angewohnheiten und Institutionen unter die Meeresoberfläche zu verlagern, ist der Fantasie bei Pixar wieder einmal keine Grenze gesetzt. Ob nun die Gruppe der "anonymen Fischesser" um den weißen Hai Bruce, der Verlust des Kurzzeitgedächtnisses der liebenswerten Begleiterin Dory oder die zahlreichen Filmanspielungen (besonders offensichtlich: "The Shining", sowie diverse Hitchcock-Thriller). Hinter jeder Ecke lauert ein liebevolles Detail, unzählige Firmen-Insider und (besonders im Hintergrund) Referenzen an die eigenen Produkte. 


Der Kern des Films, sein Herz, ist allerdings die auch sinnbildliche Suche des Vaters nach seinem Sohn, die pädagogisch wieder einmal überaus wertvolle Botschaft, seinen Kindern Raum zum Erwachsenwerden geben zu müssen (aber ohne dabei verantwortungslos zu sein) und natürlich die ewigen Themen Zusammenhalt, Freundschaft und Familie, sei es nun in Form der trotteligen, aber herzallerliebst unbeschwerten Dory, der liebenswerten Freunde, die Nemo im Aquarium des Zahnarztes zu schätzen lernt, oder des gemeinsamen Kraftaktes bei der Befreiung der Fische vor dem todbringenden Fischnetz. Auch "Findet Nemo" ist wieder mal ein PIXAR-Film mit dem Herz am rechten Platz geworden.

Die 3D-Fassung ist mit weitem Abstand das beste, was man bisher (im Animationssektor) gesehen hat. Eine unglaubliche Tiefe, die sich besonders bei Panorama-Szenen bemerkbar macht und wenn dann Dory und Marlin allein auf dem Bildschirm zu sehen sind, hat man das Gefühl man befindet sich mitten darin. Großartig!

9/10


Die Erstauflage des Films (in 3D) gab es exklusiv im geprägten Steelbook. Dieses ist schon kurz nach Veröffentlichung komplett ausverkauft gewesen. Mittlerweile bekommt man eine zweite Auflage zum Normalpreis. 


Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Disney/Pixar

Mittwoch, 6. März 2013

Star Wars: Episode II: Attack Of The Clones - Star Wars: Episode II: Angriff der Klonkrieger (2002)

http://www.imdb.com/title/tt0121765/

Zehn Jahre sind seit den Ereignissen von "Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung" vergangen. Es hat sich einiges getan in der Galaxie: Die politische Situation driftet immer mehr in Richtung Bürgerkrieg, seit eine mit der Republik unzufriedene und vom mysteriösen Count Dooku (Christopher Lee) angeführte Separatistenbewegung an Stärke gewinnt. Anakin Skywalker (Hayden Christensen), einst ein machtbegabter kleiner Junge, ist zu einem hitzköpfigen Padawan herangewachsen, der seinem Lehrer Obi-Wan (Ewan McGregor) einige Schwierigkeiten bereitet. Beide zusammen bekommen den Auftrag, Senatorin Amidala (Natalie Portman) zu beschützen, deren Leben in Gefahr ist. Anakin entwickelt bald tiefere Gefühle für die schöne Ex-Königin. Dabei interessiert ihn wenig, dass der Jedi-Kodex Liebesbeziehungen untersagt...

Hayden Christensen als jugendlicher Anakin schafft es, dem "Star Wars"-Universum einen halbwegs interessanten und auch dominanten Charakter hinzuzufügen. Sein Jähzorn, seine Wutausbrüche und die Kaltherzigkeit mit der er eine Horde Sandleute, die seine Mutter getötet haben, ausrottet, lassen erahnen wie sein weiteres Schicksal verlaufen wird. Dennoch geschieht das alles zu schnell, mit zu wenig Seele, mit zu wenig Enthusiasmus. Ewan McGregor hat hingegen zu seiner Rolle als Obi-Wan gefunden. Er agiert wesentlich lebendiger und frischer. Hier und da darf er auch ein paar launige One-Liner einstreuen. Das funktioniert. Auch Natalie Portman kann diesmal punkten. In "Episode I" noch zur Passivität verdammt und unter tonnenschwerem Make-up versteckt, greift sie aktiv in die Geschichte ein. Sie sieht in ihren diversen Outfits nicht nur sehr sexy aus, sondern sorgt auch dafür, dass die Liebesgeschichte einigermaßen funktioniert, auch wenn diesem Storyteil zu viel Platz eingeräumt wird.

