Mittwoch, 23. November 2016

Split Second (1992)

http://www.imdb.com/title/tt0105459/

London im Jahr 2008: Naturkatastrophen und unzählige Ratten plagen die hilflose Metropole. Die Menschen sind verunsichert und in Panik. Ein unmenschlicher Killer wütet in den Straßen, der bei Vollmond seine Opfer nach einem alten Voodoo-Ritus schlachtet. Special-Cop Harley Stone (Rutger Hauer) macht sich auf die Jagd seinen besten Freund, welcher unter den Opfern ist, zu rächen. Im Pesthauch der verseuchten Straßen spürt Harley Stone den geistigen Kontakt zu seinem Gegner...

"London 2008. After forty days and nights of torrential rain, the city is largely submerged below water, a result of the devastating effects of continued global warming. The warnings ignored for decades have now resulted in undreamed-of levels of pollution where day has become almost endless night..."

... so beginnt "Split Second", ein kleiner, düsterer, dreckiger B-(fast schon C-)Film in einem noch düsterem London mit einem ultra-harten, einzelgängerischem Cop, gespielt von Rutger Hauer, dem die Rolle wie ein maßgeschneiderter Anzug passt. Mag der Streifen durch seine eigentlich recht banal klingende Story anfangs etwas behäbig erscheinen, so ändert sich dies spätestens zu dem schnell auf den Plan tretenden Zeitpunkt, in dem der Zuschauer erkennt, dass Hauer da eher auf der Jagd nach einem Predator, als nach einem Menschen ist. Hier tritt auch die immer wieder gern genommene Buddy-Police-Story auf den Plan, denn während Hauer natürlich gern allein am Fall arbeiten würde, wird ihm ein Partner an die Seite gesetzt, der sich schon bald unabdingbar macht und im Kampf gegen das ca. 2,50 Meter große, durch Wände gehende Mega-Monster unterstützt. Mit Feuerkraft. Sehr viel Feuerkraft. Hell yeah!

"We need to get bigger guns. BIG FUCKING GUNS!"

"Split Second" ist ein stimmungsvoller, dreckiger und siffiger Mumpitz mit einem sich selbst persiflierenden Rutger Hauer, Typ: ich kämme mir die Haare mit einer Drahtbürste, zünde meine Kippen mit dem Bunsenbrenner an, stopfe endlos Schokolade in mich rein, rühre meinen Kaffee mit dem Kuli eines anderen Cops um, bin einmal zu oft ins Zynismus-Becken gefallen und das alles bringt Manfred Lehmann die deutsche Stimme von Bruce Willis tonlich sehr gut auf den Punkt. Neil Duncan als Sidekick gefällt im Verlauf der Story auch immer besser, dazu wissen auch Nebenfiguren wie Boss Pete Postlethwaite und Michael J. Pollack als Rattenfänger zu gefallen. Mächtige Wummen und ein gut gelungenes Monster runden diesen dialogunsinnigen, mit feinen kleinen Filmfehlern versehenen Body-Action-Trash-SciFi-Creature-Okkult-Endzeit-Kokolores ab.

Ja, "Split Second" ein fürchterlicher Klamauk, der von Anfang an auf Albernheiten statt Spannung setzt und deshalb nie in die Gänge kommt. Hauer muß sich mit einer quasi unspielbaren Rolle herumplagen, die keinerlei Bezug zu irgendwelchen Realitäten hat. Kein Wunder, dass am Ende auch noch Ian Sharp die Regie von Tony Maylam übernehmen musste. Und doch, irgendwas hat dieser apokalyptische Quatsch, in dem ein paar Pfützen ein überschwemmtes London darstellen sollen und mittendrin doch nur uralte Copfilm-Klischees ("I never work with a partner") abgenudelt werden. Irgendwas.

7,5/10

Von Eightyfour Entertainment kommt der Film auch im auf 999 Stück limitierten Mediabook.