Samstag, 26. November 2016

짝패 - Jjakpae - City Of Violence (2006)

http://www.imdb.com/title/tt0821470/

Kommissar Tae-su (Jung Doo-hong) erhält im fernen Seoul die traurige Nachricht vom Tode seines alten Freundes Wang-jae (Ahn Kil-kang), der von einer Gruppe aufständischer Jugendlicher ermordet wurde. Um an der Beerdigung seines Freundes teilzunehmen, reist er zurück in seinen Heimatort Onsung. Die Stadt hat sich verändert, seitdem er vor Jahren nach Seoul gezogen ist. Korruption, Gewalt und die mafiösen Machenschaften eines alten Jugendfreundes Pil-ho (Lee Beom-su) beherrschen jetzt den Alltag. Als Kommissar Tae-su dann auch noch mit der wenig überzeugenden Version über den Tod seines Freundes konfrontiert wird, beginnt er Nachforschungen anzustellen. Und schon bald ergibt sich ihm der Verdacht, dass der gemeinsame Jugendfreund etwas mit dem Mord zu tun haben könnte...

Der südkoreanische Streifen "City Of Violence" ist eine ziemlich konfuse Nummer, die eine ganze Weile braucht, um überhaupt erzählerisch in den Gang zu kommen und dem Zuschauer mal eine Idee davon zu geben, worum es denn nun eigentlich geht. Zunächst unterhalten sich Menschen oder rangeln auf Beerdigungen, es wird konfus auf Rückblenden geschnitten, die junge Versionen von einigen Herren vorsetzen, zu denen man noch absolut keinen Bezug hat und große Fragezeichen vor dem inneren Auge generieren. Dann wird geredet, ermittelt, Intrigen vermutet, aber alles ohne klares Ziel.

Doch als es dann bald zum ersten großen Kampf kommt - vollkommen überbordernd prügeln sich zwei der besagten Männer in einer Fußgängerzone mit 4 Jugendgangs, jeweils aus etwa 20 Mitgliedern bestehend, insgesamt also etwa einer Hundertschaft bewaffneter Teens in Kostümen - ist schlagartig Schwung in der gesamten Geschichte. Plötzlich klären sich auch einige bisher verborgene Dinge auf und man hat zumindest die Chance, der Story folgen zu können. Diese grandiosen Martial-Arts Performances und eine zunehmende Klarheit tragen ab diesem Punkt etwas besser durch den recht kurzen Streifen.

Abgerundet wird das Ganze mit charmanten visuellen Spielereien in Schnitt und Perspektivwahl, die die ohnehin gelungene Kameraarbeit in ihrer Wirkung verstärken. Unterm Strich geht es zwar um die großen Themen von Freundschaft, Verrat, etc. doch was "City Of Violence" vor allem tut, ist hyperkinetische Kampf-Choreografien in brutaler Übertriebenheit zelebrieren.

Hier kann man ohne Umschweife sagen, dass es die kerle einfach drauf haben, denn die Action reißt sofort mit. Da liegt jedoch auch der Knackpunkt: wenn diese nämlich ausbleibt und sich tatsächlich auf Figuren und Handlung verlassen wird, stellt sich schnell ein gewisser Leerlauf ein - da liefert Regisseur und Autor Seung-wan Ryoo's Skript eindeutig nicht genug Substanz. Die Kämpfe puffern dies, auch durch die gelungenen Bilder, gerade so noch ab, viel weniger hätte es jedoch nicht sein dürfen.

6,5/10