Optisch ist "Episode II" wie nicht anders zu erwarten war, ein Genuss. Lucas schwelgt wieder einmal in atemberaubenden Bildern, die zum Großteil am Computer entstanden, bietet ein fast schon phänomenales Set-Design und kreiert einen einzigartigen Look. Die Grundstimmung ist an "Das Imperium schlägt zurück" angelehnt. Über allem liegt immer die düstere Vorahnung, was kommen wird. Aber bei aller Freude über Lucas’ Weg zurück von der dunklen Seite des Filmschaffens gibt es ein paar Kleinigkeiten, die stören. Nach flottem, rasantem Beginn kommt ein wenig Leerlauf auf, dann nimmt der Film wieder Fahrt auf. Eine große Weltraumschlacht wird vermisst und so schön die Perfektion der digitalen Spezial-Effekte auch ist, bringt sie doch leider immer wieder einen ungewollten Nebeneffekt mit sich: Oft wirkt vieles einfach künstlich - gerade auf einem größeren Fernseher. Künstlich steht aber in krassem Gegensatz zu magisch. Und die spezielle Magie, die "Krieg der Sterne", "Das Imperium schlägt zurück" und "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" zum einem Mythos werden ließ, geht ein wenig verloren. Immerhin: Bei "Episode I" fehlte sie völlig, in Teil Zwei keimt sie immer mal wieder auf und spätestens, wenn Yoda die Szenen dominiert, ist sie wieder da. Okay, George Lucas: mit "Episode II" sind Sie ein wenig rehabilitiert.

7/10

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Twentieth Century Fox/Lucasfilm

Dienstag, 5. März 2013

Star Wars: Episode I: The Phantom Menace - Star Wars: Episode I: Die dunkle Bedrohung (1999)

http://www.imdb.com/title/tt0120915/

"Star Wars: Episode I: Die dunkle Bedrohung" spielt rund 30 Jahre vor den Ereignissen der "alten" Saga.
Der Hohe Rat der Jedi schickt den Jedi-Ritter Qui-Gon Jinn (Liam Neeson) und seinen Padawan Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) zwecks Friedensverhandlungen nach Naboo, denn der eigentlich friedliche, von der schönen Königin Amidala (Natalie Portman) regierte Planet, wird von der geldgierigen Handelsförderation besetzt. Doch noch bevor die Jedis auf Naboo ankommen, werden sie von Kampfdroiden der Handelsföderation angegriffen. Qui-Gon und Obi-Wan kämpfen sich durch und schaffen es in die Hauptstadt von Naboo, befreien dort die Königin und fliehen gemeinsam mit ihr. Die Flucht führt sie nach Tatooine, einem Wüstenplanet. Dort treffen sie auf den Sklavenjungen Anakin Skywalker (Jake Lloyd), in dem Qui-Gon eine ungewöhnlich starke Begabung für die Macht erkennt. Obi-Wan ist skeptisch, doch sein Meister will sich dem Jungen trotzdem annehmen…

Die Erwartungen vieler Fans, die 16 Jahre nach einem neuen "Star Wars"-Film gelechzt hatten, waren hoch. Doch beinahe alle wurden enttäuscht: "Die dunkle Bedrohung" hat einfach zu viele Schwächen, die Lucas erst in den folgenden Prequel-Teilen "Angriff der Klonkrieger" und "Die Rache der Sith" zu einem Gutteil ausmerzte, womit er sich halbwegs versöhnlich aus der Affäre zu ziehen versuchte. "Episode I" allein ist zwar unterhaltsames, handwerklich gut gemachtes Popcorn-Kino mit geradezu grandiosen Spezial-Effekten (man muss bedenken, es war 1999!), knalligen Action-Szenen, phantasievollen Sets - und nicht zuletzt einem atemberaubenden Pod-Rennen, dem optischen Herzstück des Films. Aber das ist leider nur die eine Seite der Medaille.

Mit der ursprünglichen Trilogie hatte Lucas so etwas wie einen modernen Mythos geschaffen, ein atmosphärisch dichtes und vor allem gleubwürdiges Universum. In "Episode I" fiel Lucas diesbezüglich weit zurück, drosselte die Dialoge auf Fünfjährigen-Niveau und verzichtete nahezu gänzlich auf Charakterzeichnung. Noch dazu ist die Handlung so dünn, dass sie kaum der Rede wert ist. Der Charme und die Magie der Vorgänger-Filme sind dabei fast vollkommen verlorengegangen. Anstatt auf starke Figuren wie den zwielichtigen Bösewicht Darth Maul (Ray Park) zu setzen, der hier unterbeschäftigt und letztlich verschenkt ist, rückt Lucas den Gungan-Dödel Jar Jar Binks zumindest in der ersten halben Stunde in den Mittelpunkt und allzu schnell beginnt dieses Wesen unglaublich zu nerven. Aber auch die Stars Liam Neeson, Ewan McGregor und Natalie Portman sind nicht in der Lage, ihren Figuren die ikonenhafte Dimension eines Han Solo, Luke Skywalker oder einer Prinzessin Leia zu verleihen.

Mit seiner Wiederbelebung der Saga stieß Lucas seinen Fans mit seinem herumpiepsenden Kleinkinderhumor so heftig vor den Kopf, dass es schmerzte. Diesen Schaden können auch phantastische Raumpanoramen und gute Actionszenen nicht reparieren. "Episode I" bleibt das unangefochtene Schlussicht der "Star Wars"-Saga.

5,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Twentieth Century Fox/Lucasfilm

Montag, 4. März 2013

The X-Files - Akte X: Die unheimlichen Fälle des FBI, Season 01 (1994)

Frágiles - Fragile (2005)

http://www.imdb.com/title/tt0422272/

Das alterwürdige Krankenhaus "Mercy Falls" hat seine besten Jahre hinter sich. Nachdem die Baufälligkeit des morschen Gemäuers voranschreitet, soll es nun vollständig geräumt werden. Nur die Kinderstation befindet sich noch im Gebäude und wartet mit ihren kleinen Patienten auf die baldige Verlegung in ein zeitgemäßeres Quartier. Mitten in diesem Umzugstrubel stößt die Krankenschwester Amy (Calista Flockhart) neu zur Belegschaft. Doch sie muss schon bald feststellen, dass im Hospital merkwürdige Dinge vor sich gehen: seltsame Geräusche dringen aus dem abgesperrten zweiten Stock, Kindern werden auf unerklärliche Weise Knochen gebrochen und Amy selbst begegnet einer gespenstischen Gestalt im Gemeinschaftsschlafzimmer ihrer Patienten. Eine davon ist die kleine Maggie (Yasmin Murphy), die von einem "Mädchen aus Metall" erzählt, das mit ihr in Kontakt steht. 


Jaume Balagueró hat mit Fragile wieder mal einen bösen Gruselthriller geschaffen, und es ist die gekonnte Inszenierung, die den Streifen sehenswert machen. Balagueró beweist nämlich abermals, dass er ein ausnehmend gutes Händchen für stilvolles Szenenarrangement besitzt. Unterstützt durch die gruseligen Bilder "seines" Kameramannes Xavi Giménez, gelingt es ihm abermals, eine schaurig-schöne Atmosphäre zu erschaffen.
Das Einzige, was ich negativ zu bemängeln habe, ist Calista Flockheart. Ich mag sie nicht, ich habe sie noch nie gemocht. Sie ist keine starke Schauspielerin und ich hatte keinerlei Bezug zu ihrer Rolle. Man hätte genauso gut jede andere drittklassige Schauspielerin dahinsetzen können. Auch, dass nicht aufgedeckt wurde, was genau Amy auf die Insel verschlagen hat, fand ich schade. 

7/10

http://tinyurl.com/cnyn426

The Amazing Spider-Man (2012)

http://www.imdb.com/title/tt0948470/

Andrew Garfield ist nach Tobey Maguire der neue Spider-Man. Der bessere, meiner Meinung nach. Garfield setzt beim Neustart mit „The Amazing Spider-Man" seine eigenen Akzente - genau wie Regisseur Marc Webb (wie passend!), der noch genügend eigene Ideen auffährt, um diesen raschen Reboot nur fünf Jahre nach Raimis "Spider-Man 3" mehr als zu rechtfertigen.


Der Teenager Peter Parker (Andrew Garfield) ist ein Außenseiter, ein Grübler. Seit seine Eltern ihn in seiner Kindheit verlassen haben, lebt er bei Onkel Ben (Martin Sheen) und Tante May (Sally Field). Auf der Suche nach seiner Identität findet Peter einen Koffer seines Vaters, der ihn auf die Spur von Oscorp Inc. führt, dem früheren Arbeitgeber seines Vaters. Hier lernt Peter den ehemaligen Arbeitskollegen Dr. Curt Connors (Rhys Ifans) kennen. Bei seinen Recherchen im Labor wird Peter von einer genetisch modifizierten Spinne gebissen, die ihm fortan den berühmten Spinnensinn vermacht. Peter Parker wird zu The Amazing Spider-Man. Die so erworbenen Superkräfte werden schnell gefordert, denn Dr. Connors hat an geheimen Forschungen gearbeitet, um seinen bei einem Unfall verlorenen Arm zu regenerieren. Der Selbsttest läuft schief, und Dr. Connors wird zum mordlüsternen The Lizard. Spider-Man sieht sich mit einem schier übermächtigen Gegner konfrontiert.


Natürlich gibt es inhaltliche Gemeinsamkeiten zwischen Webbs Version und Raimis "Spider-Man", darunter der Spinnenbiss, der indirekt vom Helden verschuldete Tod des Onkels oder der Umstand, dass Peter Parker von einem Catcher zu seinem Superheldenkostüm inspiriert wird. Aber Webb gibt all diesen gemeinsamen Plotdetails einen eigenen Dreh, so dass sie nie wie eine plumpe Wiederholung anmuten. Es ist darüber hinaus vor allem Andrew Garfields („The Social Network" und "Red Riding") Darstellung, die „The Amazing Spider-Man" zu einem vollkommen eigenständigen Werk macht. Das Ergebnis ist absolut faszinierend: ein gänzlich ungekünstelter Superheld, dem man sogar abnimmt, dass er die Spinnenseile selbst konstruiert hat. Im Gegenteil zu vielen anderen Filmen wird hier auch mal das Kostüm bestellt und nur abgeändert - bei allen anderen Helden hat man immer das Gefühl, der Berufsweg eines meisterhaften Schneiders hätte auch eingeschlagen werden können. 

Der Lizard wiederum entpuppt sich als der perfekte Gegenspieler für einen ersten Spider-Man-Film, denn er ist praktisch das dunkle Pendant des Spinnenhelden. Er ist die tieftragische Figur, die nicht einfach nur stellvertretend für das Schlechte an sich steht, sondern auf angenehm komplexe Weise die Verlockungen der Macht repräsentiert. Marc Webb erfindet zusammenfassend das Rad zwar nicht neu, aber seine drei großen Actioneinschübe (Spider-Man gegen den Lizard auf einer Brücke, in einer Schule und auf einem Wolkenkratzer) haben allesamt den erhofften Bumms und sind ebenso abwechslungsreich wie kurzweilig gestaltet. Nicht nur kommt der 3D-Effekt in diesen Momenten besonders gut zum Tragen, die reizvolle Ego-Perspektive wird cleverer Weise auch immer genau dann aufgegeben, wenn man gerade Gefallen an ihr gefunden hat und unbedingt noch mehr davon sehen will. 2014 kommt der 2. Teil mit Electro und Rhino als Gegenspieler. Ich bin sehr gespannt.

8/10


In Großbritannien erschien dieser Film zusammen mit "The Amazing Spider-Man 2" als Teil der "Spider-Man Legacy Collection" in einem schicken, limitierten und nummeriertem Box-Set, welches den Film als 4K Ultra-HD Blu-ray enthält.


Quellen
Inhaltsangabe: Sony Pictures/Marvel
Poster/Artwork
Sony Pictures/Marvel